Wie kann man das Abtreiben des Materials verhindern?

  • In der Adria, bei ablandigem Wind auf offener See ist mir das Material auch schon abgetrieben.

    Eine lange Dünung hat es blöd erwischt, dann waren gleich 20-30 Meter Abstand, ich habe es

    kaum noch gesehen hinter den Wellen.


    Bisher blieb es immer irgendwann doch „stecken“ und ich hab es schnell erreicht.


    Sonst bleibt mir nur mein Smartphone, das ich im Ärmel stecken habe. Und lange schwimmen.

  • Ich hatte mal an sowas hier gedacht:

    Garmin inReach® Mini 2 | GPS-Satelliten-Kommunikationsgerät | Messenger


    Wäre gerade am Meer und je nach Empfang eigentlich cool, allerdings ist es nicht wirklich für Wassersport gemacht.

    Halbe Stunde bei einem Meter wasserdicht oder so.


    Wenn sie das Teil als Wassersport tauglich rausbringen kaufe ich eins. Kennt jemand eine alternative?

  • nachdem mir das Material im Herbst in ordentlichen Wellen bei einem hohen Sprung weggeflogen ist, und ich es nicht erreichen konnte hab ich mir eine Restube und einen wasserdichten Beutel fürs Smartphone geholt. Mit der Resttube kann man zwar nicht ordentlich schwimmen, aber man kann zumindest Aufmerksamkeit erregen. Denn bei dem genannten Vorfall, ist ganz in der Nähe ein Kiter herumgefahren dem ich versucht habe zu signalisieren das ich Hilfe brauche, der aber immer nur glotzend vorbeifuhr.

  • einen wasserdichten Beutel fürs Smartphone geholt. (...)

    Eine wasserdichte Hülle, mit der man das Smartphone benutzen kann, kostet nicht viel, 10-20 EUR..?

    Da kann ich auch beim Schwimmen Fotos machen, telefonieren etc.
    https://www.amazon.de/gp/produ…_asin_title?ie=UTF8&psc=1


    Einmal schon hab ich es verloren, lag über Nacht in 1 Meter Tiefe ... nichts passiert, war dicht.

  • Das einzige, was mir einfallen würde, wäre so nen uncoolen Surfbent zu benutzen. Vielleicht reduziert der die Wahrscheinlichkeit, dass das Rigg sich so komisch verklemmt. @papapatrick: Falls Du die Stellung des Riggs noch vor Augen hast, hätte das geholfen, rein gefühlsmäßig? Kann natürlich auch sein, dass so ein Ding ganz im Gegenteil die Wahrscheinlichkeit erhöht. "Versuch macht kluch" wird nix bringen, denn die Chance, absichtlich so reinzufallen, dass die Situation reproduziert wird, ist bei 1:1000000...

  • Versucht ihr auch beim Rad- und Autofahren diese unwahrscheinlichen Risiken zu eliminieren ?

    Im Auto z. B. immer mit Helm, auf dem Rad zudem komplett in Reflektorkleidung und Protektoren......

    Fährt Ezzy auf Tabou, Goya und RRD

  • Wir waren heute im Urlaub mit den Rädern unterwegs. Eine alte Holzbrücke, also komplett eingehaust, führte über einen Fluss und mündete im rechten Winkel auf dem offiziellen Radweg. Die innere Fahrbahn im Brückentunnel war für uns nicht einsehbar. Als ich am Brückenkopf in 1m Entfernung vorbeifuhr, schoss ein jugendlicher MTB Fahrer auf mich zu und verfehlte mein Hinterrad nur knapp. Meine Frau musste eine Vollbremsung machen und entkam knapp der Kollision.


    Wir hatten beide viel Glück. Das schwere elektro MTB hätte uns sicher sehr schwer verletzt. Damit will ich nur sagen, passieren kann überall etwas.


    Macht euch nicht so einen Kopf, sonst leidet der Spaßfaktor und ihr verkrampft und dann passiert erst recht etwas.

