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Segeltuning

  • Tolion
  • 25. September 2015 um 22:20
  • Tolion
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    • 25. September 2015 um 22:20
    • #1

    Würde gerne all meine Segel mal feintunen, wie genau muß die Lattenspannung sein und bis wie weit dürfen die Latten nur gehen? ist es normal das die Latten bis neben den Baum gehen oder sollten diese den Baum grade so berühren?man soll ja leicht druck aufbauen damit sich ein wenig profil bildet , nur wiviel damit es nicht zu viel wird? bei mienem einen Segel ist es momentan so wenn ich die Länge und Gabelbaumlänge der vorgaben nehme sitzen die Latten genau neben dem Mast .Sicherlich kann ich nun nochmal den Gabelbaum verlängern aber dann sinds ja keine vorgaben mehr.

  • potz!
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    • 25. September 2015 um 23:38
    • #2

    Es gibt keine allgemeinen gültigen Regeln. Jeder Segeldesigner hat seine eigenen Vorstellungen. Du kannst nur die aufgedruckten Angaben einstellen und von dort ausgehend systematisch andere Einstellungen ausprobieren. Immer eine Sache ändern und dann wieder ausprobieren. Bei Segeln gilt es hier allerdings zu bedenken, dass der Schothorntrim von Vorliekstrim und Gabelhöhe abhängt. Wenn du also eine dieser zwei Einstellungen änderst, musst du das Schothorn neu einstellen um nicht zwei Änderungen auf einmal zu bekommen. Beim Schothorn ist relevant wie weit man es aus einer quasi ungespannten Position heraus spannt. Dazu kannst du einfach mit Daumen und Zeigefinger am Schothorn ziehen (du kannst so nur relativ wenig Kraft aufbringen) und dir merken wie groß der Abstand vom Schothorn zum Trimmbeschlag am Gabelbaum ist. Wie weit du das Segel aus dieser "Nulllage" durch Spannung oder bei manchen Segeln sogar zusätzlichem "Leine geben" herausbringst ist der eigentliche Schothorntrim. Wenn du jetzt z.B. herausgefunden hast, dass das Segel mit +1cm Schothornspannung gut funktioniert, aber die Gabelbaumhöhe ändern willst, verschiebst du erst die Gabel, prüfst dann wieder die "Nulllage" des Schothorns mit zwei Fingern und ziehst es dann mit dem Tampen 1cm aus der Nullage.

  • Django
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    • 26. September 2015 um 00:15
    • #3

    Ich weiß gar nicht, ob das mit neuen Segeln auch noch so funktioniert:

    Bei meinem betagten NP V6 Segeln ist es so, dass ich je nach Windstärke das Vorliek durchsetze.
    Bei starkem Wind entsteht durch das Spannen oben ein loose Leech (Achterliek weht locker aus, starker Twist).
    Bei leichtem Wind lasse ich das Vorliek nach, es entsteht ein größerer Bauch im Segel, weniger Twist,
    das ganze Segel wird bis oben mehr vom Wind genutzt.

    Das macht sehr viel aus, ich schätze mal mindestens 1/2 qm Segelfläche.

    Bei nachlassendem Wind habe ich schon draußen auf dem Meer treibend das Vorliek entspannt,
    und hatte dadurch wieder merklich mehr Power zum Angleiten.

    Die Spannung am Schothorn finde ich weniger entscheidend, ich ziehe höchstens wenige Zentimeter
    fest oder hänge (bei leichtem Wind) die Gabel nur ein, das reicht.

    Die Angaben auf den Segeln haben mich noch nie interessiert. Ich merke und sehe selbst,
    wie sich das Segel beim Spannen und Surfen verhält.

    2 Mal editiert, zuletzt von Django (26. September 2015 um 00:18)

  • potz!
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    • 26. September 2015 um 09:40
    • #4
    Zitat von Django

    Ich weiß gar nicht, ob das mit neuen Segeln auch noch so funktioniert:

    Es gibt sicher auch heute noch Segel die so funktionieren, aber eben auch welche die genau andersherum funktionieren. Viele Segel haben heute einen idealen Vorliekstrim und alles weitere macht man am Schothorn. Hinzu kommt, dass der Vorliekstrim entscheidet wie hoch im Segel der Druckpunkt liegt und damit auch wie sehr das Segel die Nase des Bretts aufs Wasser drückt. Daher würde ich das Vorliek nur im Notfall dazu nutzen die Leistung zu reduzieren.

