Ab wann im Board verkleinern

  • Das ist schwer zu sagen, da ja immer etwas Wind ist, wenn man mit so einem Board rausgeht und damit Vortrieb und Auftrieb hat.

    Bei ca. 69 kg und meinem 75l Loch ist das Board immer an der Oberfläche, auch wenn kein Gleitwind ist.

    Allerdings schaffe ich keine Dümpelwende und kein Segel Aufholen auf dem Board, was sicher an mir liegt.


    Es ist auch mein drittes Board !!!


    Wenn ich nur zwei hätte würde ich etwas grösseres nehmen, um öfter damit fahren zu können, also eher 85l.


    Wenn der Wind abnimmt und ich auf dem 75l Board nicht mehr gleiten kann gibt es zwei Optionen, nach Hause Schwimmen oder irgendwo weit in Lee ankommen und tragen. Das muss man wissen, wenn man sehr kleine Boards nutzt.

  • Mal ne ganz blöde Frage... Wenn Ihr ein Boardvolumen in der Höhe eures Körpergewichts fahrt, meinetwegen auch + 5 / 6 l, ist das dann ein Sinker? Also steht ihr dann mit den Knöcheln im Wasser wenn mal kein Wind ist? Ich kann mir das gar nicht vorstellen, so ein Brett in Gang zu kriegen.


    Ich schiele bei Dailydose übrigens schon in die Kleinanzeigen von kleineren Boards.... :D

    Da wird ein Lorch Freewave 95(aus Bielefeld) angeboten; dies wäre meine Empfehlung.

  • Bei mir ist mein 86 l Board definitiiv ein Sinker, bei knapp 80 kg Trockengewicht. Das 7er Slalomsegel kriege ich darauf auch niemals hochgezogen. Als der Wind mal sehr schlagartig weg war und ich noch nach Hause dümpeln konnte war ich bis zu den Knien im Wasser. Dabei muss die Boardnase aber immer noch zumindest in der Nähe der Oberfläche sein. Sobald man dann etwas Druck im Segel hat kommt das Board langsam an die Oberfläche, und dann kann man auch, genug Wind vorausgesetzt, angleiten.


    Im oben beschriebenen Szenario kam dann irgendwann ein fieser Winddreher/Windloch was dann zur Wasserung führte. War zum Glück vor Steinhude, da kann man überall stehen. Konnte dann hinterher im GPS aber schön sehen, dass dümpeln mit Wasser bis zu den Knien trotzdem noch doppelt so schnell geht wie Surfmaterial im brusttiefen Wasser hinterher zu ziehen (4 vs 2 km/h). Es lohnt sich in solchen Situationen also irgendwie aufm Board zu bleiben und das Segel weiter zu nutzen. Solange man genug Wind im Segel hat um sich ausbalancieren zu können, kommt man auch vorwärts, und zwar deutlich schneller als man Schwimmen kann.


    Gruß, Onno

  • Also wenn man ein Brett fährt was weniger Volumen hat als man selber Weigt Plus Ausrüstung nennt man das wohl einen Sinker. Ist eher ein altmodischer Begriff würde ich sagen. Den fährt man dann aber auch bei Bedingungen in dem genug Wind ist. In der Regel nimmt der Wind dann nicht so schlagartig ab,das kein Wasserstart mehr geht. Solange du also so aufs Brett kommst ist im Prinzip genug Wind, um ausreichend dynamischen Auftrieb zu erzeugen damit man ziemlich komplett über der Wasseroberfläche dümpelt. Auch wenn du nicht gleitest. Ist mir zumindest noch nie passiert das ich deswegen schwimmen musste.

    Wenn der Wind zu löchrig ist entweder was ausreichend grosses wählen oder nicht weit vom Ufer entfernen.

  • Das Schwimmen ist mir bisher auch nur auf dem Meer passiert.


    Wenn der Wind etwas schwächer wird, kann es schnell dazu kommen, das man im Dümpeln ist, dann wird man irgendwann von einer Welle abgeräumt. Wasserstart in dieser Situation ist mehr als schwierig.


    Aber Schwimmen gehört halt dazu, solange nicht ein Defekt der Grund ist, akzeptiere ich das als Risiko mit so kleinen Boards zu surfen.

  • Mein Homespot in Kroatien ist leider meist schräg ablandig und die ersten paar hundert Meter ist kaum Wind.

    Da geht kein Wasserstart, auch wenn draußen 7-8 Bft. sind. Von daher muss Dümpeln und notfalls Schotstart

    funktionieren. Ist halt eine spezielle Situation.

