Wassersport während eines Gewitters

  • Ich finde, wenn man das grundsätzlich diskutieren will, sollte man das nicht unter einem jahrealten Threadtitel zu einem konkreten Unfall machen.


    Oder bitte angesichts der schon langandauernden anderweitigen Nutzung den Titel ändern. Totti-Amun  Basti_HH



    Ich war mal draußen und einige km weiter hat ein bemanntes Segelboot vor Anker durch Blitzschlag zu brennen begonnen, wie ich den Nachrichten des Tages entnahm. Bei einer Regatta in Sydney ist mal ein Blitz in einen 49er eingeschlagen - der Steuermann flog weit durch die Luft.


    Beim SailGP schlug es vor ca ein/zwei Jahren bei NZL ein - irgendwo im arabischen Raum nach meiner Erinnerung.


    Muskelkontraktionen durch Ströme ausgelöst sind gerade am Berg eine Gefahr - führen in absturzgefährdeten Bereichen zum Absturz.


    Tödlich am Berg verunglückte Bergkameraden kannte ich von früheren gemeinsamen Touren persönlich. Im Wassersport noch niemand.


    Ich versuche mich vom Gewitter zu entfernen, vom Wasser zu gehen bzw zum Einstiegspunkt zu fahren ist nicht immer die beste/sicherste Lösung. Die Zugrichtung der Wolken schau ich mir regelmäßig im Regenradar an. Sie entspricht oft nicht der Windrichtung auf dem Wasser.

  • Totti-Amun

    Changed the title of the thread from “Profi-Surferin aus El Salvador verunglückt beim Training während eines Gewitters.” to “Wassersport während eines Gewitters”.
  • Bei Google findet sich mindestens ein weiterer Fall einer tödlich verunglückten Wellenreiterin.

    Man braucht also nicht mal einen Mast.

    Blitzeinschläge in Boote sind bereits häufig dokumentiert worden und häufiger mit Totalverlust des Bootes verbunden.


    Nicht umsonst wird beim Windsurf-Grundschein gelehrt, dass man bei aufziehendem Gewitter schnellstens das Wasser verlassen soll/muss.

    Der PKW ist der sicherste Ort.


    Ich bin sogar schon auf dem kleinen See hier, auf dem ich täglich SUPe, von einem Gewitter überrascht worden. Das geht manchmal super schnell und wegen der Windrichtung und Welle konnte ich nur geradeaus weiter paddeln bis ans gerade gegenüberliegende Ufer. Umdrehen oder seitlich ans nähere Ufer war nicht möglich. Das ist kein schönes Gefühl, vor Allem wenn man wegen dem Wind kaum noch von der Stelle kommt.

    Dieser Text wurde nach alter, neuer und eigener Rechtschreibung geschrieben und ist daher fehlerfrei!
    Tipp Weltmeister F1 2011 & 2013, Tipp Team-Weltmeister F1 2009, 2010, 2011, 2017, 2019, 2020, 2021!


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  • Vor einigen Jahren sind wir morgens in Malcesine bei starkem Nordwind auf dem Wasser gewesen. Die ganze nacht tobten schwere Gewitter über dem See. Als wir auf dem See waren, dachten wir, da man nur noch das Donnern vernahm, es kann wohl nichts passieren. als wir kurz zum Finnenwechsel am Ufer waren, zuckten helle Blitze bereits aus Richtung Limone. Die Locals warnten uns erneut auf's Wasser zu gehen. Obwohl es nicht bedrohlich, da noch weit entfernt aussah, konnte man die Gefahr nicht einordnen und wir blieben an Land.


    Mich würde interessieren, was passiert, wenn der Blitz in der Nähe eines Surfers oder Schwimmers ins Wasser einschlägt.

  • Wenn der Blitz in unmittelbarer Nähe einschlägt, wird es ziemlich warm, ein paar Tausend Grad, das Wasser verdampft und die Schwimmer und Fische werden gegrillt.


    Wenn Du etwas weiter weg bist, dann fließt Strom durch den Körper, ein paar tausend Volt, das kann Verbrennungen erzeugen, oder auch einen Herzstillstand verursachen, je nachdem wie weit Du weg bist und wie gesund man ist.


    Daher ist es wirklich ratsam, das Gewitter an Land in Sicherheit abzuwarten.

  • Mich würde interessieren, was passiert, wenn der Blitz in der Nähe eines Surfers oder Schwimmers ins Wasser einschlägt.

    Als Jugendlicher am Dümmer mit Dreieckssegel (Windglider).

    Der Blitz ist am anderen Ende des Sees ca. 3-4 km entfernt eingeschlagen.

    Ein kurzes Kribbeln im Körper, schwächer als ein Weidezaun. Trotzdem deutlich genug für einen Schrecken bei mir und mehreren anderen.

