Bauweise hohle Windsurfboards (PD Airinside)

  • natürlich wird flex einberechnet! Ist halt die Frage wie genau.

    Twist und Flex bei einem Surfbrett?!


    Bei den PE-Bombern war das ein materialbedingter Effekt, der als besonderes Feature verkauft wurde. Verschiedentlich wurde auch gezielt mit flexiblen Hecks experimentiert. Aber doch nicht bei den "normalen" harten Brettern, ob nun Mit Schaumkern oder hohl.


    Natürlich spielen Flexibilität und Dämpfung eine Rolle - aber da geht es um Verteilung von lokalen Belastungen und um Schockabsorbtion - im Gegensatz zu Masten oder Finnen oder Skiern, wo es um die Geometrieänderung als Ganzes geht.


    Das sollte man nicht in einen Topf werfen, und schon gar nicht mit einem Nebel von "tiefen Geheimnissen" umhüllen.

  • Durch die Anordnung von den Laminat lagen ist da scho einiges möglich. Kann man bei den AI auch mit entsprechend sensiblen Händchen fühlen. Hat er z. B. auf der letzten Boot präsentiert. Ob das jetzt beim Fahren den entscheidenden Unterschied macht oder der gesamt Shape entscheidender ist kann ich nicht beurteilen.

  • mit faseranordnung, faserarte etc kann man immer spielen - egal ob ein styrokern drin ist oder nicht.


    wird ja in der praxis auch gemacht


    flex halte ich auch etwas übertrieben, ich seh da mehr dämpfung und rückstellung / response als interessante kriterien.


    ich bin der meinung man kann tolle boards mit und ohne schaumkern bauen


    honeycomb finde ich an surfboards nicht so wirklich toll, aber jeder wi er will.



    ein bisserl wie die diskussion ob man sein steak rare oder medium rare will

    Hitze, Kälte, Dürre, Flut - Hauptsache, es geht der Wirtschaft gut! - Salzburger Graffiti

  • Festus

    Bist du SELBER schon mal identische Brettern der verschiedenen Bauweisen gefahren ?


    Ich hab das nen "Serienboard", welches zwar so aussieht, aber SEHR viel verwindungssteifer ist... in der Beschleunigung ist das schon ganz "nett" ;-) bei Kabbelpiste aber auch unangenehm, da nehme ich lieber wieder nen normales Serienboard

  • Festus

    Bist du SELBER schon mal identische Brettern der verschiedenen Bauweisen gefahren ?


    Ich hab das nen "Serienboard", welches zwar so aussieht, aber SEHR viel verwindungssteifer ist... in der Beschleunigung ist das schon ganz "nett" ;-) bei Kabbelpiste aber auch unangenehm, da nehme ich lieber wieder nen normales Serienboard

    Nein bin ich nicht. Und könnte die Unterschiede vernutlich auch garnicht herausfahren.


    Du meinst - das ganze Board verwindet sich derart - dass das Einfluss auf die Beschleunigung hat?

  • Ich könnte mir das vorstellen: Verwindung ändert ja auch u.U. die Scoop-Rocker-Linie, und die ist beim Angleiten/Beschleunigen schon wesentlich.

    Meine Extremerfahrung war ein ausgelutschter Starboard-Tandem (Gemini), der hat sich spürbar um jede kleine Unebenhait auf der Wasseroberfläche gelegt. Ich kann mir auch vorstellen, dass extrem steife und weig dämpfende Boards Boards auf Kabbel eher unangenehm sind - da sehe ich ein Manko bei "meiner" Konstruktion. Vermutung: So ein Styro-Kern dämpft schon relativ viel - kann aufgrund seiner Struktur relativ viel Bewegungsenergie in Wärme umwandeln. Bei einer massiv Stringer-verstärkten Hohlkonstruktion dürfte man schon sopren, ob man über eine Kippe mit oder ohne Filter fährt ^^


    Wie diese Punkte im Konzert mit den anderen Merkmalen (Shape, Rails, Finne.....) mitspielt, ist sicher schwer zu sagen: Mein alter Futura 111 hat mir auf Kabbelpiste mit der Originalfinne die Plomben rausgeprügelt, mit einer MUF Nospin Cross 32 war das schon ganz erheblich sanfter. Hätte bis dahin nicht gedacht, dass sich eine Finne in diesem Kriterium so stark bemerkbar macht.


    Am Ende wird's darauf hinauslaufen, dass es die Kombination und das Zusammenspiel vieler verschiedener Details macht.


