Nachhilfe für einen Foil-Dummy

  • Hallo Foilers


    Es ist soweit: nach reiflicher Überlegung habe ich angefangen, mir ein Foilboard zu bauen. Es wird in etwa die Masse 200*80 haben, evtl. mit ein paar cm nach oben in der Länge und ein bisschen weniger breit. Bezüglich Boardshape habe ich bereits recht gefestigte Vorstellungen, anders sieht es beim Foil aus: war noch nie mit so einem Teil unterwegs, totaler Anfänger eben.

    Meine Wünsche an die Eigenschaften des Foils: Es soll anfängertauglich sein, d.h. vor allem eine gute Längsstabilität aufweisen. Da bei uns im Flautenrevier oftmals Wind knapp unterhalb der Gleitgrenze für "normales" grosses Material (77cm Boardbreite, 44er Cfins und 8er Segel bei 77kg Abtropfgewicht) herrschen, müsste der Frontflügel reichlich Auftrieb generieren, damit man mit 6,5 Nocam (NCX) möglichst früh aus dem Wasser kommt. Ich habe mich im Netz ein bisschen umgesehen, mein aktueller Favorit wäre:

    AFS 85 Mast (85cm) und Fuselage (88cm) fix, 800er Frontflügel und V1 Stab. Bei dieser Combo ist leider keine längere Fuselage zu haben, ich habe aus diversen Statements herausgehört, dass eine längere Fuselage (min. 100cm) positiven Einfluss auf die Längsstabilität hat.

    Frage an die Runde: (wie bei Plasberg) Ist dies eine akzeptable Wahl oder würde es bessere Varianten geben (Taaroa Noe, RRD 85, AXIS 90, oder...) :?:

    Bin bezüglich Wahl komplett offen.


    Grüsse Robi

    PS werde vom fertigen Tanker dann ein paar Bilder hochladen;)

  • bei der Wahl für ein Foil entscheidest du dich im besten Fall für ein modulares System, das du gezielt ausbauen und erweitern kannst:


    Die meistverbreiteten modularen Systeme sind Slingshot (nur Alu, also schwer), Starboard (cave das tolle Supercruiser ist nicht mit den Freeride/race kompatibel), AFS (sehr leicht, für Vollcarbon sehr preiswert), Loke Foil (tolles LK1 als Aufsteiger bis Freerace Lösung) und Phantom International (teurer, untereinander kompatibel von Freeride Material bis PWA Foil).


    Das ausgesuchte AFS 85/800 ist ein super Foil, mit dem 800er Flügel wirst du aber natürlich nicht bei extrem wenig Wind abheben. Kannst du aber später erweitern bis hin zum extremen R1000 Frontwing. Fuselage von 88 cm reicht anfangs aus.

  • werde vom fertigen Tanker dann ein paar Bilder hochladen;)

    Moin Robi, ich glaube viele Bastler hier würden sich sehr über Bilder vom Weg zum fertigen Board freuen. Es ist immer schön einem solch erfahrenen Shaper wie dir über die Schulter zu gucken. Vielleicht findest du ja Zeit ein paar Bilder extra zu schießen.

    Beste Grüße

  • Ich würde bei so ein Board viel mehr Fußschlaufenplugs als bei ein Serienboard einsetzen, auch welche weiter innen als bei einen Serienboard. Außen steht man erst, wenn man ein schnelles Racefoil fährt.

  • Hallo Boris


    Vielen Dank für deinen Input.

    Frage: wäre deiner Einschätzung zufolge folgende Combo ebenfalls anfängertauglich:

    AFS 85 mit fixer Fuselage, Frontwing R1000 und Stab V3


    Gruss

    Robi


    @ Vipcop: das müsste dann wohl in der Bastel-Abteilung unter separatem Thema erfolgen. Gucke mal, was sich machen lässt;)

  • Hallo Robi

    Es nützt nichts nur die Länge der Fuselage miteinander zu vergleichen, denn es spielt auch eine erhebliche Rolle wie groß die Profiltiefe des Frontflügels ist und wie die Anströmkante aussieht. Flügel mit dicker Anströmkante reagieren auf Stall deutlich gutmütiger als die der Freerace/Raceflügel und auch die längere Profiltiefe sorgt für gutmütigeres Verhalten bei der Nickneigung.

    Als Foilanfänger würde ich mir niemals mehr ein Freerace/Racesetup zulegen, den Fehler hatte ich mit dem Kitefoil begangen.

  • Hallo Bernie


    Alles klar. Der Vergleich mit den Tragflächen von Segelflugzeugen ist nicht von der Hand zu weisen: Hochleistungsprofile mit geringer Profildicke, gutem Gleitwinkel dafür aber erhöhtem Strömungsabriss-Risiko im Vergleich zu den gutmütigen, langsamer fliegenden Profilen bei Schulungs-Seglern.