  • Das einzige, was mir einfallen würde, wäre so nen uncoolen Surfbent zu benutzen. Vielleicht reduziert der die Wahrscheinlichkeit, dass das Rigg sich so komisch verklemmt. @papapatrick: Falls Du die Stellung des Riggs noch vor Augen hast, hätte das geholfen, rein gefühlsmäßig? Kann natürlich auch sein, dass so ein Ding ganz im Gegenteil die Wahrscheinlichkeit erhöht. "Versuch macht kluch" wird nix bringen, denn die Chance, absichtlich so reinzufallen, dass die Situation reproduziert wird, ist bei 1:1000000...

    Hallo Thomas,

    ich halte Deinen Vorschlag für eine sehr gute Idee, aber wie Du schon selbst sagst, kann man sich darauf nicht verlassen.

    Als das Material von mir wegtrieb lag das Brett in Lee, die Segelspitze zeigte zu mir, aber ich kam einfach nicht dran. Je mehr ich darüber nachdenke, desto unklarer ist mir, wieso das so schnell wegtrieb. Das Board war relativ groß für den Wind, da ich Volumenreserve haben wollte, vielleicht lag es daran, weil es viel Angriffsfläche bot. Das Segel war auch groß, ich war ziemlich am Anschlag damit.

    Mir ist auch nicht klar, warum sich das Material nie so drehte, dass es mal langsamer wurde. Es trieb und trieb und trieb immer schneller immer weiter ab und kam lange vor mir am Ufer an. Der Abstand zwischen mir und dem Material wurde unaufhörlich immer größer bis es am Strand ankam.

    Naja, ich kann gut schlafen und habe keine Flashbacks, habe das mittlerweile gut verarbeitet und habe viel mit meiner Frau und mit ein paar Freunden darüber gesprochen.

    Ich wollte heute wieder aufs Wasser (mit stylischer orangerer Schwimmweste mit 100 Newton Auftrieb 🙂), aber ich kam zu spät am Beach an und der Wind war schon zu schwach.

    Klar, man soll sich nicht verrückt machen, aber ich bin am entspanntesten, wenn ich mich sicher fühle.

    Ich hatte noch die orangene Schwimmweste im Keller und könnte alternativ meine Impact Vest mit einem Restube (hatte ich auch noch im Keller von meinem Sohn) kombinieren, das müsste auch insgesamt genügend Auftrieb geben. Außerdem habe ich mir noch einen 2 mm Monoshorty zum Drunterziehen bestellt und einen neuen Tendon.

    Unterm Strich bleibt für mich, wie schon früher geschrieben, dass ich nur bis dahin surfe, wo ich sicher bin, dass ich schwimmend wieder zurückkomme. Darauf, dass ich mein Board schon irgendwie wieder erreichen werde, möchte ich mich absolut nicht mehr verlassen.

    Wie bisher gehe ich also nur in Revieren mit auflandigem Wind aufs Wasser und achte (neu, das hatte ich bisher nicht konsequent beherzigt) auf ausreichende Auftriebshilfen und ziehe mich noch etwas wärmer an als bisher. Nach Stürzen werde ich versuchen, sofort so schnell wie möglich ans Material zu gelangen.

    Ohne Auftriebshilfe in dem kalten Wasser hätte ich mich vielleicht noch 20-30 Minuten über Wasser halten können, zu kurz um auf Hilfe zu warten, die man mit einem Handy oder ähnlichem anfordern kann.

    Ohne lange Schwimmeinlage wäre mein Anzug okay gewesen, ich hatte davor nicht kalt und hätte locker etwas schwimmen können, aber eben nicht so lange, ohne dass es einem kalt wird und es an einem zehrt.


    Ich wollte hier auch niemanden Angst machen oder den Spaß verderben, aber hatte auf Tipps gehofft (und bekommen 🙂) und wollte es teilen zur Sensibilisierung und weil es mich beschäftigt hat.


  • Ohne lange Schwimmeinlage wäre mein Anzug okay gewesen, ich hatte davor nicht kalt und hätte locker etwas schwimmen können, aber eben nicht so lange, ohne dass es einem kalt wird und es an einem zehrt.

