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  3. Claudio

Beiträge von Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 16. Oktober 2026 um 20:10
    Zitat von dominik49

    Vielleicht findest Du es "sinnvoll" und/oder "zielführend" Teile der Seite 42 Deines hier beworbenen Lehrbuches bei Gelegenheit zu überarbeiten. Da wird Einiges diesbezüglich (nämlich bezüglich "schralen" vs raumen) mehrfach komplett verwechselt bzw falsch herum bezeichnet/beschrieben.

    Nur so als gutgemeinter kleiner Hinweis für eine fortschrittliche Neuauflage, die Du ja anvisierst.


    Moin Dominik,

    auf Seite 42 der ersten Auflage habe ich zwei Fehler gemacht, indem ich ein Mal fälschlicherweise "schralender Wind" anstatt "raumender Wind" und dann im nächsten Absatz etwas weiter unten "schralender Wind" anstatt "drehender Wind" geschrieben habe. Das ist natürlich ärgerlich, auch wenn bekannt ist, dass jeder Fehler macht, wenn er arbeitet... :(

    Auf diese beiden Fehler und noch einige andere im Lehrbuch, hat mich vor nun fast sieben Jahren ein sehr netter und engagierter Windsurflehrer aufmerksam gemacht, der mein Lehrbuch mit akribischer Sorgfalt, praktisch im Sinne eines Korrektorats gelesen und mir dann seine Ergebnisse - völlig uneigennützig (!) - in Form von Verbesserungsvorschlägen per EMail zugesandt hat. Ich bin ihm dafür, das kann sich jeder denken, sehr dankbar!

    Oben genannte wie auch weitere Fehler wurden zur zweiten Auflage korrigiert, weitere kleinere Verbesserungen sind eingeflossen. Die zweite Auflage ging dann im Herbst 2021 in Druck.

    Wenn es um Fehler geht, die ich mache, ist es natürlich sinnvoll, mich darauf aufmerksam zu machen. Also, vielen Dank dir, auch wenn sich das schon erledigt hatte.

    Herzliches Aloha

    Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 16. Oktober 2026 um 19:48
    Zitat von Hifly666

    Claudio, da dein Buch ja mmomentan ausverkauft ist, kannst du da etwas mehr erklären, oder ist das so hier nicht möglich.

    Moin HiFly,

    ich vermute, du zielst auf den Begriff "Speedhalse". Ich benutze ja bisweilen in völliger Unschuld vom Lande (:), ist ja auch lustig, die Situation) Begriffe, die sich - das entnehme ich dann den Reaktionen hier im Forum - als gar nicht so "geläufig" erweisen wie ich in meiner Naivität annahm. Und dann denke ich, o.k.... kurz erklärt, alles gut... Und je länger ich dann darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass das mit "kurz erklärt" eben nicht so einfach ist. Das hat nämlich plötzlich einen ziemlichen Rattenschwanz, wenn man präzise sein will... Was mir tatsächlich schwer fällt und sicher auch im Weg steht ist, das muss ich einräumen - "Halbgares" von mir zu geben.

    Da Bilder mehr sagen als tausend Worte, bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich diesbezüglich besser ein Video veröffentlichen sollte. Das dauert, aber, so viel Zeit muss eben sein.

    Ich denke, das könnte dann auch ein recht motivierender Impuls für viele junge Fahrer in Sachen Erlernen des Speedhalse sein und ordnet ein wenig die Sachverhalte und dazugehörigen Begrifflichkeiten in Sachen "Halse", zumindest aus meiner Perspektive betrachtet... ;)

    Herzliches Aloha

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 11. Oktober 2026 um 19:05

    Moin Dominik,

    ich versuchs nochmal auf hoffentlich nachvollziehbarere Weise:

    Wenn es um den kritischen Blick auf einen Inhalt geht, was ich grundsätzlich ja befürworte (!), ist es klug, sich zu allererst die Frage zu stellen, was der Autor denn mit dem Text bezwecken möchte? So ist es vielleicht nicht unbedingt ratsam, z.B. einen Liebesbrief mit einem kritischen Fokus auf die Rechtschreibung verstehen oder bewerten zu wollen.

    1. Das von dir aufgerufene Zitat stammt nicht aus meinem Lehrbuch, sondern aus einem meiner Blogbeiträge (Link).

    Etwas Text plus mehrerer Grafiken, auf denen der drehende Wind dargestellt ist, um den es da in Bezug auf Riggbewegungen und daraus resultierende Segelgrößen geht. Wie du in diesen Zusammenhängen aufgrund meiner Beschreibung des Winddrehers auf „in Luv liegende Windfelder“ kommst, bleibt ein Rätsel? Der Sachverhalt dürfte klar zu verstehen sein, das ist sichergestellt und das ist da das Wesentliche. Um Regattataktik geht es da schlicht nicht!

    2. Der Blogbeitrag zielt offenkundig vielmehr darauf, das ist im weiteren Verlauf des Textes unschwer erkennbar, Windsurflehrer (oder auch in der Materie engagierte Laien) für die Inhalte meines Lehrbuchs zu interessieren.

    Zitat von dominik49

    Wenn ein Windsurflehrer schralen und raumen nicht selbst lernen/verstehen mag, hat er mMn den Job verfehlt. Ich spüre eine untaugliche Ausrede für unpräzises Denken, keine "Stilfrage".

    3. Unter den Lesern meiner Blog- und Videobeiträge sind, das weiß ich, einerseits gestandene Windsurflehrer, die sich vielleicht fortbilden möchten und denen die von dir vorgeschlagenen Begriffe geläufig wären. Aber, ich habe da auch andererseits den sehr jungen Windsurfer vor Augen, dem vielleicht in seinem Windsurfclub grad die Anleitung der Anfänger oder leicht Fortgeschrittenen anvertraut wurde. Jenen, der kürzlich den ersten Windsurflehrerschein eines Windsurfschulverbands absolviert hat oder den jungen Zweitsemester-Sportstudenten, der selbst Windsurfer ist und sich für die Lehre dieser Sportart interessiert, vielleicht im Rahmen des studentischen Hochschulsport-Angebots?

    Für diese Adressaten lohnt es – im übertragenen Sinn – vom hohen Ross zu steigen und ihnen ein niedrigschwelliges Angebot zu machen, das gut verständlich und anschaulich erklärt ist! Denn diese Menschen werden in der überwiegenden Zahl eben keine Segler sein und die von dir vorgeschlagenen Begriffe nicht verstehen!

    Ist ne alte Lehrerbinse, übrigens: „Du musst die Leute da abholen, wo sie stehen… !“

    Oder mit anderen Worten: Du kannst dir ja für deinen Teil die Windsurfer, die du ansprichst, in deiner Vorstellung so backen wie du magst. Das entspricht nur leider nicht der Realität, sodass du als Lehrender damit letztendlich Schiffbruch erleiden wirst.

    4. Mich verständlich zu machen ist mir auch in meinem Lehrbuch ein – gut erkennbar – großes Anliegen. Die dort zusammengetragenen Inhalte sind – zugegeben – in ihren inneren Zusammenhängen sicher komplex. Mir wird das oft genug rückgemeldet und ich kann es nicht ändern. Das liegt nicht zuletzt auch daran, weil viele der dort von mir erklärten Sachverhalte in der „Windsurfwelt“ landläufig nicht (noch nicht) bekannt sind, weil ich sie selbst erst analytisch erschlossen habe. Aber auch an der recht spezifischen Thematik, der Titel lautet nicht umsonst „Lehrbuch zur Bewegungslehre“.

    Allerdings wird jeder neue Sachverhalt und auch jeder einzelne, neu eingeführte Fachbegriff anschaulich und präzise im Lehrbuch erklärt, ehe er dann auf den folgenden Seiten regelmäßige Verwendung findet.

    Zitat von dominik49

    Dazu gehören raumen und schralen weil nur sie richtig und sinnvoll sind und nicht unnötige Neuerfindungen (siehe dazu unten).

