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Quelle: Ostsee-Zeitung.de
Zitat von Ostsee-Zeitung.deAlles anzeigenKnappe Gemeindekasse kontra Windsurf-Cup
Dranske (OZ) - Dass die Regatten zum Deutschen Windsurf-Cup (DWC) vorerst nicht mehr in der Gemeinde Dranske stattfinden, ist beschlossen (die OZ berichtete). Dafür hatte sich das Gemeindeparlament bereits am 9. Dezember 2010 mit einem einstimmigen Votum entschieden. Skeptiker und Kritiker werfen den Abgeordneten voreiliges Handeln sowie mangelnde Weitsicht vor. Das Streichen der ranghöchsten Regattaserie für Windsurfer aus dem Sport- und Kulturkalender der Gemeinde bringe einen Imageschaden mit sich, so die Kritiker.
Nach der Gemeindevertretersitzung im Dezember, bei der sich sieben von zehn anwesenden Parlamentariern gegen eine Fortführung des Cups entschieden haben, bezogen Dransker Abgeordnete jetzt nochmals und in kleinerer Runde Stellung zu ihrer Entscheidung. Dazu kamen im Büro des Bürgermeisters im Dransker Gemeindeamt Mario Petermann, 2. Stellvertreter des Bürgermeisters, sowie die Abgeordneten Michael Heese und Rainer Günther zusammen.„Wir möchten betonen, dass unsere Entscheidung gegen den DWC nichts mit der derzeitigen Beurlaubung des Bürgermeisters Uwe Ahlers zu tun hat. Seit dieser Zeit hat das Gemeindeparlament konstruktiv gearbeitet. Die wichtigsten Gründe für eine Entscheidung gegen den DWC sind finanzieller Art“, möchte Mario Petermann unterstrichen wissen. Seit 2003 hat der DWC alljährlich einen Tourstopp in Dranske eingelegt. „Allein an Lizenzgebühren, die ein Austragungsort im Vorfeld der Regatten auf den Tisch legen muss, haben wir als Gemeinde in den letzten Jahren 150 000 Euro in diese Sportveranstaltung gepumpt, ohne dass wir etwas Greif- und Sichtbares vorzuweisen haben. Der finanzielle Spielraum wird für die Gemeinden immer enger. Wenn wir künftig noch nachhaltige Projekte realisieren möchten, müssen wir die Gelder umsichtiger einsetzen und Rücklagen bilden“, so Mario Petermann weiter.
Michael Heese, der das Amt des Dransker Bürgermeisters von 2004 bis 2009 selbst bekleidet und sich in dieser Zeit auch für den DWC eingesetzt hat, möchte die Debatte um eine mögliche Fortführung dieses Wassersport-Events auch vor dem organisatorischen Hintergrund ausgetragen wissen. „Es kann nicht sein, dass die Gemeinde als Veranstalter in die Pflicht genommen wird und zur Servicepauschale auch für Veranstaltungsflächen, Genehmigungen, Werbung und Wachschutz sowie für Unterbringung und Verpflegung von Regattacrew und Teilnehmern sorgen soll. Die Durchführung derartiger Wettkämpfe muss immer einem Verein oder einem Unternehmen obliegen. Wir als Gemeinde können nur unterstützend auftreten“, fordert Michel Heese.
In der Vergangenheit traten sowohl der Windsurf-Club Rügen, als auch der Windsurf-Club Kiel als Veranstalter auf, doch die vertraglich vereinbarte Rechnungslegung an die Gemeinde Dranske hat in keinem Jahr stattgefunden. Mit dem Ergebnis, dass die Kommune auf den fälligen Mehrwertsteuerzahlungen in Höhe von einigen tausend Euro sitzen geblieben ist. Vor diesem Hintergrund muss auch ein Schreiben des Amtes Nord-Rügen gesehen werden, das am 22. Dezember 2010 an die Choppy Water GmbH, Ausrichter des DWC, gesendet wurde. Darin fordert Karl-Heinz Walter, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Nord-Rügen, die Kieler Sporteventagentur auf, eine Gewinn- und Verlustrechnung sowie einen Verwendungsnachweis für die gemeindlichen Zuschüsse vorzulegen. Gleichzeitig sind die Kieler eingeladen, ihr überarbeitetes Projekt in Dranske vorzustellen und mit den Verantwortlichen zu beraten. Fest steht, dass die Gemeinde Dranske die DWC-Regatten auf dem Wieker Bodden zu den bisherigen Konditionen nicht mehr zulassen wird.
Rico Nestmann
