Warum ist der Windsurf-Sport allgemein so klein und nicht mehr so beliebt?

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  • Hallo zusammen,


    ich stelle mir diese Frage schon seit Ende letzten Jahres warum Windsurfen

    nicht mehr so beliebt oder groß ist wie in den 80er und 90er?

    Auch meine Erfahrung als Neuling hat mir an verschiedenen Surfspots gezeigt,

    dass z.B. Kitesurfen beliebter ist und ich oft der einzige Windsurfer war.

    Da kommt man sich dann doch etwas einsam vor ganz alleine auf dem Meer.

    Die etwas ältere Generation bzw. die Kollegen die schon viele Jahre surfen

    haben da sicherlich einen ganz anderen Blickwinkel, bewegen sich aber nur in

    ihrer eigenen "Windsurf-Blase". Denen fällt es vielleicht garnicht so auf das

    diese tolle Sportart ein wenig ins Hintertreffen geraten ist!


    Auch wenn Nico Prien und Ben Proffitt bei euch beliebter sind, finde ich

    das unten verlinkte Video sehr interessant und spricht auch aktuelle Probleme

    im Windsurfsport direkt an!!!


    In dem Video werden verschiedene Theorien genannt:


    - Kosten: Relativ teure Sportart.

    - Eine flache Lernkurve. Es ist ein steiniger Weg bis man die ersten Male ins gleiten kommt.

    - Laut einer Studie bleiben 97% aller Surfschulanfänger nicht beim Windsurfen!

    - Kitesurfen hat in "social media" Fuß gefasst. Windsurfen hat es verpasst und spricht somit junges Puplikum nicht an.

    - Es gibt keine wirklichen Windsurf-Stars mehr für die Jugend (früher gab es Robby Naish und Björn Dunkerbeck aber wen gibt es heute?)

    - Es gibt NUR 3 Youtuber die über den Windsurfsport berichten


    Diese genannten Punkte muss ich aus meiner Sicht (ich habe letztes Jahr erneut angefangen)

    leider bestätigen! Den größten Motivationsschub gab es bei mir durch super gemachte

    Windsurfvideos auf Youtube. Aber dann kam bei mir die große Ernüchterung, dass Gleiten

    nicht innerhalb kürzester Zeit zu erlernen ist! Und hier trennt sich wohl die Spreu vom Weizen.

    Trotz einiger Tiefpunkte habe ich mich immer wieder aufgerafft und habe mir sogar ein eigenes

    Board & Rigg gekauft.

    Mein Highlight für 2020, den gebuchten Windsurfurlaub inkl. Lehrgang im Mai in der Soma Bay fällt dank Corona leider ins Wasser,

    aber das hält mich dennoch nicht davon ab bald wieder auf's Brett zu steigen.

    Und die Entscheidung, dass ich mir letztes Jahr eigenes Equipment gekauft hatte wird sich

    jetzt durch Corona auszahlen. Ich bin nun nicht mehr abhängig von Windsurfschulen da ich jetzt mein

    eigenes Material mitbringe :-)

    Aber ich bin wohl eher die 3% Ausnahme der Neuanfänger die beim Windsurfen bleiben.


    Was haltet ihr von dem Video und den genannten Punkten?

    Berichtet doch mal wie ihr zum Windsurfen gekommen seid und was euch bei diesem Sport hält und motiviert!


    https://youtu.be/VKQbJN0XwDA

  • kiten ist beliebter weil es einfacher ist.

    Was mich an dem Sport windsurfen hält ? Wer einmal im Gleiten war kennt die Antwort!

    Das Gefühl macht süchtig😉

  • ich muß kein Video schauen, um zu wissen, daß man beim kiten-lernen schneller zu Spaß kommt, später selbst auf Flachwasser hoch springen kann und noch dazu viel kompakteres Geraffel beim Transport hat, das zudem schneller aufgebaut ist und keine bruchgefährdeten Teile hat


    warum ich es nicht mache: das Potenzial, sich und leider auch Unbeteilgte bei Pech oder Unfähigkeit schwer zu schädigen, ist viel höher

  • Früher war Windsurfen und die Stars irgendwie “cooler und lässiger“ ist mein persönlicher Eindruck. Heute finde ich alles zu verkrampft und leistungsorient. Alle müssen Stierzeug trinken und irgendwelche Trainingspläne abarbeiten...