    5. Da überschätzt du meine Schaffenskraft: „Vorwärts“, „rückwärts“, „seitwärts“, „luvwärts“. Von „drehenden Winden“ wurde sicher schon vor vielen tausend Jahren gesprochen. Ich werde deinem Impuls aber insofern nachgehen, als ich dem betreffenden Satz im Blogartikel die passenden Fachsprache, entsprechend gekennzeichnet und in Klammern gesetzt hinzufügen werde. Auch der Begriff „Speedhalse“ übrigens ist ein Begriff, der ursprünglich ebenso wenig von mir in die "Windsurfwelt" gesetzt wurde wie der Begriff „Shortboard“! Das Konzept (Begriffspaar) „Longboard – Shortboard“ hat D. Damith im Rahmen seiner Mitarbeit beim Bundeslehrteam des VDWS in Form eines unveröffentlichten Manuskripts für den Gebrauch in der Windsurfwelt vorgeschlagen (beim Surfen sind die Begriffe ja anders zu verstehen). Auch das findest du in den Quellenangaben meines Lehrbuchs. Der Vorschlag hat mich damals überzeugt und so habe ich diese Begriffe in meine „Gedankenwelt“ übernommen (Longboard steht für Boards mit Schwert, Shortboard bedeutet entsprechend: Boards ohne Schwert).


    Abschließend:

    Ich hatte ja andernorts hier im Forum schon angedeutet, dass für mich immer schon maßgebend war und nach wie vor ist, mich in meiner Lebenszeit mit mir (!) sinnvoll erscheinenden Dingen zu befassen. Und ich bin gern bereit, hier und da im Forum mal zu bestimmten Sachverhalten bezüglich Fahrtechnik o.ä. meinen Senf dazuzugeben.

    Aber das hier hochgejazzte Thema zu dir am Herzen liegenden Begriffen aus der Segelei oder aus sonstigen Quellen ist – meine Meinung – nun für mich abgeschlossen, weil inhaltlich definitiv nicht zielführend.

    Herzliches Aloha

    Claudio

  • 76er Freerace mit Weedfinne halsen

    • Claudio
    • 4. Oktober 2026 um 17:48
    Zitat von blinki-bill

    Wie schon die anderen bin ich auch der Meinung, dass es nicht an der Weedfinne liegt. Klar brauchen die etwas mehr Dampf weil einfach etwas weniger Lift ansteht, aber deshalb fährt das Board nicht nur geradeaus.

    Für den 76er Freeracer würde ich -je nach Wasserstand- ne Finne zwischen 31 und 34 cm einsetzen. Selber habe ich aktuell Maui Ultra Fins, Tribal Weedspeed und die auch Hurricane Weed3. Wobei die Hurricane und Tribal schon viel besser fahren wie die MUF. M.E. fast wie ne normale. Also kira : An der Finne liegt es nicht, üben ist die Devise:
    Gehe mit viel Speed aus raumen Kurs in die Halse,
    Greife breit,
    Winkel die Beine an und gehe in Vorlage, das Gewicht muss auf den Mastfuß. Je kabbeliger die Piste desto mehr musst du runter.
    Halte das Segel sehr lange sehr dicht,
    am Besten legst du das Unterliek an dein Schienbein an,
    Dabei drehst du deinen Oberkörper in Kurvenrichtung, beide Arme sind im rechten Winkel angewinkelt, es hilft wenn du kurz übers Schothorn nach hinten blickst, denn das verstärkt den Drehimpuls.
    Erst kurz über den Vorwindkurs hinaus machst du einen Schritt weit nach vorn kurz hinter den Mastfuß und drehst dabei das Segel auf mit dem Schothorn voraus, immer noch mit angewinkelten Armen.
    Das sollte relativ kurz sein, du shiftest dann das Segel auf die andere Seite, dabei greifst du mit der neuen Masthand unter dem Arm der alten Masthand durch an die Gabelseite des neuen Kurses.
    Und siehe da: Du bist immer noch im gleiten und freust dich über das gelungene Manöver 😀

    Hört sich doch gut an, oder?
    Sollte ich auch mal so versuchen 🙃

    Alles anzeigen

    Moin,

    irgendwann mitten im Text dachte ich noch, er meint das sicher nett, aber das kann so sicher nicht funktionieren... und dann kam am Ende die Auflösung... :D

    Aloha

    Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 4. Oktober 2026 um 17:39
    Zitat von dominik49

    Claudio und Updates/Zugang

    Moin Dominik,

    der Reihe nach.

    Zitat von dominik49

    Du arbeitest aus meiner/unserer Sicht sehr viel mit Deiner tw ganz eigenen Begriffs-/Definitionswelt (tw suboptimal "luvwärtiger Winddreher" statt raumender Winddreher) -

    Da möchte ich gern trennen; was hier vermischt ist: „Was du als „suboptimal“ bezeichnest, ist eine Stilfrage, mehr nicht. Denn „luvwärtiger Winddreher“ anstatt „raumender Winddreher“ ist in jenen Zusammenhängen semantisch gleich.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass zwar jedem Windsurflehrer geläufig ist, was „Luv“ bedeutet, aber – im Unterschied zu Seglern – das Begriffspaar „schralen / raumen“ nicht. Mein Vater, der mir das Segeln beigebracht hat, würde sich wahrscheinlich ähnlich daran stören wie du… :)

    Das ist aber Nebensache, denn das sind ja nicht DIE Begrifflichkeiten, auf die du mit deiner diesem Zitat vorangehenden Anmerkung zielst mit „Begriffs/Denkwelt“. Du meinst ja eher sowas wie: „Riggfigur“, "Gleitlage", „dezentrierte Kurvengleitlage“, „Hochentlastung“, „vorwärts rotierende Flugriggsteuerung“, „Flugkörpersteuerung“ usw.. Ich sehe das mittlerweile mit Humor und muss da lachen, weil sich da schon eine ziemliche Fülle an neuen Begriffen angesammelt hat… da wird mir mit etwas Distanz betrachtet erst klar, wie sehr das Dritte überrollen dürfte… :S


    Um die Ursachen transparent zu machen, muss ich etwas ausholen: Die erste Auflage des Lehrbuchs, die Erkenntnisse, die dessen Inhalten zugrunde liegen, spiegeln praktisch meine Windsurflehrer-Praxis und die damit verbundene Forschung über den Zeitraum von ca. 35 Jahren wider. Mitte der 1980er Jahre hatte ich die Idee, Windsurfunterricht auch im Fortgeschrittenen- und im Shortboardbereich anzubieten, es gab aber keine Unterrichtskonzepte! Was da hier und da von Seiten einschlägig bekannter Schulungsverbände, vermeintlichen „Experten“ und ihren Publikationen, von Universitäten u.ä. veröffentlicht oder auch praktiziert wurde, war aus meiner Sicht zum Verzweifeln dürftig. Und – meine Meinung – daran hat sich bis heute im Wesentlichen nicht wirklich viel geändert.

    So war ich – wollte ich meine oben formulierten Vorstellungen tatsächlich in die Tat umsetzen – diesbezüglich gezwungen, passende didaktisch-methodische Konzepte selbst zu entwickeln. Bewegungsanalysen, entsprechende Unterrichtsangebote, kritische Auswertung der Lernergebnisse, Literatur zur Bewegungslehre studieren, intensive Dialoge mit den Schülern, Diskussionen im Lehrerteam, verändertes Vorgehen im Unterricht und der Angebote und immer so weiter…

    Und da entstehen dann neue „Lehr-Lern-Denkmodelle“, die in die Praxis umgesetzt werden und die neue Fachbegriffe praktisch erzwingen. Was bei einigen Zeitgenossen dann Unverständnis hervorruft, wie ich immer mal wieder feststellen musste und muss. Wer wirklich „forscht“ und dabei „Neues“ kreiert, wundert sich da weniger.

    Um das verständlich zu machen, ohne das bitte gleichsetzen zu wollen (!), denn ich bin nur ein kleines Licht:

    Auch das „Automobil“ ist ein – in diesem Fall materialisiertes – „Denkmodell“, das Carl Benz erdacht hatte. Ein Fahrzeug, das sich im Unterschied zur damals üblichen „Kutsche“ ohne Pferd fortbewegt. Mit diesem neuen Denkmodell waren viele neue Fachbegriffe verbunden: „Gangschaltung“, „Gaspedal“, „Kupplung treten“, „Gas geben“ usw.. Aus der Perspektive der Menschen, die damals nur „Kutsche“ oder „Zügel“ kannten und nun vielleicht mit diesen neuen Begriffen konfrontiert wurden, lebte der Carl Benz da irgendwie in einer ganz eigenen, wie du es bezeichnest: „Begriffs- / Denkwelt“.

