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Meinung eines "Halbaussteigers" aus dem Windsurfen

  • XtremeWIPEOUT
  • 21. August 2012 um 16:01
1. offizieller Beitrag
  • XtremeWIPEOUT
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    • 21. August 2012 um 16:01
    • #1

    Ich wollte mal meine Meinung als "Halbaussteiger" aus dem Windsurfen kurz darlegen.

    Zuerst zu mir:

    Ich bin 18 Jahre, gehe in die 13. Klasse ( im Winter Abitur ) und surfe seit 2004.
    Vom Können her beherrsche ich aktuelle Freestylemanöver (Flaka, Shaka, CF Spock), fahre sehr gerne in der Welle (Tabletop, erste Backloop-Versuche) und auch freeridemäßig fahre ich Duck-, Power- und Laydownjibe voll durchgeglitten ( laut Meinung meines Dads bin ich einer der einzigsten Freestyler, der auch die Halsen spielerisch durchgleitet ).
    Im Sommer habe ich öfters als Surflehrer gearbeitet und war selbst schon an unzähligen Surfstationen weltweit.

    Im Sommer bin ich 5 Wochen in Dahab gewesen, wo ich zu dem Entschluss gekommen bin, aus dem Windsurfen "halb auszusteigen" bzw. deutlich weniger zu surfen als bisher.

    Es gibt viele Sachen, die mich aktuell an der Windsurfbranche stören und die mich zu der Meinung bringen, dass unser Sport, so wie er aktuell existiert, keine große Zukunft mehr hat.

    Mir ist aufgefallen, dass Windsurfen (vor allem in der Welle und Freestyle) auf Menschen aller Altersgruppen enormen Eindruck macht.
    Schon oft wurde ich gefragt, ob nicht beim Einstieg in den Sport helfen kann.
    Ein gewisses Grundinteresse ist schon da, das Bild vom Stehsegler mit Dreiecksegel etc. scheint durch manche TV-Publikationen des Windsurfens ( Köster im Sportstudio, Live Bericht vom WC Sylt.... ) der Vergangenheit anzugehören.

    Nur frage ich mich seit Jahren:
    Wieso erschweren wir den Einstieg ins Windsurfen so arg?

    Seit Jahren sehe ich Anfänger im Kurs, die bei 6-7 Windstärken rausgeschickt werden und anschließend mit dem Rettungsboot der Surfstation wieder an den Strand gezogen werden.
    Ob der- oder diejenige jemals wieder sich (freiwillig) auf ein Surfboard stellt, braucht man sich erst gar nicht zu fragen...
    Den Surflehrern und -stationen scheint es im diesen Punkt nur um das schnelle Geld zu gehen.
    Nachhaltigkeit steht weit weit im Hintergrund.

    Als ich selbst als Surflehrer gearbeitet habe, habe ich selbst bei 4-5 Bft. keine Anfängerkurse unterrichtet, da dies meiner Meinung nach kontraproduktiv ist.
    Da warte ich lieber auf 2-3 Bft. und die Anfänger machen schnell große Schritte und vor allem: Es macht ihnen Spaß!!

    Und wenn die Schüler dann erste Lernerfolge sehen und schon nach 3 Stunden Kurs mit Schwertboard Höhe laufen, Wenden etc. können (aus eigener Erfahrung), dann bekommt man oft das Feedback, dass die Schüler unbedingt weiter surfen wollen, nächstes Jahr wieder kommen und an dem Sport festhalten.

    Nächster Punkt:
    Leihmaterial an Surfstationen

    Manchmal schüttel ich mir den Kopf, wenn ich sehe, was an bestimmten Surfstationen als "Leihmaterial" ausgehändigt wird.
    Und nein, ich meine professionelle Surfstationen, nicht die "Surfstation" einer Touristenburg bspw. in der Türkei.
    2 Wochen Leihmaterial kosten halt mal schnell 300-350€ und an manchen Stationen bekommt man für den Preis locker
    2 Leihboards gekauft ( in Anbetracht des Alters und des Zustands ).

