Dümmer Schnack 2.0

  • Unfreiwilliger Sturz nach Luv dann, wenn

    1. urplötzliches Windloch, oder Schraler um an die 50°
    2. Trapeztampen reißt oder Trapezhaken bricht oder unfreiwilliiges Aushängen,
    3. massives, unbeherrschbares Spinout oder Finnenbruch,
    4. Mastbruch oder erheblicher Segelriss,
    5. ...

    und weit außenbords oder Rigg bereits nach Luv überzogen.

  • wobei bei 2. das Rigg nicht mit nach Luv kommt

  • Spielt das eine so große Rolle, wenn ich jemanden von hinten umniete und mir nicht auch etwas selbst die Schuld gebe stimmt mit mir doch irgendetwas nicht. Da fasele ich doch nicht von der andere ist aber nach luv ausgewichen weil er mehr wie 25° vom Kurs auswich. Verstehe schon das das ärgerlich ist, darf aber kein Grund sein dem anderen rein zufahren.

  • Sehe ich absolut genau so. Es ist wie bei jedem anderen mir bekannten Sport wo es um Bewegung geht : Der der von hinten kommt , hat Acht zu geben ! Rennradfahren, Skifahren, Rennsport etc etc etc. Im Gegensatz zur Straße (Rennradfahren z.B.) hat man beim Surfen fast IMMER die Wahl, wo und wie nah ich mit anderen surfe. Der hinter mir fahrende trägt also deutlich größere Verantwortung das Zauberwort lautet wieder gegenseitige Rücksichtnahme. Manchmal surfe ich auch dicht bei anderen oder hinter anderen Personen hinterher, dann aber BEWUSST (!) und mit dem Gedanken, dass er mir jederzeit reinfahren kann wenn ich nicht aufpasse. Ich fahre ansonsten mit so viel Abstand und mit so großer Vorausschau, dass eine Kollision immer (!) verhindert werden kann. Und wenn das nicht möglich ist, weil sich z.B. an dem Fleck zu viele Surfer zeitgleich kreuzen, dann leb ich mit dem Risiko oder verzieh mich nach luv...

  • Weil auch IFCA Regeln angesprochen wurde: hier gehts ja NICHT um eine Regatta. Schon logisch das man nach bestehenden Regeln Ausschau hält. Und bei ner Regatta ist es logisch das man auch dicht nebeneinnader herfährt.


    Aber das war ja wohl Freizeitsurfen, frei auf einem See. Da würde ich die Sorgfaltspflicht doch deutlich höher Einschätzen. Ich muss doch gar nicht erst so dicht an den anderen ranfahren das zu dieser Situtation kommt. Und eben als minimalabstand die typischen Begebenheiten beim Surfen beachten.

  • Sehe ich auch so. Auch, dass einer vor meiner Nase die Halse fährt ohne auf freien Raum zu achten, hab ich immer auf den Schirm

    Toll!


    Ich schaff das regelmäßig aber nicht immer. Wenn ich mich entscheide in Lee vorbeizufahren (etwa weil das grundsätzlich netter ist, oder der anderer Höhe zieht wo ich ev 10 Sekunden später nicht mitkann - zB Foiler), dann rechne ich NICHT IMMER, dass der vordere Windsurfer ansatzlos und ohne zurückzuschauen eine Halse einleitet.


    roki: Klar ist kdie beschriebene Situation eine Regatta. Aber wie Du schreibst sollte man nach adäquate Regeln Ausschau halten. Unstrittig wurden die KVR nämlich nicht für gleitende Windsurfer untereinander ersonnen!


    Wenn dann lieber IFCA als Straßenverkehrsordnung oder UCI, etc.


    @dkp: Kennst Du FIS-Verhaltensregel 5 (beim Carven) und die Sachverständigentheorie vom Fahrkanal?


    Rücksichtnahme ja, vorausschauendes Fahren ja. Kollisionen vermeiden: JA.


    Die Chance auszuweichen muss aber schon vorhanden sein (es ist nicht grundsätzlich der von hinten kommende der Depp). Hellsehen kann nicht verlangt werden.

  • Ich finds auch nicht komplett Verkehrt sich angucken was Regattaregeln sagen. Ich wollte nur den Unterschied betonnen das es sich um Freizeit handelt. Und da muss Ich mich so verhalten das Ich niemand anderes gefährde. Du sagst ja selber Hellsehen kann keiner. Gerade deswegen Ich mich so verhalten das Ich auch den Worstcase mit einkalkuliere. Man hat doch nie Ahnung wer der andere ist. Geradeausgleiten können viele aber je nach Könnenstufe sind die dann doch bei ner Böe überfordert. Oder erschrecken sich schlicht wenn einer nah vorbeifährt und dann kommt ne Panikreaktion...