    Das ist allerdings – das will ich damit deutlich machen – zwingend die Folge, wenn du ein neues Denkmodell entwickelst! Wie hinter „Kupplung treten“ oder „Gas geben“ steckt hinter jedem, im Zusammenhang mit einem neuen Denkmodell passend dazu neu kreierten, bis dahin unbekannten Begriff, eine für die Praxis relevante Denkkonstruktion. Bei mir die Lehr-Lern-Praxis und damit verbunden der Blick auf das Geschehen bei Bewegungen des Windsurfens. Bei Benz die die Autofahr-Praxis betreffende „Denkkonstruktion“. Und die Leute kratzen sich dann zunächst erstmal verwundert am Kopf und denken: „Was soll das?“

    Ich bin übrigens ziemlich sicher, dass dem Carl Benz damals so manch einer seiner Zeitgenossen insgeheim auch den Vogel gezeigt und sich gedacht hat: „Der soll besser heim gehen und seine Pferde ordentlich füttern, dann braucht der nicht über so ein kompliziert zu fahrendes „Automobil“ zu theoretisieren“!

    Zurück zum Windsurfen: Aus Gedanken oder Gesprächen ist dir doch im Zusammenhang mit deinem Selbstcoaching vielleicht der Begriff „Vorlage“ geläufig? Vielleicht auch „Rücklage“ oder „Mittellage“? Als ich diese Begriffe in meinem Unterricht vor ca. 40 Jahren meinen Shortboardfahrern, aber auch in den folgenden Jahren dann Topathlethen gegenüber verwendete, fragten die mich verdutzt: „Vor… WAS?“ Auch diese – heute unter Windsurfern mittlerweile recht geläufigen – Begriffe und die dahinter liegende Vorstellung davon, was das mit der "Gleitlage" des Boards jeweils macht usw., waren / sind Teil meiner neuen „Begriffs/ Denkwelt“, wie du es bezeichnest.

    Die habe ich damals nach und nach entwickelt und übrigens auch publiziert. Findet sich in den Quellenangaben des Lehrbuchs. Damit konnten nur damals die, die als „Experten“ galten, nichts anfangen. Es wurde abgewunken, alles „zu kompliziert“. Entsprechend dünn sieht es da m.E. bis heute auch aus und mir waren diese Rückmeldungen glücklicherweise herzlich egal.

    Zitat von dominik49

    Dein Zugang erscheint mir (free-)wave- und aufsteigerschulungsgeprägt. Es stellt sich mir die Frage, wie einbettbar er in meine anderen Lernmethoden/-zugänge ist bzw zu denen anderen "Lehrer" bzw zu anderen Inhalten.

    Dazu eine kleine Anekdote:

    Irgendwann kam eine Athletin zu mir, sie hatte im Herrenslalom eine „ganz neue“ Halsentechnik beobachtet, in der das Rigg in bis dahin ungekannter Weise mehr oder weniger nach Lee abgelegt wurde. Sie wollte das auch lernen, kannte mich aus zuvor absolvierten Wave - Trainings und so verabredeten wir, dass sie für zwei Wochen mit ihrem Slalomgeraffel da anreiste, wo ich meine Windsurfschule hatte. Wir an der Schule waren mitten im Sommer natürlich mit Schülerbuchungen voll bis unters Dach, aber o.k: nebenbei also Training in Sachen Slalomhalse. Lernprozess eingeleitet, begleitet, abgeschlossen.

    Im darauf folgenden Oktober im Wourldcup auf Sylt fuhr sie den restlichen Damen im Slalomwettbewerb erkennbar insbesondere aufgrund ihrer neu erworbenen Halsenfahrtechnik schlicht auf und davon. Sie fuhr mit so viel Speed und Druck in die Halsen, dass die Konkurrentinnen sich beklagten, sie würden um ihre körperliche Unversehrtheit fürchten… ^^

    Diese Fahrtechnik in so kurzer Zeit so nachhaltig zu vermitteln war sicher einerseits natürlich deshalb möglich, weil die Athletin von vornherein in den Basics auf hohem Niveau - also „technisch sauber“ - auf ihrem Material stand. Aber – darauf will ich hinaus – ohne die Erfahrungen, die ich zuvor mit zahlreichen Anfängern, Fortgeschrittenen und Shortboardfahrern – also Schülern aus dem „Wave- und Aufsteiger“-Bereich, wie du es nennst, im Lehr-Lern-Prozess gemacht hatte, wäre mir die Vermittlung SO schlicht nicht möglich gewesen. Undenkbar!

    Zwischen diesen unterschiedlichen Lehr-Lern-Bereichen besteht aus meiner Sicht ein für die Entwicklung einer hohen Lehrkompetenz höchst unmittelbarer Zusammenhang, mit deinen Worten „Kompatibilität“.

    Zitat von dominik49

    Einen anderen Materialfokus und Vermittlungszugang als bei Dir sehe ich etwa bei Enrico Marotti - wind.coach

    Und insofern wäre meine erste Frage an aktuelle „Windsurftrainer“ wie die beiden von dir erwähnten … und vorausgeschickt, mir ist klar: Sicher ein super Fahrer, mein Respekt! Der Marotti hat viele Pokale zu Hause stehen (Nico Prien ebenso) und viel Regattaerfahrung!

    Aber meine erste Frage wäre, wenn es um Bewegungsvermittlung geht (!): O.k. … wieviele Schüler hatte denn der bislang? Und zwar nicht nur „pro forma“ als Investor und / oder „Chef“ der Windsurfschule, sondern im Sinne von: Lernprozess eingeleitet, begleitet, abgeschlossen? Wieviel Erfahrung im Lesen von Bewegungen seiner Schüler, die ja viele Fehler machen? Im Beurteilen von Bewegungsabläufen in analytischem Sinn, sodass diese dann vermittelbar sind? Im Strukturieren und kritischen Reflektieren von Lernprozessen? Sportwissenschaftlicher Hintergrund vorhanden? Im Umgang mit Lernprozessen, wenn was nicht funktioniert? In Bezug auf die Analyse von Basics bei Windsurfbewegungen? Der jeweilige Schüler kann es nicht umsetzen? Weshalb? Das kann individuell höchst unterschiedlich sein! Was ist zu tun, dass es trotzdem weitergeht im Lernprozess? Da spielt nicht selten Intuition eine wichtige Rolle, die einerseits schlicht auf einem reichen Erfahrungsschatz fußt, andererseits auf theoretisch reflektiertem Lehr-Handeln. Nicht im Gewinnen von Regatten, sondern beim Vermitteln von Bewegungsweisen!

    Aber du hast ja auch die sportwissenschaftliche Brille auf, was denkst du denn über das dort angebotene Konzept? Ich habe es nur flüchtig überflogen. Und, zweite Frage: Denkst DU, dass es – wie du es ausdrückst – „kompatibel“ zu meinem Lehr-Lern-Konzept ist? Du kennst ja nun beide Konzepte.

    Zitat von dominik49

    Viele Ansätze finde ich sehr gut und auch (für mich) gut kompatibel.

    Das freut mich!

    Herzliches Aloha

    Claudio

  • Größtes sinnvolles Waveboard für 4.2 / 4.7

    • Claudio
    • 1. Oktober 2026 um 02:10
    Zitat von franz s

    VGV ... Volumen-Gewichtverhältnis... ein Verhältnis ist mathematisch gesehen die Relation von zwei Größen zueinander. VGV wie Claudio es beschreibt, ist mMn eine Differenz und kein Verhältnis. Ich kenne den Begriff Überschussvolumen.


    Moin Franz,

    interessanter Einwand, da gebe ich dir Recht! Aus streng mathematischer Perspektive hätten wir es bei einem "Verhältnis" dann mit einem Quotienten zu tun: 1 Komma etwas... viel zu kompliziert, schwer eingängig, das setzt sich nie durch.

