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5 Oceans

  • Kris
  • 22. September 2024 um 16:29
  • Kris
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    • 22. September 2024 um 16:29
    • #1

    Tach,

    hier kommen jetzt meine Ergüsse zum Thema 5 Oceans rein, wer den Erguss nicht lesen will, Bilder sind weiter unten 8o

    Vorwort:

    Vorab, Segeldesign, Boarddesign, Hydrodynamik, Aerodynamik etc fasziniert mich, habe ich schon damals im Starboard und MauiSails Forum sehr gerne verfolgt, ich habe aber eigentlich keinen Plan davon ^^

    Ich habe mich immer gefragt warum man von einem Flügel spricht, die Segel dann aber ohne Winddruck flach designed. Dann hat ein Mann namens Ezzy einfach angefangen seinen Segeln unglaublich viel Seam Shape zu verpassen und sie sahen dann tatsächlich aus wie ein Flügel. Bin ich aber nie gefahren weil die seit Anbeginn der Zeit immer als super soft und schwammig beschrieben wurden, wahrscheinlich weil die sehr wenig Vorliekskurve haben. Wie gesagt, ich hab wenig Ahnung von Segeldesign, aber das Konzept an sich hat mich fasziniert. Statt Ezzys sind es dann irgendwann Sailworks Hucker geworden, die haben brutal viel Vorliekskurve, lange Gabelbäume, Profil eher weit hinten und oben. Perfekt für große schwere Männchen wie mich. Und ich liebe die Teile immer noch, sehr direkt, kraftvoll und auch ein wenig anspruchsvoll zu fahren, im Handling akzeptabel, sind halt keine Wavesegel. In meinem Kopf wäre es die perfekte Symbiose die Vorliekskurve eines Hucker mit dem Flügeldesign eines Ezzy - sprich viel Seam Shape - zu kombinieren. Ziel, maximale Power in einem sehr breiten Windbereich und das dann eher direkt als super wabbelig.

    Demon Design / 5 Oceans:

    Matthew und Team verfolge ich schon ein paar Jahre, im Raceboard Bereich sehr bekannt und auch die Wavesegel unter 5 Oceans sahen interessant aus und haben eine loyale Gefolgschaft. Besonders die Nutzung ultraleichter Laminate aus dem Yachtbereich und den daraus resultierenden Gewichten haben einen gewissen Reiz, vor allem sollen die Teile auch noch haltbar sein. Und dann gab es halt irgendwann bei Kleinanzeigen das 6,4 Freewave zu kaufen, nur 8km von meiner Arbeitsstelle entfernt, auf den Bildern schon mit sehr tiefem Profil, ordentlich Vorliekskurve und den sündhaft teuren Laminaten. Könnte also meiner Vorstellung eines sehr guten Segeldesign sehr nahe kommen. Vor allem 5 Latten, bei 4 Latten und meinen grazilen 100+ kg habe ich eine Blockade. Ich brauche Segel mit maximaler Windrange, 4 Latten sehe ich da nicht unbedingt. Preis war auch sehr gut, also gekauft.

    Da bin ich nun also mit einem 6,6 Hucker und einem 6,4 Freewave, komplett andere Designs, das Hucker mehr Race- als Wavesegel, mit Tubelatten und dem oben schon genannten Profil und das Freewave als kraftvolles Bump and Jump mit deutlich kürzerer Gabel und dem Profil weiter vorne was ein deutlich spielerisches Handling verspricht, zumal es mit 3,1 kg auch über 1 kg leichter als das Hucker (ca 4,3 kg). Und zumindest an Land ohne viel Winddruck merkt man das schon sehr deutlich, das Hucker liegt da deutlich satter in den Händen. Und aus Erfahrung weiß ich auch, dass das Hucker auf dem Wasser kraftvoll zur Sache geht und eine sehr breite Range hat, also ideal in böigen Bedingungen. Mit sehr guter Beschleunigung und auch auf einem kleinen Slalomboard geht es sehr gut vorwärts, funktioniert also auf Slalom- und FSW Boards.

    Vom Freewave erwarte ich nicht, dass es sich wie ein no cam Slalom fährt, aber wenn es auf dem Wasser eine ähnlich breite Range hat, gepaart mit spielerischem Handling, dann könnten wir sehr gute Freunde werden.

    Bilder:

    Ich habe heute beide Segel aufgebaut, zunächst wollte ich wissen wie das Freewave mit einem 460 NoLimitz F.A.S.T. Mast aussieht, immerhin hat es gut 465cm Vorliek. Und ich habe optisch keinen Unterschied zum 430 5 Oceans Mast feststellen können. Vorlieksspannung ist deutlich höher und wahrscheinlich wird das Segel mit dem 460 nochmal etwas straffer auf dem Wasser sein:

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    Hucker und Freewave nebeneinander ohne Gabelbaum, man sieht deutlich wie wenig Shape das Hucker im Vergleich hat. Das Freewave fühlt sich dagegen an als könnte man es auch als Trommel benutzen können, da ist wirklich viel Spannung in allen Paneelen:

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    Beide Segel aufeinander gelegt, Hucker wie erwartet mit mehr Vorliekskurve und deutlich längerer Gabel (ca 18cm mehr), bin echt gespannt wie die sich auf dem Wasser unterscheiden:

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    Trimmbereich vom Freewave, das ist ca +1cm über neutral, da ist also noch Luft bis zum Highwindtrimm, und selbst dann ist noch deutlich Profil bis ins Top:

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    Profil ca +3 cm

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    "Highwind" +6cm (evtl?)

