Wenn ich mit meinem Kumpel am Gardasee oder am Ringkoping Fjord surfe, hatten wir immer mal das Problem, dass wir uns aus den Augen verloren und dann erst nach Stunden irgendwann wieder am Strand getroffen haben. Die Surfspots sind so groß, dass man ein einzelnes Segel nur schwer im Blick behalten, geschweige denn wiederfinden kann. Es gibt zahlreiche Situationen wo Kommunikationsbedarf besteht: Defekte am Rigg auf dem Wasser, Unfälle, Navigation zu bestimmten Zielen, Hinweis auf gute Thermik Spots (gerade am Gardasee), Warnung vor Wetteränderungen, geplante Landgänge etc.
Daher kam beim letzten Urlaub das Thema Intercom auf. Ich habe ein bisschen recherchiert und würde die verschiedenen Optionen gern einmal hier zur Diskussion stellen. Keinen dieser Ansätze habe ich bisher wirklich live auf dem Wasser getestet. Mich würde interessieren, ob ihr eine der Lösungen einsetzt, was eure Erfahrungen dabei sind oder ob ihr vielleicht noch ganz andere Ideen umgesetzt habt.
1. Handy in Hülle am Arm in Verbindung mit wasserdichtem Bluetooth Headset
- Vorteile:
- Geringe Investition
- jedes Handy hat eine integrierte Notruffunktion
- Intercom über entsprechende Apps möglich (ich habe aber keine Ahnung, ob das auch via Headset getriggert werden kann)
- Nachteile:
- Umständliche Nutzung auf dem Wasser
- Verbindung außerhalb der Roaming Area kostenpflchtig
- Gefahr des Verlusts des Headsets bei Sturz
- Es nervt, das Headset die ganze Zeit im Ohr zu haben
- setzt Handynetz voraus
2. Wasserdichtes Walkie Talkie am Arm oder via Brustgurt
- Vorteile:
- PMR Funk hat relativ hohe Reichweite (bis 10km) und bedarf keiner Lizenz
- geringe Verlustgefahr (es gibt mittlerweile schwimmende Geräte, falls man es doch mal beim Sturz verliert)
- kein Headset nötig (vielleicht, ich weiß es nicht)
- Einige Geräte haben eine Voice Funktion bei der man den Kanal öffnen kann, ohne die Taste zu drücken (Hände bleiben am Gabelbaum)
- Nachteile:
- speziell die schwimmfähigen Geräte sind doch recht klobig
- ich denke die ausschließliche Sprachbedienung könnte auf dem Wasser etwas unzuverlässig funktionieren, da es beim Windsurfen ja doch recht viele Hintergrundgeräusche gibt
- ich denke, wenn während der Fahrt eine Nachricht empfangen wird und man kein Headset hat, wird man die Nachricht wohl nicht verstehen. Man muss dann nachfragen.
3. Spezielle Outdoor / Wassersport Kommunikationsgeräte
Beispiel: BB Talking, Milo Action Communicator
- Vorteile:
- klein (speziell Milo)
- teilweise einfach in der Handhabung (speziell in Form eines sich selbstaufbauenden Mesh Netzwerks)
- geringe Verlustgefahrt aufgrund der Entwicklung explizit für Outdoortsportarten
- Nachteile:
- hohe Anschaffungskosten
- geringe Reichweite (aus den Reviews die ich bisher gesehen habe, schätze ich den Radius auf ca. 500m)
4. Wasserdichte Motorrad Intercoms am Helm auf Basis von Mesh
- Vorteile:
- klein
- teilweise einfach in der Handhabung (speziell in Form eines sich selbstaufbauenden Mesh Netzwerks)
- etwas günstiger als die speziellen Outdoor / Wassersport Kommunikationsgeräte (Punkt 3)
- Nachteile:
- benötigen ein angeschlossenes Headset (Kabelei im Helm, nerviger Knopf im Ohr)
- Neutral:
- Reichweite etwas besser besser als Geräte unter Punkt 3 aber deutlich schlechter als Walkie Talkie / Handy
5. Helme mit integriertem Intercom in den Ohrabdeckungen
- Vorteile:
- all-in-one Lösung ohne Knopf im Ohr, ohne Kabel, z.B. der Rumba Multi-Sport Bluetooth-Helm von Sena (ich konnte der Beschreibung aber bisher nicht entnehmen, ob der für den Einsatz im Wasser geeignet ist)
- Nachteile:
- ?
- Neutral:
- Ähnliche Reichweite wie Geräte unter Punkt 3 / 4