    Ich hab erst erwogen "VGD" zu nehmen, also "Volumen - Gewicht - Differenz". "VGV" klingt aber irgendwie "schöner" und ist eingängiger... "Überschussvolumen" hakt auch irgendwie, wenn der "Überschuss" ein Minus ist, oder?

    Nach Diskussionen, Nachdenken und Hin- und Her war dann das Ergebnis, dass, wenn ich das von mir vorgeschlagene "VGV" als Begriff eindeutig definiere - das nicht als "falsch" bezeichnet werden muss.

    Beispiel: Wenn jemand ein "Verhältnis hat", ist ja auch nicht - weil nur aus streng mathematischer Perspektive zu verstehen - ein Quotient gemeint... ;)

    Herzliches Aloha

    Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 1. Oktober 2026 um 01:52
    Zitat von brillenboogie reloaded
    Zitat von Claudio
    Zitat von dominik49
    Zitat von Claudio
     


    Die Fähigkeit zur Reduktion von Komplexität ist m.E. auch eine elementar wichtige, nicht zuetzt im Bereich der Wissensvermittlung. Unter Verwendung der durchschnittlichen Zeichenzahl deiner Beiträge sollte es doch möglich sein...

    Moin,

    definitiv! Die "didaktische Reduktion" lässt grüßen... ;) Über das "richtige" Maß der Reduktion lässt sich dann trefflich streiten. Aus meiner Sicht hab ich - siehe oben - schon hinreichend reduziert Halsenformen mit Blick auf verschiedene Boardtypen gegeneinander abgegrenzt.

    Zu dem Thema gibts absehbar auf meinem Kanal ein Video, so der Plan. Das dauert aber ein Weilchen, weil insbesondere Videos dieser Kategorie wirklich sehr aufwändig in der Produktion sind.

    Aber: Wie wärs, wenn du dich da mal mit einer Gegenüberstellung und gegenseitigen Abgrenzung versuchst? Ich bin wirklich interessiert!

    Aloha

    Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 1. Oktober 2026 um 01:36
    Zitat von Claudio
    Zitat von dominik49
    Zitat von Claudio

    Komplex, das hier zu klären, ohne negativ aufzufallen...

    Mach mal ruhig.

    Beschreib doch mal gerne ausführlich die Unterschiede von Speedhalse, Racegybe und Laydowngybe aus Deiner Sicht. Dann können wir uns auch besser verstehen. Inklusive der Sache mit Kants Verstand ...


    Moin Dominik,

    ich trage hier im Forum gern mal hier und da mit einem Impuls zum allgemeinen Geschehen bei.

    Alles anzeigen


    Moin,

    ist mir echt wichtig, hatte ich vergessen und ergänze ich hier zu meinem obigen Beitrag: Nur weil ich - das mit den Büchern - so handhabe wie beschrieben und dann entsprechend begründe, will ich damit nicht gesagt haben, dass das jeder so handhaben muss. Ist absolut nicht wertend gemeint! Es war und ist meine Art, mit der Zeit, die ich hier auf dem Paneten verbringe umzugehen. Andere Menschen haben halt andere Aufgaben...

    Zitat von dominik49

    BTW: Ich hab Dein Buch schon lange.

    O.k., das ehrt mich! Ich verstehe dann - ehrlich gesagt - deine Fragen nicht? Denn: Was anderes, als das, was im Buch, und da übrigens in jeder m.E. zufriedenstellenden Differenziertheit, könnte ich doch hier auch nicht schreiben?

    Zitat von dominik49

    Keine Ahnung wieviele Updates ich nun brauche.

    Auch ist mir noch immer nicht ganz klar, ob Dein Zugang mit meinem gut kompatibel ist.

    Ich verstehe weder, welche "Updates" du meinst, noch auf welchen meiner Zugänge du dich beziehst?

    Zitat von mihaka

    naja dein Buch habe ich übrigens,...
    Dein Kommentar beantworte aber nicht meine Frage zu Video Teil 2 wo du explizit bei Teil 1 bei Minute 18:20 darauf hinweist,...

    Finde halt Teil 1 (als Ergänzung zum starken Theorie-Tobak im Buch) ganz interessant aufgebaut und bin daher für Teil 2 "angefüttert".

    Das ehrt mich, dass du dich für mein Buch entschieden hast! Mit deiner Begründung erscheint dein Kommentar "angefüttert" in anderem Licht. Kann ich nachvollziehen, ist ja auch Sinn der Sache, wie ich schon erwähnte und freut mich! Danke auch für die Rückmeldung, weil das hilft ja, das Ergebnis meines Videos in seiner Tragkraft einzuschätzen. Das Video wurde sehr oft angeschaut - von vielen mehrfach - aber es kommen leider wenig Rückmeldungen.

    Dass der zweite Teil auf sich warten lässt, hat verschiedene Gründe, die ich - so zumindest der Plan - tatsächlich in einem Video mal thematisieren werde. Mehr kann und möchte ich dazu erstmal nicht sagen. Schwieriges Thema...

    Herzliches Aloha

    Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 30. September 2026 um 19:47
    Zitat von dominik49
    Zitat von Claudio

    Komplex, das hier zu klären, ohne negativ aufzufallen...

    Mach mal ruhig.

    Beschreib doch mal gerne ausführlich die Unterschiede von Speedhalse, Racegybe und Laydowngybe aus Deiner Sicht. Dann können wir uns auch besser verstehen. Inklusive der Sache mit Kants Verstand ...


    Moin Dominik,

    ich trage hier im Forum gern mal hier und da mit einem Impuls zum allgemeinen Geschehen bei. Nicht zuletzt, weil mich – insbesondere kritische und gut begründete – Fragen von Forumsteilnehmern nicht selten dann dazu anregen, meine Ansichten nochmal zu hinterfragen. Durch kritische Rückfragen wird man ja gezwungen, seine Aussagen zu begründen, und das ist mir bisweilen eine willkommene Gelegenheit, die Sachen nochmal neu zu durchdenken.

    Du bist – das habe ich mittlerweile verstanden – ein wissbegieriger Mensch, was mir gefällt! Aber, es kann hier meinerseits – bezogen auf Fahrtechnik - wirklich nur um relativ oberflächlich betrachtete Sachverhalte gehen! Die deine Frage beantwortenden Zusammenhänge werden – analytisch nur in Hinblick auf die Gegenüberstellung der drei unterschiedlichen Halsentechniken – in meinem Buch auf satt zehn Seiten behandelt, DIN-A4-Format, eng mit kleiner Schrift bedruckt! Ohne die diese Diskussion vorbereitende Grundlagen auf den Seiten davor zu berücksichtigen. Dann kommen nochmal rund dreißig Seiten zur konkreten Analyse (inneres Bild/Reafferenzfigur) und Vermittlungsdidaktik etc. der einzelnen Halsentechniken dazu. Du hast da offenkundig unzutreffende Vorstellung in Sachen „ausführlich“. Für sowas ist das Forum hier der definitiv falsche Ort!

    Und weils grad thematisch gut passt:

    Zitat von mihaka

    Hallo Claudio,

    apropo Halse wann kommt dein Teil 2 von der Stehhalse zur Speedhalse?

    Von der "Stehhalse" zur Speedhalse - Teil 1

    "angefüttert" hast du ja nun schon mal fehlt nur noch das Finale,... Danke

    Alles anzeigen

    Hey Mihaka.

    Die von mir veröffentlichten Youtube-Videos sind gedacht als Ergänzung zu jeweils einem der beiden von mir veröffentlichten Bücher. Weil man in einem Video sicher einzelne, im Buch beschriebene Sachverhalte – nochmal gut veranschaulicht – besser versteht. Das ist der primäre Zweck dieser Youtube-Videos, die in diesem Sinne übrigens auch in den Büchern angekündigt werden. Bedeutet: Die Inhalte zu „Teil 2 zur Speedhalse“ stehen definitiv im Lehrbuch, in aller Tiefe erklärt und analysiert. Und das Video Teil 1 versteht man auch nur dann wirklich, wenn man das Buch liest. Es geht da wirklich nicht um „Anfüttern“, das Video ist eine Ergänzung zum Lehrbuch!