    Dann muss man wohl den Kompromiss bezüglich etwas weniger frühem Abheben zugunsten der Anfängertauglichkeit eingehen. Oder gibt es auf dem Markt eine 85er Carbon Kombi Mast-Fuselage fix, die einen fehlerverzeihenden aber auch sehr grossen Frontwing besitzt?


    Grüsse

    Robi

  • Also ich nutze den NP Gilde Wind S, der entspricht diesem. Die Vorgänger waren da deutlich schlechter(sowohl in der Nick als auch im frühen abheben.

    Da hier mal ein Video verlinkt wurde(finde es leider im Moment nicht) wo sogar das NP Gilde Surf genutzt wurde und es so spielerisch aussah hab ich mir noch ein Surf L zugelegt. Das ist kompatibel mit allen Glide Teilen und habe so auch Tuttle,Platte und Powerbox.


    Als Alternativen Slingshot oder Moses; die Foils der Windsurfmarken haben mir alle nicht gefallen .

  • Oder gibt es auf dem Markt eine 85er Carbon Kombi Mast-Fuselage fix, die einen fehlerverzeihenden aber auch sehr grossen Frontwing besitzt?


    Grüsse

    Robi

    Hallo Robi,

    das Foilki von Moses, 85-790 Carbon vento freeride, ist biser das gutmütigste und stabilste Foil, das ich bisher gefahren bin.

    Hat leider keine fixe Fuselage-Mast, sondern eine Alufuselage. Ist übrigen das gleiche wie das GA Mach1.

    Moses ist auch modular aufgebaut und haben eine Vielzahl von Masten, Fuselages und Front/Heckflügel

  • Achso Robi, wo du ja das Board selbstbaust; ich würde zwei US Boxen einbauen , bestenfalls noch eine Foilbox zwischen diesen. Mit Platte kannst du besser den Gesamttrimm(Foil, Board; Surfer) einstellen, hinzu krieg ich immer sträubende Nackenhaare wenn die Wassertiefe schlecht einzuschätzen ist. Ich habe beim Kiten schon einige Foilboxen zerstört gesehen, wohin ich mit 2 US Boxen schon schlimmste Bodenkontakte hatte wo ich der Meinung war "jetzt ist alles Schrott", doch da brechen glaub ich eher die Masten(auch das hatten wir beim Kiten schon).

  • Hallo Bernie


    Vielen Dank für das Angebot. Ich baue eine Deeptuttle ein. Die baue ich selbst, da kann ich so viel Verstärkung einbauen wie mir beliebt.

    Bezüglich Wassertiefe muss ich ich mir bei unserem Gewässer keine Sorgen machen: Alpenrandsee mit durchschnittlich ca. 100 - 200 m Wasser unter der Gleitfläche:thumbup:

    Das einzige Hindernis ist allenfalls Treibholz nach starken Gewittern.


    Grüsse

    Robi

  • Wie gesagt, woher weißt du ob Fußschlaufenpositionen / Mastschiene an der richtigen Stelle sitzen?

    Und glaub nicht das alle Foils da genormt sind.

    Bezgl Boardgröße mit 8,3 er Segel mag ich meinen 80cm breiten, mit 6 und 5,2 geht das auch doch da finde ich 65 bzw 70cm Breite viel angenehmer. Fußschlaufen sind auf dem schmaleren Brett viel angenehmer wenn sie nicht so weit aussen sind, beim 80er ist die Slalomabstimmung ein tick zu weit aussen.

    Da werde ich noch zusätzliche Plugs einbauen.

  • sorry, war foilen :-)


    Nein - das R1000 ist ein Hochleistungsflügel (für die 2. Sasion). Nicht als Anfänger geeignet. Das von dir genannte Foil ist perfekt für die 1. Saison und damit zu starten und später zu erweitern (mit dem R1000).


    Moses - ja super Material - aber: nur wenig "Hochleistungsflügel/Mast/Fuselage". Im Bereich der Carbon-Parts Koop. mit Slingshot (die bauen für Slingshot).

    D.h. da gibts dann keinen R1000 Flügel.


    Das ist der Link mit den Berichten - ich war versucht eines zu kaufen (im Test von Plache mag Gleichstand)

    https://www.seabreeze.com.au/f…ew-AFS-1000R-Foil-Awesome


    Ich hatte vor einiger Zeit mal probiert den Planche Mag Test zu analysieren:


    Ich habe versucht, die Foils im Test anhand der Punkte in den verschiedenen Parametern zu reihen:

    (Zugänglichkeit, Power um ins Fliegen zu kommen bzw. im Fliegen zu blieben, Kontrolle bei über 18 Knoten, Stabilität bei Kabbelwasser, Wendigkeit, Höhelaufen / Raumschot, Geschwindigkeit)


    800 qm Foil: 1. Taaroa 800. 2. Phantom X 800qm 3. Lokefoil LK 1 850

    1000 cm Foil: 1. AFS 1000R. 2. Phantom X 950. 3. Select 1000


    Kombiniere ich die Punkte in der 800 und 1000er Klasse (quasi als Foil-Set).