    Ein weiterer Punkt, mit dem sich Windsurfen ins eigene Fleisch schneidet, sind die Mondpreise für neues Surfmaterial.
    Nach Surfkursen verteile ich sehr gerne Materialprospekte an Surfschüler aller Altersklassen, die die Hefte begeistert durchblättern und die gezeigte Action bewundern.
    Wenn dann aber ein Blick auf die Preise geworfen wird und es steht neben einem Freestyleboard ein Neupreis von 1899€ (gewisse Marken sind schon bei den teuren Boards bei über 2000€ angekommen; wohlgemerkt für ein Serienboard!), dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn Jahr für Jahr weniger Surfmaterial verkauft wird und immer mehr nach ihrem Anfängerkurs das Handtuch werfen.

    Worüber ich mich ebenfalls aufrege, ist der unglaubliche Betrug seitens der Boardhersteller.
    " What you see is what you get " prahlen sie und versprechen eine Carbon-Kevlar Bauweise, die leicht, stabil und (sau)teuer ist.
    Nun ja, wenn man mal einen Blick auf gebrochene Boards ( aller Marken ) wirft, sucht man oft vergeblichst das Carbon bzw. es ist so wenig davon verbaut, dass eine Sauerei ist, dass diese Bauweise so überhaupt benannt wird.
    Stellt euch mal vor BMW bringt den neuen M3 raus und anstatt von 420 PS und 4000cm^3 Hubraum besitzt dieser eben nur 350 PS und 3,5 Liter Hubraum mit der Begründung, dass das ja eh keiner merkt.
    Man würde in Fachkreisen von einer Sauerei sprechen, wir Surfer scheinen nichts dagegen zu unternehmen...

    Es gibt noch weitere Punkte, die ich für nicht sinnvoll halte (1-Jahres-Produktzyklus; ein mit neuem Design versehenes (vom Shape her gleiches Board) als neues Modell rauszugeben etc. )...

    Weiterhin spielten bei meiner Entscheidung auch persönliche Gründe eine Rolle, nicht dass einer denkt, dass ich aufgrund der oben genannten Punkte allein das Windsurfen "halb aufgebe".
    Zum Einen schreibe ich im Winter das Abitur und nächstes Jahr fängt vorraussichtl. mein Wirtschaftswissenschaften-Studium in Frankfurt(Main) an.


    Was heißt das "Halbaussteigen" für mich?

    Ich werde Teile meines Surfmaterials verkaufen und zukünftig wohl nur noch 1-2 mal im Jahr im Urlaub surfen.
    Statt einem Kombi fahre ich nun einen Seat Leon ( Golf-Größe ).
    ...

    Ganz aufgeben werde ich das Surfen wohl dennoch niemals...

    VK: Maui Sails 2012 Segel - Global 4,2 / 4,7 und Loco 5,2 top Zustand - NP Hüfttrapez, Go Pro Hero HD, Oxbow Neopren neu

  • Flo
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    • 21. August 2012 um 16:31
    • #2

    XtremeWIPEOUT: Ich denke deine geschilderten Punkte stimmen im Wesentlichen. Ich denke, dass es vor allem der Kosten- und Zeitfaktor sind, die das Surfen so in die Nische gedrängt haben. Für Leute, die nicht am Meer oder in Küstennähe wohnen, ist das Surfen mit einem unglaublichen Aufwand und einer enormen Fahrerei verbunden. Und da die meisten Leute ihre Hobbys finden, solange sie noch Jugendliche sind, bedarf es schon sehr enthusiastischer Eltern, diesen ganzen logistischen Aufwand auch mitzumachen. Ich hatte das Glück, dass wir ein Ferienhaus an einem gut besurfbaren See in Nordseenähe haben und (damals) meine gesamte Familie inkl. Großmutter und Onkels und Tanten gesurft haben und der Materialstock auf unserem Grundstück für eine mittlere Surfschule gereicht hätte. Wenn mich meine Eltern jedes Wochenende zu irgendwelchen windigen Stränden hätten kutschieren müssen wäre es niemals was mit dem Surfen geworden.

