Was macht den Unterschied - 2 Cam, 4 Cam oder Board

  • Schönen Abend aus Torbole.

    Ich fahre heuer zum ersten Mal Slalom Material vom Sohn (Habe wegen Platzmangel mein Freeride Material zu Hause gelassen), möchte nun nichts anderes mehr und frage mich, was wirklich den Unterschied macht hinsichtlich Speed, Kontrolle und Fahrgefühl - auch über längeren Zeitraum.


    (1) Ist wirklich ein " großer" Unterschied zwischen 2, 3 oder 4 Cam Sails - was genau? Windrange, Kontrolle bei mehr Wind, 4 Cam - Eher soft oder direkt?? etc. In Prozent im Vergleich 2 Cam z.b. V8 vs. Evo - wie unterscheiden sich diese beiden Segeltypen. Bin alles gefahren und frage mich "Race Segel oder doch 2 oder 3 Cam"


    (2) Wie groß ist der gefühlte Unterschied zwischen Falcon und anderen Boards etc. (Mag das Brett, kenne aber auch nichts anderes). Ist ein Unterschied bei Chop und trotzdem schnell?


    (3) Wie krass ist der Einfluss vom Segel auf alles.

    Man hört immer, Slalom ist ultra anstrengend. Ist es in Prozent mehr das Board oder das Race Segel, was anstrengend ist (Das Verhältnis ist interessant)?


    Danke und LG.

  • Von welchen Größen sprichst Du?


    Die Segeldesigns können sehr unterschiedlich ausgelegt sein. Ich würde das nicht an der Zahl der Camber festmachen. Der Hauptunterschied besteht idR wenn Wasser in der Masttasche ist.


    Die Konzentration auf die Boardlage ist verhältnismäßig viel größer.


    In die 100 %-Race Segel jeder Brand geht sicher im long run am meisten Entwicklung rein. Wenn Segel und Boards gemeinsam getestet und abgestimmt werden (zB Patrik/Patrik oder Duotone/Duotone) ist das sicher auch kein Nachteil.


    Für mich ist "Speed, Kontrolle und Fahrgefühl - auch über längeren Zeitraum", Windrange und Durchgleiten klar mit 4 cam und Slalomboards verbunden. Man weiß dann auch (fast) immer, dass es an einem selbst liegt ...


    Man kann sich gut an Slalom gewöhnen und sich damit fit halten. Dann ist das alles keinesfalls schlimm. Das wird sogar geschätzt ;-)

    Slalom-Einsteiger oder Gelegenheitssurfer mit 15 Wassertagen werden das klar anders sehen. Da geht schon durch das Mentale der Puls um 40 rauf ...


    Voll im Überpower und mit maximaler Körperspannung railen macht sicher einen Teil der Anstrengung aus, ebenso in Löchern den Speed aufrecht erhalten.

  • Pumpen ist anstrengend. Alle 500 m ordentlich halsen auch.


    Man muss aber nicht durchgehend so fahren und auch nicht immer das Rigg, das gerade noch nicht viel zu groß ist fahren und im Zweifel das größere Board nur weil jeder nennenswerte Steher auch nach der windärmsten Halsentonne ausgeschlossen werden muss.

  • Wer Slalom anstrengend findet ist noch nie Formula mit 10m² bei 20kn downwind über den Chop gefahren ?


    Dinge die ich nie wieder erleben möchte ?


    Slalom hat seine Berechtigung, vor allem als Plattform um daraus Material zu entwickeln mit dem 99% der Surfer besser bedient sind. Wenn die Bedingungen passen dann macht Slalom richtig Spaß. Wird es choppy ist zumindest für mich der Spaßfaktor schnell weg, denn dann wird es ein Kampf das Material zu kontrollieren. Damit meine ich speziell die Boards, das sind dann Bedingungen in denen ich nicht maximale Beschleunigung und Speed suche. Andere suchen genau diesen Thrill und ich gönne ihnen den Spaß, die Herausforderung, das Kitzeln des Materials bis ans absolute Limit. Segel sehe ich in den Zusammenhang weniger kompliziert, auch wenn Racesegel deutlich schwerer sind und in der Halse ein beherztes Zugreifen erfordern. Trotzdem werde ich nie wieder ein Racesegel kaufen. Die minimalen Performance Vorteile, speziell in böigen Revieren, stehen für mich in keinem Verhältnis zum Handling. Den meisten Spaß habe ich mit no cam, egal welche Größe. Und ich habe viele schöne Sessions auf Slalommaterial gehabt an die ich gerne zurück denke.