    Was einkonstruierten Twist und Flex angeht: Ich denke, das ist in der Regel eher ein Zufalls-Produkt als Nebeneffekt, ein Board ausreichend steif und stabil bei akzeptablem Gewicht und tragbaren Kosten zu bauen. Entsprechend ausgerichtete UD-Gelege findet man im Serienbau wohl eher selten (wenn mal überhaupt etwas Carbon drinne ist :whistling: ) - in der Regel findet man wohl eher Gewebe, die eine zielgerichtete Konstruktion von Twist und Flex schon schwieriger machen.

  • Patrik verbaut ja mehrere Lagen dünnes Carbon. Sonst käme er beim SL Board auch nicht auf 25qm. Da kann er mit dem Lagen spielen. Die Centerlinie ist steif nach aussen etwas softer. So will er gedämpfter im Kabel unterwegs sein ohne zuviel Verluste. So zumindest seine Theorie. Zusätzlich sind auch mehrere dünne Lagen steifer als eine entsprechend Dickere.

  • Zusätzlich sind auch mehrere dünne Lagen steifer als eine entsprechend Dickere.

    Warum?


    Ich denke, das kann man so nicht stehen lassen.

    Ob ich bei gleicher Faserart 1 Lage 100 Gramm oder 10 lagen 10 Gramm UD vewende, kommt (bis auf den Arbeitsaufwand) auf's geiche raus.

    Ein großer Teil der Faserausrichtung ist im Board ja zwingend vorgegeben. Nur Längs wird eben in der Längsachse brechen, also muss mit Winkelversatz gearbeitet werden. Das unter der Nebenbedingung, daß hauchdünnes UD (unter 50 gr/m²) kaum aufzutreiben ist und umso teurer wird, je dünner es ist. :huh:

    Undendlich viele Lagen 50er UD werden dann aber auch wieder schwer, also wird man innen wohl in die Richtung 3x 50 gr 0/+45/-45° gehen müssen. Da bleiben dann nicht viele Freiheitsgrade, ausser über lokale Verstärkungen.

    Wenn man dann noch Ansprüche an die Faserart (HT, UHT, IM, HM, UHM) stellt, verbringt man schnell mehr Zeit mit der Suche als mit dem Bau ;)


    Mit dünnen Gelegen beschäftige ich mich gerade intensiv auf einer anderen Baustelle - Lautsprechermembranen. Das feinste, was ich aktuell auftreiben kann, ist 19 gr/m² Biax-Gelege UHM. Im Boardbau würde ich das nicht verwenden, da extrem dehnarm aber eben nicht sehr reißfest. Und mal so richtig teuer (ca. 60.- €/m²) In der Membrankonstruktion sind die benötigten Mengen überschaubar, da ist de Preis nicht sooo wichtig. Und die Bruchbelastung ist minimal, da ist eModul wichtiger als Bruchlast. Kommt eben immer auf die Anwendung an.

  • schade ... dann wäre es gut, wenn du nicht Halbwahrheiten oder Vermutungen so darstellen würdest


    wieviel sich das Brett verwindet, kann ich nicht sagen, aber es ist spürbar steifer & härter als meine ganzen Tabou Boards


    @mikisb

    ist es nicht logisch, das mehrere dünnere Lagen besser beeinflussbar sind und wenn man es korrekt macht, auch steifer / härter ?
    ein Sandwich ist doch wegen der mehreren & unterschiedlichen Lagen erst so wie es ist (hart / weich)

  • Klingt für mich ehrlich gesagt wirklich stark nach Marketing Blabla, also der "Flex" oder "Verwindungssteifigkeit". Wenn das jemanden interessiert, sind das wohl genau die Worte die er hören will. "Weniger Gewicht" wäre ein noch greifbarer Wert für mich und deshalb auch großen Respekt an Patrik. :)

  • @mikisb

    ist es nicht logisch, das mehrere dünnere Lagen besser beeinflussbar sind und wenn man es korrekt macht, auch steifer / härter ?
    ein Sandwich ist doch wegen der mehreren & unterschiedlichen Lagen erst so wie es ist (hart / weich)

    Nicht, dass wir von unterschiedlichen Dingen reden:

    Ich hatte Hifly666 666 so verstanden, dass das grundsätzlich gilt, also 4 Lagen UD 50 gr. 90° stabiler wären als eine Lage UD 200 gr. 90°, und das ist aus meiner Sicht eben nicht so.


    Dass man mit dünneren Lagen eine andere Layup-Gestaltung machen kann, was dann die mech. Eigenschaften der Schicht komplett ändert, ist klar.