    Da hast Du einen guten Punkt angesprochen. Der Anzug sollte warm genug sein, dass man es im Wasser eine Zeit aushalten kann.
    Thema Smartphone: Habe ausprobiert ob ich mit meinem Smartphone in der Hülle auf dem Wasser jemanden anrufen kann. Es war gar nicht so einfach, weil jeder Wassertropfen auf dem Display die Eingabe blockierte. Am Ende hab ich es für den Anruf aus der Hülle genommen. Würde ich auf jeden Fall testen.
    Für das Surfen habe ich mir daraufhin ein billiges Handy mit echten Tasten angeschafft. Ist deutlich kleiner und kann ich unter dem Anzug tragen.

  • Konkrete Frage die man sich evtl noch stellen kann:: Hast du dein Trapez anbehalten? Hättest evtl dein Material erreichen können, wenn du es abgemacht hättest?

    (klar so eine weitere wärmende, stützende, auftriebbringende Schicht im kalten Wasser einfach so aufzugeben kann wenn du das Material dann trotzdem nicht erreichst - natürlich auch das Zünglein an der Waage bzgl ertrinken unterkühlen usw sein). Keine Leichte entscheidung und vor allem wann und wie schnell trifft man die.

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    Das nachstehende ist dann etwas OT von der Überschrift an sich.


    Ich denke mal sollte einfach immer vor Augen haben, dass es auf dem Wasser grundsätzlich von einer Sekunde auf die nächste gefährlich werden kann. hier ist auch so ein Beispiel:

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    Zwar nicht in total kaltem Wasser aber dafür mit anderer Gefahr und das Material wurde auch kurz losgelassen. Ist da kein rankommen mehr und es sind nicht 'nur' ein paar wenige Monsterbrecher die da reinkommen, sondern das ganze bleibt 'ne Weile wirds auch schnell lebensbedrohlich.


    Leichtsinn als Gefahrenbeschleuniger: (auch wenn das OT ist weil nichts mit der Frage in der Überschrift)

    ->im Video würd ich die Frage stellen ob es in fremden Revieren nicht sinnvoll ist nur dann zu gehen, wenn auch Locals am Spot sind und idealerweise auch im Wasser. Das schützt zwar unter Umständen nicht vor diesen Wellen mit denen man nicht gerechnet hat aber jemand der Erfahrung hat darin zu surfen kann notfalls eben rausfahren und helfen. Ob der zweite nicht-Local hier dazu in der Lage gewesen wäre kann ich nicht einschätzen. Auch fremde Hilfe anfordern kann von Locals manchmal fixer gehen als nur über die Notrufnummer (vielleicht hat 3km weiter eben doch jmd einen jetski).

    ->In deinem Fall der Umstand, dass du allein auf dem Wasser warst und offenbar nichtmal jemand zur Aufsicht an Land. Zu zweit auf dem Wasser hätte jemand dein Material stoppen können. Mit jemand an Land (ohne Boot oder Surfmaterial) wäre das zwar nicht möglich aber: Kenntnis der Wassertemperatur + Uhr mit der man mitbekommt, dass du für diese Temperaturen gefährlich lang brauchst, wenn du es denn an Land schaffst wäre bei den Temperaturen recht früh ein Notruf sinnvoll gewesen (denn wenn du es an Land schaffst ist ja auch noch nicht gesagt, dass du überlebst oder schadfrei davonkommst. bei Unterkühlung ist die Gefahr ja noch nicht vorbei wenn du das Wasser verläßt).

    Hält man sich an solche Vorsichtsmaßnahmen kann man das Risiko ernsthaft zu Schaden zu kommen geschätzt ums 10-100fache verringern.

    Mal das Abriggen im Wasser üben , eine Person mit oder ohne Material abschleppen sind alles Dinge die man mal üben könnte.

    Der eine oder andere hat's sicher schon hinter sich.

  • Abschleppen ist ein schwieriges Thema, hängt sehr von den Bedingungen ab und vom Volumen des eigenen Boards.

