Posts by dominik49

    Was wird von wem warum international anerkannt?


    Der DSV (Deutscher Segler Verband) ist nicht international. Das war damals die IYRU nun World Sailing.


    Der VDWS schreibt selbst ganz klar, worauf er sich bei seiner Verkürzung und Vereinfachung zu Lehrzwecken bezieht. Siehe dazu meinen Post weiter oben.


    Woher dann die internationale Anerkennung herrührt, ist dann aber auch klar. Wenn nicht einmal eine Rechtsgrundlage geschaffen werden soll, dann wird auch keine geschaffen - dies besonders dann nicht, wenn es schon eine gibt (COLREGs) und niemand erfolgreich Verbesserungen (zB für teilweise schnellere Segelfahrzeuge in Bezug auf Segelfahrzeuge untereinander) erreicht hat.


    International akkordierte Regeltexte hätte eine Chance mit der Zeit und Anerkennung Verkehrsnorm für gewisse Wassersportarten zu werden. Dafür müssten sie zunächst was Eigenständiges und Besseres schaffen (wollen).

    Wo es eine funktionierende Windmessung samt Historie gibt, erübrigt sich das. Vor allem braucht man noch weniger zuhören.


    Wichtiger ist, sich die gesamte Wasseroberfläche in Luv anzuschauen und die Wolken rundherum, denn vor ich auf's Wasser geh interessiert mich der künftige Wind weit weit mehr, als der der für irgendwen mal war.


    Wenn ich an einem unbekannten Spot wirklich einmal was wissen will, stell ich ausgewählten Personen gezielte Fragen. Auch das hilf gegen das hier beschriebene Phänomen genauso wie sehr schnell aufzubauen.


    Bin ich bei böigen Verhälntnissen unsicher - hilft es dieOptionen einzuschränken und zuerst den Neproen anzuziehen und sich einzucremen etc. Oft sieht man schon danach klarer.

    Weil jemand die Macht hat, was zu tun, muss es nicht richtig sein.


    Was man als falsch erkennt, gehört verbessert. Ob man es schafft, ist eine andere Frage.


    Auf welcher Basis die KVR/COLREGs in Deutschland gelten und wo diese Geltung eingeschränkt wird, darf jeder selbst nachlesen (im deutschen BundesGESETZblatt veröffentlichtes Völkerrecht).


    Dürfte also in GER genauso wie ein Gesetz wirken, nur dass die Abänderungsmöglichkeiten eingeschränkt sind!


    Und nein, es sind nicht nur Regeln von Sporttreibenden, die über irgendeinen Verband kamen.


    bernie b

    Von welchem § 1 sprichst Du?

    Von welchem Verband sprichst Du? (BTW: Der VDWS gibt die KVR verkürzt und vereinfacht wieder und bezieht sich direkt darauf.)


    Das schrieb 2021 der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags:


    Die International Regulations for Preventing Collisions at Sea (COLREG) sind ein völkerrechtlicher

    Vertrag, der 1972 von den Mitgliedern der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (International

    Maritime Organization, IMO) unterzeichnet wurde. Gem. Art. IX COLREG sind die

    englische und französische Originalfassungen in gleicher Weise authentisch.

    Deutschland hat als Mitglied der IMO die COLREG bereits 1977 ratifiziert. Sie wurden als Anlage

    1 zur Verordnung zu den Internationalen Regeln von 1972 zur Verhütung von Zusammenstößen

    auf See in der amtlichen deutschen Übersetzung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die in

    Deutschland gebräuchliche Bezeichnung für das Regelwerk ist Kollisionsverhütungsregeln

    (KVR).

    ... (es ging um die Richtigkeit einer Übersetzung aus dem Englischen)

    Da es keine inhaltlichen Diskrepanzen zwischen Rule 35 (d) COLREG und Regel 35 d) KVR gibt,

    kommt es auf die Kollisionsregel aus Art. 33 Abs. 2 des Wiener Übereinkommens für das Recht

    der Verträge (WVRK) im vorliegenden Fall nicht an.



    Die obige Behauptung, dass mit den dort zitierten drei Regeln alles klar sei und diese "Gesetzestext" seien konnte weder begründet, noch nachgewiesen oder belegt werden.



    Im Wettkampfregattasport gelten Regeln zwischen TeilnehmerInnen untereinander - auf vertraglicher und sportverbandsrechtlicher Grundlage. Im Training auch - wenn man sie schlüssig vereinbart.


    Ob es daneben Verkehrsnormen für gewisse windgetriebene Wassersportler gibt, ist eine spannende Frage. Jedenfalls werde sie aber das nicht regeln (können), was eh schon geregelt ist.


