Neu hier und gleich viele Fragen

  • Hallo liebe Windsurfer-Gemeinde,


    ich bin neu hier und möchte mich vorstellen und hab etliche Fragen:


    Erst mal meine Story, bzw. Motivation, warum ich hier schreibe:


    Als Jugendlicher mit 15 habe ich mal auf dem Lago Maggiore einen Anfängerkurs gemacht und dann bin ich im Folgejahr in Jugoslawien ein paar Tage surfen gewesen. Das ist nun 37 Jahre her. Windsurfen hat mich immer fasziniert, aber leider hat es dann bis 2013 gedauert, bis ich bei einem Urlaub auf Samos einen Anfängerkurs gemacht habe (3 Tage). Im Folgejahr war ich 10 Tage auf Limnos surfen. Dort habe ich den Beachstart gelernt und war zum ersten Mal im Trapez. Aber Gleiten war noch nicht, weil das Brett noch viel zu groß war (200L). 2015 war ich dann nochmal auf Samos und hab mich bei einem Learnival dranhängen dürfen. Leider waren alle anderen viel weiter als ich. Der Surflehrer stellte mich auf ein Brett, das in meinen Augen winzig klein war (so was um die 110 L). Der Wind war so um die 20 knt, die Welle für mich unangenehm und ich kam mir vor, wie beim Rodeo (zumindest kam ich mal kurz ins Gleiten). Da ich keinen Wasserstart beherrsch(t)e und das Board sich für mich wie Seiltanzen anfühlte, ich keine Wende/Halse mehr hinbekam und jedes Mal beim Schotstart so gefühlt ein Dutzend Anläufe brauchte, um wieder fahren zu können, war ich super gefrustet. Für mich hatte es sich damals erledigt. Ich dachte mir, das lerne ich nie, obwohl ich zwar recht sportlich, aber leider kein Leichtgewicht bin (ca. 85 kg, bei 180m).


    Nun war ich im Oktober bei einem Learnival auf Kreta (Palekastro) und habe wieder Blut geleckt. In den ersten Tagen war ich zwar wieder auf einem großen Board unterwegs (200L), dann habe ich mich aber auf ein 145L-Brett getraut. An einem Tag war der Wind für mich zu heftig (25 Knt. Und Böen bis 35 Knt.). Dann habe ich im Eingangsbereich Wasserstart geübt und hab den sogar zwei (2,5mal) Mal hinbekommen. Bei ca. 20 Knt. konnte ich mit dem 145er Brett fahren, hat sich zwar wackelig angefühlt, aber geradeaus war gut ;-) Nur bin ich noch nicht ins Gleiten gekommen, die Wenden waren zu wackelig (bin meistens reingefallen), aber die Halse hat funktioniert. Und dann war der Urlaub vorbei. Mist. Ich hätte gerne noch ein paar Tage gehabt, um bei guten Bedingungen zu üben.


    So, nun meine Frage: Ich hatte den Gedanken im kommenden Januar oder Feb irgendwo unter Anleitung weiter zu lernen/üben. Mein Traum wäre: Ein sicheres und einfaches Revier, eine gute Schule mit gutem Material und guten Lehrern/Innen, Flachwasser, großer Stehbereich und konstanter Wind, bis 5 Bft. würde mir locker reichen. Auf der Suche bei bekannten Surfreise-Veranstaltern komme ich da immer nur bei der Karibik raus (ist mir aber zu weit) oder in Ägypten. Zu letzterer Destination hatte/habe ich Vorbehalte bzgl. Sicherheit. Aber mir wurde gesagt, dass es dort gute Bedingungen für mich gäbe. Für eine Woche im Jan könnte ich mir das sogar vorstellen. Dann eben mit dem totalen Fokus auf Windsurfen, um weiterzukommen. Ich möchte Gleiten lernen und den Wasserstart.... um endlich so richtig Spaß zu haben.


    Meine Fragen:

    - Ist Ägypten für meinen „Zweck“ empfehlenswert?

    - Wenn ja, welchen Spot würdet ihr mir im Jan/Feb empfehlen?

    - Oder sollte ich mich bis zum Sommer gedulden und in heimischen Gefilden (z. B. Ostsee) weiter lernen? Wenn ja, wo würdet ihr mich hinschicken?


    Ich bin nun 53 Jahre alt. Fühle mich aber nicht wie Alteisen. Mache regelmäßig Sport (Badminton im Verein, Rennrad, Laufen). Meint ihr, ich habe noch eine Chance, diesen tollen Sport des Windsurfens zu erlernen? Und hättet ihr Tipps, wie ich das hinbekomme ohne jedes Jahr wieder nur 3 Tage frustiert an einem ungeeigneten Spot im Urlaub zu denken: „naja, vllcht nächste Jahr…“.


