• Wer ist in Malcesine noch ni ht geschwommen? Gehört halt dazu.

    jeder Tag ohne Zettel am Zeh ist ein guter Tag!

  • Egal wo, wenn der Wind stark löchrig wird: Wind beim Surfen "beobachten" (Wellenbild, andere Surfer), näher beim Ufer surfen. Ist mir auch schon am Gardasee bei Nordwind passiert, dass ich 1 Schlag zu viel raus bin - aber ich hatte es in dem Moment gespürt, dass 1 Schlag zu viel sein könnte. Hängt auch von deinen Dümpel-Fähigkeiten ab (bin nicht schlecht darin).

    Hab mir mal paar Messdaten bei Windfinder vom Gardasee anzeigen lassen und da kam es nicht selten vor dass der Wind von schlappen 4 Bft auf 0-2 knoten innerhalb von 10-15 minuten gefallen ist. Ich fürchte da ist dann auch der beste Dümpler in die Knie gezwungen, selbst mit 200L darfste dann paddeln:D

    ist wirklich ein spannender Sachverhalt und eine berechtigte Fragestellung - stellt für mich aber grundsätzlich kein echtes Problem dar, das ich nicht bewältigen kann. Ergänzen möchte ich: 1.) Ich brauche am Gardasee (wenig Wellen) zum Dümpeln lediglich einen kleinen Druck im Segel (ich weiss nicht wieviel Knoten) und entspr. Boardvolumen u./o. Balance-Geschick, 2.) Es braucht Geduld und Ausdauer, wenn man lange Distanz zurückdümpeln muss (man muss es relaxed nehmen - auch dann, wenn mal für ein paar Minuten nichts geht), 3.) Die genannten 10-15 Min., innerhalb derer der Wind einschläft, müssten eigentlich reichen, um die Windänderung zu antizipieren und näher zum Land zu surfen, 4.) andere Risikofaktoren (Temperatur, Gewitter) miteinkalkulieren, 5.) Es immer so, dass der Nordwind am Gardasee bei normalen Bedingungen einschläft - beim ersten Schlag mit löchrigem Wind über eine Rückkehr nachdenken, 6.) Genügend in Luv vom Ausgangspunkt her surfen, damit man beim Dümpeln die richtige Stelle anpeilen kann. 7.) Ziel muss sein: keine grosse Schwimm-Distanz oder gut zu Fuss wieder nach Luv laufen können, 8.) Ich bin Binnensee-Surfer (keine Aussage zum Surfen auf dem Meer).

  • ist wirklich ein spannender Sachverhalt und eine berechtigte Fragestellung - stellt für mich aber grundsätzlich kein echtes Problem dar, das ich nicht bewältigen kann. Ergänzen möchte ich: 1.) Ich brauche am Gardasee (wenig Wellen) zum Dümpeln lediglich einen kleinen Druck im Segel (ich weiss nicht wieviel Knoten) und entspr. Boardvolumen u./o. Balance-Geschick, 2.) Es braucht Geduld und Ausdauer, wenn man lange Distanz zurückdümpeln muss (man muss es relaxed nehmen - auch dann, wenn mal für ein paar Minuten nichts geht), 3.) Die genannten 10-15 Min., innerhalb derer der Wind einschläft, müssten eigentlich reichen, um die Windänderung zu antizipieren und näher zum Land zu surfen, 4.) andere Risikofaktoren (Temperatur, Gewitter) miteinkalkulieren, 5.) Es immer so, dass der Nordwind am Gardasee bei normalen Bedingungen einschläft - beim ersten Schlag mit löchrigem Wind über eine Rückkehr nachdenken, 6.) Genügend in Luv vom Ausgangspunkt her surfen, damit man beim Dümpeln die richtige Stelle anpeilen kann. 7.) Ziel muss sein: keine grosse Schwimm-Distanz oder gut zu Fuss wieder nach Luv laufen können, 8.) Ich bin Binnensee-Surfer (keine Aussage zum Surfen auf dem Meer).

    Sehr schöne Punkte dabei danke ! DIe meisten Punkte setzen aber voraus, dass man sich die Tatsache , dass der Wind ständig einschlafen und auch mal kaum bis gar nicht wiederkommt, allgegenwärtig vor Augen führt. Das ist mir in meinen "jungen" 1.5 Jahren Windsurfen und wirklich vielen Sessions im Meer und See noch nicht einmal vorgekommen. Ein Grundwind von 2 Windstärken sollte es schon haben damit man einen Hauch an Zug im Segel verspürt. Bei 0-3 knoten kannst das Segel im Stehen nicht mal halten ^^

    Ich - ausgehend von meiner Erfahrung - würde sonst auch nicht sobald es löchrig wird denken, dass der Wind komplett futsch ist innerhalb paar Minuten. Am See ist es eher ein Standard von On / Off.


    Meine Sorge war nur jetzt: Risiko einschätzen wenn ich im Oktober zb. zum Comer See fahre, Surfe und irgendwo hängen bleib. Da können selbst 200-500m schon extrem kritisch werden wenn es 10 grad hat (ist das realistisch? ) und Wassertemperatur ebenso. Schafft man es wirklich dann paddelnd ans Ufer? Da wirds dann auch schwer mit Geduld wenn einem der A*** abfriert und es sogar Lebensgefährlich werden kann ?


    Danke jedenfalls für die wirklich sehr guten Punkte, werde diese berücksichtigen wenn sich bald die Gelegenheit ergibt. War nur eine Grundsatzfrage, nachdem ich gesehen habe dass der Wind wohl öfter bis komplett nichts runterfällt.

  • Es ist immer möglich das der Wind plötzlich einschläft, aber es gibt Reviere wo das häufiger auftritt. Das sollte man schon im Hinterkopf behalten.

    Der Umgang damit erfordert ein wenig Erfahrung und Intuition zu Wissen wie sich so ein "Windabriss" ankündigt. Helfen tun dabei natürlich so Dinge wie genügend sich in Luv zu positionieren und nicht irre weite Schläge von Ausgangspunkt zu machen.


    Z. B. bei Fön am Urner ist mir der Wind noch nie plötzlich eingeschlafen. Da sehe ich das Risiko auch mehr an den sehr limitierten Möglichkeiten rein und vor allen wieder raus zu kommen. Bei Nordtermik musst du da eigentlich immer erstmal dümpeln um ins Windfenster zu kommen.

  • also mir ging es am letzten Tag am comer genau so. Thermik war eh löchrig.


    War im gleiten mit 8,2 und Wind war in 2 s aus. Bin rückwärts im Trapez eingehängt im Wasser gelandet X(


    Musste mich ca. 500m nach hause fächeln. Noch 5 min vorher war ich auf der anderen seeseite, da hätte ich richtig schlechte Laune gehabt. Vermutlich wäre Taxi zurück die bessere Wahl dann gewesen :cursing:

  • Da können selbst 200-500m schon extrem kritisch werden wenn es 10 grad hat (ist das realistisch? ) und Wassertemperatur ebenso. Schafft man es wirklich dann paddelnd ans Ufer? Da wirds dann auch schwer mit Geduld wenn einem der A*** abfriert und es sogar Lebensgefährlich werden kann ?

    Bei einer absoluten Notsituation (Kälte, Materialschaden, Verletzung) sollte man darüber nachdenken, das Segel zu opfern und sich auf dem Brett paddelnd ans Ufer zu retten.


    Vor paar Wochen am Gardasee mussten meine Frau und morgens ich die letzten ca. 100m zum Strand zurückschwimmen, als der Wind plötzlich weg war. Bei den Wassertemperaturen (knapp 20°C) kein Problem.


    Vor zwei Jahren im Frühjahr am Chiemsee (Wasser 4°C) wäre ich fast ersoffen, weil ich mit großem Material draussen war und von einem Wetterumschwung überrascht wurde. Als ich draußen war hat der Wind plötzlich so stark zugenommen, dass Wasserstart und Segel aus dem Wasser bekommen mit 9,6 nahezu unmöglich wurde. Durch die langen Schwimmeinlagen zwischen den Wasserstartversuchen bin ich trotz dickem Neo so ausgekühlt, dass ich Krämpfe in Armen und Beinen bekommen habe. Das war ein unangenehmes Gefühl kann ich dir sagen, obwohl es nur 200-300 Meter zum Ufer in Windrichtung waren...

  • Meine Sorge war nur jetzt: Risiko einschätzen wenn ich im Oktober zb. zum Comer See fahre, Surfe und irgendwo hängen bleib. Da können selbst 200-500m schon extrem kritisch werden wenn es 10 grad hat (ist das realistisch? ) und Wassertemperatur ebenso. Schafft man es wirklich dann paddelnd ans Ufer? Da wirds dann auch schwer mit Geduld wenn einem der A*** abfriert und es sogar Lebensgefährlich werden kann ?


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    das hat aber nur bedingt mit "wind schläft ein" zu tun. besonders bei solchen bedingungen solltest du immer so vorbereitet sein dass du nicht in lebensgefahr kommst. materialbruch, wetterumschwung, verletzung.

    also immer checken was für rettungsmöglifchkeiten es gibt, wie lange das dauern kann und dann passend neo und eqipment auswählen - und die entfernung vom ufer - 200m sind meistens sicherer als 5km

    Hitze, Kälte, Dürre, Flut - Hauptsache, es geht der Wirtschaft gut! - Salzburger Graffiti

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    Meine Sorge war nur jetzt: Risiko einschätzen wenn ich im Oktober zb. zum Comer See fahre, Surfe und irgendwo hängen bleib. Da können selbst 200-500m schon extrem kritisch werden wenn es 10 grad hat (ist das realistisch? ) und Wassertemperatur ebenso. Schafft man es wirklich dann paddelnd ans Ufer? Da wirds dann auch schwer mit Geduld wenn einem der A*** abfriert und es sogar Lebensgefährlich werden kann ?


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    Bei mir ist es wie ein innerliches Risiko-Bewertungssystem:

    • Oktober + Comersee + Wetter mit milden Temperaturen + solider Herbst-Neo + bekanntes Revier + guter Fitness-Zustand + andere Surfer auch auf dem Wasser + Material ok = ok
    • April + Urnersee + moderater Föhn + Winter-Neopren + Material ok + mir bekannte Surfer auf dem Wasser = Ok, aber nur kurz (bevor Kräftereserve weg)

    Es kann sein, dass ich zu einer anderen Einschätzung komme, wenn nur 1 Parameter ins Negative zeigt.


    Apropos Urnersee:

    • Vor 34 Jahren hätte ich beinahe meine letzte Surf-Session gehabt, als ich im April mit löchrigem Herbst-Neopren und ohne Material (war weg) in der Mitte des Sees schwamm --> seither wird die Neopren-Dicke so gewählt, dass auch längere Wasseraufenthalte ok sind - ich habe deshalb 1x Spätsommer-, 1x Herbst- und 1x Winter-Neopren.
    • Es gibt das Phänomen, dass der Föhnwind in den Höhen an den Felsen abprallt und den See mit Nordwind beschert (also "verkehrte" Richtung), bevor der Föhn auch über dem Wasser von Süden her durchzieht. Da kannst du bei 5 Bft. aus Nord rasch im Restaurant pinkeln gehen (bitte CHF 2.- an der Bar abgeben) und wenn du rauskommst hat es 5 Bft. aus Süd. Das Beispiel ist zwar einfach und offensichtlich, aber Revierkenntnisse sind auch ein Faktor.
  • Vor zwei Jahren im Frühjahr am Chiemsee (Wasser 4°C) wäre ich fast ersoffen, weil ich mit großem Material draussen war und von einem Wetterumschwung überrascht wurde. Als ich draußen war hat der Wind plötzlich so stark zugenommen, dass Wasserstart und Segel aus dem Wasser bekommen mit 9,6 nahezu unmöglich wurde. Durch die langen Schwimmeinlagen zwischen den Wasserstartversuchen bin ich trotz dickem Neo so ausgekühlt, dass ich Krämpfe in Armen und Beinen bekommen habe. Das war ein unangenehmes Gefühl kann ich dir sagen, obwohl es nur 200-300 Meter zum Ufer in Windrichtung waren...

    Genau so sah meine Horrorvorstellung aus ! 200 m sind da eine nahezu unmöglich mit Schwimmen zu bewältigende Distanz wenn das Wasser so kalt ist denke ich. Aber gut, habe mal gerade nachgeschaut: Das Wasser am Gardasee ist 19°C , am Urner und Comer See 15°C , also kuschelig wirds nicht aber kritisch soo schnell wie bei Temperaturen unter 10°C (wovon ich erst ausging) wirds wohl nicht im Falle des Falles

  • Beim Segeln und Wasserrettung gingen wir von folgenden Zahlen aus bis Erschöpfung einsetzt, die auch zur Bewusstlosigkeit führen kann:

    Wasser um 0 Grad 10-15min

    Wasser um 5 Grad 30 min

    Wasser um 10 Grad 60 min


    Ein Neo verlängert das sicher, also ab 10 Grad sollte die Zeit reichen, um das Ufer im Normalfall zu erreichen.


    Da der Mensch doch leidendsfähig ist gibt es bei den Zeiten noch einen Faktor 3 bis zum Ableben, aber deutlich davor ist man nicht mehr handlungsfähig.


    Daher ist 10 Grad meine Grenze, wenn es kein Stehrevier ist.

  • ...

    Daher ist 10 Grad meine Grenze, wenn es kein Stehrevier ist.

    bei mir genauso


    auch weil ich keine superdicken neos mag

    Hitze, Kälte, Dürre, Flut - Hauptsache, es geht der Wirtschaft gut! - Salzburger Graffiti

  • Das Rigg zu opfern, zwingt einen aber dann auch selbständig zu Ufer zurück zu paddeln. Ist das nicht möglich sollten man sich niemals von Rigg trennen. Es stabilisiert die Fuhre und dient als Treibanker.

    Am Urner hatte ich auch schon Nahtoderfahrung. Der Fön kann da ganz schön gnadenlos sein.

  • Beim Surfen bei kalten Temperaturen oder auf größeren Gewissen würde ich immer ein Telefon mitnehmen, um notfalls Hilfe zu rufen. Es kann ja auch mal was mit dem Material sein.

  • Föhnbise:

    Bevor der Föhn den Urnersee erreicht, erwärmt er südlich davon das Reusstal (Hitzetief). Nördlich des Urnersee ist es kälter (Kältehoch) und da der Wind immer vom hohen zum tiefen Druck weht, gibt es dann dort schöner konstanter Nordwind.

    Föhnbise ist also besonders ausgeprägt in der kalten Jahreszeit mit kalter Luft im nördlichen Alpenvorland.

    In der kalten Jahreszeit reicht daher auch der Föhn oft nicht soweit ins Mittelland, da die kalte Luft schwerer ist und von der warmen Föhnluft nicht so gut verdrängt werden kann.

    Beispiel: 4 HP Druckdifferenz im Sommer führt am Urnersee zu mäßigem

    Föhn, im Winter evtl. zu Föhnbise, also aus der entgegengesetzten Richtung.

    Ich bin schon bei Sisikon bei Föhnbise aus Norden gesurft und habe gleichzeitig gesehen, wie in Isleten schon die ersten Surfer mit Föhn gefahren sind 🙂

  • Ich bin auch schon bei Föhn mit 3.7 und 75l am Felsen drüben beim Gruonbach im Wasser gesessen und habe eine halbe Stunde gewartet, bis sich die Grenze wieder nach Norden verschoben hat. Innert Sekunden kein Wind mehr, da sich die Grenze zwischen Föhnbise und Föhn genau auf unseren Standort gelegt hat. Dazu wahnsinnige Kreuzwellen von Nord (Föhnbise) und Süd (Föhn), die sich gegenseitig auf gut 2m hochgeschaukelt haben und uns gut durchgerüttelt haben. An Dümpeln war nicht zu denken. Nach einer halben Stunde und eisigen Beinen (das Wasser ist bei Föhn selten über 10°C) hat der Föhn den Kampf gewonnen und weiter gings.


    Das gibt es aber nur sehr selten auf Höhe Isleten, meistens ist die Grenze weiter nördlich zwischen Sisikon und Brunnen.


    Danke papapatrick für die Erklärung, das macht Sinn!

    "Ich komme von einer Farm in der Wüste, wo es weit und breit keine Wellen gibt. Also, wenn ich Wave-Weltmeister werden kann, dann kannst du es auch, wenn du nur willst - Live your dream!!"

  • In einem Surfchat hat jemand unserem Meteorologe eine Frage zu den unterschiedlichen Temperaturen und Dichte gestellt. Hier noch die Antwort (passt auch gut zum Comersee):


    Immer im Herbst bei Bisenlage/Thermik ist der Druck im Segel irgendwie nicht mehr gleich gross wie im Frühling oder Sommer. Und das obwohl rein optisch alles perfekt scheint. Man sieht die Böen und Wellen. Es sieht alles super aus. Aber auf dem Wasser fehlt der Druck im Segel. Man steht in der Böe und trotzdem geht's irgendwie nicht so vorwärts wie es sollte.


    Nun zu meiner Frage:

    - handelt es sich hier um eine optische Täuschung? Sieht alles besser aus, als das es tatsächlich ist? z.B. wegen dem Winkel der Sonneneinstrahlung auf das Wasser

    - oder ist tatsächlich der Luftdruck oder die Luftdichte nicht mehr gleich wie im Frühling oder Sommer? Falls ja, wieso ist das so?


    **************


    Das ist eine sehr spannende Frage, aber kaum zu beantworten. Dennoch probiere ich es zu hinterleuchten.


    Mir persönlich ist das noch nie aufgefallen, dass der Druck im Herbst nachlässt. Ich habe mich dennoch gefragt, was könnten die Ursachen sein. Und für dies muss man sich zuerst mal die Winddruckformel ansehen: Bild cp ist eine Konstante, dann haben wir noch die Dichte durch 2 mal die Windgeschwindigkeit im Quadrat.


    Also müssen wir uns, wie sie schon vermutet haben, die Dichte ansehen. Und wieso soll die anders sein? Das einzige was zur Frühlingszeit/Sommerzeit im Herbst anders ist, die Wassertemperatur hat im Spätsommer und anfangs Herbst ihr Maximum. Also wird der Wind beim Darüberstreichen etwas mehr erwärmt als im Frühling, also wird die Luftdichte etwas geringer. Nur wenn man sich die Dichte der Luft in Abhängigkeit der Temperatur ansieht, ist der Unterschied so klein und hat deshalb kaum Einfluss. Zumindest nicht spürbar. Hier ein kleines Rechenbeispiel für ein 7 Quadratmeter Segel bei 0 Grad und bei 20 Grad und Windgeschwindigkeit 30 km/h (cp ist 1, Luftdichte bei 0 Grad 1,293 kg/m3 und bei 20 Grad 1,204 kg/m3): für 0 Grad kommt man auf 58.2 N/m2 und für 20 Grad auf 54.2 N/m2. Spürt man das? Wahrscheinlich hat da mehr Einfluss ob man gerade den Bauch voller Pizza hat oder mit halb leeren Bauch aufs Wasser geht 😊. Und da sie sagen, das Wellenbild sieht praktisch gleich aus, dann muss ja auch der gleiche Winddruck auf die Seeoberfläche wirken und somit auch im Segel. Was könnte es also noch sein. Ja, vielleicht ist es einfach die flachere Sonneneinstrahlung, welche die Wasseroberfläche mehr zum Glänzen bringt – im Vergleich 15 Uhr im Sommer zu 15 Uhr im Herbst. Höchster Sonnenstand Ende Juni bis anfangs Juli. Somit ist es wahrscheinlich eine optische Täuschung oder sie sind tatsächlich genug feinfühlig um den Dichteunterschied zu merken.


    Was aber tatsächlich stimmt: Spätsommer bis anfangs Herbst hat sich die Atmosphäre bis weit nach oben aufgewärmt und deshalb funktioniert die Thermik nicht mehr so effizient im Vergleich zum Frühsommer, wo die Temperaturdifferenz zwischen den Berggipfeln und der Urnerseeumgebung grösser ist. Ich habe einige Fallbeispiele für die Thermik am Urnersee gemacht und herausgefunden, dass wenn die Temperatur zwischen Altdorf und dem Pilatus mindestens 11 Grad hat, dann kann Thermik am Urnersee gut funktionieren. Sofern die Tempertaturdifferenz 12 Grad hat, dann kommts echt gut und bei 10 Grad Unterschied bleibt die gute Thermik aus. Diese Regel funktioniert aber nur, wenn alles störungsfrei abläuft. Also keine Fronten im Spiel sind oder auch kein stärkerer SW-Wind in der Höhe den Thermikschlauch kaputt macht. Auf der anderen Seite hilft die Bise den Thermikschlauch im unteren Ast zu beschleunigen. Stichwort Föhnbise.


    Ich weiss nicht, ob ich ihnen nun wirklich weitergeholfen habe, aber ich wünsche ihnen weiterhin guten Winddruck im Segel.


    Herzliche Grüsse und Hang Loose,


    Jan Eitel

    "Ich komme von einer Farm in der Wüste, wo es weit und breit keine Wellen gibt. Also, wenn ich Wave-Weltmeister werden kann, dann kannst du es auch, wenn du nur willst - Live your dream!!"

  • Falls es noch jemanden interessiert, hier meine Erfahrungen zur Thermik-Vorhersage am Urnersee:



    -          Beste Thermikzeit ist von Ende März bis Mitte August, im September gibt es nur noch wenige gute Thermiktage.


    -          Voraussetzung ist natürlich schönes Wetter mit Sonnenschein.


    -          Wichtig ist eine tiefe 0°-Grenze, am besten zwischen 3000 und 3500 m, wenn sie über 4000 m liegt, dann gibt es meistens keine gute Thermik, die warme Luft kann nicht hoch genug aufsteigen (dann gibt es nur leichten Wind, auch wenn es noch so schön sonnig und warm ist).


    -          Inversionen stören eigentlich selten, werden meistens in den Vormittagsstunden durch die Sonneneinstrahlung aufgelöst.


    -          Überregionale Unterstützung aus Nord hilft natürlich, auch Nordüberdruck (www.meteocentrale.ch, Föhn-Diagramm).


    -          Südüberdruck ist sehr schlecht, ab 2-3 hPa Südüberdruck kommt keine vernünftige Thermik mehr zustande.


    -          Überregionale Winde unterstützen die Thermik auch wenn sie aus Nordwest oder West kommen, Südwestwind in den Bergen stört nicht unbedingt sofern kein Südüberdruck besteht.


    -          Besonders gute Thermikbedingungen herrschen beim so genannten Nachfrronten-Wetter, also nach Durchgang einer Kaltfront mit mittelhoher Bewölkung am Tag 1 und 2 nach Kaltfrontdurchgang mit aufbauendem Hochdruckgebiet. Vor einer Warmfront gibt es keine gute Thermik (dann hat es oft schon warme Luft in der Höhe)


    -          Aber auch bei einer stabilen Hochdrucklage kann es gute Thermiktage geben, besonders im Juni und Juli. Aber der Hochdruck sollte nicht so stark sein, sonst stört die Subsidienz (absteigende Luftführt auch zu recht vielen hohen Schleierwolken, was die Sonneneinstrahlung stört).


    -          Wolken stören nicht unbedingt, wenn es sich um hochreichende Cumulus handelt und wenn es nicht zu viele Wolken hat. Eine gewisse Menge ist förderlich (Wolkenthermik, kennen die Paraglider)), zu viele Wolken hemmen die Sonneneinstrahlung (Überentwicklung) und das ist wieder sehr negativ.


    -          Ein Geheimtipp ist noch das Vorhandensein oder das Durchgehen eines Höhentiefs, da ist die Thermik immer sehr gut.


    -          Wenn alles passt, gibt es eine gute Thermik mit 5 Bft., jedoch sind die optimalem Wetterbedingungen meistens nicht in Reinform vorhanden und oft sind es doch nur knappe 4 Bft.


    -           Die Thermik kommt schon früh in Sisikon an, ist dort aber schwächer.


    -          Ich gehe eigentlich nur noch in Isleten raus und fahre rüber zum Axen, dort dreht der Wind gut 45° an der Felswand entlang, die Wellen drehen nicht derart stark herum, so dass man dann bei tollem Flachwasser und oberen fünf Bft. auf die Felswand zu rasen kann, was wirklich fantastisch ist.


    -          Entweder ich hatte in den letzten Jahren Pech oder die Thermiktage sind tatsächlich schwächer und seltener geworden,


    -          Gewöhnungsbedürftig für alle, die das erste mal an den Urnersee kommen ist sicher die Winddrehung um den Axen herum Richtung Gruonbach die gut 60 % beträgt. Wenn man dann zurückfahren möchte wundert man sich sehr, dass man erst mal trotz Halbwindkurs fast Richtung Süden fährt statt nach Westen zurück nach Isleten, letztendlich fährt man dann wie auf einem Halbkreis bis zur Seemitte.


    -          Noch ein Tipp: Wenn es in Sisikon 3-4 Bft. Thermik hat, dann sollte man nie aufgeben und nach Hause fahren sondern geduldig in Isleten oder am Gruonbach warten, meistens verschiebt sich der Windgürtel doch noch irgendwann nach Süden, wird dann am Axen zusammengepresst und beschleunigt und man hat dann doch noch 5 Bft dort. Bei meinem vorletzten Ausflug habe ich frustriert um 17:00 Uhr meine Sachen gepackt und dann erfahren, dass es am Axen von 18:00-19:00 Uhr doch noch tollen Wind hatte.

  • Heute am Comer See gewesen, hammer Flair! Gefiel mir tatsächlich noch ein tick besser als Urner. Leider bei beiden kein Wind (gestern und heute). Sind dafür alternativ wandern gegangen.


    Falls jemand Interesse an Wandern beim Comer See hat , kann ich nur die Wanderung zum Monte Legnone empfehlen (sogar direkt bei Colico) . Es ist der größte Berg dort und man wandert von 1400m auf 2600m bis hinauf zum Gipfel einschließlich Gratwanderung. Dabei hat man nahezu permant einen wundervollen panorama Blick auf den Comer See und die Gipfel der Alpen =O Die Schönheit und die imposanten Aussichten sind NICHT in Worte zu fassen, nicht von diese Welt. Einfach gigantisch diese Wanderung. Ich war nicht oft wandern aber genau so habe ich mir immer meine Traumwanderung vorgestellt.

    Man sollte körperlich gesund sein für die teils sehr fordernde Wanderung. 5km nur, aber dafür sehr steil hoch und einige Seilpassagen dabei. Viele schrieben die 3.5 Std kommen nicht hin, wir habens in zügigem Tempo in 3 hoch und 2.5 runter geschafft. Selbst mein vorbelastetes sprunggelenk spielte mit.


    Also... an die Dauergänger des Comer Sees: UNBEDINGT diese Tour machen!! Schwindelfreiheit und trittsicher sollte man sein! Eine Portion Geduld und ständig versuchen so langsam wie es geht aufzusteigen ohne dabei Pause zu machen!


    Zu guter letzt noch ein kleiner Vorgeschmack auf das was ein erwartet da oben :)

  • Die Berge auf der anderen Seite sind ähnlich imposant. Man kann vom See aus gut ranfahren und dann losgehen.


    Wer länger da ist und Gleitschirm Fliegen kann auch das geht bei Domaso.

    Es kommt also keine Langeweile an diesem See auf :)