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    Beide nebeneinander:

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    Andere Perspektive, Hucker ist hinten übrigens +1 über neutral, Freewave ca +6cm. Gabelbäume sind 170-230 MauiSails, Widetail beim Hucker, normales Tail beim Freewave. Das Widetail brauche ich beim Hucker auch weil das Profil so weit hinten unter Winddruck tief wird.

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    Jetzt fehlt nur noch Wind!

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    • 22. September 2024 um 21:30
    • #2

    Echt viel Bauch für ein camberloses Segel! Das hat sicher Vorteile im Vortrieb, beim Angleiten, bei Überpower

    weiß ich nicht. Ich sehe auch Nachteile, im Handling durch das Umschlagen der Latten, Unruhe beim „im Wind halten“

    bei Böen und etwas schwerer aus dem Wasser zu bekommen beim Wasserstart, wenn das Profil nach unten im Wasser liegt.
    Bin gespannt, wie es sich bei Wind macht. :)

  • Kris
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    • 22. September 2024 um 21:56
    • #3

    Da ist so viel Spannung im gesamten Segel, ich mache mir da wenig Sorgen bei Überpower. Ob es so stabil wie das Hucker bei Hack ist, sehe ich hoffentlich bald, eine Latte mehr und 3 Tubes, das Limit ist weit oben bei dem Segel.

    Aufs Handling bin ich tatsächlich auch gespannt, an Land schlagen die Latten deutlich spürbarer um im Vergleich zum Hucker. Dafür ist es kompakter und deutlich leichter. Den richtigen Trim zu finden dürfte interessant werden, die Range ist offenbar groß, ca 4cm am Vorliek von fast kein Loose Leech bis zu dem Trim wie auf den Bildern. Wobei ich meine Segel generell mit relativ viel Loose Leech fahre, Sacktrim brauche ich bei Bump und Jump Bedingungen nicht. Und knapp 6cm übers Achterliek.

    Wasserstart ist glaube ich kein Problem, das Teil wiegt ja kaum was. Zumindest einfacher als ein Racesegel ?

    Hoffentlich kommt übermorgen endlich passender Wind, hab keine große Lust mit dem großen Material zu fahren ?

  • jensemann
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    • 23. September 2024 um 09:20
    • #4

    Interessantes und toll verarbeitetes Segel und da es sonst keinerlei Testberichte darüber gibt, ist Dein Test umso wertiger. Hatte damals ein großes Aha-Erlebnis beim Laminat-Segel Sailloft Bionic der 1. Generation: Durch das steife kaum dehnbare Material ein ultradirektes Ansprechen des Segels auf jede Windboe und dadurch guten Vortrieb generierend. Handling bei solchen Leichtgewichten deutlich verbessert besonders wenn im Top schön leicht. Nachteil empfand ich dann bei ruppigen Bedingungen, Kabbel, starke Böen: Da wurde das Segel dann aufgrund der Härte und Direktheit schneller anstrengend.

  • Kris
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    • 23. September 2024 um 12:30
    • #5
    Zitat von Demon Design

    Demon Design are the orginal lightweight scrim laminate sail designers. We have been using these fabrics in all our sails since 1984 and almost completely rejected monofilm (We do use it for windows) throughout those years. The reason? Good scrim laminates are lighter and stronger and importantly they have a stretch character. Stretch character means that the cloth has differeent stiffness at different angle of orientation and it means that if you have a clear plan you can do funky things with the loads that run through a sail. Funky things like changing the sail shape as it loads to increase its lift to drag ratio in a gust, or encouraging the mid leech to sag away and the top leech to stay tight in a cutback on a wave sail, thus loading the backfoot for a load of spray. It is no exaggeration to say that the rest of the windsurf world is stuck in the "stretch elimination" mindset, not really understanding how to use fiber grains.

    Ist ein sehr interessanter Ansatz. Das Laminat an sich ist auch schon sehr funky, es fühlt sich total weich in der Hand an, man kann da auch keine Knicke hinein machen. Wird Zeit für Wind, ich will das Teil endlich fahren ?

  • tempograd
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    • 25. September 2024 um 13:28
    • #6

    ...da bin ich auch gespannt - irgendwann brauchen wir ja gleichwertigen Ersatz für unsere Sailworks-Tücher, nachdem es keine Serien-Segel von Sailworks mehr geben wird.