    Sorry, ich weiß, das sind viele Fragen. Aber vielleicht mag mir der ein oder andere helfen. Übrigens kam ich auf dieses Forum, da ich beim Googeln die Frage von Christ909 „Eure ersten Erfahrungen als Anfänger bei starkem böigem Wind“ von vor einem Jahr fand. Und ich kann seine Erfahrung so gut nachvollziehen.


    Dann schon mal danke und ich bin gespannt, ob mir jmd. Antwortet, obwohl ich hier diesen Roman verfasst habe ;-)

  • Du kannst das auf jeden Fall mit 53 noch lernen. Ich habe vor 7 Jahren mit 50 angefangen und habe das auch noch halbwegs hinbekommen. Wobei gelernt beim Windsurfen relativ ist, irgendwas gibt es immer noch zur lernen. Wichtig ist halt möglichst viel Zeit auf dem Wasser. Möglichst nicht nur im Urlaub surfen, sondern auch irgendwo daheim, wenn es einen passablen Spot in Deiner Nähe gibt und möglichst bald eigenes Material anschaffen, damit Du von Surfstationen unabhängig bist, die in Deutschland oft fast die Hälfte des Jahres geschlossen sind oder auch abends früh schließen oder morgens spät öffnen. Wenn man dann Zeit hat und Wind ist, ist es gut eigenes Zeug zu haben.

  • Hi Seewasser, leider lebe ich in Süddtschl., weitab von brauchbaren Spots. Von daher habe ich selbst an die Nord/Ostsee ne weite Anfahrt.... da wäre der Gardasee näher...

  • Meint ihr, ich habe noch eine Chance, diesen tollen Sport des Windsurfens zu erlernen? Und hättet ihr Tipps, wie ich das hinbekomme ohne jedes Jahr wieder nur 3 Tage frustiert an einem ungeeigneten Spot im Urlaub zu denken: „naja, vllcht nächste Jahr…“.


    Ich sollte gerade eigentlich noch was arbeiten ...ach was ...mach ich später - da schreib ich Dir lieber kurz:


    JA - GANZ KLAR "lernst" Du das Windsurfen ...genaugenommen kannst Du es schon - hast schon eine gute Wegstrecke zurückgelegt. Um das mal einzuordnen. Ich surfe seit über 35 Jahren ...und natürlich gibt es da auch heute noch immer mal wieder einen ...na sagen wir einen Tag mit etwas Frust-Potential .... (ganz normal- denke ich - meist ist es Unzufriednehit mit sich selbst oder den Bedingungen ...oder ...oder .... aber man lernt bei dem Sport ...NIE aus ...ich finde das macht eben auch einen ganz besonderen Reiz aus ... :windsurfing: ....)


    Ich denke auch - Du gehst es jetzt gut an - um die Lernkurve steiler nach oben zu bekommen - braucht es vor allem ...TIME on WATER... => also nicht warten bis Sommer ...wenn es die derzeitige Situation verträgliches Reisen zulässt - dann achte auf ein Stehrevier wenn möglich ..oder flachen Uferverlauf ...ich denke die genanten Reviere passen ganz gut. Dann eine Gute Schulung (Einzelstunden können echte Schlüsselerlebnisse sein...) , samt vernünftig ausgewählten Material. -=> In der Folge sollte die Station einen entsprechende Performance haben. Das wird - wenn Du schon am Wasserstart arbeitest wäre es jetzt mehr als schade aufzuhören. ( 53 und sportlich (und etwas Biss) sowie strukturiertes Vorgehen sind eher sehr gute Voraussetzungen ... :thumbup: )


    Und dann ist hier noch das Forum - immer wieder bereit bei absoluten Detail-Fragen die Situation zu analysieren und konstruktive Vorschläge zu machen. Nutzen ....(!) es gab hier aus meiner Sicht schon tolle Erfolgs-Storys ...


    So - nun zum Thema Süddeutschland und "brauchbaren Spots" ..... - da gibt schon so manches ...bin selber in Süd-D. . - oft nur eine Frage wann und wo - und wie flexibel man das restliche Leben ;) .....gestalten kann ..... (evtl. gibt dazu schon einen eigenen Thread zum Thema Spots im Süden - sonst macht Du einfach mal einen auf ....)

  • Hallo Jeff, ich wohne auch in Süddeutschland , Surfspots haben wir genügend!