  • Tolion
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    • 26. September 2015 um 10:10
    • #5

    UN diwe ist das nun mit den Lattenspannungen? sollten die Latten den Mast berühren oder nicht? bei mir laufen die LAtten unten nämlich neben den Mast ... so würden sie doch biem umschlagen gegen den Mast drücken...

  • PeeJott17
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    • 26. September 2015 um 10:52
    • #6

    Aloha.

    Grds. bei den untersten Latten immer soviel Spannung rein, dass die kleinen Querfältchen (also 90° zur Lattentasche) weg sind und die gleichgerichteten Falten im Segel verschwinden.

    Ab der Latte über dem Gabelbaum tendenziell weniger werdende Lattenspannung. Die oberste LAtte sollte nur ein klein bissel angezogen werden, da sie keine Krümmung haben soll...

    Das schiebt auch die Latte nicht am Mast vorbei, weil die Latte vorne in der Lattentasche (am Ende) anliegt....da kann man sie nicht "rausdrücken" oder sowas ;-))

    Also keine Angst ;)

    BAY-6868

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    • 26. September 2015 um 10:54
    • #7

    Hier mal eine komplette Aufpauanleitung für ein Cambersegel:

    https://vimeo.com/123173139

    BAY-6868

  • PeeJott17
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    • 26. September 2015 um 10:56
    • #8

    Hier mal eine für Segel ohne Camber:

    https://www.youtube.com/watch?v=W1NbiqdM6ak

    BAY-6868

  • surfmei
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    • 26. September 2015 um 14:20
    • #9
    Zitat von Tolion

    UN diwe ist das nun mit den Lattenspannungen? sollten die Latten den Mast berühren oder nicht? bei mir laufen die LAtten unten nämlich neben den Mast ... so würden sie doch biem umschlagen gegen den Mast drücken...

    Die Lattenspannung ist nicht der ausschlaggebende Faktor für die Position der Lattenspitze am Mast, sondern die Schothornspannung. Die per Schraube verstellbare Spannung sorgt dafür, dass die Falten aus dem Segel gezogen werden. Mehr sollte man sie nicht anziehen.

    Bei den gängigen Segeln ohne Camber liegen die Latten eigentlich immer mehr oder weniger seitlich am Mast an. Über die Schothornspannung kann man beeinflussen wie weit. Bei wenig Wind (z.B. für ein 5qm Duke) lasse ich die erste Latte über der Gabeln nicht nach vorn über den Mast vorstehen, Rotation immer noch gut; bei zunehmendem Wind dann etwa Mastmitte. Bei keinem meiner camberlosen Segel wird das Schothorn so stark durchgesetzt, dass die Latten den Mast nicht mehr berühren. Das würde das Profil zu flach machen und die Profilstabilität ginge z.T. flöten.

  • Tolion
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    • 26. September 2015 um 15:03
    • #10

    das ist nicht ganz korrekt durch die Lattenspannung bekommst du doch erst Profil ins Segel.... wenn man diese nur so weit macht das die Falten raus sind habe ich bei meinem noch kein Profil drinne. Wird auch gut bei dem gunsails video von peejott gezeigt... bei der oberen Latte hat er einfach nur soweit keine falten mehr sind aber ohne Profil

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    • 26. September 2015 um 16:24
    • #11
    Zitat von Tolion

    das ist nicht ganz korrekt durch die Lattenspannung bekommst du doch erst Profil ins Segel.... wenn man diese nur so weit macht das die Falten raus sind habe ich bei meinem noch kein Profil drinne. Wird auch gut bei dem gunsails video von peejott gezeigt... bei der oberen Latte hat er einfach nur soweit keine falten mehr sind aber ohne Profil


    Das Profil kommt durch den Segelschnitt, nicht durch die Latten. Auch Cambersegel haben oben kein profil selbst wenn du die latte festknallen würdest. Anders herum verliert es im unteren Bereich auch nicht sein Profil wenn man die latten entspannen würde.
    Grob gesagt stabilisieren die latten das segelprofill.