    1. AFS 95 2. Phantom X. 3. Select. 4. Lokefoil Lk1

    (Abstand zwischen 1. und 2. 0,5 Punkte ....) 3. und 4. deutlich zurück


    Beste Einzelflügel: Taaroa 800 und Phantom X 800


    Bisschen überrascht bin ich, dass:

    -daß das doch (als instabil und zu weich beschriebene) Select als Set so gut abschneidet

    -dass das Lokefoil LK1 Set overall nicht gut abschneidet

    -dass das exzellente Ergebnis von AFS am bekannt guten Flügel des R1000 fest gemacht werden kann


    Viele liebe Grüße, Boris

  • Moin


    Moses hat eine 900 er Racewing im Angebot, 800 er Slalom und 1000 er Leichtwind kommen grade raus, meine 1000 er ist hoffendlich schon unterwegs. Die Racewings brauchen aber eine andere Fuselage als die Freerideflügel.


    Ich bin letztes Jahr mit dem 790 er Set und Formula gestartet, das war losfahren und gut, ich bin aber auch schon mit dem Kitefoil unterwegs.

    Begeistert hat mich und meinen Buddy dann das Race Zeug.


    1. Erfahrung Foilboard, passte insgesamt besser

    2. Erfahrung, das Moses Vento 105, mit der 900 er Wing, sehr smoth und einfach zu kontrollieren

    3. Erfahrung, Slalomsegel (Oberdrive) gegen Foilracesegel (Hyperglide 2 in 8m) getauscht, passt noch besser zusammen und macht auf dem ersten Schlag Spaß


    Moses ist seid Jahren dafür bekannt, dass die Wings einfach zu fahren sind, das scheint sich auch beim Windfoil weiter zu bestätigen.

  • ohh - sorry - das wusste ich nicht. Also dann wäre Moses noch ein Foil-System from Beginner to Winner :-)

  • Hallo Boris


    Profitiere momentan sehr von deinen Erfahrungen, danke vielmals dafür!:thumbs:

    War heute auch auf meinem Heimrevier mit grossem Material, hatte dafür guten Gleitwind, wären wahrscheinlich ebenfalls ideale Startbedingungen zum Foilen gewesen.


    Grüsse

    Robi


    PS Es geht mir momentan so wie unseren Regierungen im vergangenen März: unterschiedliche Experten vertreten unterschiedliche (manchmal zwar auch nur in Nuancen) Meinungen, den (Kauf)entscheid treffen muss ich dann selbst

  • Ja, das ist so.


    Hatte Lokefoil, NP und Phantom zur Auswahl und entschied mich zu dem, was ich wollte bzw. Nicht wollte (z.B. NP weiter zu unterstützen). Starboard wäre auch super gewesen, habe aber keinen persönlichen Bezug/Zugang zu der Marke, anders als bei Patrik, Avanti und X-Boom.

  • Weniger bekannt, aber sehr empfehlenswert sind die Aeromod Foils. Foil V2 steht kurz vor dem Launch.

    Mit V1 bin ich und auch ein Freund vom See sehr happy, das Teil funktioniert auch für Schwere sehr gut, ich 91 kg, er > 100 kg.

    Das Aeromod ist sehr leicht, ca. 3 kg, Vollcarbon inkl. Fuselage und hat sehr ausgewogene Fahreigenschaften.

    Mit dem LW Flügel kommt es früh hoch, wird aber auch schnell und bleibt gut kontrollierbar. Ein guter Freeride/Freerace Kompromiss.


    Aeromod ist halt nur eine kleine Marke ohne Profifahrer oder großes Marketing. Aber das macht sie für mich sympathisch.

    Der Besitzer ist begeisterter Windsurfer, lebt bei Toulouse am Lac de Ganguise und baut seit 25 Jahren große Modelsegler, die auch schon viele Meisterschaften gewonnen haben. Er weiß also mit Carbon umzugehen und schafft es wahrscheinlich deshalb eine super leichtes und haltbares Foil zu bauen, und eine Carbonfuselage, die hält.

    Zudem hat er in seinem Umfeld Strömungslehreexperten von der Uni und Airbus die ihm bei der Berechnung der Profile helfen.


    Und zu guter Letzt das alles für ca. 1580 - 1750 € (V1), falls man 10% Rabatt bekommt (fragen, es gib Aktionen).


    Alex


    https://www.aeromod.fr/windfoil/windfoil-v1/