    Es kommt letztlich auf die persönlichen Präferenzen an, für mich war das zum Beispiel ein langjähriger Lernprozess bei dem ich viele gute Ratschläge (unter anderem hier aus dem Forum) ignoriert habe...weil ich sturer Bock bin ?

    Ich muss nicht mehr versuchen der schnellste auf dem Wasser zu sein, aber wie gesagt, ich gönne es jedem auch mit Slalommaterial den Thrill zu suchen.

  • Was die größere Anstrengung angeht beim Slalom kommt das bei mir ganz klar vom Board, weil du es automatisch mir viel mehr Körperspannung fährst.

    Ich bin aber im Slalom auch eher das was Dominik als Gelegenheitssurfer bezeichnen würde.

  • Slalomboards kann man halt freier fliegen lassen. Das geht auch mit einem 2-Cam-Segel. Das Fahrgefühl der Boards ist schon einmalig. Auf Flachwasser und gemäßigten Chop oder vernünftiger Windwelle kann man so ein Board auch als Normalsurfer richtig schnell machen. Wenn es aber in den gröberen oder chaotischen Chop geht, stoße ich schnell an meine Fitness-Grenzen. Dann ist ein gemütlicher Freerider für mich entspannter und auch schneller.

  • ich hab meinen einstieg ins regattasurfen mit freerace-gear gefunden und hatte schon so viele tiefenentspannte soul-sessions mit dem race-kit. am ende ist es imho eine reine sache persönlicher vorlieben, und nicht selten ändern sich die ja auch mal.

    als ich vor knapp vier jahren zum ersten mal wieder ein full-on 4-cam race-segel gefahren bin, wusste ich von sekunde 1 an: DAS ist das gefühl, das ich will, das ich liebe, das ich suche, und nichts anderes. natürlich bin ich damit keinen furz schneller oder besser als irgendwer mit irgendwas, aber andererseits finde ich es auch nicht wirklich anstrengender als segel mit 1 oder 2 cambern weniger.

    das straffe, rigide, kraftvolle „locked-in“-feeling und das auf der finne fliegende board bereiten mir ein tiefes inneres glücksgefühl. allen ressentiments und vorurteilen zum trotz mache ich das aus genau einem einzigen grund: es macht mir unglaublich viel spass. diese freude mit anderen zu teilen macht es nochmal besser, und dabei ist doch völlig wumpe, wer mit was für zeug unterwegs ist.

  • Cam oder sogar 4cam Segel sind mMn per se nicht anstrengender zu fahren als no-cam Segel. Ja Cam-Segel rucken beim Shiften und sind schwer aus dem Wasser zu ziehen, aber das ist kein Problem wenn man die grundlegende Fahrtechnik (Jibe) beherrscht ... ohne die vorhandenen Skills würde ich Racematerial nicht empfehlen. Die Anstrengung kommt daher, dass man Cam Segel in der Regel eine Nummer größer fährt und alleine dadurch die wirkenden Kräfte deutlich größer sind als mit "Freeride" Equipment in "normaler" Größe. Bemerkbar machen sich diese Kräfte bei der Boardkontrolle v.a. in der Beinmuskulatur. Ich kann als 70kg Leichtgewicht 7m2 4CAM Segel und 120 Liter Slalomboard bis 6 Windstärken fahren (völlig verrückt!!) und das Material bleibt dabei sogar kontrollierbar, der begrenzende Faktor ist die Fitness. Mir macht das auf Dauer aber keinen Spass, weil mir dabei der spielerische Aspekt des Windsurfen verloren geht. Großes Raceequipment bringt mir die meiste Freude bei etwas ausgedehntere Touren (Upwind-Downwind) im Leichtwindeinsatz und bietet dabei genug Reserve falls der Wind dann doch auffrischen sollte.

  • full-on 4-cam race-segel .... finde ich es auch nicht wirklich anstrengender als segel mit 1 oder 2 cambern weniger.


    Cam oder sogar 4cam Segel sind mMn per se nicht anstrengender zu fahren als no-cam Segel.