    Dennoch Schade, dass Du so leichtfertig aufgibst - zumal man auch mit einem Kleinwagen sehr gut zum Surfen kommen kann. Frankfurt ist natürlich nicht optimal, aber sowohl zum Mittelmeer als auch z.B. Bretagne nicht so weit, als dass man das nicht in den Semesterferien oder an verlängerten WEen (an den meisten Unis läuft doch Freitags eh nichts mehr ;) ) mal hätte anvisieren können. Schade drum.

    Einmal editiert, zuletzt von Flo (21. August 2012 um 16:32)

  • t36
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    • 21. August 2012 um 16:45
    • #3

    XtremeWIPEOUT,

    Du bist nicht verantwortlich, ob die Sportart Windsurfen überlebt, ob die großen Surfkonzerne möglichst viel verkaufen, ob die komplett bescheuert sind mit deren idiotischer Material- und Preispolitik und du bist auch nicht für das (sportliche) Glück deiner Surfschüler verantwortlich.

    Du bist ein sehr junger Mensch am Anfang seines beruflichen Lebens (zähle Studium dazu) und deine Aufgabe ist es (sehr interessant in der japan. Philosophie) in erster Linie dir selber, deinen Eltern und der Gesellschaft gerecht zu werden. Surfen ist nur ein Hobby ...

    Warum du also deinen Surfteilausstieg hier ankündigen und rechtfertigen mußt, ist mir ein Rätsel? Mir den Worten eines großen Frankfurters: "Lebbe geht weiter"

    Einmal editiert, zuletzt von t36 (21. August 2012 um 16:52)

  • daddy_o
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    • 21. August 2012 um 16:55
    • #4

    Hi, genau betrachtet tummeln sich hier sehr viele "Halbaussteiger", ohne zu wissen, daß sie so heißen.

    Berufliche und familiäre Verpflichtungen fordern ihren Tribut. Oder man wohnt aus diesen Gründen weit weg vom Meer.

    Auch wir ärgern uns über einige Preisentwicklungen. Aber wir kennen auch noch die Zeit ohne ebay und Direktversender.

    Beim liebsten Hobby fragt man eben nicht immer nach Preis-Leistung oder Aufwand-Nutzen.

    Daß vielen Surfschülern der Aufwand und die Kosten nach dem Kurs um beim Surfen zu bleiben zu hoch sind ist nicht neu und liegt nicht unbedingt am Wind beim Kurs. Ich glaube eher deiner Generation geht's da mehr um die Fotos, die man bei Facebook posten kann. Image ist alles. Im Winter dann Snowboard usw.

    Wenn man sich wie du dazu entschließt mitten in die Republik zum Studieren zu ziehen sollte man den Frust darüber nicht der Surfindustrie in die Schuhe schieben.

  • XtremeWIPEOUT
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    • 21. August 2012 um 16:58
    • #5
    Zitat von Flo

    XtremeWIPEOUT: Ich denke deine geschilderten Punkte stimmen im Wesentlichen. Ich denke, dass es vor allem der Kosten- und Zeitfaktor sind, die das Surfen so in die Nische gedrängt haben. Für Leute, die nicht am Meer oder in Küstennähe wohnen, ist das Surfen mit einem unglaublichen Aufwand und einer enormen Fahrerei verbunden. Und da die meisten Leute ihre Hobbys finden, solange sie noch Jugendliche sind, bedarf es schon sehr enthusiastischer Eltern, diesen ganzen logistischen Aufwand auch mitzumachen. Ich hatte das Glück, dass wir ein Ferienhaus an einem gut besurfbaren See in Nordseenähe haben und (damals) meine gesamte Familie inkl. Großmutter und Onkels und Tanten gesurft haben und der Materialstock auf unserem Grundstück für eine mittlere Surfschule gereicht hätte. Wenn mich meine Eltern jedes Wochenende zu irgendwelchen windigen Stränden hätten kutschieren müssen wäre es niemals was mit dem Surfen geworden.