    Passt ja grad wirklich nicht so richtig in den aktuellen Zeitgeist und ich mache hier wahrscheinlich ein Fass auf, aber ich sehe das so: Wenn ich mal schnell wissen will, wie ich die Kloschüssel entkalkt bekomme oder rasch das Rezept für den Pesto heute abend brauch, da ist so ein schickes Youtube-Video oder ein Tipp aus einem Forum oder wahlweise „KI“ ´ne super Informationsquelle. Nutze ich natürlich auch! Unbezahlbar!

    Aber: Wenn ich komplexe Sachverhalte wirklich gut verstehen will, wenns also um langsames Denken oder mit anderen Worten: um ein gewisses Maß an umfassenderer Denktiefe geht, lese ich ein Buch! Manch ein Interview oder Referat, Vortrag, Forumsbeitrag im Internet ist mir ein Impuls. Aber wenn ich wirklich interessiert bin und das verstehen will, kaufe ich dann das Buch vom Referenten oder Interviewgast.

    So habe ich das übrigens mein Leben lang gehandhabt, ab meinem 13. Lebensjahr ca., damals zunächst in einer städtischen Bibliothek, die auf meinem Heimweg von der Schule lag. Da bin ich dann regelmäßig zum Schmökern abgebogen. Ich habe immer Sachbücher gelesen, klar, auch mal Comics und so, aber in der Regel Sachbücher. Und war total happy, als ich mir dann endlich irgendwann eigene Bücher leisten konnte, stehen nun alle in einem ziemlich großen Holzregal bei mir zuhause.

    Bücher lesen, alles andere bringt wenig! Schlimmer noch, führt zum Gegenteil. Zumindest, wenn man Theodor Adorno in seinem Buch „Theorie der Halbbildung“ folgt, Zit.:

    „Das halb Verstandene und halb Erfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, sondern ihr Todfeind.“ :)


    Herzliches Aloha euch

    Claudio

  • Größtes sinnvolles Waveboard für 4.2 / 4.7

    • Claudio
    • 30. September 2026 um 19:29
    Zitat von 1328tom

    Hallo danke Claudio,

    ich muss nach VGV (Volumen größer Verdrängung?) fragen.

    VGV + 10 = ??


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    Aloha

  • Größtes sinnvolles Waveboard für 4.2 / 4.7

    • Claudio
    • 30. September 2026 um 17:38
    Zitat von 1328tom

    Hallo Claudio, ich fahre Ende Oktober und die erste

    Moin Tom,

    o.k.... danke, das hilft, um deine Situation einzuschätzen.

    Deinen Schilderungen entnehme ich, dass du deinen Fokus irgendwie schon sehr auf der Wende hast, und - da möchte ich mich franz s anschließen - einfach den Vorschlag unterbreiten, den vielleicht etwas auf andere Aspekte zu verschieben?

    Dazu ein paar Gesichtspunkte, fangen wir mit dem Volumen an:

    Zitat von 1328tom
    Zitat von C - GER

    ... Ich hätte das früher aus Prinzip nicht gemacht.. (uncool!), aber was man so hört fahren die Profis jetzt auch mehr Volumen wie früher.

    Ja, hört "man" so. Ich höre auch seit mittlerweile 15 Jahren: "Hey Claudio, "man" kann jetzt mehr Volumen fahren." Und da ich ja schon auch ein bissl stur bin oder vielleicht auch nur einfach gern mal ungerührt gegen den Strom schwimme, wenn ich das für richtig halte, hab ich immer auf meine kleine Schüssel mit einem Volumen von höchsten VGV +- 0 bestanden. Und siehe da, wenn du dann schaust, was da so gefahren wird, zumindest von fahrtechnisch guten Fahrern in größeren Wellen, fahren die dann doch auch alle ziemlich wenig Volumen. Aber auch die Pros, Kay Lenny z.B. letztens in nem Video: Da hatte der da in vergleichsweise lütten Wellen zum Abreiten ein Board in der Hand, mit rasiermesserdünnen Rails am Heck! Viel Volumen hatte das nicht, das Board! Oder in dem aktuellen Video von Stones, das ich in dem anderen Thread gepostet hatte: Der fährt da ´ne Rasierklinge!

    Vielleicht - bei den kleinen (!) Boards - im Vergleich zu den Zeiten von vor 15 Jahren, haben die Boards bei gleicher Drehfreudigkeit 3 bis max. 4 Litern mehr. Um mehr geht es da nicht! Denn mit Verschiebung der Schlaufen, Mastspur, Verkürzung der Scoop-Rockerlinie sind die Boards wendiger geworden, aber, will ich diesen Vorteil mit mehr Volumen neutralisieren oder will ich nicht viel lieber diesen Vorteil für meine Fahrtechnik "mitnehmen"? Ich komme auf diese Aspekte unten nochmal zurück...

    Viel Volumen hilft deutlich (!) beim Queren der Wellen, insbesondere wenns um Schaumwalzen geht und du da eventuell dann wenig Druck im Segel hast. Da ist ne dünne Schüssel ein echter Nachteil! Angleiten, Durchgleiten, Beschleunigen, das hast du ja schon angedeutet, als Vorbereitung für einen Sprung vielleicht, oder einfach nur, um gut durch ne gruselige Brandungszone raus zu fahren, weil da grad ein fettes Set kommt, geht besser mit mehr Volumen.

    Und viel Volumen trägt dich gut durch die Turns - nicht zuletzt auch an der Welle bei wenig Winddruck. Aber wenn du mit richtig Geschwindigkeit reincarven willst, an einer großen Welle vielleicht, beim Abreiten, kann (!) viel Volumen zu einem Problem werden. Weniger noch im Bottomturn, außer du willst den echt sehr sehr eng fahren, aber zumindest im Cutback. Insbesondere eben dann, wenn du den Cutback gecarvt in die Pocket gefahren haben willst. Da ist dann eine dünnere Rail, ein etwas tiefer ins Wasser eintauchbares Board ein echter Vorteil.

    Und - immer nach meinen Erfahrungen, ich bin kein Shaper! - gibts für mich eine ziemlich harte Grenze bei VGV + 12/13. Hat das Board mehr Volumen, wird das Abreiten nochmal deutlich schwieriger, macht mir (!) echt keinen Spaß mehr. Aber, wie gesagt, das mein höchst subjektiver Eindruck! Faktisch liegt meine Grenze mit 4,8er Segel bei VGV +13, aber ich wiege auch acht Kilo weniger als du. Das erlaubt sicher etwas mehr Volumen bei gleichem Ergebnis. Also gefühlt VGV +15 bei dir... du wiegst zwar acht Kilo mehr, aber die hier von mir thematisierten Relationen sind hier nicht 1:1 zu setzen zwischen Gewicht und Effekt im Turn, nach meiner Einschätzung!

    Und diese Aspekte hätten für mich, um hier schonmal ein Fazit zu ziehen, ein deutlich höheres Gewicht als die Wende, die ich übrigens im Zweifel dann immer erstmal im Flachen trainieren würde und solange das nicht sicher genug funzt - wie franz s ja vorschlug - mit einer Halse ersetzen. Du fährst ja nicht in eine schön fette Brandung, um dann hübsch Wenden zu fahren... ;)

    Finnen-Setup:

    Der neueste diesbezüglich heiße Scheiß - ist mir aus der "Entwicklerszene" in den letzten Monaten so zugetragen worden - sind drei annähernd gleich große Finnen, also Thustersetup "auf neu". Soll sich beim Abreiten irgendwie "surfiger" fahren lassen. Ich hab dann einen, der sowas mal gefahren ist und der wirklich fahrtechnisch gut is, gefragt, und? Er fand das irgendwie blöd, es würde sehr bremsen... beim Abreiten keine spürbaren Vorteile... Andererseits, zurück zum Stones in Fiji (siehe Video). Der fährt - erkennbar - genau dieses Setup! Vor ein paar Jahren hab ich mal den jungen Ezzy dazu befragt, der sagte mir, dass die in Hawaii alles fahren: Thruster, Quad, Single... und hat dann ratlos mit den Schultern gezuckt... ?