    Sehe ich genauso. Auf ein 4-cam Segel brauch ich kaum Aufmerksamkeit zu ver(sch)wenden. Es ist liefert (weitgehendst) konstante Power bei sehr stabilem Druckpunkt und ist in einem sehr, sehr weiten Bereich "brav". Die meiste, aber wenige, riggspezifische Aufmerksamkeit geht zu adjustable outhaul, Handpositionen, Tampenlänge, Gabelhöhe und auf tiefen Downwinds auf die Strömungsabrissvermeidung.

  • Slalomboards kann man halt freier fliegen lassen. Das geht auch mit einem 2-Cam-Segel. Das Fahrgefühl der Boards ist schon einmalig.

    Genauso sehe ich das auch. Ich würde auch ein Slalomboard mit einem Freeracesegel bei Leicht/Mittelwind auf Finne fahren - wenn ich nicht foilen würde.


    Die Beschleunigung von Slalomsegeln ist nochmal auf nem anderen Level im vergleich zu Freerace! Das kann super geil sein, oder aber beängstigend.

    Meine Erfahrungen mit Fin-Slalomsegeln sind begrenzt, aber für mich sind die nur mit deutlich mehr Krafteinsatz anzupumpen. Es geht erst später los bzw. man muss die Slalomsegel größer fahren. Das Handling ist schlechter und ich das Surfen war insgesamt für mich anstrengender.

    Also mal Full Slalom zu fahren ist mega cool, aber für dauerhaft und mehrere Tage hintereinander zu anstrengend. Die Zeit auf dem Wasser und der Spaß in zu ruppigen Bedingungen nimmt bei mir sonst zu sehr ab.

  • Cam oder sogar 4cam Segel sind mMn per se nicht anstrengender zu fahren als no-cam Segel. Ja Cam-Segel rucken beim Shiften und sind schwer aus dem Wasser zu ziehen, aber das ist kein Problem wenn man die grundlegende Fahrtechnik (Jibe) beherrscht ... ohne die vorhandenen Skills würde ich Racematerial nicht empfehlen. Die Anstrengung kommt daher, dass man Cam Segel in der Regel eine Nummer größer fährt und alleine dadurch die wirkenden Kräfte deutlich größer sind als mit "Freeride" Equipment in "normaler" Größe. Bemerkbar machen sich diese Kräfte bei der Boardkontrolle v.a. in der Beinmuskulatur. Ich kann als 70kg Leichtgewicht 7m2 4CAM Segel und 120 Liter Slalomboard bis 6 Windstärken fahren (völlig verrückt!!) und das Material bleibt dabei sogar kontrollierbar, der begrenzende Faktor ist die Fitness. Mir macht das auf Dauer aber keinen Spass, weil mir dabei der spielerische Aspekt des Windsurfen verloren geht. Großes Raceequipment bringt mir die meiste Freude bei etwas ausgedehntere Touren (Upwind-Downwind) im Leichtwindeinsatz und bietet dabei genug Reserve falls der Wind dann doch auffrischen sollte.

    Auch spannend. Meinst du, dass dir das 4 Cam Race Segel bei deinen Leichtwindtouren deutlich mehr Spass macht? Weil es wird das Rigg bei zunehmender Größe dann halt schon schön schwer und ich frage mich, ob da der Unterschied von 4cam zu allem anderen einen mega Interschied macht. Was fährst du da für Material? Danke und LG

  • Ich finde es faszinierend bei rel. schwachem Wind (3…4 Bft.) gleiten zu können. Mit 70kg und 8.8m2 geht das schon sehr früh los. Wasser ist dabei kaum wellig und solange der Wind nicht stärker wird ist das auch nicht so anstrengend. Am Wasser fühlt sich so ein großes Rigg auch nicht schwer an ... erst beim Schleppen an Land. 8.8m2 Segel ohne Cam ist für mich kaum vorstellbar, ob es unbedingt 4cam sein muss kann ich nicht beurteilen.

  • I believe the key difference lies in the sails. Generally speaking, 4-cam sails are more stable and better developed, as mentioned earlier.


    Sails with 2 or 3 cambers often feature a more closed leech, which allows you to use a smaller sail size in the same wind conditions.


    There’s a trick with most modern full-race sails: when trimmed for maximum performance, they can be quite exhausting to handle. However, applying extra downhaul tension makes them significantly easier to manage. This principle holds true across most brands today.