    Immer vom Wasser bei Gewitter.

  • Ist hier doch ein echt krudes Sammelsurium von Halbwissen zusammengetragen. Ich finde die Fragen von David R.T. zur Gefahreneinschätzung ziemlich berechtigt. Vielleicht hat ja jemand hier wirklich Ahnung und kann mehr als gegrillte Fische und kochende See beitragen.

    Allzu hoch halte ich die Wahrscheinlichkeit ja nicht von einem Blitz auf See getroffen zu werden, ansonsten müsste es doch ständig (Blauwasser-)Segler treffen, die ja nicht so einfach bei einem Gewitter an den Strand flüchten können ;)

    Außerdem kann's einen auch genauso gut am Strand erwischen (nicht jeder hat ein Auto in das er sich flüchten kann)...

  • Auf dem Wasser bist du als Surfer in einer ziemlich exponierten Lage. Der Blitz schlägt immer in dem höchsten Punkt ein. Im Segelboot hat man den Mast als Blitzableiter, beim Windsurfen ist man das wohl selber. Daher einfach sofort runter bei Gewitter, wer braucht da eine Statistik.

  • Nun den Schmarrn macht man in der Jugend, mit dem abzählen von Blitz und Donner.

    Auch in der Nähe eines Gewitters ist hoch Risiko, da Blitze es locker einige Kilometer zur Seite schaffen.

    Dh. Du unter blauen Himmel und trotzdem kanns einschlagen,

    Haben ,über Jahre, oft bei einer Schlechtwetterfront gesurft und wenn dann die Hauptfront kam immer im Auto abgewartet.

    Und dabei Hammer Einschläge aufn See durch die Frontscheibe gesehen.

    Das ganze bei 4 bis 6 Bft.

    Ob sich das rentiert für die paar Bft.

  • Die meisten neueren Segelboote sind aber aus Kunststoff und wirken daher auch nicht bei einem Blitzeinschlag als Faradayischer Käfig. Der Unterschied ob du jetzt den Gabelbaum hältst oder in der Plicht/Kajüte sitzt ist da aus elektrischer Sicht eher gering.

  • Die meisten neueren Segelboote sind aber aus Kunststoff und wirken daher auch nicht bei einem Blitzeinschlag als Faradayischer Käfig. Der Unterschied ob du jetzt den Gabelbaum hältst oder in der Plicht/Kajüte sitzt ist da aus elektrischer Sicht eher gering.

    Viel besser dran ist man im Segelboot vielleicht nicht, aber da hast du zumindest die Chance einen Einschlag zu überleben.

  • Auf dem Wasser bist du als Surfer in einer ziemlich exponierten Lage. Der Blitz schlägt immer in dem höchsten Punkt ein. Im Segelboot hat man den Mast als Blitzableiter, beim Windsurfen ist man das wohl selber. Daher einfach sofort runter bei Gewitter, wer braucht da eine Statistik.

    Da muss ich leider widersprechen. Ich kenne Fälle, auch einen in unserem Dorf, da ist der Blitz nicht in den Kirchturm sondern in den Bauernhof direkt daneben eingeschlagen. Das mit dem höchsten Punkt ist der Wissensstand unserer Vorfahren.

  • Man kann natürlich so argumentieren, dass es pro Jahr mehrere Mio Blitze gibt, davon erreichen aber nur so um 10% die Erde als Einschlag.


    Dafür passiert natürlich wirklich sehr wenig, wahrscheinlich weil die Menschen vorsichtig und ängstlich sind.


    Ein Blitz, der das Wasser trifft breitet sich an der Oberfläche aus, daher wären gegrillte Fische nur an der tatsächlichen Einschlagstelle zu finden, es betrifft daher viel eher Schwimmer und Wasservögel, auch als Einschlagpunkt, da im Wasser der höchste Punkt.


    Segelboote und Surfer würde ich schon trennen, Segelboote haben als Einschlagpunkt den Mast und über den Mast und die Wanten kann der Strom abfließen, wenn man dann noch Wasserkontakt mit einer Art Bitzableiter herstellt, kann es gut ausgehen, oft geht aber trotzdem die Elektronik an Board kaputt und es brennt an Board.

  • Ist hier doch ein echt krudes Sammelsurium von Halbwissen zusammengetragen.


    Allzu hoch halte ich die Wahrscheinlichkeit ja nicht von einem Blitz auf See getroffen zu werden, ansonsten müsste es doch ständig (Blauwasser-)Segler treffen, die ja nicht so einfach bei einem Gewitter an den Strand flüchten können

    Danke auch für deinen Beitrag dazu ?

    bitte, bitte verschont den Thread mit Seemannssurferblitzgeschichten aus der eigenen Jugend!

