Das mit den fossilen Subventionen funktioniert am Ende immer so, dass der Dieselfahrer richtig viele Steuern zahlt und der E-Autofahrer überhaupt keine, aber behauptet, dass der Dieselfahrer richtig viele Subventionen bekommt. Das liegt ganz einfach an der Vorstellung des E-Autosfahrers, dass Diesel fahren noch viel teurer sein müßte.
Du vermischst Steuern mit externen Kosten. Dass ein Dieselfahrer viel Steuern bezahlt, bedeutet nicht, dass damit automatisch sämtliche gesellschaftlichen Kosten des Dieselverkehrs abgegolten sind.
Die EU-Kommission unterscheidet deshalb ausdrücklich zwischen den vom Nutzer getragenen Kosten und den sogenannten externen Kosten: Gesundheitsfolgen der Luftverschmutzung, Klimaschäden, Lärm, Unfälle, Staus und bestimmte Infrastrukturkosten. Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass ein erheblicher Teil dieser Kosten von der Gesellschaft getragen wird und nicht vom Verursacher.
Und nein: Ein Elektroauto verursacht nicht null externe Kosten. Reifenabrieb, Unfälle, Staus, Infrastruktur sowie die Herstellung von Fahrzeug und Batterie bleiben. Aber die fossilen Verbrennungs- und Abgasemissionen während des Betriebs entfallen.
Die Frage ist deshalb nicht: „Zahlt der Dieselfahrer Steuern?“ Natürlich tut er das. Die relevante Frage lautet: Decken seine Steuern und Abgaben die gesamten gesellschaftlichen Kosten, die sein Fahrzeug verursacht? Genau das ist bei den externen Kosten nachweislich nicht automatisch der Fall.
Hohe Steuern sind kein Beweis dafür, dass eine Technologie ihre gesamten gesellschaftlichen Kosten trägt. Sonst müsste man externe Kosten überhaupt nicht mehr berechnen.