Wie kann man das Abtreiben des Materials verhindern?

  • Ich bin tatsächlich traumatisiert und geschockt, da ich heute mein Brett samt Rigg verloren habe und es so schnell vom Wind abgetrieben wurde, dass ich es einfach nicht mehr erreicht habe, ich bin also bei 7 Grad kaltem Wasser zum Ufer zurück geschwommen und war mir zeitweise nicht sicher, ob ich es schaffe. Es ging dann doch noch ganz gut, aber wenn mir das 500 Meter weiter draußen passiert wäre, dann hätte ich es vielleicht nicht geschafft. Es waren auf dem Untersee 6 Bft und der Wind war schräg auflandig. Ich checke mein Material immer gründlich und hatte Winterschuhe und einen warmen Anzug an und denke mir immer, wenn etwas kaputt geht, dann setze ich mich halt einfach auf das Brett und warte, bis ich an Land getrieben werde. Aber dass ich das komplette Material verliere, hätte ich nie für möglich gehalten. Irgendwie hat sich das Rigg nach einem Schleudersturz ungünstig mit dem Board verkeilt und lag immer so, dass der Wind hineingreifen konnte. Anfangs kam ich dem Material ein bisschen näher, aber dann trieb es sehr schnell von mir weg.

    Nun habe ich wirklich die Sorge, dass das ja theoretisch immer wieder passieren könnte, auch wenn es nun das erste mal nach 40 Jahren Windsurferfahrung passiert ist.

    Man kann einfach nicht bei jedem Sturz den Gabelbaum festhalten, eine Leash mach wahrscheinlich auch nicht viel Sinn. Außer warmem Neo und einer guten Schwimmweste (ich Vollidiot hatte meine Impact Vest zuhause gelassen) gibt es wahrscheinlich keine weiteren Möglichkeiten, mit solchen Situationen umzugehen. Oder habt ihr gute Tipps, wie man dieses schnelle Abtreiben des Materials verhindern kann?

    LG

    Patrick

  • Gute Güte. Die Horrorvorstellung....

    Zum Glück hast Du es zurück geschafft.

    Fährt Ezzy auf Tabou, Goya und RRD

  • wegtreiben bei auflandingen wind?

    Ja, das Material ist von mir weggetrieben, es ist ans Land getrieben worden, aber viel schneller als ich, ich habe das Material ziemlich weit draußen verloren und musste im kalten Wasser hinterherschwimmen und kam 20 Minuten später am Land an. Der Wind war schräg auflandig bis sideshore.

    Ist das so schwer zu verstehen?

  • ... dass ungetrenntes Windsurfmaterial so blöd zu liegen kommt, dass es quasi selbstständig davonsegelt ist mir in 40 Jahren noch nie passiert... da hattest du einfach Pech.


    Nur gut, dass Nix passiert ist. Warst du nach 20min Schwimmen schon unterkühlt? Dann wird es schnell lebensgefährlich.

  • ... dass ungetrenntes Windsurfmaterial so blöd zu liegen kommt, dass es quasi selbstständig davonsegelt ist mir in 40 Jahren noch nie passiert... da hattest du einfach Pech.


    Nur gut, dass Nix passiert ist. Warst du nach 20min Schwimmen schon unterkühlt? Dann wird es schnell lebensgefährlich.

    Ich war zum Glück noch nicht sehr unterkühlt, das Problem war mehr die nachlassende Kraft beim Schwimmen und die Atemnot, ich hatte immer das Gefühl nicht mehr genügend Luft in die Lunge zu bekommen und bald vor Schwäche unterzugehen. Wasser habe ich nur einmal geschluckt. Die Kälte hat bestimmt zur schnellen Erschöpfung beigetragen. Bei warmen Wasser hätte ich sicher länger schwimmen können, unter diesen Bedingungen waren 20 Minuten schon schwierig, vielleicht waren es auch 30 Minuten, ich konnte es natürlich nur schätzen und das Zeitgefühl ist in dieser Situation wahrscheinlich verändert

  • meist sind die Bedingungen dann so heftig, dass nach den ca 30 m sich die Lage des Riggs und Boards zueinander und zu Wind und Welle ändert - also kein "davonsegeln" möglich ist - maximal ein davonüberschlagen mit "Pausen" dazwischen

  • du hattest echt Pech - ist mir in dieser Form noch nie passiert - dafür immer mal wieder die Situation wie sie "dominik49" beschreibt.


