Mistral Syncro Verjüngungskur

  • So, hab mich jetzt auch mal an was Größeres herangetraut. Noch kein kompletter Selbstbau, sondern eine Art Verjüngungskur.


    Im Winter hab ich sehr günstig einen Mistral Syncro 82 als Bastelboard geschossen. Modelljahr 200?

    Ursprünglich wollte ich eigentlich nur die Nase kürzen und die Finbox von US auf PB tauschen.

    Letztendlich ist dann was ganz spannendes drauf geworden:

    • Nase kürzen (229->220cm)
    • Finbox tauschen (US->PB)
    • Mastschiene tauschen
    • Fußschlaufenplugs ersetzen (Doppelgewindeinserts)
    • Außenlaminat tauschen (Glas->Carbon)
    • Neue Footpads, Dekor, Standlack


    Vorweg sei noch gesagt, dass ich mir daraus keine besseren Fahreigenschaften verspreche oder Ähnliches. Ich hab Spaß am Basteln und wollte wissen, was möglich ist. Dabei hab ich unzählige Sachen dazugelernt und würde beim nächsten Mal einiges anders machen. Die vielen Beiträge hier im Forum haben mir geholfen bei der Planung und mich inspiriert. Besten Dank dafür!


    Leider hab ich nicht alle Arbeitsschritte dokumentiert aber ein paar Bilder sind dabei schon entstanden.


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  • Außenlaminat entfernen und nacharbeiten und neu laminieren

    Stellenweise konnte ich schon recht viel auf einmal abziehen, an anderen Stellen hab ich mit den Metallspachtel nachhelfen oder schleifen müssen. Hab insgesamt etwa einen Nachmittag im Garten gedauert. Waren aber gut 2,4kg !!


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    Die dadurch entstanden Macken im Hartschaum hab ich mit PU-Schaum gefüllt und geschliffen.

    Das Unterwassers hoffe am Bug hat so eine längliche Vertiefung, die mir beim Laminieren vermutlich Schwierigkeiten gemacht hätte. Also hab ich sie mit Hartschaum aufgefüllt und am Unterwasserschiff mit V und Konkaven angepasst.


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    Laminiert wurde das Board dann mit 200er Carbon, an den Rails überlappend, Mastschiene, Fußschlaubenbereiche und Finbox doppelt belegt.


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    Mehrmals gespachtelt und geschliffen. Epoxy mit Mikroballons und Farbpigmenten.


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    Standlack besteht aus Epoxy mit Glasgranulat, aber leider zu groß/scharf. Hab es nachgeschliffen. Vielleicht mach ich den nochmal neu.


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  • Footstrap Gewindeinserts

    M6 Edelstahl Einschraubmuttern in 8,4mm Carbonplatte mit XPS drunter


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    Leider hab ich keine unten geschlossenen Muttern gefunden, würde ich aber eher empfehlen, so hoffe ich halt, dass es dicht bleibt unter der Schraube. Hab das XPS noch mit Mumpe ausgefüllt im Schraubenloch und auch mit Mumpe und einer Lage Carbon im Board verklebt


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  • Finnenbox PB Selbstbau

    Habe mit Dremel im Bohrständer die PB Outline in zwei Hälften PU-Schaum gefräst und mit der Feile nachgearbeitet. Mehrere Lagen Carbon um die Urform gelegt, die PU-Hälften mit viel Mumpe eingestrichen und per Schraubzwingen auf die Urform gepresst.

    Die Finnenschaube ist übrigens auch gleichzeitig auch die hinterste Schaube des hinteren Footstraps.


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  • Mastschiene Selbstbau

    Zwei Formhälften gefräst und im Vakuum mit Carbon laminiert. Dann mit einem Abstandshalter aus POM und Schraubzwingen mit der PU-Bodenplatte und Carbon verklebt. Im Board mit Mumpe eingeklebt.


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  • Übrigens ist das Board auch einen ganzen Ticken leichter (7,2kg->5,5kg) geworden, was mich auch sehr gefreut hat. Hoffentlich hält es... Gefahren bin ich es im neuen Zustand aber noch nicht.


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  • Hallo Ruben

    Interessant gemacht:thumbup:

    Wie hast du die Position der Powerbox bestimmt??die US Box ist ja doch länger.


    Mfg

    hab die durchschnittliche Finnenpostition genommen. Glücklicherweise war diese ziemlich genau so, dass die mit dem Footstrap drüber genau gepasst hat.

  • Hahaha... ja, das war echt gewagt. Aber leider der einzige Platz dafür. Hab mir deshalb diese großen Platten als Tisch drunter gelegt. Nachteil dabei war halt, dass ich nicht so nah ans Board gekommen und ziemliche Verspannungen im Rücken bekommen hab...

    Zu erst hab ich das Carbongewebe auf dem Tisch getränkt, dann aufgerollt, Ständer auf den Tischbund Brett drauf, dann das Gewebe auf das Board übertragen. Bei diesem Schritt haben sind aber oft die Fasern wieder verschoben. Falten waren nur schwer wieder rauszubekommen. Mit mehr Platz zum Arbeiten Und einer zweiten Person wäre das bestimmt viel entspannter gewesen. Trotzdem hatte ich ne Menge Spaß dabei. Für mich ist das auch der spannendste Part gewesen... mal macht so viel in der Planung und Vorbereitung, steht ein bisschen unter Zeitdruck, flucht wenn was nicht so klappt, packt alles ein und muss dann 24h warten bis man das Ergebnis sieht 😅

  • Cooles Projekt und klasse Ergebnis. Ich wünsche viel Spaß mit dem neuen Board :-)

  • Ja, so oft werde ich (90kg) das kleine Teil (80l) wohl nicht fahren. Wenn‘s gut läuft, vielleicht 5mal im Jahr... Hoffentlich kommt bald mal wieder so ein Tag mit ordentlich Wind. Aber Danke!