    Was m.E. aber letztendlich immer eine Kombi ist: also aus Finnensetup und entsprechend dazu passend geshaptem Board. Boards mit fünf Finnenkästen, wo beides "geht", machen mich stutzig... gute Marketingidee? Ist aber meine Einschätzung, ich bin kein Shaper!

    Die meisten fahrtechnisch guten Fahrer, die ich aus meinem näheren Umfeld so kenne, fahren in großen Wellen ein Quad. Klaas Voget hat mal argumentiert, ein Quad greife im Unterschied zum Thruster im Bottomturn besser und so schätze ich das auch ein, ohne je einen Thruster gefahren zu sein.

    Board - Segel - Kombi:

    VGV +13 bis 15 mit 4,7er Segel bei deinem Gewicht geht m.E. völlig problemlos, das ist ´ne gute Balance zwischen Rigg und Boardvolumen. VGV + 15 mit 4,2er ist - ja - schon ziemlich knapp, da würde ich eher bei VGV +10, von gerade noch "balanciert" sprechen. Du scheinst ja fahrtechnisch recht gut auf dem Board zu stehen, musst also vermutlich nicht so viel über "helfendes" Volumen kompensieren. Ist natürlich recht hypothetisch, aber das schließe ich aus deinen Schilderungen.

    Letzter Punkt:

    Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, wenn bei mehr Volumen zugleich mehr "Kante" am Unterboden ist, wie das durch eine (tiefere) Doppelkonkave gegeben ist. Das schneidet dann spürbar besser ins Wasser, was den Nachteil etwas ausgleicht, der durch nicht ganz so tief ins Wasser eintauchende Rails entsteht. Also, ich erlebe das beim Fahren zumindest so.

    Allerletzter Punkt:

    Das weißt du als Surfer, nicht nur das Volumen, insbesondere die Scooprocker-Linie spielt eine wesentliche Rolle im Gesamtkonzept!

    Halte uns gern auf dem Laufenden, wie du dich entschieden hast! Ich zumindest würde das gern wissen wollen... :)

    Herzliches Aloha

    Claudio

  • Größtes sinnvolles Waveboard für 4.2 / 4.7

    • Claudio
    • 29. September 2026 um 19:16
    Zitat von 1328tom

    95 Liter sind super auf der geraden und auch vereinzelte Spinloops (Segeltop trocken, Arsch nass) ist super, aber in Manövern nimmt die Konstanz deutlich ab. Ich bekomme die Manöver zwar noch hin, aber längst nicht mehr mit der gleichen Sicherheit. Das 85-Liter-Board hat mich ehrlich gesagt eher überfordert.

    Meine Frage: Für den jährlichen zwei Wochen Sardinien-Trips suche ich ein Waveboard für Side-onshore, durchaus auch größere Wellen, die aber eher weich und nicht extrem kraftvoll brechen. Haupteinsatzbereich sind 4.2 und 4.7, Wunschvolumen etwa 100l, möglichst als Thruster.

    Welche Serienboards – gerne auch ältere Modelle – würdet ihr empfehlen?

    Moin Tom,

    ehe ich vielleicht was Sinnvolles beitragen kann, zwei Fragen, die du mir vielleicht beantworten magst, um da für mich eine Vorstellung zu bekommen:

    In welchen Monaten machst du denn normal den Tripp nach Sardinien? Welche Spots steuerst du dann da vorwiegend an, um dann diese Kombi - 4,2 / 4,7 plus Waveboard - zu fahren? Was machst du denn dann da faktisch in der Brandung oder anders, was hast du vornehmlich für Ziele?

    Aloha

    Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 29. September 2026 um 01:02
    Zitat von Axel
    Zitat von rrd248

    Wahrscheinlich wäre der Begriff Freemove auch besser als FreeStyleWave.

    Es liegt nicht nur am Brett. Vinc Langer hat letztes Jahr beim Windsurf Cup auf Sylt bei ansruchsvollen Bedingungen mit dem Ultra Freewave das Waveriding gewonnen


    Moin Axel,

    eigenes Thema: Warum fährt ein mehr oder weniger "gesponserter" Fahrer dieses oder jenes "Serienboard"? Ist es tatsächlich das Board, das man annimmt?

    Neuer Thread? Ist sicher interessant! ;)

    Aloha

    Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 29. September 2026 um 00:42
    Zitat von blinki-bill
    Zitat von Claudio

    Hey Blinki,

    ich bin ja immer sehr interessiert an anderen Meinungen, daher auch gern hier ab und an im Forum...

    Moin Claudio,
    ich bin kein Windsurflehrer, von daher diskutieren wir hier nicht auf Augenhöhe. So gesehen habe ich was das angeht gar keine Erfahrungen. (...) . Du könntest dich zurücklegen und sagen: Der Meinung, du Ahnung.

    Moin Blinki,

    o.k... da bin ich aber eher bei Kant, Zit.: "Habe den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen." Was ich damit sagen will: Es zählt das bessere Argument und nicht, was du bist oder nicht bzw. was ich bin oder nicht.

    Meine Argumente:

    Auf dem Waveboard / Freewaveboard fährt man Speedhalse, auf dem Freerider / Slalomboard u.ä. fährt man Racejiibe bzw. Lay-down-Jibe. Auf Waveboards / Freewaveboards kann man übrigens auch Raceijbe und Lay-down-Jibes fahren, macht in der Regel aber niemand, der ´ne Speedhalse kann. Speedhalse auf Freerideboard / Slaomboard u.ä. ist mit Blick auf den Shape und dessen Wirkung auf das Fahrverhalten im Turn dysfunktional.

    Jetzt herrscht natürlich eventuell Verwirrung, weil die Frage im Raum steht, hatten wir ja schon mal an anderem Ort: Was meint der mit "Speedhalse", was mit "Racejibe"? Komplex, das hier zu klären, ohne negativ aufzufallen... :S Damit hier nicht einige wieder abdrehen wegen "verkopfter" Diskussionen, möglichst einfach der m.E. wesentliche Unterschied: Der Turn einer Speedhalse wird anders eingeleitet und ausgesteuert als der einer Racejibe, die Lay-down-Jibe in nochmals anderer Weise, weil das Rigg "mitspielt".

    Ich habe beide Halsenformen vielen Schülern vermittelt, was wirklich nicht einfach ist! Und so einen Lernprozess erfolgreich anzuleiten, das fällt einem übrigens nicht einfach so mal in den Schoß! Theoretisch "geht" da viel, aber dann schlägt die Realität der Praxis zu! Ich hab da rückblickend zunächst erstmal viele Fehler gemacht. Und so ein Lehr-Lern-Prozess läuft ja nicht monologartig in eine Richtung ab. Es ist - sollte m.E. auch - vielmehr ein wirklich intensiver Dialog zwischen Lehrer und Schüler sein! Insbesondere am Anfang habe ich entsprechend mindestens so viel von meinen Schülern gelernt wie die von mir! Über besondere Bewegungsschwierigkeiten, Lernhindernisse, was sehr hilft beim Lernen und was überhaupt nicht, was einfach und was schwer fällt und welche Voraussetzungen oder methodische Vorbereitungen dringend erforderlich sind z.B., um eine bestimmte Bewegung erfolgreich vermitteln zu können.

    Und da ich ja diesen ganzen Prozess noch durch die sportwissenschaftliche Brille angeschaut habe, stand immer auch die Frage nach kausalen Ursachen im Hintergrund. Also z.B.: Weshalb genau ist dieses Voraussetzung, damit jenes dann gut bzw. leicht erlernbar ist? Denn: am Anfang habe ich zwar im Lehr-Lern-Prozess bestimmte Beobachtungen gemacht. Mir war aber meist nicht klar, welche Ursachen diese Phänomene haben?

    Die wesentliche Schwierigkeit beim Durchgleiten einer Halse liegt in der Kontrolle der Kurvengleitfahrt. Die Kurvengleitfahrt über den gesamten Turn einer Halsenfahrt zu kontrollieren ist bei einer Speedhalse nun aber deutlich einfacher zu erlernen als die einer Racejibe.

    Es verhält sich meinen Lehr-Lern-Erfahrungen zufolge also genau anders herum, als du annimmst. Erst die Speedhalse, dann die Racejibe. Vom Einfachen zum Schweren.

