Anluven beim Springen vermeiden

  • Grüß euch,


    gestern war ich am Chiemsee bei 6-7bf und Wellen zwischen 0.5 und 1m unterwegs. Angesagt waren eigentlich nur 20-25kt am Abend.

    Wie üblich hatte ich das kleine Segel und das kleine Brett wieder mal zu Hause gelassen und war nun mit meinem 131er Futura mit 6.3er Vector deutlich über meiner Wohlfühlgrenze unterwegs.

    Andere Surfer hatten meist Wave Zeugs mit unter 100l und um die 4.3m².


    Zwei Dinge sind mir sehr unangenehm aufgefallen:

    - Beim über powerten (bei nahe unfreiwilligen) springen über die Wellen luve ich stark an und lande nachher praktisch im Stall mit der Nase viel zu dicht am Wind.

    => muss ich da nur das hintere Bein anziehen, oder wie bring ich die Fuhre dabei unter Kontrolle?


    - Das Vector 6.3 scheint sich sehr viel stärker am Wasser fest zu saugen, als mein e-Type. Um es wieder zum fliegen zu bekommen muss ich wirklich ganz raus zum Top schwimmen und die Ausrichtung zum Wind muss viel besser passen, um nach dem Luv Zug unter Kontrolle zu bleiben. Danach ist mir beim Aufsteigen das Segel sehr viel öfters nach vorne abgehaut, sodass der Mast wieder ins Wasser eingeschlagen hat, ich konnte das Vector einfach selten so lange beherrschen, bis ich in echter stabiler Fahrposition war, es beschleunigte sich einfach selbst nach vorne.

    => Liegt das am Profil oder war es die Kombination aus Welle und zu starkem Wind?


    Ich muss in Zukunft zum Chiemsee auch das kleine Besteck mitnehmen...

  • Ich kenne deine Probleme zu gut (als einer der auch am Chiemsee surft). Oft hat man das kleine Zeug zuhause gelassen weil es ja nicht so stark angesagt war.

    Bei der steilen und kurz aufeinanderfolgenden "Chiemsee"-Welle ist es deutlich schwieriger als z.B. am Meer ein Cambersegel wieder frei zu bekommen. Je mehr Wind, desto mehr Welle und desto mehr Kampf.


    Dein Sprung-Problem liegt mMn daran, dass du überpowert unterwegs warst und zu hart am Wind warst. Probier beim nächsten Mal (mit passendem Material), in der Luft etwas abzufallen. Das kostet sehr viel Mut wenn man zu viel Druck im Segel hat. Wenn du keine 120kg wiegst war nicht nur dein Segel zu groß gestern, sondern auch dein Brett.


    EDIT:

    Dass es dich beim Wasserstart gleich vorne drüber gezogen hat liegt am Cambersegel. Da kannst du nicht so leicht Druck rausnehmen durch auffieren, weil das Profil einfach steht, egal ob Segel offen oder dicht.

  • Ich muss in Zukunft zum Chiemsee auch das kleine Besteck mitnehmen...

    Das ist es. Ich war gestern auch draußen, Segel 5,7 qm Severne Blade, auch das war in den Böen viel zu

    groß, bei meinen > 90 kg. Ich denke, das war dann einfach das falsche Material, da ist ein Sprung dann nicht

    mehr normal zu beherrschen, so wie du es gewöhnt ist.


    Ich hatte sogar noch ein 5,3 dabei, war dann aber zu faul zum umriggen. Lieber hab ich die schlimmsten

    Böen dann einfach abgewartet.

  • Na dann hab ich ja am Freitag wieder eine Chance zum üben. Wind sollte ja passen.

  • So richtig Springen meinst du nicht, sondern ehr über den Kabbel hopsen?

    Vielleicht bist du insgesamt etwas zu steif unterwegs. Den Kabbel musst du aktiv abfedern. Bringe dazu deinen Körperschwerpunkt mehr nach außen und lass das Board frei "arbeiten". Wichtig ist, dass die Luvkante keinen Druck bekommt sondern ehr etwas angelupft wird. Dann luvt auch das Board nicht an.

  • Den Kabbel musst du aktiv abfedern. Bringe dazu deinen Körperschwerpunkt mehr nach außen und lass das Board frei "arbeiten".