  • Vorsicht, Anekdoten-Alarm:

    In meinem über 25 Jahren Windsurfen auf kleinen Boards (Sinker sagte man schon damals nicht mehr...) habe ich erst einmal erlebt, dass der Wind komplett weg war und ich schwimmen musste.

    Das war auf Teneriffa, zuerst ganz normale Windrichtung NO und plötzlich hat er auf ~West (stumpf ablandig) gedreht, so dass man vom Bunker in Cabezo zum Atlantik Playa Hotel fahren konnte. Und dann war der Wind schlagartig komplett weg, wirklich auf Null. Selbst ein Schotstart hätte nichts gebracht, man wäre nicht vom Fleck gekommen.

    Der Hubschrauber hat 3-4 Kiter eingesammelt, soweit ich das erkennen konnte. Ein paar sind auch mit Booten geholt worden oder auch geschwommen. Es war wirklich plötzlich komplett windstill, irgendwie spooky und ein bisschen gedonnert hat es auch - wenn ich mich recht erinnere...

    Ich musste mein Material dann von Cabezo einmal durch den ganzen Ort bis zur Playa Sur schleppen, sicher über 1km weit und normalerweise downwind auf dem Wasser ganz schnell erledigt.


    Sowas kann aber eigentlich nur an Spots mit besonderer Topographie passieren, bei denen eine Änderung der Windrichtung dann ggf. solche Folgen haben kann - in Médano habe ich das aber auch seit ‘96 nur dieses eine Mal erlebt.


    An Deinen Spots an der deutschen Küste halte ich das für nahezu unmöglich. Da wird der Wind ggf löchrig und im Notfall liegt man mal ne Minute (die einem dann etwas länger vorkommen kann) im Wasser, wartet auf die Böe für den letzten Wasserstart und macht sich dann auf den Heimweg oder wartet am Ufer, ob der Wind nach Durchzug eines Wolkenbandes wieder zurück kommt.


    Meine aktuelle Startschot ist zwar ca. 18 Jahre alt, aber auf den kleinen Boards noch ungenutzt. Ich weiß gar nicht, ob ich das könnte... Wenn es hoch kommt, habe ich damit 5 Schotstarts auf meinem 105er gemacht - Beim Üben mit meinem Junior auf dem See...


    Apropos “See”: Da hatten wir neulich mal extrem böigen, ablandigen Wind (Dümmer, ost) und der Kleine hatte nach einer längeren Surfpause und dem komischen Wind Probleme mit seinem 76er, das er beim Anfahren dauernd in den Wind gedreht hat - vermutlich aus Angst, noch weiter nach Lee abgetrieben zu werden. Wir haben dann die Bretter getauscht, damit er mit 105 wenigstens erstmal entspannt ans Fahren kommt.

    Und ich war wirklich überrascht, dass ich mit seinem Board wirklich gut fahren konnte. Es hat sogar richtig Spaß gemacht, und das bei einem Wechsel von minus 29Liter auf 4L unter Körpergewicht. Das Große wäre allerdings noch entspannter gewesen und natürlich besser durchgeglitten. Trotzdem konnte ich auch mit dem kleinen zum Ausgangspunkt zurück kreuzen.


    Das meinte ich damit, dass das Volumen irgendwann ziemlich egal ist - wenn nur das Segel passt und der Spot nicht total speziell ist.

    Beim Dümpeln kommt es dann allerdings schon mal vor, dass das Board knietief unter Wasser geht. Kommt aber mit Bewegung auch schnell wieder hoch.


    Ich will damit aber nicht sagen, dass man sich krampfhaft auf ein kleines Board runterkämpfen muß und das “der heilige Gral des Windsurfens” wäre. In erster Linie muss es Spaß machen und zB mit Multifin-Boards oder nicht übermäßiger Breite ist etwas Extra-Volumen auch mit Überpower überhaupt kein Problem.

  • Ok Leute, Update...


    Also jetzt Mitte der Woche peile ich wieder an, surfen zu gehen, nach knapp drei Wochen Abstinenz wegen eines Infekts (…X/).


    Bei mir hat sich Board-mäßig ein bisschen was getan. Noch mal zur Wiederholung: ich habe ein 130l Freeride Board, ein 105 l Tabou 3S. Letzteres bin ich im Dänemark-Urlaub bei etwa 27 Knoten (meine bisherige Grenze...) gefahren. Es war ein Kabbelrevier und ich habe versucht, mich technisch zu verbessern hinsichtlich Gewichtsverlagerung, Kurswechsl etc., aber es war trotzdem noch ein ziemlicher Krampf. Besonders in den Manövern hatte ich das Gefühl, ich bewege ein Schlachtschiff. Ich habe ein paar Halsen probiert und ich habe das Board echt nicht auf den neuen Kurs drehen können. Frustig….