    Bei mir hat das mit kleinen Boards < 100l nie wirklich geklappt, zumindest wenn das Rigg oder Kite mit dabei waren, nur Board geht schon, wenn man ggf. einen langen Tampen dabei hat, die Alternative an der hinteren Fussschaufe festhalten passt nur bei geringer Entfernung und wenig Wasserbewegung.


    Beim Abschleppen ist daher zu überlegen, das Rigg aufzugeben, was man anfangs eher ungerne tut. Auch zusammengelegt ist das Rigg schwierig mit abzuschleppen.


    Meine Erfahrungen sind da nur im Anfängerbereich mit entsprechend großen Boards und wenig Wind gut. In echten Notsituationen eher suboptimal, ohne weitere Hilfe kaum zu schaffen.

  • ich hab keinen bock, mir den englischen kommentar mühsam zu übersetzen.
    mir scheint er etwas geschockt.


    hätte auf gar keinen Fall loslassen dürfen, als er sich samt Rigg in sicherer Position zwischen Welle und Board befand.
    bei 3,50m-Wellen kein Problem
    man muss auf dem oberen Segelbereich liegend das Segeltop möglichst weit Richtung Meeresgrund drücken/"treten" und sich am gabelbaum festhalten und noch ein wenig abtauchen, soweit das geht, man muss ja am gabelbaum festhalten und das Segel ist auch noch da
    dann wird man ein Stück im Schaum mitgezerrt und sollte auch in dem angestrengten Zustand beim Wellenabreiten wenigstens für 15 Sekunden Luft anhalten können.

    loslassen muss letzte Option sein, wenn man unkontrolliert in/ direkt vor solch Schaumwalzen stürzt, damit man sich beim Rumwirbeln nicht verletzt

  • Ich habe einmal abgeschleppt, mein Brett war irgendwas um die 110l, da war ich froh, noch den Schotstart hinbekommen zu haben. Wir haben uns nach einigen Fehlversuchen darauf geeinigt, dass der Kollege sein Rigg aufgibt. Er hat sich an meiner hinteren Schlaufe festgehalten, war ein ziemlicher Balanceakt da nicht ständig vornüber zu fliegen. Leider waren in der Situation auch wieder einige Nicht-Helfer zu beobachten :(

  • Wenn ich es richtig verfolge waren Mario und auch sein Kumpel Nils erst sehr selten in der Welle, daher die vielen Probleme und Fehler.


    Fängt schon damit an, dass man an einem neuen Spot länger schauen sollte, was auf dem Wasser los ist, zumal wenn kein anderer raus geht.

    Dann hätten sie eventuell diese Sets gesehen und wären am Strand geblieben.

    Im Wasser dann muss man die beschriebene Technik kennen und auch im Stress machen. Da nichts passiert ist, so lernt man das halt mühsam, wenn man es alleine versucht.

    Ich schaue daher gerne bei anderen zu was die an einem Spot tun.

    Der erste bin ich nur, wenn ich mich sicher fühle und die Bedingungen kenne und einschätzen kann.

  • Abschleppaktionen sind aber ein ganz anderes Thema
    hab ich aktiv und "passiv" auch schon einige hinter mir

    rigg war aber zusammengerollt immer dabei,

    als Windsurfer Material ohne den Besitzer abschleppen geht
    selbst Board alleine ist da kompliziert (selbst Kitebaords zu bergen ist tricky, hab ich auch schon mehrfach durch)

  • seh grad, dass ein >nicht< fehlt
    Surfzeug bschleppen ohne Besitzer dabei geht nicht

  • Wenn man jetzt weiter denkt, was kann man als möglicher Helfer mit einem kleinen Board machen, wenn man da jemand schwimmend sieht?


    Mitnehmen geht nicht.


    Wenn man sein Board noch sieht, ihn dorthin schleppen?

    Schwimmen lassen und Hilfe holen? Riskant, kann zu lange dauern.

    Da bleiben und zusammen treiben lassen? Ergibt ggf. zwei Notfälle


    Nicht einfach, vielleicht schauen manche deswegen lieber vorbei?