    Am Chiemsee, vor allem in Chieming, kann man finde ich nicht von "normalem" Kabbel reden. Dagegen ist der Kabbel am Gardasee einfach zu fahren.

    Ich würde es eher als eine sehr steile Windwelle bezeichnen, die durch den Seeboden oder Winddreher nicht überall richtig zur Windrichtung passt.

    Wenn da so ein Wind ist wie gestern muss man Profi sein, um da das Brett überpowert fliegen lassen zu können ohne mit dem A* bei jeder zweiten Welle aufzuschlagen.

  • Das kommt mir alles sehr bekannt vor, Binnensee, steile Windwelle mit kurzer Frequenz, nicht unbedingt der Windrichtung folgend. Kabbel ist da auch für mich was anderes. Wenn das nächste Mal solche Bedingungen anstehen, werde ich versuchen mich eher an den Wellen als am Wind auszurichten, also auf dem einen Bug eher mehr Höhe ziehen, und auf dem anderen dann eher raum fahren.

  • Hi David,

    zum springen definitiv hinteren fuss anziehen. Das bringt das Brett automatisch mehr auf downwind-Kurs, hilft auch, dass der Wind unter das Brett faehrt und man weiter springt, und dann beim landen eher downwind landet und spinouts vermeidet.


    Wegen Wasserstart: wenn meine 3-cam Segel (SV Overdrive) so richtig im Wasser liegen und evtl. die Masttasche voll Wasser ist, muss ich auch erst per Hand die Camber so umschlagen, dass der Segelbauch Richtung oben zeigt. Dann saugt sich nichts mehr fest, sondern der Wind kann unter's Segel fahren.

    Vor allem bei meinen grossen Segeln (7.8 und 8.6) habe ich sonst kaum eine Chance. Nicht, dass es nicht gehen wuerde, aber die 5 sekunden um die camber manuell umzuschlagen sind fuer mich kraftsparender als eine Minute laenger im Wasser rumzueiern.


    lg

    mariachi76

  • Den Kabbel musst du aktiv abfedern. Bringe dazu deinen Körperschwerpunkt mehr nach außen und lass das Board frei "arbeiten".

    Am Chiemsee, vor allem in Chieming, kann man finde ich nicht von "normalem" Kabbel reden. Dagegen ist der Kabbel am Gardasee einfach zu fahren.

    Ich würde es eher als eine sehr steile Windwelle bezeichnen, die durch den Seeboden oder Winddreher nicht überall richtig zur Windrichtung passt.

    Wenn da so ein Wind ist wie gestern muss man Profi sein, um da das Brett überpowert fliegen lassen zu können ohne mit dem A* bei jeder zweiten Welle aufzuschlagen.

    Ja es war wiedermal Chieming. Und ja bei vergleichbarem Wind habe ich am Attersee, Wallersee oder Mondsee erheblich weniger Probleme. Welche Spots am Chiemsee sind denn bei West ähnlich Windsicher und weniger Wellenbelastet? Danke für die Tipps.

  • In Feldwies ist es von den Wellen her besser als in Chieming.

    Allerdings kommt da der Wind schlechter rein finde ich.

  • Springen mit Slalommaterial wird gerae wieder modern ... und so wird es fachgerecht ausgeführt:

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    ;-)

  • Na dann hab ich ja am Freitag wieder eine Chance zum üben. Wind sollte ja passen.

    Gestern mit dem 109er und 5.4er E-type war es in Chieming dann tatsächlich erheblich besser. Dennoch ist der Wasserstart in der steilen Welle nicht ohne. Vor allem weil das Segel sich praktisch nur in Mast Richtung drehen lässt, wenn es auf dem Wasser liegt. Ich hab gestern oft das Rig 270 Grad rotiert, weil das besser ging als 90 Grad gegen die Welle und in Schothorn- Richtung. Ist das normal oder gibt es da einen Trick? (Hab den Wasserstart erst im vergangenen Herbst unter Laborbedingungen in Alacati gelernt).

  • Du willst das Segel mit Schothorn Richtung Wind und Welle ziehen oder drücken? Wenn ich das richtig verstehe, kann man in der Situation auch das Schothorn anheben und das Segel vom Wind umschlagen lassen.

