Videokamera: Wie im Wasser ruhig halten?

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  • moin zusammen,


    seit einigen Jahren fotografiere und filme ich Surfer, bevorzugt im hüft- bis brusttiefen Wasser stehend. Zum einen mag ich die Perspektive leicht schräg nach oben (viel blauer Himmel mit im Bild - am Besten mit dem Polfilter nachgeholfen), zum anderen sieht es für meinen Geschmack einfach gut aus, z.B. eine Duck-Jibe aus der Perspektive quasi aus dem Kurvenmittelpunkt aufnehmen zu können.
    Zusätzlich bin ich natürlich auch nicht traurig, wenn meine Liebste solche Aufnahmen von mir macht :rolleyes:


    Problem: Meine Kamera (Full-HD) macht ja prinzipiell ganz brauchbare Aufnahmen, Farben und Schärfe reichen mir völlig aus. Wenn nicht die leidige Wackelei wäre, die allen Aufnahmen einen "dezenten" Touch von Anfänger-Amateuraufnahmen verleiht.
    Haupt-Ursachen sind der Wind ((5-7 Bft) auch bei Aufnahmen vom trockenen Strand aus, der an der Cam zerrt und kleine Wellen, die Unruhe in den eigenen Stand bringen. In diesen Fällen ist dann auch ein interner Bildstabilisator machtlos.
    Wie hält man denn nun in solchen Situationen die Cam halbwegs ruhig?


    - Steady-Cam-Konstruktion: Weiss nicht, ob nicht durch den Wind da nicht noch mehr Unruhe ins Bild kommt.


    - Schulterstativ: Könnte gegen den Wind helfen, aber kaum gegen Bewegungen durch Wellen


    - Dreibein-Stativ: Konnte ich mich bei Sportaufnahmen aus der Nähe (großer notwendiger Schwenkradius) noch nie mit anfreunden. Aus dem Sitzen am Strand ist kaum ein vernünftiger Schwenk hinzubekommen (mitziehen), ins Salzwasser möchte ich so ein Teil auch nicht wirklich stellen. Für Distanzaufnahmen mit dem langen Tele sicher die beste Wahl, aber ich will nun mal mehr ran ans Geschehen, weil sonst oft vom Himmel nur der Horiont drauf ist, und der ist halt meistens grau :(


    - Filmt es sich per Sucher ruhiger als per Display ? Meine Cam hat nur ein Display, was zudem bei Sonne auch noch schlecht zu erkennen ist. Aber die Cam lässt sich auch ändern:)


    Zu schwer sollte so ein Hilfsmittel auch wieder nicht sein, die Fluggesellschaften werden ja langsam mit dem Gepäck-Gewicht pingelig.


    Hat denn jemand in dem Bereich schon Erfahrungen gesammelt und einen Tip parat?


    Vielen Dank schom mal


    Michael

  • Hallo,
    Mit einem Dreibeinstativ hast du das Problem bei 180grad (oder mehr) Drehungen. Du musst im Wasser herumlaufen. Und ohne super-duper Kopf (fluid...) kriegst du Ruckler in die Bewegung rein. Aber es ist sicherlich eine gute Lösung, wenn nicht die Beste für Hobbyfilmer. Aber der Sandboden wird dir einige Schwierigkeiten bringen (eventuell flache Füsse anschrauben).
    Ein Sucher hilft. Damit kannst du die Kamera an drei Punkten festhalten: 2 Hände und ein Auge. Du filmst ja nicht einhändig, oder? Nicht atmen und den ganzen Körper versteifen. OK, die Welle haut dich um und Drehungen müssen mit sanften Beinbewegungen gemacht werden. Nächste Stufe wäre ein Schulter Stativ, dann hast du 4 Punkte. Ich mag das nicht da ich dann nicht beweglich bin. Alternative wäre ein Monopod (Einbein-Stativ). Gibt dir auch Halt gegen die Wellen.
    Eine zweite Person hilft: die stellt sich gegen die Wellen und hält dich fest (zB an einem Kitetrapez) Damit kannst du die Wellen ein wenig besser abdämpfen.


    Beim Stabi gibt es meistens 2 Einstellungen (für Fix und für dynamische Aufnahmen). Ideal würde die Kamera automatisch dazwischen schalten...Wenn du die falsche nimmst generiert der Stabi eigene Ruckler. Moderne Kameras sind aber schon super ok in der Hinsicht.


    Am Strand, ohne Stativ, kannst du dich hinsetzen, die Ellenbogen auf die Knie, Sucher am Auge, dann geht's mit ein wenig Übung auch bis 7-8 bft. Ach ja, kleine flatternde Kleidung.
    have Fun
    Franz

  • Hi Franz,


    danke erstmal für die Tips!
    Körperhaltung, Kleidung etc. Am Strand sind klar, mache das ja schon 'ne Weile. Wenn dann noch irgendwo Windschatten und was zum Anlehnen verfügbar sind, schaffe ich auch noch mit 500 mm KB noch brauchbare Aufnahmen.