    Ich wohne im Allgäu und komme in guten Jahren auf 70 Surftage an meinen Homespots. 2021 gehört leider nicht zu den guten Jahren.

    Surfen ist ein ewiges lernen, ich Surfe mit Unterbrechung jetzt 30 Jahre Und lerne immer noch dazu.

  • Hi Jeff!


    Ich bin letztes Jahr mit 46 Jahren zum ersten Mal in meinem Leben auf einem Windwurfboard gestanden, und bin ziemlich angefixt, habe mir dann dieses Jahr auch eigenes (gebrauchtes) Material geholt. Trapez, Schlaufen und Gleiten klappt schon gut. Wie schon andere geschrieben hatten, Time on Water (auch bei wenig Wind, so zumindest meine Erfahrung) ist wohl schon einer der Schlüssel zu Fortschritten. Viel Erfolg & vor allem Spaß Dir!

  • Wenn es Dich interessiert: Hier habe ich mal meine ersten Erfahrungen beim Einstieg ins Windsurfen beschrieben: Meine Erfahrungen beim Einstieg ins Windsurfen

    Was zuerst kommt - Gleiten oder Wasserstart - muss wahrscheinlich jeder und jede für sich entscheiden. Für mich hat es gut funktioniert, erste Erfahrungen mit Trapezfahren, Gleiten und Fußschlaufen auf größeren Boards zu machen, zwischen 145 und 185 Liter (bin etwa gleich groß und schwer wie Du). Vom Wasserstart bin ich noch weit entfernt. Für Schotstart, Wende und Halse sind größere Boards auf jeden Fall viel einfacher, mit Schwertboards lässt sich besser Höhe laufen, und mit eingeklapptem Schwert können Schwertboards auch - zumindest für die ersten Gleiterfahrungen - schön gleiten. Und ich denke, wenn Du erst mal regelmäßig ins Gleiten kommt, wirst Du noch angefixter sein :-).

    Wichtig für mich war, regelmäßig aufs Wasser zu kommen, mit nicht zu großen Pausen dazwischen. Vielleicht hast Du ja die Möglichkeit, nächstes Jahr von April bis Oktober mindestens zwei Mal im Monat zu surfen, und dann noch den einen oder anderen Surfurlaub dazu? Fange gerade an die Ostsee bzw. die Ostsee-Bodden zu entdecken, da gibts jede Menge toller Spots, gut geeignet für Anfänger*innen und Aufsteiger*innen. Von Frühjahr bis Herbst gibts auch jede Menge Infrastruktur wie Campingplatze, Boardverleih etc., zwischen November und April sieht es da aber eher nicht so gut aus. Der eine oder andere Campingplatz hat noch offen, aber Boardsverleih wohl eher nicht, und das Wasser wird jetzt schnell kälter.

    Ich denke, für eine erste Ausrüstung (Freerideboard um die 135 - 140 Liter, dazu vielleicht drei Segel so zwischen 5,5 und 7,5 m2, mit Masten, Gabelbaum, Trapez etc.) solltest Du so um die 1.000 Euro einplanen, wenn Du Dir überlegst was eigenes anzuschaffen (ohne Neoprenanzug). Wenn das für Dich aktuell wird, ist sicher sinnvoll, sich hier im Forum noch mal genauer beraten zu lassen, damit zu Dir was Passendes besorgst und auch beim Kauf nicht verarscht wirst.

  • Empfehlung gut erreichbarer Winterspot: Kanaren👍🏻

    Zwischen Weihnachts und Osterferien können wir Fuerteventura Süd (viel Platz, aber karges Eiland)

    Oder Teneriffa, El Medano (leider sehr voll in der Bucht aber vielseitige Insel, auch attraktiv für Nichtsurfer)

    empfehlen...gerade Februar/März hat's uns super gefallen👍🏻

  • Hi Jeff,


    kann mich Festus nur anschließen und mit David1234 sprechen. Wenn es bei dir in der Nähe, ich muss auch ca eine Stunde zum Spot fahren, ein Gewässer gibt auf dem man surfen kann, dann Material kaufen und üben. Ich kenne keinen Spot an dem man nicht Tips von anderen Surfern bekommen kann, gerade in diesem Jahr in dem ich mit foilen begann (nur so nebenbei, bin einige Jahre älter), gab es immer wieder Fragen und dadurch sehr nette Begegnungen.

    Letztendlich musst du alles in einer Schule erlernte umsetzen und kannst dich bei 2 x surfen im Jahr nicht weiterbringen.


    Michael