    Dennoch Schade, dass Du so leichtfertig aufgibst - zumal man auch mit einem Kleinwagen sehr gut zum Surfen kommen kann. Frankfurt ist natürlich nicht optimal, aber sowohl zum Mittelmeer als auch z.B. Bretagne nicht so weit, als dass man das nicht in den Semesterferien oder an verlängerten WEen (an den meisten Unis läuft doch Freitags eh nichts mehr ;) ) mal hätte anvisieren können. Schade drum.


    Enthusiastische Eltern habe ich teilweise, mein Vater surft seit knapp 30 Jahren, allerdings auch nur noch im Urlaub da wir im Südwesten kaum eine Möglichkeit haben oft aufs Wasser zu kommen.
    Wie ich aber geschrieben habe, werde ich das Surfen nie ganz aufgeben, dafür aber deutlich einschränken ( als Abiturient ist das Surfmaterial und der Transport egal ob per Auto oder Flugzeug extrem teuer und ohne Hilfe elterlicherseits nicht zu bewerkstelligen ).

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  • windsurfer1313
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    • 21. August 2012 um 16:59
    • #6
    Zitat von XtremeWIPEOUT


    Es gibt noch weitere Punkte, die ich für nicht sinnvoll halte (1-Jahres-Produktzyklus; ein mit neuem Design versehenes (vom Shape her gleiches Board) als neues Modell rauszugeben etc. )

    Dafür kriegt man dann aber auch das Vorjahresmodell u.U. zum halben Preis. Was mich freut, da mir das mit dem anderen Design egal ist.

  • XtremeWIPEOUT
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    • 21. August 2012 um 17:04
    • #7
    Zitat von daddy_o

    Wenn man sich wie du dazu entschließt mitten in die Republik zum Studieren zu ziehen sollte man den Frust darüber nicht der Surfindustrie in die Schuhe schieben.

    Ich wohne schon jetzt "mitten in der Republik" (Nähe KA) und beabsichtige überhaupt nicht irgendwelchen Frust der Surfindustrie in die Schuhe zu schieben.
    Vielmehr wollte ich meine Position darlegen und auf aktuelle Missstände hinweisen, die meiner Meinung nach deutlich gefährlicher für die zukünftige Existenz des Sportes sind.
    (Ich bleibe ja selbst noch beim Surfen und würde mir wünschen, dass diese tolle Sportart langfristig erhalten bleibt und (wieder) populärer wird.

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    • 21. August 2012 um 17:47
    • #8

    Im vielen Punkten hast du (zum großten Teil) Recht. Nur wir, der älteren Generation, sind auch zum Surfen gekommen, mit altem, schwerem Material. Surfen hat sich aber von ein Rekreationssport zu einem Extremsport entwickelt und wer heutzutage auf diesem hohen Nivo surfen möchte MUSS sein Leben danach einrichten. Job, Wohnort, usw. Mann kann nun einmal nicht am Freitagabend sagen ich gehe mal Windsurfen. Das ist nun einmal nicht für jedermann. Ich bin auf einer Insel aufgewachsen mit viel Freiheit und Wasser herum. Ideal zum Windsurfen. Trotzdem surfen nur ganz wenige. Genau wie jetzt auf den Kanaren. Wieviel Prozent der Bevölkerung windsurft? Ich denke mal nicht 1 prozent und dazu sind die meisten eingewandert wegen des Surfen. Die haben sich dafür entschieden deren Leben nach dem Windsurfen ein zu richten. Das kann Jedermann wenn er wirklich möchte. Und am Ende ist es doch völlig Wurscht wieviele noch so windsurfen wenn du dabei selber spaß hast?

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    • 21. August 2012 um 18:25
    • #9

    Hallo,

    in einigen Punkten hast du bestimmt recht, in anderen Punkten kann man unterschiedlicher Meinung sein.

