Hallo!
Aufgeschreckt durch die Bemerkung im Thema über die Steifigkeit von Trapeztampen, dass die MUF in 28“ kürzer als die Dakine in 28“ sind, wollte ich es genau wissen und habe nachgemessen. Da ich zu faul war, bei der Hitze die Tampen zu demontieren, habe ich mich auf den Abstand vom Holm beschränkt. Tatsächlich kann ich hier bei den MUF 32 cm messen und bei den Dakine 34 cm. Allerdings habe ich die Dakine bereits mehrfach benutzt und die MUF sind nagelneu. Insgesamt vermute ich, dass der Unterschied dann vernachlässigbar ist - die nächstgrößere Länge 30“ müsste rein rechnerisch schon wieder einen größeren Abstand erzeugen, insbesondere mit leichter Längung nach Benutzung. Der Abstand der Klettverschlüsse war gleich, hat aber natürlich auch einen erheblichen Einfluss auf den Abstand zum Holm, weshalb ich die verwendete Tampenlänge als einzige Information als unzureichend empfinde.
Ein weiteres Maß, dass mich nach der Beratung durch Totti-Amun bei meinem jüngsten Gabelkauf (vielen Dank nochmals an dieser Stelle!) interessiert hat, war der Abstand zur gedachten Linie zwischen Mastklemme und Schothorn. Denn mit der Länge der Trapeztampen kann ich zwar den Abstand zum Holm variieren, was dann wiederum eine andere Armstreckung erfordert, deren Grad wohl individuell unterschiedlich als angenehm empfunden wird. Der Abstand zum Segel wird aber auch von der Biegekurve bzw. Breite der Gabel beeinflusst. Wenn ich ein möglichst aufrecht stehendes Segel als Ziel habe, ist dieser Abstand bezüglich der möglichst effektiven Ausnutzung der vorhanden Segelfläche eigentlich entscheidender.
Hier kann ich bei den von mir verwendeten Gabeln (AL 360 Slim Wave vs. AL 360 Foil) einen Unterschied von 4 cm messen - wenn ich die unterschiedlichen Abstände zum Holm rausrechne, sind es sogar 6 cm. Hier bräuchte ich schon mehr als 4“ längere Tampen, um den gabelbedingten Abstand auszugleichen und den gleichen Anstellwinkel des Segels zu erreichen (6 cm x 2 / 2,54).
Mir scheint demnach, dass das zuweilen etwas dogmatisch betriebene Fokussieren auf die Tampenlänge („unter 30“ fährt man nicht mehr…“ usw.) zu kurz greift. Mir ist dabei natürlich klar, dass die Racer sowieso immer die gleiche Gabel plus Variotampen fahren. Allerdings wurden zumindest mir in der Vergangenheit auch häufig die Empfehlungen für Freeride- oder Wavematerial und immer nur in Bezug auf die Tampenlänge gegeben, und das nicht nur von anderen Hobbypiloten am Strand, sondern auch schon mal bei einem Seminar auf dem Surffestival durch einen Weltcupfahrer.
Ich hoffe, dass das jetzt halbwegs verständlich war und ich mich mit meinen Schlussfolgerungen nicht komplett verrannt habe. Jedenfalls bin ich gespannt auf eure Meinungen.