Mal wieder Nasenschaden!

  • Ein geiler Surftag - Mast gebrochen und auch noch einen Riss vorn in der Nase - ich bin begeistert! :redface:


    Bei dem Jahrhundertsturz hat sich in der Nose noch ein Riss ergeben - er hat kein Wasser gezogen. Zumindest kamen in der Sonne keine Bläschen hoch. Ich habe die Stelle auch gleich abgetaped.


    Nun würde ich gern den Schaden wieder beheben. Was meint Ihr wie mache ich es am sinnvollsten. Immer mit Tape rumsurfen ist ja auch nicht so prickelnd.


    Vielen Dank schon einmal für eure Hilfe und bis bald - in der Werkstatt :D !


    Viele Grüße,
    Michael

  • Mein Beileid :eek:
    Wäre sicher durch sowas wie den ION Mastprotektor abgemildert worden.
    Wie konnte denn der Camber da mitspielen?? Der ist doch hinter dem Mast.
    Also Rep. wie immer bei sowas:
    Entlüftungsschraube raus machen.
    Mit der Flex alles was geröselt ist wegschleifen. Wenn das Airex und das Gewebe darunter auch durch ist, einfach die Hälfte vom Airex runter schleifen. Da kommt dann dick Glasgewebe oder Kohle drauf. Vielleicht kannst Du ja vor dem Signet aufhören, sonst musst Du das auch noch wiederherstellen.
    Die Schleifränder auslaufend schleifen, damit das neue Gewebe eine gute Verbindung zum alten eingehen kann.
    Wenn Du 200kg/3m 2Komponenten PU Schaum auftreiben kannst, würde ich sehr viel aus der Macke raus machen und vorsichtig ausschäumen. Damit wird der Bug stärker als vorher. Wenn nicht oder zu viel Arbeit, gehts auch so mit dick Gewebe laminieren.
    Gut abtapen und anrollen, damit das Harz nicht unter das Tape fliesst.
    Dann übervoll auflaminieren mit ca. 200gr/2m Glas oder Kohle und Epoxy. Mit PE Folie abkleben, evtl. weiche Schaumstoffmatte draufpressen, rausquellendes Harz mit Klopapier auffangen, sonst gibts Schleifaufwand!! Restharz im Becher (auch mit Pinsel) in Tiefkühlfach geben, wird später noch gebraucht.
    Brett nicht in die Sonne legen, sonst drückt die expandierende Luft evtl.bei der Rep. Stelle raus, trotz Entlüftung!
    Wenn das Harz ledrig wird je nach Härter uznd Temperatur 3-5 Std. (Musterlaminatstück auf Plastikfolie machen und auf Brett legen und damit die Konsistenz beim Aushärten testen) Tape und Abdeckfolie entfernen und mit Cutter nachhelfen. Das Tape an den Rändern kann vorsichtig mit dem Cutter angehoben und weggeschnitten werden. Aufpassen, nicht in die Reparaturstelle reinschneiden, nicht auf dem Board rumsäbeln!!!
    Harz ganz aushärten lassen (12-24 Std.), kann jetzt ruhig an die Sonne :) und mit der Flex vorsichtig auf Brettniveau runter schleifen. Nicht zu feine oder zu grobe Schleifscheibe verwenden, keinen Schwingschleifer verwenden. Der rubbelt nur und macht das Harz heiss und weich!
    Wenn es schön flach ist, mit Pinsel die Rep. Stelle mit dem Harz aus dem Kühlfach gut einpinseln, damit das Laminat von der Oberfläche weg kommt. Abtapen nicht vergessen.
    Nach dem aushärten nass schleifen (Körnung 250-800) und mit Akemi o.ä. Polyester Feinspachtel sauber verspachteln und wieder nass verschleifen.
    Nah Belieben mit Farbe finishen.
    Es geht sicher auch anders, dies ist jedoch meine Methode, wie ich das immer mache.
    Gutes Gelingen
    Gruss Pat

  • Hallo Pat,


    herzlichen Dank für die schnelle und vor allem auch für mich praktikable Antwort. Ich werde mir bei R+G die Woche über mal das Material besorgen und mich dann - so hoffe ich - am kommenden Wochenende mal an die Reparatur machen.


    Wie machst Du das denn mit dem Standlack. Schleifst Du den dann an der gesamten Nase runter oder ergänzt Du den dann partiell.


    Mit dem guten Gelingen nehme ich Dich sicherlich beim Wort - auf jeden Fall wünsche ich Dir noch einen schönen Sonntag und nochmals vielen Dank,


    viele Grüße,
    Michael


    PS: Noch eine Frage. Nimmst Du beim Winkelschleifer eine Papierscheibe, ein Metall oder eine Steinscheibe?