    BTW: Ich will weniger und daür bessere, sachgerechtere, durchdachtere Gesetze. Bezogen auf das aktuelle Thema: In vielen Fällen die KVR reichen.


    Nachdem ich beruflich Wassersportunfälle rechtlich bearbeite und als Wassersportler intensive jahrzehntelange Erfahrung habe, traue ich mich, eine Meinung zu gewissen Bereichen zu haben und erlaube mir Argumente und (behauptete) Rechtsquellen zu suchen und zu hinterfragen ... und zum Wohle der Windsurfer etc Verbesserungsvorschläge zu machen.

    Warum nimmt Deutschland in allen (und nicht nur bestimmten) 3 Seemeilen Küstenstreifen den Windsurfern etc den internationalen Schutz , den sie als Segelfahrzeuge und neben kenternden Jollen/Katamaraen ohne Wind am leichtesten manövrierunfähig werdende Windsurfer, haben weg?


    Warum?


    Auch eine Segelyacht ist in Flaute manövrierunfähig. Sie hat aber oftmals immerhin die Chance (nicht die Pflicht!), rechtzeitig den Motor anzuwerfen (um mit gewisser Geschwindigkeit und Sichtbarkeit ein potentielle Kollisonsstelle zB rechtwinklig zur Annäherungsrichtung des schnellen Motorbootes sich zu entfernen), der Windsurfer hingegen nicht. Sie wird auch eher gesehen/wahrgenommen.

    Overruled deshalb, weil die ansonsten geltenden KVR im Anwendungsbereich der SeeSchStrO in Teilbereichen per lex specialis abgeändert wird.


    Thema sind doch die 3 Seemeilen an der Küste, Schifffahrtsstraßen im engeren Sinn sind eine besondere Situation.


    Nein, ich schildere hier nur einmal in Auszügen und Teilgesichtspunkten den Pelzerhakenfall (nachdem ein zwei andere User nach über 100 Posts mit dem Fall dahergekommen sind) - danach schreibe ich ganz abstrakt für Gegenwart und Zukunft. Auch andere können mit über 35 kn fahren und auch diese Geschwindigkeit ist nur ein Beispiel.


    Im Pelzerhakenfall kamen nämlich ganz andere, den Ausgang mitentscheindende Sachverhaltselemente (Sichtverhältnisse, Ausguck etc) hinzu. Mir geht es jetzt um Windsurfer und die Erkennbarkeit, wo man von viel schnelleren Motoryachten passiert wird, und um die Manövrierunfähigkeit.


    Bloß nicht gleitend ist auch etwas anderes, als sich bei Fastflaute noch irgendwie gerade noch auf einem Sinker haltend - nur Letzterer ist für mich manövrierunfähig.


    Klar sind Sportboote nicht zwingend Motorfahrzeuge, hatte ich nicht auch nicht geschrieben. Ich schrieb - hier im Windsurfforum - zweitens nur über manövrierunfähgie Windsurfer, nicht Sportboote.


    Interesssant wäre, auf die immer wieder mal vorkommende Situation, die ich beschreibe, einzugehen und Lösungen zu suchen.


    Mit der kritisierten Regelung, muss eine Motoryacht entweder sehr frühzeitig einen umfahrenden Kurs wählen, oder aber die für ihn schwiereige Wahrnehmung treffen, ob Windsurfer manövrierunfähig oder nicht. Und der Windsurfer muss sich fragen, als was er erkannt wurde.


    Die KVR sehen eine sachgerechte "Bevorzugung "für Segelfahrzeuge und Manövrierunfähige vor, für erstere weil windangetrieben.

    Solange der Motor geht, die Ruderanlage funktioniert und ausreichend Tiefe vorhanden ist, sind alle typischen Motorfahrzeuge manövrierfähig.


    Angenommen Du dümpelst. Motoryacht fährt mit über 36 kn auf Dich zu - theoretisch bist Du ausweichpflichtig, aber hast bis kurz vor der Kollision keine brauchbare Wahrnehmung auf welcher Seite das Motorboot Dich passieren will/wird/und ob es Dich überhaupt gesehen hat.


    Was machst Du? Wende, Halse, weiterfahren? Nicht ins Wasser fallen um sichtbar zu bleiben? Der Ausweichpflichtige sollte eine Chance haben zu erkennen, wohin er fahren soll.


    Fährt er weiter hat ein Windsurfer die höchsten Überlebenschancen, wenn er Kurs halten dürfte und sichtbar und berechenbar bleibt.


    Also wenn KVR hier nicht von SeeSchStrO overruled würden bzw wenn der mit über 36 kn viel schneller fahrende Motorbootfahrer die Manövrierunfähigkeit erkennen hätte können und beachtet hätte.