    So ein Layup (200 gr. UD, sonst nix) wäre beim Surfboard auch blöd - wäre steif in Längsrichtung und würde quer brechen wie ein Keks, weil da nur noch das Harz hält. UD ist ja nur in Faserrichtung belastbar. Je dünner die Lagen, desto mehr Freiheitsgrade in der Gestaltung. Wenn ich überall 200 gr nehme (in 3 oder 4 Faserorientierungen) wird's schlicht zu schwer. :/


    Die Sandwich-Eigenschaften (Steifigkeit) kommen m.W.n. ganz überwiegend vom eModul (vulgo Dehnfähigkeit) der Fasern oben und unten kombiniert mit der Eigenschaft des Kerns, die beiden Außenlagen auf exakt dem gleichen Anstand zu halten.

    So gesehen wäre UHM-Carbon ideal (für eine Lautsprecher-Membran ist es das auch) , aber blöderweise nimmt die absolute Reißfestigkeit der Faser mit zunehmendem eModul ab. Also steif, aber bricht relativ schnell. Ich denke, wenn man über Flex und Co nachdenkt, läuft das eher über die Fasersorten, deren Eigenschaften ja reichlich unterschiedlich sind.


    Fasertypen Tenax.jpg

  • Bezugnehmend zu Beitrag #59, den ich hier nicht zitieren möchte:


    Weshalb ich Fan von Patrik bin: Es brauchte unglaublich viel Mut, Ausdauer, Beharrlichkeit und Passion, die Airinside-Technologie zur Marktreife zu bringen. Ich behaupte (und deklariere das auch gleich als Behauptung), dass jeder Board-Hersteller gerne bei Cobra Airinside-Bauweise einkaufen würde, wenn sie denn angeboten würde. Aber nur Patrik hatte den Mumm, diese Bauweise zur Reife zu bringen. Und ich denke jeder BWL-er hätte bei einem solchen Vorhaben in die Tischkante gebissen. Wenn ich Patrik begegne, dann strahlt er diese Passion aus und lebt sie. Das ist mein Eindruck.


    Ich mache damit aber keine Aussage, über die Marktrelevanz und "Notwendigkeit" dieser Bauweise - aufgrund des Preises wird sie wohl eine Nische bleiben.


    Und ja, Patrik spricht sehr gerne sehr ausführlich über Dinge, was seiner Passion geschuldet ist: Als ich über Skype das Custom Board meiner Freundin konfigurierte, hat er mir noch eine halbe Stunde Tipps gegeben, wie ich mich an den Loop herantasten könnte.

  • Aber Patrik baut in einer anderen Technik, zumindest erzählt er es

    Nach dem Interview in der aktuellen Surf (mein einziger Eindruck von ihm) habe ich persönlich den Eindruck, dass es vom Typ her jemand ist, der gerne viel erzählt wenn der Tag lang ist.

    Was bist Du für ein Vollpfosten? Du urteilst über jemanden den Du über ein Interview kennst? Mann, da fällt mir echt nichts mehr dazu ein.

  • mikisb du experimentiert ja viel, aber die Info hab ich von Wiki von R+G. Die haben dort eine ganz gute Übersicht über Bearbeitung und Herstellungsverfahren etc. Ist auch nicht ganz unlogisch.

    Also warum 4x 50 gr. UD in gleicher Richtung aufeinandergelegt andere Eigenschaften haben sollen als 1x 200 Gramm UD (gleiche Faserqualität vorausgesetzt), erscheint mir keineswegs logisch. Aber vermutlich reden wir irgendwie aneinander vorbei ;):bier:

  • mikisb du experimentiert ja viel, aber die Info hab ich von Wiki von R+G. Die haben dort eine ganz gute Übersicht über Bearbeitung und Herstellungsverfahren etc. Ist auch nicht ganz unlogisch.

    Also warum 4x 50 gr. UD in gleicher Richtung aufeinandergelegt andere Eigenschaften haben sollen als 1x 200 Gramm UD (gleiche Faserqualität vorausgesetzt), erscheint mir keineswegs logisch. Aber vermutlich reden wir irgendwie aneinander vorbei ;):bier:

    Wenn man das auf Gewebe statt UD-Gelege bezieht wird vielleicht ein Schuh draus. Immerhin sind die Fasern in leichteren Geweben tendenziell etwas gerader angeordnet.


    Gruß, Onno

    wissen ist macht. nicht wissen macht auch nichts.

  • Das Argument kann man gelten lassen :thumbup: Flacheres Gewebe = weniger Ondulation = höheres eModul.

    Das ist ja auch der Gedanke hinter TExtreme, nicht die Optik ;)