    Tja und dann habe ich ein paar alte Surfsachen verkauft und mir ein neu-gebrauchtes Tabou 3S von 2017 oder 2018 in 96 l gekauft und muss sagen, dass das ziiiiiiemlich geil ist. Ich merke, dass man das kleinere Board noch feiner steuern muss. Dafür muss ich wohl erst ein Gefühl entwickeln, denn eine zu grobe Fußsteuerung rächt sich gleich in der Verlust der Gleitfahrt oder in ein Davon-Schießen. Aber ich habe nicht mehr das Gefühl, ein viel zu großes Volumen herumwuchten zu müssen. Und neulich, als ich noch fit war, bin ich sogar bei 29 Knoten damit gefahren, was in meinen Augen eine Verbesserung darstellt :D Und witzigerweise klappen die Halsen auch gut. Es sind noch keine durchgeglittene Powerhalsen, und klar, oft falle ich noch rein, aber mir gelingt das Drehen des kleinen Boards besser als bei den größeren Boards.


    Wenn der Wind allerdings zu schwach ist, gelingt mir der Wasserstart nicht mehr so gut. Und dann auf 96 l im Kabbel einen Schotstart zu machen, ist echt ein krasser Balance-Akt.


    Tipps für den Wasserstart bei schwächelndem Wind? :/ Und um das Feingefühl für die Fußsteuerung zu erhalten muss man wahrscheinlich einfach nur üben, üben, üben, oder?


    Aloha!

  • Das klingt doch alles gut - viel Spaß damit.


    Der Wasserstart wird einfacher, wenn das Rigg leicht ist, nur dann ist es auch teuer.


    Bei wenig Wind kann man versuchen das Rigg ziemlich gerade über das Board zu stellen und dann mit der vorderen Hand am Mast das Rigg halten und sich selbst hochzuziehen, ist fast eine Turnübung, aber wenn ich keine Startschot habe die letzte Rettung.


    Manchmal geht es auch, dass Rigg in Lee senkrecht ins Wasser zu tauchen, also Achterlieck nach unten und dann den Mast greifen und das Rigg so hochzuziehen, ist auch etwas wackelig, hilft zumindest bei leichtem Material.

  • Wasserstart bei Leichtwind:

    über den Kopf bringen sollte ja nicht das Problem sein, auch bei Leichtwind (Voraussetzung). Segel breiter greifen, auf Halbwind ausrichten, hinterer Fuss eher näher an den vorderen Schlaufen mittig raufstellen, Arme wirklich sehr lang und während du noch im Wasser liegst, dass Segel mit Körperkraft (Schwimmbewegung mit dem einen Bein!!) hochdrücken. Den Schwung nutzen und weiterhin paddeln und aufstehen, gleichzeitig ein bisschen abfallen und das Board mit dem hinteren Fuss unter dein Gesäss/nahe an den Körper ziehen. Wenn du es schaffst, dass all diese Bewegungen gleichzeitig (!) und mit viel Gefühl ausgeführt werden, bist du quasi schon oben. Dich nicht am Segel hochziehen, bis es nicht vertikal steht. Der Körper berührt quasi immer das Board, so nah musst du sein - je weiter weg vom Board, desto schwieriger. Aktiv aufsteigen. Je mehr du mit den Beinen schwimmst, desto einfacher wird es.


    Schlussendlich hilft es im Verstänis, dass du wie eine Kerze vertikal aufsteigst und dich nicht hochziehen lässt. Wichtig ist auch, dass du den Körperschwerpunkt ganz nahe beim Board und so lange so tief wie möglich hältst.


    ist zwar ein wackliges video, zeigt aber schön, wie man lange tief bleiben muss. Bei wirklich wenig Wind kannst du auch am Mast/Unterliek halten, aber das würde ich noch nicht empfehlen.


    PS: Im Kabbel unbedingt tief in die Knie gehen (!) in der Halse und nach Bug und Kurveninnenseite lehnen


    "Ich komme von einer Farm in der Wüste, wo es weit und breit keine Wellen gibt. Also, wenn ich Wave-Weltmeister werden kann, dann kannst du es auch, wenn du nur willst - Live your dream!!"