  • Ich finde es auch scheiße wenn einer vor mir seine Halse genau so einleitet, dass er in mein Weg surft und beschwer mich danach mittels mimik und gestik sodass er vielleicht beim nächsten Mal vor Einleiten ein Schulterblick wirft. Und das ist für mich auch etwas anderes als ein ungewolltes oder gar unkontrolliertes hinfallen, ablegen des Riggs etc. Es ist halt wirklich wie im Straßenverkehr, mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmern ist stets zu rechnen! So sehe ich es beim Surfen, hatte bisher selten Berührungspunkte, aufgrund der erwähnten Tatsache dass die Reviere eigentlich groß genug sind.


    Ähnlich wäre auch ein Überholvorgang eines PKW bei über 130kmh auf der Autobahn. Ein rechtsfahrender PKW sieht diesen nicht, schert kurz vorher aus und im schlimmsten Fall knallts. Teilschuld trägt dann auch der überholende PKW fahrer, und hellsehen konnte der das auch nicht.


    Beim Skifahren ist es ähnlich. Wenn ich mit über 50 die Piste runterdüse dann kann ich auch nicht einen für Schuldig erklären , den ich mit nur einem Meter abstand überhole und dieser plötzlich richtungswechsel oder ähnliches unternimmt. Da wird in weiser Vorausschau nicht 1 nicht 3 nicht 5 sondern mindestens 10 oder besser 20m Abstand gehalten!

  • Toll!


    Ich schaff das regelmäßig aber nicht immer. Wenn ich mich entscheide in Lee vorbeizufahren (etwa weil das grundsätzlich netter ist, oder der anderer Höhe zieht wo ich ev 10 Sekunden später nicht mitkann - zB Foiler), dann rechne ich NICHT IMMER, dass der vordere Windsurfer ansatzlos und ohne zurückzuschauen eine Halse einleitet.


    roki: Klar ist kdie beschriebene Situation eine Regatta. Aber wie Du schreibst sollte man nach adäquate Regeln Ausschau halten. Unstrittig wurden die KVR nämlich nicht für gleitende Windsurfer untereinander ersonnen!


    Es gibt 3 Regeln, an die haben sich Windsurfer UNTEREINANDER zu halten:


    Backbordbug vor Steuerbordbug

    Lee vor Luv

    Überholer hält sich frei


    Die KVR regeln das Verhalten von seegehenden Schiffen (und das der Sportboote) auf hoher See (und ein paar ausgewiesenen Binnenwasserstrassen, die von Seeschiffen befahren werden können). Viele Binnenregeln der BinSchStrO basieren zwar auf den KVR, ebenso die der SeeSchStrO, haben aber auf den meisten Binnenseen 0 Relevanz.

    Viele Binnenseen werden bewirtschaftet im Nießbrauchrecht von städtischen GmbH's und die machen ihr eigenes Ding. Da hilft nur die einzelnen Seenutzungsordnungen oder die AGB's der Betreiber zu lesen, welche Extraregeln dort gelten.

    So ist z.B. auch überall anders geregelt, ob Segelboote Vorfahrt vor Windsurfern haben. Im Bereich der KVR und SeeSchStrO, auch der BinSchStrO stellt sich das nicht. Auf einzelnen Seen sind die Windsurfer den Seglern gleichgestellt.

    Insgesamt ist das wenig sinnvoll, aber es ist so und warum es gerade in Deutschland so ein Durcheinander gibt, ist mir völlig unklar. Andere Länder händeln das anders, Deutschland früher auch, aber hat sich vor ein paar Jahren mal wieder grundlos rückwärts entwickelt.

    Dieser Text wurde nach alter, neuer und eigener Rechtschreibung geschrieben und ist daher fehlerfrei!
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  • Es gibt 3 Regeln, an die haben sich Windsurfer UNTEREINANDER zu halten:


    Backbordbug vor Steuerbordbug

    Lee vor Luv

    Überholer hält sich frei

    Ich würde da noch eine vierte hinzufügen wollen: Wer seinen Kurs ändert hält sich frei.