    In dem Punkt mit dem überteuerten Material gebe ich dir allerdings total recht, die Preise sind so extrem ausgeufert, dass es schon nicht mehr schön ist. Aber da jetzt nur der Surfindustrie den schwarzen Peter zuzuschieben halte ich nicht ganz für richtig, andere Organisationen wie PWA oder dergleichen könnten etwas dazu beitragen, dass das Material etwas günstiger wird. PWA und CO leben eigentlich davon, dass es surfbegeisterte Leute gibt, ohne diese Leute, die zumeisst ja auch Surfer sind, würde diese Vereine dann auch wegfallen, daher sollten sie mal überlegen, ob diese ihr Regelemet nicht etwas anpassen könnten, so das dies dem Endverbraucher zugutekommt...

    Neilpryde rulez!!! :)

  • Chronos
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    • 22. August 2012 um 02:30
    • #10

    Hallo XtremeWIPEOUT,

    ich kann deine Empfindungen sehr gut nachvollziehen. Im letzten Jahrtausend hatte ich eine ähnliche "Karriere" - vielleicht mit nicht ganz soviel Rumgondelei in der Welt.

    Zum Glück hatte ich meinen Job an einer Station mit sehr familiären Klima - es spielte keine Rolle, was für Material jemand fuhr - welche Klammotten er/sie trug - ob viel oder wenig Geld - nichteinmal wirklich, ob jemand gut surfen konnte ... auch Anfänger wurden problemlos integriert, wenn sie gut drauf waren.

    Was haben wir gelacht über die Leute auf der "anderen Seite" - mit Nobelcamping und VWDS-Station - alle frisch geföhnt - mit Carbon-Masten natürlich und auch sonst dem allerneuesten Geraffel - das bei Halbwind quer über die Bucht gefahren wurde - per Hand umgedreht - und wieder zurück ...

    Ich weiss nicht, wie es heute ist - aber damals wurden dort Surfkurse streng nach Lehrplänen des VDWS abgehalten - die einfach 20 Jahre veraltet waren. So etwas wie ein Beachstart - auch einem Anfänger, der wenden und halsen kann, in 1/2 Std. vermittelbar - kam dort nicht vor. Nix gegen die Surflehrer - das waren meist coole Jungs - aber durch und durch eingebunden in das voll durchkommerzialisierte "System Windsurfen" - vom Board bis zum Aftershave. Das ist also gar nicht so neu.

    Und der VWDS erst, dieses weltumspannende Franchising-Unternehmen. Das waren einfach nur ein paar Typen, die gesagt haben "Wir sind jetzt zuständig, wir lizensieren euch, und jetzt rückt bitte mal die Knete raus!" Bezeichnenderweise saßen die in Bayern ... :ditsch:
    Geleistet haben sie jedenfalls nix - aber sie haben es geschafft, den Lebensfaktor Spaß in Normen und Rechte Winkel zu pressen

    Irgendwann ging mir das Drumherum um Windsurferei so auf die Nerven, das ich daran komplett den Spaß verlor und viele Jahre überhaupt nicht auf dem Wasser war - bis diesen Sommer.

    Und was sehe ich? Halbwind hin - absteigen, umdrehen - Halbwind her - jetzt in fullcarbon :D
    Dieselbe Klientel - auf extrem hässlich breiten Planken mit riesen Stacheln unten dran ...

    Der langen Rede kurzer Sinn - ich kann deine Ambitionen beim Unterricht, und auch deine "Systemkritik" sehr gut verstehen - und ich finde es auch heute noch viel befriedigender und sinngebender - Etwas zu erschaffen und weiterzugeben - als zu konsumieren.

    Sorry für den laberflash - Chronos

    Suche: Marchajs "Aerodynamik und Hydrodynamik des Segelns"

  • daddy_o
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    • 22. August 2012 um 08:23
    • #11

    Chronos:
    Manchmal denke ich am Spot auch, daß sich die Freundlichkeit mit dem Preis des Materials gegenläufig verhält. Aber ein anspruchvolles Revier und richtiger Wind selektiert die Affen schon raus. Oder anders gesagt: Unter 5,3qm kannste dich nett unterhalten.

    Das gibt´s aber in jedem Sport. Vom Biken will ich erst gar nicht anfangen. Wer dem Materialwahnsinn verpflichtet ist steht halt etwas unter Strom. Die Energie könnten sie dann besser beim Halse üben verpulvern.