  • Genau, ich wollte das auf dem Wasser liegende Segel wieder in Wasserstart- Position drehen, wobei das Schothorn ein wenig zum Wind zeigte und somit der Wind von hinten ins Achterliek wehte. Es war kaum möglich gegen die Welle das Segel mit dem Schothorn voraus auch nur wenige Grad gegen den Wind zu drehen. Ich musste dann immer den Mast eine dreiviertel Umdrehung herum in Richtung Mast bewegen, um wieder in die gewünschte Position zu kommen.


    Ja Segel umschlagen würde wohl gehen (halt zwei mal um dann wieder richtig zu liegen), doch ist mir dabei mehrmals der Mast abgesoffen, was die Sache nicht verbessert hat. Deswegen hab ich das dann gelassen.


    Am schönsten wäre in dieser Situation wohl der Schothorn voraus Wasserstart, so weit bin ich aber noch nicht.

  • Am schönsten wäre in dieser Situation wohl der Schothorn voraus Wasserstart, so weit bin ich aber noch nicht.

    Kannst du am Chiemsee komplett vergessen, würde behaupten dass es sonst auch schwer ist das Segel raus zu bekommen wenn es einmal komplett drin liegt, wenn es nicht ein ganz kleines ist.

    Wenn mir ne Halse vor dem Shiften misslingt und ich mit Segel Schothorn voraus reinfalle mache ich Wasserstart Schothorn voraus, aber nur, wenn ich es schaffe dass das Segel nicht ganz ins Wasser fällt.

    Eher geht ein Wasserstart Schothorn voraus, wenn das Segel so liegt, dass ein Start in die andere Richtung möglich wäre, das Brett aber in die "richtige" Richtung zeigt. Dann bringst du das Segel zum Fliegen, schwimmst zum Heck von deinem Brett und steigst Clew First auf. Deutlich leichter ist es, entweder das Brett zu drehen und in die andere Richtung zu starten oder das Segel zu shiften sobald es fliegt und dann einen normalen Wasserstart zu machen.

  • Ich hab gestern oft das Rig 270 Grad rotiert, weil das besser ging als 90 Grad gegen die Welle und in Schothorn- Richtung. Ist das normal oder gibt es da einen Trick?

    Ja, das ist normal. Das Board entsprechend herumzuschieben beschleunigt das ganze ungemein, anstatt nur das Segel herum zu schwimmen. Mit der richtigen Technik geht das schneller, als man denkt (siehe Video).

    Wenn ich das richtig verstehe, kann man in der Situation auch das Schothorn anheben und das Segel vom Wind umschlagen lassen.

    Ich mache das schon lange garnicht mehr und würde ich auch keinem empfehlen. Das Segel säuft dann (bei mir zumindest) total ab, das kostet dann viel Zeit und auch mehr Kraft, das Segel wieder frei zu kriegen. Je größer das Segel, desto schlimmer wirds.


    Das Video finde ich sehr hilfreich für den schnellen Wasserstart. In ein paar Sekunden ist der wieder auf dem Board :D

    https://www.youtube.com/watch?v=MBoLdvnArzY

    Am schönsten wäre in dieser Situation wohl der Schothorn voraus Wasserstart, so weit bin ich aber noch nicht.

    Schothorn voraus starten funktioniert nur gut, wenn du das Segel eh schon frei hast. Also in deiner beschriebenen Stellung das Segel Schothorn voraus hochdrücken, um es direkt frei zu bekommen, funktioniert nicht (oder hab ich noch nie gesehen/gemacht, müsste man vielleicht mal austesten :D). Da müsste man ja unters Segel schwimmen, an den Gabelbaum greifen und dann das Schothorn hochpressen, das klingt nicht kraftsparend oder effektiv und man ist komplett Unterwasser.

  • In Feldwies ist es von den Wellen her besser als in Chieming.

    Allerdings kommt da der Wind schlechter rein finde ich.

    Ja genau so war es jetzt am Samstag. Feldwies hatte vergleichsweise keine Welle, aber auch zu wenig Wind. Letztlich musste ich einige Kilometer raus aufs offene Wasser Richtung Herreninsel dümpeln, bis der Segeldruck reichte. Ja da draußen war es auch besser von der Welle her, als nahe Chieming, doch werde ich Feldwies nicht mehr ansteuern. Dann doch lieber die Welle und dafür halt ein kleineres Brett in Chieming.