    Dass die höhere Steuerempfindlichkeit eines Boards bei Kantenbelastung - wie sie bei Freewave- oder Waveboards im Vergleich zu Freerideboards sicher in der Regel gegeben ist, da gebe ich dir Recht - in irgendeiner Weise Probleme gemacht hätte, wie du das ja als Nachteil argumentativ anführst, das habe ich bei Schülern noch nie erlebt, im Dialog berichtet bekommen oder in irgendeiner Weise beobachtet. Diese bessere Steuerbarkeit ist - ganz im Gegenteil - für Einsteiger in die Speedhalse ein entscheidender Vorteil im Lernprozess.

    Aber: Wir müssen in Bezug auf diese Fragen wirklich nicht einer Meinung sein!

    Herzliches Aloha

    Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 28. September 2026 um 02:35
    Zitat von brillenboogie reloaded

    Naiv und unwissend, wie ich bin, konnte ich, bis heute, mit dem großen FW Board wunderbar springen und, zu allem Übefluss, nicht selten auch Wellen abreiten. Ne Menge Spaß hatte ich dabei. Ich wusste ja noch nicht, dass das gar nicht vorgesehen ist! 🫣

    Zitat von franz s
    Zitat von Claudio

    Weil, aus meiner Sicht "wavetauglich" wäre ein Board, mit dem ich Wellen abreiten kann (...) Diese Eigenschaften würde ich bei einem Freewaveboard definitiv nicht vermuten. Mit Blick auf deren Shape usw...

    ... warum sollten Freewave Shapes mit "wavetauglichem" Volumen nicht "wavetauglich" sein?


    Moin,

    das ist natürlich jetzt wieder die höchst individuelle Perspektive meinerseits, die mir übrigens dann auch erst mithilfe von Posts wie denen von euch beiden bewusst wird und gefühlt um die Ohren fliegt... :S

    Für mich bedeutet "Abreiten": Ich fahre an einer brechenden (!) Welle einen Bottomturn und dann einen Cutback... und weil auch diesbezüglich, das beobachte ich regelmäßig in Südafrika zum Beispiel, die überwiegende Mehrheit was anderes darunter zu verstehen scheint: Der Bottomturn wird als solcher bezeichnet, weil man diesen Turn am Boden der Welle fährt! Anschließend fährt man die Welle wieder rauf... und dann den Cutback, was bedeutet, dass man am Wellenface einen Turn so fährt, dass man dann wieder "back", also dahin zurück fährt, wo man herkam. Bedeutet, man durchfährt beim Cutback mehr oder weniger, aber wenn möglich eine 180 Grad - Kurve.

    Wellen abreiten ist übrigens m.E. das koordinativ anspruchsvollste, was das Windsurfen zu bieten hat.

    Stones fährt das auf Weltklasse-Niveau in wohl den besten Brechern, die unser Planet zu bieten hat. Ich finde das Video (unten) sehr anschaulich, weil man mit Hilfe der Superzeitlupe gut nachvollziehen kann, was da abläuft und vielleicht auch Windsurfern, die das nicht kennen, ein wenig nachvollziehbar wird, was da den Reiz, die Faszination ausmacht. Aber auch, was das Board leisten können muss, im Turn. Das, was man da auf dem Video sieht, geht vom Prinzip (!) der Bewegungen her gesehen aber auch genauso gut in nur 2 Meter Wellen oder in gleich großen Brechern mit weniger Druck. Die Wellen in Fiji sind zugegebenermaßen schon außergewöhnlich!

    Auf Freewaveboards möchte ich Wellenritte wie diese aber auch schon in 2-Meter-Wellen nicht machen müssen. Das war die Intention meiner Aussage.

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    Aloha

    Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 27. September 2026 um 20:36
    Zitat von Witchcraft Sailboards
    Zitat von Claudio
    Zitat von Witchcraft Sailboards

    FSW ist im Grunde genommen auch Freeride.

    Hey Bouke,

    die Aussage triffst du - ich vermute das zumindest - aus der Perspektive eines Shapers? Worauf konkret beziehst du die aus dieser, deiner Perspektive von dir angemerkten Parallelen zwischen Freerider und Freewaver? Auf die Scoop-Rocker-Linie? Weil, wie du ja zurecht anmerkst, geht die Schlaufenanordnung und auch deren Positionierung bei Freewaveboards in der Tendenz in Richtung Waveboard?

    Oder wie siehst du das?

    Aloha

    Claudio

    Alles anzeigen

    Nein, nicht am Shape sondern was man macht. Freeriden heißt übersetzt: Freies Reiten (Gleiten). Dabei muss man ja gelegentlich auch mal umdrehen, meistens mit einer Halse. Also Gleiten, Halsen, Gleiten, Halsen, usw. Das ist für mich Freeriden. Und für diesen Ziel kann man unterschiedlich heran gehen. Geschwindigkeit kann ein Ziel sein was einem am meisten Spaß macht. Kontrollierteres entspannteres Gleiten und einfacheres Halsen aber auch. Und das geht am besten mit ein (größeren) FSW mit Trifin und weiter nach innen und vorne positionierte Schlaufen und ein kleineren bauchigeren Segel.
    Mit Wellen hat das ja nichts zu tun.

    Alles anzeigen


    Hi Bouke,

    o.k., da gebe ich dir Recht. Wär mir nämlich neu gewesen, dass es da vom Shape her im Grundsätzlichen zumindest irgendwie Parallelen gibt. Aber ich bin ja interessiert an Neuem!

    Faktisch, das beobachte ich auch so, gibt es da zwei Kategorien Windsurfer, die man auf dem Wasser beobachten kann:

    Die einen legen ihren Schwerpunkt auf Angleiten auf Flachwasser auch bei sehr wenig Wind, das Fahren mit überwiegend großen Segeln und das Erreichen einer möglichst hohen Endgeschwindigkeit. Bezogen auf diese Zielsetzungen greifen diese Fahrer gern zu Freeride-Boards.

    Die zweite Kategorie Fahrer fahren Freewaveboards, zumindest an Orten, wo das möglich ist. Nicht weil diese Fahrer unbedingt anderes auf dem Wasser tun, das beobachte ich auch. Die fahren in der Regel auch nur hin- und her und dazwischen ein Halsenmanöver, das entweder schiefgeht oder ins Floaten mündet. Aber für diese Fahrer steht eher der Turn bzw. die durchgeglittene Halse, vielleicht auch eine gewisse "Geländegängigkeit" auf dem Meer im Vordergrund, zumindest auf der ToDo-Liste... ;)

    So gesehen "freeriden" die Fahrer beider Kategorien. Die erste Kategorie bildet übrigens - zumindest in Deutschland / Österreich / Schweiz - m.E. die deutliche Mehrheit unter den Windsurfern.

    Letztendlich, und da sehe ich tatsächlich einen maßgeblichen Unterschied, haben die Fahrer der zweiten Kategorie zumindest die reelle Chance, irgendwann mal im Lernprozess da hinzukommen, wo sie mit einem Waveboard einigermaßen kontrolliert in der Brandung windsurfen können. Die Fahrer, die auf einem Freerideboard darauf hoffen bzw. sich darum bemühen, auf eine Könnensstufe zu gelangen, die das ermöglicht, schaffen das - nach meinen Beobachtungen - in aller Regel nicht.

    Das klingt fatalistisch und ziemlich absolut, was es nicht soll! Es gibt auch nicht das "niemals", also Ausnahmen immer! Viele Wege führen bekanntlich nach Rom, aber man könnte natürlich die Autobahn nehmen, die direkt nach Rom führt. Und es gibt natürlich auch Fahrer, die haben das Windsurfen in der Brandung überhaupt nicht zum Ziel, voll akzeptiert!

    Aber wenn die das zum Ziel haben, kann ich die hinter den oben geschilderten Beobachtungen liegenden Ursachen verschiedener Lernprozesse kausal - also auf der Ebene der Bewegungslehre - gut begründen, weshalb ich diesen dann auch ein Freewaveboard nahelege. Die Begründung der Zusammenhänge würde hier den Rahmen sprengen, steht in der dritten Auflage... :)

    Aloha

    Claudio

  • Finne für Strömungsreviere

    • Claudio
    • 26. September 2026 um 19:43
    Zitat von Django
    Zitat von Claudio
    Zitat von Daniel2

    Uralter Thread, aber interessante Frage. Würde mich auch interessieren. Vielleicht ist ja jemand erleuchtet :)

    Ist die Strömung nach Lee gerichtet, was zumindest in der Brandung meist mehr oder weniger der Fall ist, brauchst du im Vergleich zu einem Revier mit null Strömung eine größere Finne. (...)