  • surfmei
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    • 26. September 2015 um 17:47
    • #12

    so kenne ich das auch. Es gibt Segel - auch Freeridesegel - die ohne Winddruck praktisch kein Profil zeigen. Das baut sich dann erst bei Winddruck auf. Andere - selbst manche Wavesegel - haben immer mehr oder weniger Profil, bedingt durch Segelschnitt und Mastbiegung im getrimmten Zustand. Das Anknallen der Lattenspannung sollte man auch nicht übertreiben, das könnte das Segel, die Lattentasche, die Nähte beschädigen. Lattenspannung ist eine Art Feintuning, ist man einmal damit zufrieden, muß man sie nicht mehr ändern; anders als Vor- und Schothorntrimm.
    Selbst bei meinen Cambersegeln läßt sich die Rotation eher durch Spacer als durch die Lattenspannung beeinflussen.

  • Django
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    • 26. September 2015 um 22:06
    • #13
    Zitat von potz!

    Es gibt sicher auch heute noch Segel die so funktionieren, aber eben auch welche die genau andersherum funktionieren. Viele Segel haben heute einen idealen Vorliekstrim und alles weitere macht man am Schothorn.

    Das ist interessant.

    Scheint da inzwischen ganz verschiedene Konzepte zu geben. Also Trim wieder vom Schothorn her
    verändern, so ähnlich wie vor ... 20, 30 Jahren.
    Meine Segel (NP, Gun, Gaastra) werden übers Vorliek getrimmt.

    Einmal editiert, zuletzt von Django (26. September 2015 um 22:09)

  • Slaughthammer
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    • 26. September 2015 um 22:58
    • #14

    Also meine Gunsegel fahre ich eigentlich nur mit einem Vorliekstrimm. Hab da jetzt schon öfter ausprobiert, da mal was anzupassen, dadurch ist die Performance aber immer schlechter geworden! Klar kann man mit einem geschlosseneren Achterliek die Angleitleistung verbessern, aber man reduziert damit gleichzeitig die Höchtgeschwindigkeit sehr SEHR deutlich. Zum einen weil man das Segel auf Grund des höher liegenden Druckpunktes weniger lange Dicht halten kann, dann wird das Segel weniger Druckpunktstabil, und zu guter letzt bekommt man das Board dann nicht mehr in eine freie Gleitlage. Lediglich wenn man schon aufm kleinsten Segel ist und bei Höllenchop um Kontrolle ringt und die Gabel schon ganz unten und der Mastfuß ganz vorne sind, kann man mal die Vorliekspannung etwas reduzieren, um halt das Board flach zu halten. Kostet dann aber auch v-max, aber das holt man dann im Durchschnitt durch die bessere Kontrolle wieder raus.

    Die Kunst des trimmens ist es, diesen Sweet Spot des Vorliekstrimms zu finden. Der hängt aber auch noch vom Rest des Setups ab, je nach dem ob die Finne viel oder weniger liftet, ob das Board viel oder wenig Lift braucht etc. Feintuning geht dann über Gabelhöhe und Mastfußposition.

    Am Schothorn trimme ich dann, wie viel Power ich vom Segel haben will. Da können dann beim 9,5er auch schonmal -5 cm eingestellt sein. Am Schothorn wird erst gezogen, wenn der Druckpunkt anfängt zu wandern, ansonsten gilt: Maximal wenig Spannung! Nur soviel ziehen, dass das Segel gerade eben noch neutral bleibt. Da ist gerade bei den großen Segeln ein Schothorntrimmsystem sehr praktisch.

    Man sollte vielleicht dazu sagen, dass das jetzt speziell für Slalomgeraffel ist, aber grundsätzlich gilt das für alle anderen Flachwassersegel von Gunsails (und vieler anderer Hersteller) auch.

    TL;DR: Am Vorliek wird über das Twistverhalten die vertikale Lage des Druckpunktes eingestellt, am Schothorn horizontale, und wie tief der Bauch ist, und damit wie viel Power das Segel produziert.

    Gruß, Onno

    wissen ist macht. nicht wissen macht auch nichts.

  • daddy_o
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    • 27. September 2015 um 08:16
    • #15

    Das beste Segeltuning geht über die Wahl des Mastes.

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