    PS: ....solltest Du Deine kleinen Hucker mal durch 5-Oceans ersetzen wollen - Du weißt ja wohin mit den Huckers..... ;)

  • Kris
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    • 25. September 2024 um 15:00
    • #7

    Bin es heute gefahren, aber der Wind war up and down, sehr böig und ist dann relativ schnell auf 15-20kn runter, bzw jetzt noch weniger. Nachdem ich erst mit dem Trimm wie auf den Bildern raus bin stellte sich heraus, dass es für Freeride zu wenig "Release" hat, also 1cm mehr Vorliekspannung und dann war es perfekt. Kraftvoll ja, aber nicht überfordernd, Böen schluckt es problemlos und bleibt dabei schön neutral, in Windlöchern gleitet es gut durch. Es rotiert richtig gut, da macht sich das geringe Gewicht und die kurze Gabel im Vergleich zum Hucker deutlich bemerkbar. Ein leichtes "plong" der Latten ist natürlich da, stört mich aber überhaupt nicht weil es in der Rotation einfach total leicht und schnell ist. Ich empfand es jetzt nicht als weich, weniger direkt als ein Hucker ist es aber definitiv. Ich habe zu wenig Vergleichssegel um das wirklich gut einordnen zu können. Und dafür war die Session definitiv zu kurz und meist am unteren Windlimit. Hab dann später 8,2 aufgebaut, wie gesagt, der Wind hat stark abgenommen. Board war ein Tabou 3s 116 mit 36er C-Fins, 8,2 dann mit Flikka Freerace. Vielleicht hätte ich direkt das Flikka nehmen sollen, keine Ahnung. Falls jemand noch hier in Hvide Sande ist und es mal fahren möchte, sofern der Wind passt, nur zu ? Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

  • jensemann
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    • 25. September 2024 um 17:32
    • #8

    Das klingt doch schonmal super und Aiolos meint es die kommenden Tage ja richtig gut mit fast maßgeschneidertem Wind für das Segel. Drücke die Daumen!

  • Kris
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    • 25. September 2024 um 17:54
    • #9

    Morgen sind 16-24kn angesagt, aus Ost, keine Ahnung ob das reicht (103kg). Tendenziell dürfte das schwierig werden, aber mal gucken. Segel macht definitiv Lust auf mehr und ich hoffe ich bekomme noch eine richtig gute Session damit.

  • Kris
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    • 26. September 2024 um 18:53
    • #10

    Nun konnte ich beide gegeneinander fahren, Hucker ist mehr so der Hammer während das Freewave eindeutig das Skalpell in dem Vergleich ist.

    Hucker: rohe Kraft in jeder Lage, sehr direkt und will einfach nach vorne. Man kann jederzeit über die hintere Hand mehr Power abrufen. Bei Überpower stabil, aber man muss es kontrollieren können, denn es beschleunigt in jeder Böe vehement. Gerade in choppy Bedingungen kann das dann ein echter Ritt werden. Deutlich schwerer und behäbiger in der Hand.

    Freewave: kraftvoll, muss aber deutlich überlegter und feinfühliger bewegt werden. Da kann man beim Hucker deutlich grobmotorischer ran gehen. Dafür zeigt es dann eine ganz andere Charakteristik als das Hucker, immer leicht und spielerisch in der Hand, entspannter im Chop weil es etwas weicher als das sehr direkte Hucker ist und somit nicht so fordernd ist. Es lässt sich schön "dirigieren", deshalb auch die Bezeichnung Skalpell. Böen interessiert es nicht, es bleibt immer neutral und leicht in der Hand, beschleunigt sofort und geht auch hohe Winkel Upwind problemlos.

    Hucker ist mehr Racesegel, Freewave definitiv ein Segel das durch seine leichte spielerische Art ein sehr gutes (Onshore) Wavesegel abgeben würde aber auch als Bump and Jump sehr gut funktioniert.

    Auf dem Bild habe ich dem Freewave nochmal 2cm mehr Gabelbaumlänge gegeben (196 vs 194), ich glaube das sind dann 8cm über neutral? Trotzdem hat es immer noch ein sehr tiefes Profil. Bei +6 lag das Profil unter Winddruck deutlich an der Gabel an. Sehr interessantes Shapedetail und sehr ungewohnt für mich. Ezzy Fahrer kennen das wohl. Das Handling wird damit nochmal besser und neutraler.

    Beide haben ihre Daseinsberechtigung weil sie sich so unterschiedlich auf dem Wasser anfühlen, halt Hammer und Skalpell.

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    • 26. September 2024 um 19:08
    • #11

    Bist du So noch in Hvide Sande? Oder Montag? Ich würde mir das Freewave mal gerne anschauen.

  • Kris
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    • 26. September 2024 um 19:28
    • #12

    Ja, bin bis nächsten Freitag da ?

    Kannst ja kurz Bescheid geben wann du in Hvide bist ?

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