  • Lurchi
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    • 22. August 2012 um 09:06
    • Offizieller Beitrag
    • #12
    Zitat von daddy_o

    ...Unter 5,3qm kannste dich nett unterhalten.


    ..... Danke :D Ich kann die Tage in der letzten Decade an 2 Händen abzählen in der wir hier im Süden Wind fürs 5,3 er hatten. ;) Aber es beruhigt mich schon wenn ich dann auf Fuerte bin das ich dann mit 4,7 eine nette Konversation betreiben kann. ;) ;)

    Aber mal im Ernst. Ich denke nicht das das grundsätzliche Verhalten am Spot unbedingt mit der Qualität und dem Kaufpreis des Materials zusammenhängt. Das ist eine reine menschliche Verhaltensweise.

    Man kann es auch andersherum sehen. Wenn da ein Anfänger endlich froh ist auf dem Brett kurz vorm gleiten zu sein und da spockt ihm einer vor der Nase rum - dann ist der auch gefrustet. Auch wenn es 10 mal gereicht hätte. Aber er kann es nicht einschätzen und steigt vom Board - voll gefrustet.

    Grundsätzlich sehe ich es so das einerseits Freundlichkeit, Rücksichtnahme und Offenheit vieles vereinfacht; anderseits haben auch die Leute Spass am Sport, die nicht so ein hohes Niveau haben.

    Viele Grüße,
    Michael

    5 Mal editiert, zuletzt von Lurchi (22. August 2012 um 09:08)

  • t36
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    • 22. August 2012 um 09:18
    • #13

    "anderseits haben auch die Leute Spass am Sport, die nicht so ein hohes Niveau haben."

    Hmm - in meiner Erinnerung an die Surfzeiten Anfang bis Ende der Achtziger war das surferische Niveau insgesamt viel niedriger als heute, aber bezogen auf alle Surfer auf dem Wasser hatte eine Mehrzahl der Surfer zu heute Spaß. Spaß haben hat nichts mit dem Fahrkönnen und nichts mit der Materialqualität zu tun, im Gegenteil.

    Wieviel gefrustete Surfer mit nicht adaequatem Material (geschweige denn, dass es korrekt getrimmt und aufgebaut ist) kommt frustriert aus dem Wasser und haut es in die Ecke unter wüsten Beschimpfungen über das arme Material?

    Durch die Surf, durch die Industrie und durch die "Superkönner" an jedem Revier ist Windsurfen zu einer Materialgetriebenen, Materialpreis zum Fetisch erhobenen Sportart verkommen...

    eigentlich gehts aber darum, einfach rauszugehen und alleine oder mit seinen Freunden zusammen Spaß zu haben.

  • daddy_o
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    • 22. August 2012 um 09:21
    • #14

    Ich finde die Koexistenz von Spockies und Surfanfängern klappt auf dem Tümpel am Brouwersdam sehr gut.

    Aber natürlich jede Jeck is anders, wie der Kölner sagt. Windsurfen ist und bleibt ein Nischensport mit vielen verrückten Akteuren. Und Naish ist unser König...

  • poseidon
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    • 22. August 2012 um 12:32
    • #15

    Hi,

    ich denke für einen 18jährigen sind das alles Luxusprobleme. Jemand der alles schon kann, alles schon erlebt hat und alles im Überfluss hat, braucht natürlich neue Herausforderungen.

    Zitat von XtremeWIPEOUT

    Statt einem Kombi fahre ich nun einen Seat Leon ( Golf-Größe ).


    Das ist ja eine echte Einschränkung. Es gibt viele Erwachsene, die den ganzen Tag arbeiten und sich so ein Auto nicht leisten können. Wo ist jetzt das Problem?

    Ich bleibe beim Surfen (seit 1988 mit eigenem Material, davor geliehen), wohne auch im Südwesten und mache das Beste daraus, habe allerdings auch keine so extremen Ansprüche.

