Dein layup für eine mittelharte Finne würde mich interessieren. Offenbar ist das aber deutlich weicher als das einer Carpenter wie ich aus den Kommentaren unten schließe, oder?
Ja, die Carpenters sind sehr steif. Könnte einer der Gründe dafür sein, dass sie von Nicht-PWAlern doch hie und da wieder auf den Markt geworfen werden. Nicht jeder wiegt 90 kg und hält das 7,8er bei 25ktn voll dicht.
Also: die Form hat mit Lars von negativformen.de nach einem CAD-Entwurf von mir gefräst.
Ich habe eine Aluschablone die der Outline der Finne entspricht mit an der Endleiste angefügten 5mm. Dann habe ich parallel zur Endleiste 4 Linien im Abstand von jeweils 5mm gezogen die ich A, B, C und D nenne. Das sind Markierungen für die jeweilige Breite des Zuschnittes. Da steht dann in der Liste zB. "UD80 B-100". D.h. es wird ein UD80-Gewebe mit der Breite B mit einem Abstand von 100mm vom Tipp eingelegt. Oder zB für die allererste Lage "CW (A+3)", d.h. Carboweave (ich habe davon nur ein 39er) mit der Breite A+3mm beginnend direkt im Tipp. Die Breite A plus 3mm damit das Gelege in die Harzrinne bei der Endleiste reinsteht. Das wird nach dem Aushärten auf der Bandschleifmaschine (oder händisch) weggeschliffen. Wenn ich das nächste Mal wieder in meine Werkstatt komme, dann nehme ich die Daten für meine derzeitige 37er, 36er Finne mit und schicke sie Dir.
Ich verwende eine Büroschneidunterlage mit den 1m/10cm Teilungsstrichen. Die Gelege tränke ich zwischen zwei Blumenfolien (kosten ein sehr wenig). Folie, dann trockenes Gelege drauf legen, Harz drauf gießen (in der Liste steht dann wieviel), mit einer Spachtel verteilen, 2. Folie drauf und mit einer Gummiwalze schön rollern. Schablone drauf (A, B, C und D-Linie an der Teilung der Unterlage ausrichten) und mit einem Skalpell ausschneiden. Viele Modellbauer nehmen dafür lieber eine Rollmesser, ich mag das Skalpell lieber). Eine Folie (vorsichtig, um die Ränder beim Biax nicht zu verziehen) abziehen und den Rest in die Form legen, Folie (wieder vorsichtig bei Biax oder Gewebe) abziehen und das Gelege/Gewebe mit einem Pinsel schön in die Form reintupfen und die Luftblasen entfernen.
Generell sieht der Aufbau so aus:
Trennwachs (W700)
Gelcoat (warten bis es geliert ist, dann weiterarbeiten)
sehr dünnes Glas
39er Carboweave (oder 80er Gewebe in 45°, Carboweave ist echt Luxus)
2 Lagen 80er Biax 45° (bis hierher verwende ich schwarz eingefärbtes Laminierharz, das gewöhnliche L285)
2 Lagen 100er Biax 45°
4 Lagen 80er UD
5 Lagen 200er UD
ev. noch vorhandene 200er Streifen im Bereich der Basis (in diesem Bereich ist nur Festigkeit wichtig, nicht der Flex)
Damit liegt die Laminatdicke an der Basis bei ca. 3,5mm. Da bricht nichts mehr. Um ganz sicher zu gehen kann man in diesem Bereich auch ein paar Verschnittreste der UD-Lagen reinlegen. Wenn hier bei einer 37er Finne in der Basis und bis zu einer Tiefe von 6-8cm richtig viel Carbon drinnen ist, dann bricht da niemals etwas. Es sollen nur keine abrupten Steifikeitssprünge auftreten, zB ein Übergang von den 80er UDs auf plötzlich drei gleich abgestufte 200er UDs.
Das Zusammenkleben erfolgt mit schwarz eingefärbtem Laminierharz und Baumwollflocken das mit billigen kleinen Plastiktütchen an Nasen- und Endleiste aufgespritzt wird. Dann schon etwas (ich nehme gelbes) Laminierharz auf eine der beiden Hälften gießen, die Formen schließen und verschrauben, unten (beim Tipp) die Harzrinne abkleben, die Form aufstellen und oben an der Basis den Rest des (gelben) Laminierharzes reingießen. 48 Stunden aushärten lassen. Finne aus der Form nehmen und die Endleiste beschleifen und die Finne für die üblichen 15-16 Stunden tempern (habe mir da einen Turm aus Styrodur und eine Glühbirne mit Thermostat gebastelt, ist echt trivial). Die ganze Finne mit 600er und Schleifvlies schleifen. Fertig (bis auf's Eingießen in die Tuttle-Form).
Danke für die Info. Werde mal nachschauen, wie meine Eindrücke von den anderen Finnen im Vergleich zur #27b bei mir sind. Ich warte jetzt noch Deine Erfahrungen ab, dann werde ich mir ev. eine neues Faser-Layup überlegen.
Mittlerweile habe ich schon einige Finnen mit dem dickeren Carpenter-Profil gemacht. Diese Finnen sind schon alleine wegen des dickeren Profils tendenziell härter. Vielleicht schicke ich Dir mal eine davon zum Probieren.
Freut mich, dass Dir der 108er gefällt. Wäre schon blöd für mich gewesen, wenn Dir das Brett nicht gepasst hätte.
Kannst Du mir bitte die Nummer der Finne mitteilen, ich hab sie leider vergessen. Ich sage Dir meine Erfahrungen mit der Finne mal nicht, ich möchte Dich hier nicht beeinflussen. Bin auf Deine weiteren Erkenntnisse schon gespannt.