    Erfahrungen aus erster Hand passen da natürlich nicht zu, sehe ich ein. ?

  • Danke für die vielen Wortmeldungen (egal wie theoretisch fundiert, denn es geht wirklich um eine Einschätzung). Ich war bisher auch zwei mal auf weniger als 20m an einem Einschlagspunkt. Beide male war die Druckwelle im Bauch und der Schmerz in den Ohren das schlimmste. Beim ersten mal Schlug der Blitz neben zwei hohen Gebäuden direkt in eine große Asphalt-Fläche ein. Wir hatten im Gebäude Schutz gesucht, aber das Gewitter durch die offene Türe beobachtet. Gespürt habe ich da nur Lärm und Druck. Beim Zweiten mal waren wir am Berg und hatten in einer kleinen Scheune neben einem Haus Schutz gesucht. Nachdem das Gewitter abgezogen schien, schlug sehr unerwartet der Blitz in einen am freien Feld Stehenden Traktor neben uns ein. Ich spürte zu dem Schmerz im Ohr starke Gelenkschmerzen, blieb aber soweit Handlungsfähig. Ein Kamerad, der etwa auf 6m an der Einschlagstelle war (ich war etwa 15m), brach kurz zusammen, kam aber nach wenigen Sekunden am Boden zurück gelaufen. Auch er hatte Gelenkschmerzen.


    Ich denke ein wesentlicher Unterschied zwischen Segelboot und Surfbrett besteht neben der größeren Distanz vom Leiter (Mast) darin, dass eine zeitweilige Handlings Unfähigkeit auf dem Segelboot nicht zum Ertrinken führt. Daher halte ich das Surfen jedenfalls für deutlich gefährlicher als das Segelboot fahren. Aber dafür verbringen wir ja auch deutlich mehr Zeit am Boot, als auf dem Brett und eine Flucht an Land ist praktisch nicht möglich.


    Wie sieht es mit den anderen Gefahrenmomenten aus, die ich erwähnt hatte? Soll ich dafür eine Umfrage starten? Was ist subjektiv am Gefährlichsten bei meiner persönlichen Art zu surfen? Ich hatte noch den Boden Kontakt als Gefahrenmoment vergessen. Und gerade das war bei mir zwei bekannten Personen bereits der Grund für erhebliche Verletzungen nach Stürzen.


    Vielleicht können wir mal die Gefahrenmomente sammeln?


    => Abtreiben

    => Unterkühlung

    => Verletzung

    => Bodenkontakt

    => Blitzschlag

    => Orientierungsverlust (hatte ich erst wieder am Freitag, als der Wind kurz im Schneeregen für kurze Zeit brutal die Sicht genommen hatte, ich war dann froh, dass die heftigsten Böen abflauten)

    => Materialbruch, vl. mit Schnittverletzungen (Kohle bricht so schafkantig)


    Ich mag da jetzt nicht darstellen wie gefährlich unser Sport ist, sondern einschätzen, was alles passieren kann und wie wahrscheinlich und wie gravierend der jeweilige Eintritt eines Unfalles wäre, um mein Verhalten im Vorfeld entsprechend anzupassen.


    Oder anders ausgedrückt, will ich mir nicht zu viele Gedanken über Orientierungsverlust machen, wenn sich herausstellt, dass Bodenkontakt und seine Folgen sehr viel mehr praktische Probleme, Verletzungen und vielleicht sogar fatalities zu folge hat.


    Ich danke für eure Mitarbeit.

  • Wasser leitet wesentlich besser als gewachsener Boden.
    Nicht
    geeigneter Selbstversuch: mach die Badewanne voll, setzt dich rein und deine Frau schmeißt den laufenden Fön rein. =O
    Schönen Gruß an deine Lebensversicherung,....


    Sorry Leute aber warum muss immer alles in Frage gestellt werden.
    Gewitter/Blitz und Wasser sind eben keine Freunde der Wassersportler X/

  • Ich persönlich finde die größte Gefahr beim Surfen ist bewusstlos zu werden (und dann als Folge zu ertrinken). Die Ursache dafür kann nun ein Blitzeinschlag sein, oder wahrscheinlicher irgendwelche physiologischen Faktoren (Blutdruck, Blutzucker, ...) oder noch (viel) wahrscheinlicher ein Sturz mit Trauma (Kopf an Mast/Board/Finne). Insofern denke ich Surfen mit Helm ist ein dickes Sicherheitsplus (und trotzdem mach ich's nicht weil es sich einfach kacke anfühlt...).

    Als zweite realistische Gefahr sehe ich Ertrinken in Folge von Panik an (weil man sich irgendwie besonders blöde nach dem Sturz unter dem Segel in Trapez/Gabelbaum/Schotleine/etc verheddert.