  • Je nach Zustand des Standlacks partiell. Sonst kommt da dann die ganze Standfläche neu drauf.
    Partiell sieht man eigentlich immer irgendwie, dass da was repariert wurde. Wenn alles neu ist, 'kaschiert' das die Rep. zusätzlich.
    Also Standlack 2k PU Lack o.ä. verwenden, mit Zusatz Glasbruch vom Sandstrahler, nach Möglichkeit nicht zu feines Pulver nehmen.
    Kann gerollt oder gespritzt werden, wenn grosse Düse vorhanden. Sinst mit Teesieb auf den nassen Lack draufstreuen.
    Dir auch einen schönen Sonntag. Hier am Bodensee hats wieder etwas Wind, ich muss leider arbeiten.
    Gruss Pat

  • Hallo Lurchi,
    Ich antworte jetzt mal hier.
    Den Ausführungen von Pat gibt es nichts zuzufügen. Ich würde es mindestens ähnlich machen. Ich habe allerdings noch Airexreste die ich verarbeiten könnte. Du mußt auf jeden Fall schauen ob das Sandwich komplett durch ist, was ich aber vermute, weil ja der Riss durch das ganze Brett geht. Ich schleife lediglich nicht mit der Flex, ist mir persönlich zu aggressiv. Ich habe bei so einem Schaden auch schon mal mit der Stichsäge einen kleinen Keil aus dem Board geschnitten. Dann hab ich ein Stück Styrodur passend zugeschnitten und mit einem Stück feinem Glasgewebe und angedicktem Harz, das Stück eingeklebt. Nach dem Aushärten habe ich dan die Ränder angeschliffen und über alles hinweg ein paar Lagen Glas oder Carbon. Dann die übliche Prozedur, schleifen, spachteln, schleifen und lackieren.
    Ich kann jetzt nur noch viel Erfolg wünschen.


    Kaktus

    man sollte sich die Ruhe und Gelassenheit eines Stuhls zulegen, der muss auch mit jedem Arsch klar kommen

  • Hallo Ihr beiden,


    herzlichen Dank für die tollen Tips und eure Hilfe. Ich habe mir überlegt ob ich nicht mit dem Dremel erst einmal vorsichtig die oberen Lagen abtrage um zu schauen was alles kaputt ist.


    Je nachdem was dann kaputt ist wäre dann das herausschneiden sicherlich sinnvoll. Ich habe auch noch ein paar Teile druckfeste Perimeterdämmung hier die könnte ich dann einsetzen und überlamieren.


    Mal schauen wie es so läuft - ich werde auf jeden Fall den ganzen Ablauf mal fotografieren. Bin gespannt auf die Sache.


    Viele Grüße,
    Michael

  • Flex ist mega aggressiv, da hat Kaktus absolut recht. Es braucht viel Gefühl dabei, und Erfahrung.
    Ich hab auch noch ne kleine Modellbauflex, damit kann man streicheln.
    Dremel ist auch nicht schlecht, solange man die Ränder nicht senkrecht fräst. Sonst bekommt man wieder eine Sollbruchstelle.
    Styrofoam o.ä. ist super, wenn man die Plombe einschäumt, sonst gibts Hohlräume, die Wasser ziehen können. Das beste ist m.M. 200kg PU Schaum in Kombination mit Styrofoam, bei grossen Macken.
    Sauber laminieren und spachteln reduziert den Schleifaufwand.
    Übung macht den Meister :)

  • :D - Das mit der Carbonnase sieht ja fast schon stylisch aus.


    Nachdem nun ein paar Stunden seit dem unfreiwilligen Sprung vergangenen sind, denke ich, daß ich die Nase aber grundsätzlich verstärken werde da ich ja nicht ausschliessen kann das ich so einen Salto wieder mal fabriziere.


    Der letzte liegt zwar schon ein paar Jahre zurück, aber ich denke mit zunehmenden Alter und nachlassender Kondition kommt das häufiger vor - und irgendwie freue ich mich auf die Reparatur. Ich werds hier posten und dann schaun mer mal!


    Viele Grüße,
    Michael

  • Genau das ist ja der Grund für meine Protectoren. Du hast einfach ein ganz anderes Gefühl im Hinterkopf. Die Protectoren auf meinen Boards fallen nahezu überhaubt nicht auf und wiegen beide unter 150 Gramm. Damit kann ich leben und muß nicht reparieren.


    kaktus

    man sollte sich die Ruhe und Gelassenheit eines Stuhls zulegen, der muss auch mit jedem Arsch klar kommen

  • Der Schaum passt schon. Man braucht in der Regel nur ein paar Gramm pro Macke.
    Achtung: die Schaumkomponente wird in der Dose nach ein paar Monaten an der Oberfläche hart. Also nur kleine Mengen kaufen.

  • Hätte hier eine kurze Zwischenfrage zur Dichte von PU-Schaum.
    Ich kenne nur Systeme mit ca 35-40 kg/m3 - damit kann man Löcher im EPS-Kern wieder schön auffüllen. EPS-Schaum liegt ca. bei 15-20 kg/m3.


    Hier wurden PU-Schäume mit Dichten von 200-400 kg/m3 erwähnt. Da ist man ja schon im Bereich von Weichholz. Fichte ist in der Wikipedia besipielsweise mit 470 kg/m3 gelistet.


    Mit diesem High-Density PU-Schäumen müsste es möglich sein Reperaturen mit wenig zusätzlichem Laminieraufwand durchzuführen.


    Bezugsquellen?


    Gruß Franz