    Gruß
    Poseidon
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  • racycat
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    • 22. August 2012 um 13:10
    • #16
    Zitat von t36

    eigentlich gehts aber darum, einfach rauszugehen und alleine oder mit seinen Freunden zusammen Spaß zu haben.

    So sollte es sein. Leider klappt das in unserer Gesellschaft nicht mehr.

    Racycat

    Einmal editiert, zuletzt von racycat (22. August 2012 um 13:14)

  • poseidon
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    • 22. August 2012 um 13:27
    • #17

    Hi,

    Zitat von racycat

    So sollte es sein. Leider klappt das in unserer Gesellschaft nicht mehr.

    ich denke da ist jeder für sich verantwortlich, die Gesellschaft hat da wenig mit zu tun. Oder meinst du die hohe Anspruchsdenke einzelner oder auch vieler?
    Ein Tag auf dem Wasser ist für mich wie Urlaub, auch wenn nicht alles perfekt war.

    Gruß
    Poseidon
    -------------------

  • daddy_o
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    • 22. August 2012 um 15:39
    • #18

    Ein junger Kollege von mir hat einen Kitekurs gemacht und aufgrund Windmangels zwei Tage gutgeschrieben bekommen. Die wird er aber nicht nehmen, da ihm die Fahrt und Unplanbarkeit des Windes nicht passen. Wassersport ist im seltensten Fall ein Sport auf Knopfdruck und daher für unsere durch die Welt jettende Jugend eher uninteressant.

    Spaß kann man nicht verordnen. Mir tut dieser Sport auf jeden Fall sehr gut.

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    • 22. August 2012 um 16:41
    • #19
    Zitat von poseidon

    Hi,

    ich denke für einen 18jährigen sind das alles Luxusprobleme. Jemand der alles schon kann, alles schon erlebt hat und alles im Überfluss hat, braucht natürlich neue Herausforderungen.


    Das ist ja eine echte Einschränkung. Es gibt viele Erwachsene, die den ganzen Tag arbeiten und sich so ein Auto nicht leisten können. Wo ist jetzt das Problem?

    Ich bleibe beim Surfen (seit 1988 mit eigenem Material, davor geliehen), wohne auch im Südwesten und mache das Beste daraus, habe allerdings auch keine so extremen Ansprüche.


    Hier schließ ich mich an!!! Habe nach 20 Jahren wieder angefangen, zusammen mit meiner Frau, fahren wirklich kein neues Material aber haben Riesenspaß! Nehmen immer unsere kleine Tochter mit, lernen eigentlich überall nette Leute kennen auch in den Surfschulen, die wir zum einsteigen nutzen. Die Sind alle Nett und Hilfsbereit, aber ich habe echt noch keinen gesehen, der sich z.B. über unser 90er Jahre Material lustig gemacht hat...Auch wir bleiben dabei!! Und Dank ebay ist alles gut!

    Shaka

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    • 22. August 2012 um 16:52
    • #20

    Wie heisst es so schön 'Jeder ist seines Glückes Schmied'.

    Ich kann die pauschale Kritik an der Surfindustrie, insbes. was deren Preispolitik angeht, schon verstehen und teile diese auch. Aber deswegen einem der schönsten (für mich absolut der Schönste!) Sportarten abzuschwören, verstehe ich nicht und kommt mir schon etwas schizophren und märtyrerhaft vor.

    Ich surfe jetzt seit fast 30 Jahren und hab mir am Anfang als Student das Geld für jedes Brett und Segel sauer neben dem Studium verdient. Gefühlt war das damals jedenfalls noch viel teurer wie heute.

    Wie schon oben geschrieben geht gutes Material wg. des hohen Preisverfall zu sehr guten Preisen her.
    Und es geht doch nix über ein guten Surftag, egal wo !! Nette Leute hab ich bislang überall gefunden und Spinner gibt es auch überall.

    @ XtremeWIPEOUT
    In diesem Sinne freue mich ich mich auf dein Coemback vom Halbaustieg !!

    Check out : http://odysseyofspeed.com - The different GPS Speedevent

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