    Wie würdet ihr denn freihalten definieren? Ich hörte beim Windsurfen immern wieder mal was von zwei Mastlängen, das finde ich grundsätzlich auch praktikabel. Reicht aber in dem Fall um den es hier geht leider nicht aus. Wenn ich (Slalomgeraffel, Raumwind, vollgas) jemanden anderes (Freemover auf Halbwindkurs, entspannt im Gleiten) mit zwei Mastlängen Abstand in Luv überhole und der urplötzlich nen Aufschießer/Wende fährt kann ich da nichts mehr machen. Kann ich aus eigener schmerzhafter Erfahrung so sagen (und ja, der Aufschießende hat das sofort als seinen Fehler eingeräumt und außer blauen Flecken ist nichts weiter passiert). Bei 30+ kn geht das alles ganz schön schnell, und die möglichen Kurvenradien doch eher langgezogen.


    Auf der anderen Seite, wenn ich mit Slalomkram unterwegs bin und auf Gleichgesinnte treffe und man sich einig ist, dass man jetzt mal guckt wer schneller ist sind zwei Mastlängen auf einmal sehr viel... Aber wie gesagt, dann ist man sich auch einig und achtet aufeinander und zeigt Halsen rechtzeitig an.


    Gruß, Onno

    wissen ist macht. nicht wissen macht auch nichts.

  • Deine vierte Regel gibt es aber nicht, es sind nur 3 offizielle Regeln. Und bei Booten ist das gegenteilig, auch aus sehr gutem Grund: Es besteht generelle Kurshaltepflicht bis zum (Manöver des) letzten Augenblick. ;-)

    Frei halten bedeutet für mich, dass egal was passiert, beide Parteien nicht in Bedrängnis kommen. Reisst der Trapeztampen unvermittelt, sind 2 Mastlängen möglicherweise zu wenig und der Lee-Fahrer hat den Mast auf dem Kopf.


    BTW: Lee vor Luv und für denjenigen in Luv, der unvermittelt dem Leefahrer durch Halse in die Quere kommen könnte (weil dieser vielleicht noch leeseitiger noch andere Windsurfer hat und auch nicht weg könnte): Es gibt Gründe, warum die Segel ein Segelfenster haben und ein Schulterblick muss obligatorisch sein.

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  • Und bei Booten ist das gegenteilig, auch aus sehr gutem Grund: Es besteht generelle Kurshaltepflicht bis zum (Manöver des) letzten Augenblick. ;-)

    Nichts anderes sage ich doch? Also vor Kursänderungen kurz prüfen ob man nicht gerade Kurshaltepflichtig ist sollte meiner Meinung nach (und der vieler anderer auch) schon noch drin sein. War vielleicht nicht ganz glücklich formuliert.


    Als Segler kann ich auch nicht einfach jemand anderem vor den Bug wenden, auch wenn ich nach der Wende eigentlich Wegerecht hätte.

    wissen ist macht. nicht wissen macht auch nichts.

  • Satz lautet richtig: Klar ist die beschriebene Situation keine Regatta. - Sorry für das einsame k vor die - es gehört vor eine = keine.

  • ...

    Lee vor Luv

    Überholer hält sich frei


    Die KVR ...

    Alles gut beschrieben inkl deutsches Wirrwar.


    Nach welchen Kriterien entscheidest Du für Windsurfer untereinander von wann bis wann es einen Überholenden gibt und wann wieder (oder weiterhin Lee vor Luv gilt)?


    Nicht direkt von achteraus ins Heck ist klar. Was wenn das Überholen in ein gleichschnell Nebeneinanderherfahren wird, oder man gar in Lee nicht durchkommt und zurückfällt?


    Die an die nächtliche Hecklichtführung angelehnte KVR-Definition fürs Überholen kann es ja nicht sein ...

  • Der Kollege hat aber keine Aufschiesser/ Wende gefahren, sondern ist einfach abgestiegen. Das er dabei etwas anluvt ist doch normal. Und bei 2 Mastlängen wäre wohl nichts passiert. Ich denke auch wenn er eine Wende gefahren wäre. Da musst du echt flott unterwegs sein um demann überhaupt nicht mehr ausweichen zu können.

  • Das ist wieder so typisch deutsch, wie würde Lanz sagen, das ist whataboutism vom Feinsten.

    Übrigens vielleicht sollte man dann einfach nicht überholen.


  • Wo siehst du deutsches Wirrwarr? Das ist Gesetzeskunde, die gilt für Jeden.


    Es hält dich niemand davon ab, in Luv zu überholen. Muss man nur machen und wenn man schon in der Position ist, überholen zu können, geht das locker auch in Luv. Lee vor Luv gilt immer, BB-Kurs vor SB-Kurs nunmal auch, ebenso wie sich der Überholer frei zu halten hat. Rücksichtnahme auf die Anderen ist das Gebot.

    Kann man Kurse und/oder Geschwindigkeiten nicht halten, hält man sich sowieso von allen anderen fern.

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