    Aber ich habe auch schon Verhältnisse erlebt, das gabs eine massive (!) Strömung in Richtung Luv. (...)

    Das kann ich nachvollziehen und würde ich so auch unterschreiben. Denn im ersten Fall wird der Wind reduziert (durch Abdrift nach Lee) und im zweiten Fall wird er verstärkt. (...) Gleichzeitig sollte man aber in beiden Fällen auch das Segel anpassen, durch den Trimm oder sogar in der Größe. Und im Extremfall sogar ein anderes Board wählen.

    Hey Diango,

    ja, da gehe ich mit, ist aber recht theoretisch!

    In der Praxis würde ich bei starker Strömung nach Lee - nehmen wir an, ich fahr ein 4,0er - vielleicht dann das 4,4er, wenn ich mit 4,0 bei null Strömung noch recht flott, aber doch schon an der Unterkante des Segels unterwegs wär. Wenn das 4,0er "normal" angepowert ist, nehm ich wegen Strömung kein anderes Segel, schon garnicht ein anderes Board!

    Dazu muss man sich die Relationen zwischen einer möglichen Strömung in km/h und der Windgeschwindigkeit in km/h vor Augen führen. Wenn du jetzt, wie du ja faktisch richtig argumentiert hast, eine Strömung - sagen wir, es handelte sich im Durchschnitt (!) um 3 km/h (das ist im Durchschnitt nach Lee schon ziemlich viel!) - von der Windgeschwindigkeit abziehst (schau mal auf einschlägige Windtabellen), kommst du nicht auf einen Wind, der dir grundsätzlich ein größeres Segel aufnötigt. Halt echt nur im Grenzbereich! Dazu treten Strömungen übrigens nie gleichmäßig, sondern je nach Bereich sehr variabel auf, was sie ja auch sehr gefährlich macht! Ich hab dieses Thema in meinem Buch mit dem Titel "Windsurfen in der Brandung" nicht umsonst in einem umfragreichen Kapitel behandelt. Strömungen können 10 km/h erreichen, aber nicht im Durchschnitt nach Lee (absolute Ausnahmen bestätigen die Regel), sondern nur in bestimmten Bereichen und da sollte man wissen, wie man sich verhält!

    Was aber praktisch bei Strömung nach Lee zum Problem wird ist, dass du ewig fährst, um Höhe zu machen. Es ist ja praktisch so, dass du in der Brandung Höhe vernichtest, weil du beim Rausfahren abfällst, um für einen Sprung Tempo zu machen. Und beim Reinfahren in der Brandung vernichtest du auch Höhe beim Abreiten. Dann fährst du ja raus in die Dünung, um die Höhe wieder reinzuholen. Wenn du nun noch eine Drift nach Lee durch 3 km/h Strömung hast, das merkst du!: Weil du ewig in der Dünung unterwegs bist, nur um Höhe zu kloppen!

    Und dann bringt etwas mehr Finnenfläche eine Menge: Du kannst etwas höher an den Wind ziehen und das Höhemachen ist effektiver. Also, ich fahr mit meiner kleinen Schüssel auf der Bottomturnseite eine 14er (plus 8er Minituttle) und auf der Cutbackseite ´ne 15er (ohne Seitenfinne). Wenn ich nun anstatt der 14er ´ne 15er Finne drin habe, merk ich da nen deutlichen Unterschied beim Höhemachen!

    Zitat von Blitz

    Bei eure Theorien tauscht man dann Finne oder Segel wenn man die Brandung überwunden hat.

    Ich fahr in der Brandung das kleinstmögliche Finnensetup, weil: Dreht besser und ist auf denglisch: "looser" (für Lipslize, Taka usw. braucht man das ja). Wenn nun draußen in der Dünung eine Luvströmung herrscht, steht die Frage im Raum, ob du mit dem Höheziehen den Verlust in der Brandung ausgleichen kannst, wenn du mit deinem Standard-Setup fährst. Ansonsten würde ich entsprechend anpassen. Finnen größer oder eben auch kleiner.

    Herzliches Aloha

    Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 26. September 2026 um 18:51
    Zitat von Witchcraft Sailboards

    FSW ist im Grunde genommen auch Freeride.

    Hey Bouke,

    die Aussage triffst du - ich vermute das zumindest - aus der Perspektive eines Shapers? Worauf konkret beziehst du die aus dieser, deiner Perspektive von dir angemerkten Parallelen zwischen Freerider und Freewaver? Auf die Scoop-Rocker-Linie? Weil, wie du ja zurecht anmerkst, geht die Schlaufenanordnung und auch deren Positionierung bei Freewaveboards in der Tendenz in Richtung Waveboard?

    Oder wie siehst du das?

    Aloha

    Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 26. September 2026 um 18:40
    Zitat von blinki-bill
    Zitat von Claudio

    Weil, mit dem Freewaveboard - du hast das ja schon super argumentiert, warum - die nächsten Lernschritte, nämlich gut kontrollierte Kurvenfahrten mit dem Ziel Speedhalse deutlich, wirklich deutlich besser umsetzbar sind!

    Das „ Freewaveboard“ wie du es nennst ist wesentlich sensibler was den Kantendruck und die Belastung angeht. (...) Dazu annähernd Wavetsugliches Fahrverhalten. (...)

    Kontrollierte Speedhalsen bekommst du auf nem Freemover wie Magic Move bzw. Freerider wie Superride, Magic Ride, F-Cross, Rocket etc. einfacher und sicherer gelernt. (...)


    Hey Blinki,

    ich bin ja immer sehr interessiert an anderen Meinungen, daher auch gern hier ab und an im Forum...

    Was meinst du mit "wavetauglich"? Weil, aus meiner Sicht "wavetauglich" wäre ein Board, mit dem ich Wellen abreiten kann oder gut Springen kann. Diese Eigenschaften würde ich bei einem Freewaveboard definitiv nicht vermuten. Mit Blick auf deren Shape usw... Aber vermutlich meinst du was anderes?

    Und bezogen auf deine zweite Aussage (siehe oben), da hätte ich auch ein paar Fragen: Welche besonderen Vorteile im Lernprozess deiner Speedhalsenschüler hast du denn beobachtet, wenn du die auf einem Freerider beschult hast? Ganz konkret, im Unterschied zur Beschulung auf einem Freewavebaord? Welche Probleme traten auf beim Unterricht auf einem Freewavebaord auf, die auf einem Freerider nicht oder zumindest weniger lernhinderlich auftraten?

    Ich habe oben jetzt "Speedhalse" geschrieben, aus sehr konkreten Gründen! Aber das ist nebensächlich, nenn es wie du willst. Sagen wir einfach, es geht um das Lernziel durchgeglittene Halse, also so, dass das Board ruhig, also gut kontrolliert durch die Halse gleitet und am Ende wirklich noch voll am Gleiten und nicht am Parken ist. Da will man ja hin, zumindest wollen da viele hin und darum ging es mir ja auch explitzit bei der Diskussion um ein dafür geeignetes "Lernboard".

    Interessiert mich wirklich sehr, welche Erfahrungen du da gemacht hast!

    Herzliches Aloha

    Claudio

  • Board für starken Chop / chaotische Welle gesucht, Schwerer Surfer

    • Claudio
    • 25. September 2026 um 17:32
    Zitat von jensemann

    Claudio Ich melde auf jeden Fall mein Interesse daran an. Bin ja auch oft in der Ecke Halli/Fehmarn/DK. Mein Level stagniert seit Jahrzehnten...

    Hey Jense,

    ja, danke für deine Rückmeldung (und das implizite Vertrauen!). Ich würde dann sicher hier im Forum kundtun, sollte ich das von mir oben angedeutete Unternehmen - in welcher Form auch immer - in die Tat umsetzen.

    Herzliches Aloha

    Claudio

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