    Sobald's aber in Richtung Strand oder ins Wasser geht, ist beides dünn gesät - daher die Suche nach technischen Hilfsmitteln.
    In der Regel halte ich die Cam in beiden Händen - sonst wird man beim Ansehen ja gleich seekrank.
    Bei meiner Canon HF10 macht eigentlich nur der dynamische BS Sinn, da er sonst bei horizontalen Schwenks alle paar Grad durch das erneute Zentrieren stärkere Ruckler produziert.


    Eine Cam mit Sucher wäre also vielleicht mal der erste Schritt. Ist eh nicht ganz einfach, bei mehr Betrieb auf dem Wasser auf dem Display in der prallen Sonne das richtige Segel zu identifizieren.


    Die Stand-Stativ-Problematik hast Du ja gut beschrieben - drumherum laufen zu müssen ist halt blöd. Gilt aber leider für Drei- wie für Einbein.


    Mit einem Schulter- oder Bruststativ hab ich keinerlei Erfahrung, könnte mir aber vorstellen, dass es geht. Man könnte bei festem Stand zumindest noch über das Drehen des Oberkörpers schwenken.


    So ein Steady-Stativ könnte die Unruhe durch Wellen(kabbel) eventuell ganz gut ausgleichen, ich fürchte allerdings, dass es gerade bei Wind umso mehr in die Hose geht. Und ohne Wind kein Windsurfen....


    Hab auch schon überlegt, ein auf ca. 50 cm ausgezogenes Einbein unter die Cam zu schrauben und unten noch starr ein Gewicht zu befestigen. Könnte über die Masseträgheit alles ausser der senkrechten Achse schon etwas dämpfen. Vielleicht noch ein gedämpfter Kugelkopf dazwischen, damit man auch etwas auf/abwärts schwenken kann ohne den "Stabilisator" aus der Achse zu bringen. Ob meine Liebste das höhere Gewicht dann aber länger halten kann?


    Muss wohl vor dem nächsten Urlaub noch etwas probieren und üben....


    Michael

  • moin,


    ist natürlich auch eine Idee. Ich nutze Pinacle Studio, das hat auch diese Funktion. Die hat aber leider auch 2 Nachteile: Bei Full-HD dauert die Berechnung schon eine ganze Weile und es geht natürlich Auflösung verloren. Die Bildqualität wird nicht eben besser.


    Ich wollte das Problem an der Wurzel packen und habe nach der Aussage von Franz mal danach geschaut, meine sucherlose Canon gegen eine der neuen Panasonics mit Sucher einzutauschen. War leider nix: Die Sucherbilder der Consumer-Cams sind so übel, dass man ein bestimmtes Segel an einem etwas volleren Spot wohl nicht identifizieren wird. Dann hilft auch eine ruhigere Cam nix. Bessere Sucher gibts dann erst bei den halbwegs professionellen Geräten - gross - schwer - teuer. :eek:


    Nun wollte ich ja den Laden eigentlich mit einer neuen Videokamera verlassen - stattdessen kam ich mit einer neuen Fotokamera raus :rolleyes:
    Bei der Überlegung, wo man gute Videoqualität zusammen mit einem guten Sucher bekommt, bin ich auf die neuen Sony Alpha 33 bzw. 55 gestoßen. Der Autofocus ist sauschnell, der Sucher hochauflösend, die Videoqualität scheint den üblichen "um 1000-Euro"-Camcordern mindestens ebenbürtig. Die 55 schafft bis zu 10 Bilder/Sekunde bei 16 MP im Fotomodus. Dazu kommt natürlich die Auswahlmöglichkeit an Objektiven.


    Das könnte halbwegs die eierlegende Wollmilchsau werden, nach der ich suche: Foto und Video in einem - weniger mitzuschleppen und vor Ort flexibler.


    Ob ich meine D90 samt Scherben deswegen jetzt hergebe weiss ich noch nicht. Mit den Bildern war ich bisher top zufrieden, habe einen Satz richtig guter Objektive......
    Die Alpha fühlt sich dagegen an wie ein Kinderspielzeug, ich habe noch keine Ahnung welche Optiken wirklich gut sind und ob ich beim Filmen ohne elektrisches Zoom wirklich gut klarkomme (oder beim manuellen Zoom freihand noch mehr wackele) muss ich erst mal testen :confused:
    Die Foto-Qualität kann nach meinen ersten Spielereien gestern im unteren ISO-Bereich mit der D90 tatsächlich mithalten. Bei High-Iso kommt dann schon etwas mehr Rauschen, aber noch erträglich.
    Die ersten Testvideos im Vergleich zur Canon HF10 sehen vielversprechend aus. Da ist die Sony eher Fortschritt als fauler Kompromiss.


    Michael