Hier wird immer wieder nur von richtigen Anstellwinkel geredet, das wir Surfer aber auch einfach zuviel Querkraft ausüben und einen Spinout dadurch produzieren, das wird gar nicht beleuchtet.
Hier liegt ein grundsätzliches Mißverständnis vor. Querkraft und Anstellwinkel sind direkt voneinander abhängig.
Die von der Finne erzeugte Kraft ist direkt abhängig von
1. Finnenfläche
2. Fahrtgeschwindigkeit
3. Profildicke
4. Anstellwinkel
Vergrößerst du die auf das Board übertragenen Querkräfte bei konstantem 1. + 2. + 3. dann ändert sich eben 4. Anstellwinkel solange, bis die Vergrößerung des Anstellwinkels keine zusätzlichen Gegenkräfte mehr erzeugen kann, weil die Strömung langsam abreißt. Dann ist die Finne überlastet, Stall.
Wenn du jetzt die 1. Finnenfläche beliebig vergrößerst, wirst du nur bei sehr langsamer Geschwindigkeit noch den Anstellwinkel auf ein kritischen Wert drücken können. (Formular beim Anpumpen, Heck versetzt beim Pumpzug 20-30 cm nach Lee). Bei hoher Fahrgeschwindigkeit könnte die Finne bei plötzlich vergrößertem Anstellwinkel ( Kabbelwasser, Halse einleiten) durchaus Kräfte von mehreren 100 kg (ich mag keine Newtons) erzeugen und der Fahrer macht einen gepflegten Überschlag vorwärts.
Wenn man also davon ausgeht, daß ein normaler Fahrer als Querkraft ca. 50% seines Gewichtes drücken kann, dann ist die Flächenbelastung (Kraft pro cm² Finnenfläche) natürlich bei einem Formular viel, viel geringer als bei einem Speedfahrer mit seiner 25 cm Finne. Das bedeutet, auch die Druckunterschiede an einer Formular-Finne sind nur 1/3 so hoch wie bei einer Speedfinne und damit ist auch die Spin Out Gefahr bei einer Formular-Finne sehr viel geringer.