    BTW: oben sollte es bei mir im letzten Satz richtig heißen "von denen"


    Michlsurf

    Nein, ganz richtig!


    Die Manovrierfähigkeit(sunterschiede) sind ein ganz, ganz grundlegender und wesentlicher Gesichtspunkt, der oft übersehen wird.


    Statt dessen gibt es dieses Schubladendenken, dass die SeeSchStrO etc leider unabsichtlich fördern - Motorboot versus ausweichpflichtiger Windsurfer (dessen gravierend unterschiedliche Fahrzustände zudem ausgeblendet werden).


    Ja, Windsurfer haben vergleichbar kurze Bremswege, und sind in kontrollierbarer Gleitfahrt sehr wendig, jedoch auch stets vom Wind (Geschwindigkeit, Richtung, Böigkeit) und ungestörtem System abhängig. Rigg im Wasser stört das System extrem.

    Ja, unsachliche Bevorzugung von Fun-Motoryachten im Bereich der SeeSchStrO gegenüber KVR.


    Im Kopf bleibt dannn die Ausweichpflicht und die Manövrierunfähigkeit dümpelnder Windsurfer wird ausgeblendet. Erkenne mal bei einem auf Dich mit über 36 kn frontal zurasenden Motorboot, das nicht immer genau Kurs hält, weil es den Kollisionskurs gar nicht wahrnimmt, wo es Dich passieren wird.


    Verschätzt Du Dich leicht heißt es noch, Du hättest einen Haken geschlagen (Wende, Halse oder große Kursänderung sofern überhaupt möglich).


    Viel Zeit für eine Reaktion bleibt auch nicht, da der andere in Relation so schnell und wendig ist.


    Ein Windsurfer kann ganz unterschiedliche Fahrzustände haben, von den gewisse einer Manövrierunfähigkeit sehr, sehr nahe kommen oder eine darstellen - vor allem gegenüber schnellen Motoryachten.

    Nein, jemand griff direkt eine Moderatorenentscheidung mit einem wirklich haltlosen Widerspruch an. Das Fahrradbeispiel passte auch aus mehreren Gründen nicht.


    Zum Thema: Hat jemand schon mal die Gabelbaumhöhe allein deshalb umgestellt, weil es so den Wasserstart bei zuwenig Wind erleichtert? Falls ja, wie?

    Zum Thema Startschot-Weglassvorteile gibt es einen eigenen, gesonderten Thread der hier in Post #14 schon verlinkt wurde.


    Es geht bei weitem nicht nur um Aerodynamik, sondern auch um Handling, Hängenbleiben, Abdrücke im Deck, ein Teil weniger ...


    Ein Trade-Off ist, wie Rüdi richtig schreibt, dass das Startschothalten mit der vorderen Hand während der Fahrt ohne Startschot nicht geht.


    Ad Aerodynamik: Schaut mal wie dünn die RS:X Startschoten wurden? Sicher nicht weil sie sich so dünn soooo fein angreifen.


    Siehe auch: RE: Startschot im Racebereich

    und


    Kopf und Psychologie machen auch einen Teil aus - richtig Hifly666 . Bequemlichkeit und Gewohnheit auch. Vereinfachung auch. Gewicht auch.


    Die Startschot kann auch nicht mehr ausreißen, wenn es keine gibt. Ist mir schon bei einer Flautenregatta passiert, als ich eine verwendete. Da lag ich unverhofft im Wasser.


    Nun bitte BTT. ---> Fahr-/Starttechnik

    C - GER

    Bruno Martini und seine Kollegen machen sicher NICHT deshalb einen Mast-Start, weil sie nicht wasserstarten können! Ich auch nicht,


    So müssen sie zB bei Ora im Luvstau vor dem CST nicht auf eine Böe warten und sind maststartend schneller weg, als der typische Windsurfer die Startschot überhaupt ergriffen hat.


    Wenn Bruno Martini das nächste mal mastartet, dann geh doch schnell hin und erkläre ihm den Wasserstart. :S

    Es ist doch keine Frage des Könnens bzw Lernens.


    Kann man bei jedem noch so schwachen Wind ein zB 7.7 oder 8.4 Slalomsegel, das selbst als dabei optimal angeströmtes Rigg nicht mal das Eigengewicht trägt, wasserstarten im Sinn eines typischen Wasserstarts?


    Kannst Du das @c-ger?

    Falls ja, warum hast Du dann überhaupt eine Startschot mit?



    BTW für neue Leser: Das Ausgangsthema war: Mast-Start - Rigg aufziehen ohne Startschot