    A good freerace sail behaves similarly to a heavily downhauled race sail, but it’s even lighter. It tends to plane earlier, allowing you to go down one sail size. That said, race sails from certain brands still show superior attention to detail. Freerace or freeride sails, while practical, rarely match that level of refinement.


    Another point: a slalom sail paired with a matching board feels highly tuned and responsive. Freerace sails, on the other hand, generate more downforce, which works across a variety of boards but never delivers that perfectly dialed-in sensation. If the slalom sail and board aren’t well matched, the experience can be disappointing. That’s why windsurfers using full race setups often experiment with different gear—especially fins—to find the ideal combination.

  • ... That’s why windsurfers using full race setups often experiment with different gear—especially fins—to find the ideal combination.

    I would like to change this sentence to:


    That's why windsurfers using full race setups often experiment with different adjustments/trim/tuning/base positions and/or different gear—especially fins—to find the ideal combination for the conditions.

  • Thank you. Do you also have a opinion on that: New freerace sails like the new Severne

    Moto use RDM masts until 8m2. Neilpryde V8 does mainly only recommend SDM. Is there a new trend or why can Severne do that? Thx

  • RDM masts are a sensible choice when maximum performance isn’t the primary goal. I follow a similar philosophy to brands like Loft Sails, Patrick, Severne, and Ezzy—using RDM masts for all disciplines except race and slalom.


    There are two main reasons why RDM masts are appealing:

    - More consistent bend curves: Due to their thicker walls, RDM masts tend to deliver more predictable and uniform bend characteristics.

    - Greater durability: RDM masts are generally stronger and less prone to breakage compared to SDM masts. Since many amateur windsurfers rely on this gear, it makes sense to prioritize reliability. A broken mast can pose serious risks—especially for those who may struggle to return to shore safely.


    Both will result in less breakage (of sail and mast) which is good as a brand and for customers.


    That said, RDM isn’t ideal for heavier riders (above 80–100 kg) or very powerful windsurfers when using large sails. On choppy water, RDM masts can cause the sail to lose its shape more easily, which negatively affects control and feel. As a heavier windsurfer myself, I use RDM masts in my larger freerace sails, but I need stiffer models (higher IMCS ratings) to maintain a direct and responsive feel. Without that stiffness, the sail behaves more like a beginner or freeride setup—less dynamic and less freerace-oriented.


    For most windsurfers, RDM is the way to go. But if you're on the heavier side, I’d recommend choosing a longer RDM mast over a shorter one, or opting for a stiffer version—like the NoLimitz Fast, which adds roughly +2 IMCS at the same length. Still, for some riders, SDM remains the logical choice—especially if you're in good physical condition, not sailing alone, and have rescue support available.


    Take the NeilPryde V8 with an SDM mast, for example—it’s an excellent sail and, in my opinion, came out on top in the last magazine test in terms of performance. There will always be a demand for high-performance gear, and SDM continues to play a key role in that space. There are plenty 100kg+ windsurfers, at a certain weight a RDM is simply a big decrease in performance. While not every 100kg+ windsurfer wants full race equipment.

  • What's about SDMs with drop shape - like Duotone - who have only SDM down to 380 for their Warp?

    I’m not entirely sure—my last experience with anything from Duotone dates back to the North Daytona, nearly 20 years ago. In theory, the drop-shaped mast should sit somewhere between SDM and RDM, resembling what you might call an MDM. But I can’t speak from personal experience.


    There’s a reason I’ve never tried Duotone’s freerace sails: to me, they appear to lean more toward freeride than true freerace performance. If I recall correctly, their “one mast fits all” concept seemed to me a major compromise when aiming for higher performance. Test results often seem to confirm that impression. It’s simply not the kind of sail I enjoy—I prefer a more direct and responsive feel.


    Even Jordy Vonk once mentioned that freeracers are better off choosing Duotone’s full race sails. All these small factors have contributed to why I haven’t used or tested Duotone sails in a long time.


    That said, I do own Duotone’s excellent extender—like many others—and I genuinely appreciate what Duotone has brought to windsurfing. They’ve helped push the sport forward. Still, their freeride and freerace sails just don’t resonate with me personally.


    I did own the Duotone freerace board, the Jag—and I have to say, it’s an outstanding board.