    Dir auch viel Spaß mit deinem Board! Viele Ideen sind mir beim Lesen ua deiner Berichte gekommen und ich bin dir sehr dankbar für deine Erfahrung.

    Bisher hab ich ja nur kleine Sachen gebastelt. Aber die Möglichkeiten mit Fasern und Harz sind faszinierend!!

  • Die dadurch entstanden Macken im Hartschaum hab ich mit PU-Schaum gefüllt und geschliffen.


    Standlack besteht aus Epoxy mit Glasgranulat, aber leider zu groß/scharf. Hab es nachgeschliffen. Vielleicht mach ich den nochmal neu.


    Hi Ruben,


    super umgesetzt soweit ich das beurteilen kann! Dein Projekt hat mich motiviert auch endlich meinen Tabou 3s einer Verjünungskur zu unterziehen. Die hälfte habe ich bereits runter geschliffen.


    Wie hast du die Macken im Hartschaum ausgeglichen / angedrückt / gepresst?


    Welches Glasgranulat hast du verwendet?


    Gruß Jonas

  • Die Macken im Hartschaum habe ich mit PU-Schaum von Bacuplast ausgeglichen. Wenn man mal den Dreh raus hat mit dem Zeugs, geht es echt ganz gut. Vor allem, wenn man es kurz nach dem ersten Aufschäumen nochmal verrührt. Dann ist es sehr klebrig und schäumt ein kleines bisschen nach, ergibt aber ein viel druckfesteres Produkt. Nach etwa ein bis zwei Stunden konnte man es wieder gut schleifen. Dann mit Epoxy und Microballons gespachtelt...


    Glasgranulat hab ich bei eBay besorgt. Hätte aber besser ein feineres nehmen sollen. Mir ist die Körnung zu rau/scharf. Wenn du aber was davon haben möchtest, schick mir deine Adresse. Hab noch ein paar Hundert Gramm hier, das ich dir gerne abgebe...

  • bin auf dein Ergebnis gespannt. Drücke dir ganz fest die Daumen und wünsche dir viel Spaß.

    Vielleicht kannst du auch einen kleinen Baubericht schreiben und Bilder machen

  • So, vergangenen Samstag konnte ich das Board am Brouwersdam bei 30-35kn testen.

    Ich 90kg mit Severne Gator 4,2qm und Lorch Platinum Wave Finne 25cm


    Allein den Gewichtsunterschied merkt man deutlich. Das Board hängt so leicht am Fuß! Angleiten war super. Bei ausreichend Wind war ich schneller im Gleiten als mein Kumpel (75kg) mit 4,5er Segel und 96l Allride.


    Etwas skeptisch war ich mit der Mastschiene. Bin kein Fan davon, den Mastfuß mega stark anzuknallen. Sonst krieg ich ich nicht mehr auf.. Aber durch die starke Rundung im Deck hat der Mastfuß kaum eine Auflage und löste sich immer wieder mal ein bisschen (halbe Undrehung). Vielleicht überlege ich mir da noch was mit einer Gummiunterlage oder so..? Oder eher einen Two-Bolt??


    Die Dakine Fußschlaufen sind sehr bequem. Allerdings hat es fast den ganzen Tag gebraucht, bis sie einigermaßen eingefahren waren und ich ohne größere Probleme reingekommen bin. Anfangs haben sie keinen schönen Bogen geworfen, sondern eher einen spitzen Höcker. War dann nicht lustig bei Hack und Kabbel nur gegen die Schlaufen zu stoßen! Es sind die Dakine Slim Footstraps.

    Die hintere Schlaufe dreht sich ein wenig, da sie nur vorne doppelt verschraubt ist. Ich will versuchen den Bereich unter der hinteren Schraube noch mit grobem Glasgranulat und Epoxy gegen Verdrehen zu bearbeiten. Beim Auftragen des Standlacks hatte ich diese Stelle dummerweise angeklebt...


    Und ich musste erst noch zum Baumarkt, weil ich nen gravierenden Denkfehler bei der Finnenschraube hatte. Sie war zu kurz! Die Finnenschraube ist ja gleichzeitig auch die hintere Schraube der Fußschlaufe und geht durch die gesamte Deckbreite. Ich benötige also eine 80mm M6! Hatte aber nur 60er dabei... zum Glück war der Baumarkt nicht weit entfernt.


    Die Footpads sind ausreichend bequem. Habe das Dakine Front Food Pad verwendet und in den Fersenbereichen noch 5mm Neopren druntergeklebt. Bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. gefahren


    Es hat riesengroßen Spaß gemacht mit dem eigenen Umbau zu fahren. Auch, wenn ich gemerkt habe, wo ich nochmal nacharbeiten muss. Stolz bin ich trotzdem :-)

  • Astrein. Es gibt nichts cooleres wenn man bei der ersten Ausfahrt der Eigenkreation merkt, dass es wirklich ganz gut geworden ist. Glückwunsch:thumbup: