Bauweise hohle Windsurfboards (PD Airinside)

  • Hallo zusammen,


    mich würde interessieren wie speziell die Airinside Boards von Patrik gebaut werden.


    In einem Video sieht man wie das Board "von innen nach aussen" mit dieser Wabenstruktur aufgebaut ist, ich kann es mir aber nicht erklären wie man das komplett ohne Kern baut? Oder wird hier ein Kern benutzt der danach zerstört wird? Zudem betont er im Video dass das Board auch nicht zweiteilig gebaut und dann zusammengefügt wird... Nicht dass ich mir jetzt selbst eins bauen möchte, dafür fehlt mir das nötige Know How :)


    Grüße aus Bayern

  • das wird dir nur Patrik erklären können🙈

    jeder Tag ohne Zettel am Zeh ist ein guter Tag!

  • ah ok, dann ist das wirklich ein großes Geheimnis...

    dachte evtl dass das hier jemand wissen könnte weil ja doch einige Leute hier im Forum beim Thema Selbstbau recht aktiv sind.


    Ich vermute dann aber trotzdem dass ein Kern benutzt wird der im Nachhinein (über die Entlüftungsschraube?) aufgelöst wird.

  • Ganz genau weiß es wohl nur Patrik und seine Leute. Wir hatten das Thema hier schon mal. Ich finde die Technologie sehr interessant.

    Fakt ist, das Board wird in einem Stück, von innen nach außen, in einer mehrteiligen Form gebaut.

    Wohl mit prepeg Gewebe und 7mm Honeycomp.

    Ich habe mit Patrik auf der Boot mal darüber gesprochen. Ein Kern wird definitiv nicht verwendet.

    Die Form wird Stück für Stück geschlossen. Dann wird das Ganze mit Druck und Vakuum in Form gebracht und gebacken. Genauer weiß ich es nicht, vermute aber, wie das gehen könnte.

    Wenn ich Patrik wieder mal treffe, werde ich ihn noch einmal darauf ansprechen.

    So lange bleibt nur spekulieren😆😆

    man sollte sich die Ruhe und Gelassenheit eines Stuhls zulegen, der muss auch mit jedem Arsch klar kommen

  • Ich denke das kann man über eine 2 teilige Form realisieren. Ich kenne das von Flugzeugtragflächen bei Ultraleichtflugzeugen. Die Form ist in Ober und Unterschale getrennt (Deck/Unterwasserschiff) - falls Hinterschnitte vorkommen ggf. auch noch in weitere Segmente.


    Zunächst werden die Aussenlagen in die Formenhälften laminiert, dann kommt die Aramidwabe rein. Ich würde dann im Vakuumsack diesen Aufbau verpressen und aushärten lassen. Dann werden die Übergänge verschliffen und es werden die inneren Gewebe/Gelegelagen laminiert.


    Bei der Tuttle Box und im Standbereich wird sicherlich ein hoher Aufwand betrieben - aber das ist in meinen Augen keine Hexerei. Es sind stehende Sandwichplatten eingeklebt. Die sorgen dafür dass die Kräfte über einen größeren Bereich verteilt werden können. Wenn dann Oberschale und Unterschale fertig laminiert sind, werden die Klebeflächen sauber zueinander angepasst, so dass diese anschließend verklebt werden können.


    In der Regel mit "Mümpe" also EP und BW-Faserflocken aus der Spritztüte. Da kann man ggf. noch Schaumtreibmittel mit dazu geben.


    Die Formen werden dann aufeinander fixiert (Paßdübel/Formendübel) und nach dem aushärten wird das Brett entformt. Ich würde die Ränder/Übergangsbereiche von aussen noch mit einer Lage CFK 45/45° verstärken.


    Ich hoffe ihr könnt euch das so in etwa vorstellen.


    Ich hab einen PD4 und hab da schon mehrmals drüber nachgedacht - eine 2-teilige Form davon abnehmen......aber das kostet Wochen bis das alles umgesetzt ist...und für was....


    Gruß


    Christian

  • Ich denke das kann man über eine 2 teilige Form realisieren. Ich kenne das von Flugzeugtragflächen bei Ultraleichtflugzeugen. Die Form ist in Ober und Unterschale getrennt (Deck/Unterwasserschiff) - falls Hinterschnitte vorkommen ggf. auch noch in weitere Segmente. ...

    Hallo Christian,


    hast Du evtl. noch ein paar Tipps zur Herstellung der Trennebene am Positiv-Board?

  • Nein, kann man nicht in einer zweiteiligen Form.

    Die Form hat 40+ Teile und das Board ist quasi monocoque.

    Aber danke, dass du uns an deiner Phantasie hast teilhaben lassen.

    ;)


    Gruß


    Totti

    Dieser Text wurde nach alter, neuer und eigener Rechtschreibung geschrieben und ist daher fehlerfrei!
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    810081.png, mit C253.
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  • Genau so hat mir Patrik das erzählt. Eine Form aus vielen Teilen und nur ein Bauteil, das gesamte Board in einem Stück.

    man sollte sich die Ruhe und Gelassenheit eines Stuhls zulegen, der muss auch mit jedem Arsch klar kommen

  • Hier mal ein paar Einblicke wie man "Airinside" Technik im Flugzeugbau seit Jahrzehnten umsetzt. Das ist alles Handwerk und drum macht bitte aus der Technologie kein Buch mit 7 Siegeln. Die Boards sind wirklich genial und ich liebe meinen PD4. Jeder hat seine eigene Vorgehensweise aber im Grunde nichts aussergewöhnliches.


    Die Übergangsbereiche/Klebebereiche an Vorder und Hinterkante werden auf einer Hälfte ca. 30-40mm (in diesem Fall von der Unterseite) in die andere Hälfte laminiert. Dazu hat man eine extra Form, die nur für diesen Bereich montiert wird. Nach dem Laminieren wird diese wieder enfernt. So bekommt man eine ausreichend große Fläche zum Verkleben. Man kann recht gut die "Mümpe" erkennen. Selbstverständlich müssen für alle Lastfälle die notwendigen Holme und Rippen vorgesehen werden - so ist es auch beim Board.


    Das letzte Bild zeigt die Ruderfläche einer Kunstflugmaschine. Die wird mit 14g getestet. Aufbau 245er CFK Köper 2/2 45° - 2 Lagen - dann Hart PVC 5mm - man könnte auch Aramidwabe nehmen, und dann wieder 2 Lagen 245er. Natürlich noch etliche UD Bänder und Rippen und Stege....


  • Nochmal: Nein, es ist nicht so, du bist auf einem Holzweg.

    Da hilft auch Schönreden nichts...

    ;-)

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  • Hier mal ein paar Einblicke ....

    Was mich interessieren würde - in die Unterseite lässt sich das Gerippe ja relativ leicht einkleben - hervorquellendes Harz abnehmen oder zu Hohlkehlen verstrreichen - usw. Wie macht man das bei der Oberseite? Auf alle Kontaktflächen ne dicke Harzraupe - und dann hoffen, dass der Kontakt überall passt?

  • Im Allgemeinen wird bei Einbauten sehr genau gearbeitet. Da man in der Fertigung auch immer die gleichen Laminataufbauten verwendet, sind die Toleranzen sehr eng. Daher funktioniert das mit dem blind verkleben der Einbauten recht easy, da keine größeren Spaltmasse vorhanden sind. Oftmals kann man auch einige Stellen noch nach dem Schließen der Form erreichen um sie zu kontrollieren, respektive nachzuarbeiten. In den seltensten Fällen reicht hoffen, wissen dass alles ordentlich verklebt ist schützt in dem Fall Menschenleben. Bei dem mittleren Bild kann man ringsum eine Harzrinne in der Form erkennen. Dorthin kann das Harz dann ausweichen, wenn die Form zusammen gepresst wird.


    Gruß, David

  • Aber Patrik baut in einer anderen Technik, zumindest erzählt er es und hatte Totti nicht mal irgendwo erwähnt das er sich das mal vor Ort ansehen durfte (?).

    Genau das ist ja das spannende. Wie er das hinbekommen.

    Es gab doch von Hifly doch auch mal eine AI- Bauweise mit Wabenmaterial, wenn uch mich richtig erinnere. Die war aber wohl zu instabil gewesen. Also alles nich so trivial.

  • Aber Patrik baut in einer anderen Technik, zumindest erzählt er es und hatte Totti nicht mal irgendwo erwähnt das er sich das mal vor Ort ansehen durfte (?).

    Genau das ist ja das spannende. Wie er das hinbekommen.

    Es gab doch von Hifly doch auch mal eine AI- Bauweise mit Wabenmaterial, wenn uch mich richtig erinnere. Die war aber wohl zu instabil gewesen. Also alles nich so trivial.

    Meinst du vielleicht nicht eher F2 seinerzeit mit ihrer Sonderserie aus Südafrika ..Der Sputnik wars und hatte Probleme glaub ich mit ( Schlag mich Tod) den plugs , darauf machte die Aerofirma dort einen Rückzieher . Das wars dann , gab auch einen Testbericht in da surf. Stakkato, Trommel, Schepper war die Klangnote zu dem Brett.

  • Vielleicht wäre es witzig und interessant, die Geschichte von hohlen Boards zusammenzutragen. Ich habe leider nur Bruchstücke im Kopf:

    • Lechner Division II
    • Lechner Slalomboards (Hinkelstein-Ära?)
    • F2 Sputnik hollow (hielten nicht)
    • AHD NT Formula, Shape Jean Bouldoires
    • (Ur-)Airinside (von Stefan Wälchli)
    • Starboard, ein Freestyleboard (Lizenzierung der Airinside-Technik?, aber dann doch nicht beherrscht oder kommerzialisieren können?)
    • Airinside by Patrik (Weiterentwicklung des Ur-Airinside)
    • (WARK Hardboard Hollow SUP Boards)

    Korrekturen/Ergänzungen nehme ich gerne entgegen.


    1995 war ich im Bauweisenlabor der ETH Zürich und habe zugeschaut, wie Stefan Wälchli und Jean Bouldoires (unabhängig voneinander) an hohlen Boards getüftelt haben, wobei Stephan damals schon weiter war. Ich bastelte zu dem Zeitpunkt im Rahmen einer Semesterarbeit an einer Finne in Sandwich-Bauweise. Meine Faszination für die AI-Boards von Patrik haben wohl ihren Ursprung aus dieser Zeit.

  • Aber Patrik baut in einer anderen Technik, zumindest erzählt er es und hatte Totti nicht mal irgendwo erwähnt das er sich das mal vor Ort ansehen durfte (?).

    Genau das ist ja das spannende. Wie er das hinbekommen.

    Es gab doch von Hifly doch auch mal eine AI- Bauweise mit Wabenmaterial, wenn uch mich richtig erinnere. Die war aber wohl zu instabil gewesen. Also alles nich so trivial.

    Hifly Honycomp definitiv mit Schaumkern.


    Mfg