    Was mich grad umtreibt ist die Frage - KEINER da der das gesehen hat und dein Material anders hingelegt oder dich kontaktiert hat?


    Ich kenne das Revier ja nun wirklich - aber bei der Reichenauer Schifflände ist für mich meist Ende mit weiter kreuzen - das "Gockelgehabe" einiger dort Anwesenden (v.a. im Sommer) brauch ich nicht mehr - ich schätze mehr die Gegenseitige Hilfsbereitschaft und bei Situationen wie du sie schilderst kümmer ich mich - in irgend einer Form.

  • Es waren nur noch zwei Winger in der Gegend und ein Windsurfer, keiner hat meine Notlage bemerkt, sie waren zu weit weg.

    Als ich dem Ufer näher kam habe ich den Spaziergängern am Ufer gewunken, aber gegen die Sonne hat man mich wahrscheinlich nicht gesehen.

    Mein Material kam 10 Minuten vor mir am Ufer an, keiner hat es beachtet.

    Auch die Mitarbeiter der Wasserschutzpolizei haben mich beim Schwimmen nicht bemerkt. Einer der Winger ist ein guter Bekannter von mir und er ist sehr gewissenhaft und hilfsbereit. Ihm war aufgefallen, dass er mich nicht mehr sah, aber er war der Meinung, ich sei vielleicht auf der anderen Seeseite an Land gegangen.

  • Manche sehen nix.


    Bei mir sind mal nach Mastbruch SIEBEN (jedes einzeln für sich) übende Einsatzboote - vor allem MOB-Manöver - weit über 30 min quasi Kreise um mich gefahren - ohne was zu sehen


    Ich konnte jede noch so kleine Aufschrift auf den Booten lesen. Dachte immer, der der jetzt auf mich zufährt, der hat mich jetzt endlich gesehen - dann dreht er wieder ab.


    Zum Glück habens mich und das 7.0 Slalomzeug nicht überfahren.


    Als ich noch fuhr (also vor dem Mastbruch), wurde es schon mal knapp ...

  • Wir versuchen im Winter bei Wassertemperaturen unter 6 Grad immer zu zweit Surfen zu gehen und uns auch wirklich immer im Blick zu behalten.

    Aber ja, natürlich kommt es vor, dass ich dann meine Partnerin mal nicht sehe oder gerade nicht 100%ig sagen kann wo sie gerade ist (besonders wenn ich selbst am Limit bin). Diese Momente sind mir dann sehr unangenehm.

  • Übel. Hatte das auch schon im Winter auf dem Grevelinger Meer. Keine Chance hinterher zu schwimmen. Nach ein paar Minuten hob das Segel ab,drehte sich und tauchte so ins Wasser dass die Abdrift stark gebremst wurde. Reines Glück. Nach so einem Erlebnis kommen Gedanken mit Surfen aufzuhören.

    Bei kalten Temperaturen sollten jeder Wassersportler auf die anderen achten und nur bei Bedingungen aufs Wasser die man sicher beherrschen kann. Pech hat man nicht im Griff, aber man kann es stark eingrenzen. Das ist das Einzige was man machen kann.

  • Übel. Hatte das auch schon im Winter auf dem Grevelinger Meer. Keine Chance hinterher zu schwimmen. Nach ein paar Minuten hob das Segel ab,drehte sich und tauchte so ins Wasser dass die Abdrift stark gebremst wurde. Reines Glück. Nach so einem Erlebnis kommen Gedanken mit Surfen aufzuhören.

    Bei kalten Temperaturen sollten jeder Wassersportler auf die anderen achten und nur bei Bedingungen aufs Wasser die man sicher beherrschen kann. Pech hat man nicht im Griff, aber man kann es stark eingrenzen. Das ist das Einzige was man machen kann.

    so geht es mir auch gerade 🙂

    Aber ich glaube, ich kaufe mir eine Prallschutzweste mit 50 Newton Auftrieb und dazu eine Restube mit 75 Newton Auftrieb und noch einen warmen Unterzieher unter den Neoprenanzug.

    Und ich werde definitiv noch mehr darauf achten, mich nur soweit vom Ufer wegzubewegen, wie ich bei den aktuellen Bedingungen wirklich problemlos zurückschwimmen könnte.