    Früher hatten die Jungs auch mal ein Bier in der Hand und waren einfach total gut drauf wenn es ums surfen ging.

    Das kommt für MICH heute nicht mehr so rüber! Das merkt man schon beim anschauen von den alten Videos!

    Das Material ich auch für viele abschreckend. Einmal vom Preis und viel zu spezialisiert um sich da zurecht zu finden.Damals hatte man ein Brett und ein Segel. Heute braucht man einen ganzen Surfshop und hat dann immer noch nicht alles...

  • Zeitintensiv, teuer, langwierig zu erlernen, extrem wetterabhängig. Und um zu merken, wie geil der Sport wirklich ist (gleiten lernen), muss man je nach Zeit und Talent mehrere Monate bis Jahre üben.


    Es gibt eine Menge Gründe, das alles nicht zu tun. Dafür ist das Gefühl auf dem Wasser, wenn man beginnt es ein bisschen zu konnen, einfach supergeil. Aber um da hinzukommen braucht man schon eine Menge Lust, Biss, Durchhaltevermögen und ein gehöriges Maß an Frusttoleranz.

  • Es ist halt die Mutter aller Fun Wassersport Arten.


    Viele hier haben damit angefangen und sind dabei geblieben, weil es ein toller Sport ist und man ihn halbwegs beherrscht, zumindest bis zu einem bestimmten Level, der Spass bringt.

    Ausserdem ist es mit Wegfahren und Urlaubsfeeling verbunden, wenn kein See vor der Tür ist.

    Teuer hält wenigstens die schlimmsten Prols weg, schützt aber nicht vor jedem Ego Fehlverhalten der Beteiligten, es ist manchmal nur anders.


    Wenn ich jetzt Anfang 20 wäre und die Wahl hätte, wäre ich nicht sicher, ob Surfen die allererste Wahl wäre. Surfen ist zu teuer und kompliziert geworden, bis es Spass macht dauert es einfach ziemlich lange.


    Ausserdem findet Surfen draussen statt, was für gefühlt 90 Prozent der Jugend ein No Go ist.


  • Ich hab das Video noch nicht gesehen. Aber du hast alle Punkte schon genannt. Genau so

    ist es, warum mehr aufs Kiten gehen.


    Dazu kommen aber noch die unterschiedlichen Bedingungen:


    - Reviere bzw. Bedingungen, die nur Windsurfen zulassen und

    - Reviere, die viel besser fürs Kiten geeignet sind.

  • Denke ebenfalls, dass es viel mit den Bedingungen zu tun hat. Je nach dem wo man sihc befindet, sieht man auch viele Windsurfer. Ist halt von Region zu Region und Surfspot unterschiedlich. An vielen Spots teilen sich Kitesurfer neben Windsurfern und das Revier und erlebt eine steigende beliebtheit des Windsurfern (wieder). Oftmals erlebt man, dass die Grenzen miteinandern verschwimmen und die Trennung zwischen Wind-und Kitesurfen schmaler wird.


    Alaçatı, Le Morne, Nordholland usw. dort kann man sicher eine recht große Szene erleben. Klar ist es mehr eine Nischensportart, als es das Kitesurfen darstellt, wegen den Aspekten die du schon benannt hast (Socialmedias etc.)


    Aber Windsurfen ist definitiv auf dem Vormarsch. Wenn man mal jetzt Corona außen vor lässt.

  • Zeitintensiv, teuer, langwierig zu erlernen, extrem wetterabhängig. Und um zu merken, wie geil der Sport wirklich ist (gleiten lernen), muss man je nach Zeit und Talent mehrere Monate bis Jahre üben.


    Es gibt eine Menge Gründe, das alles nicht zu tun. Dafür ist das Gefühl auf dem Wasser, wenn man beginnt es ein bisschen zu konnen, einfach supergeil. Aber um da hinzukommen braucht man schon eine Menge Lust, Biss, Durchhaltevermögen und ein gehöriges Maß an Frusttoleranz.


    Und wenn man nicht gerade seinen Wohnort nach dem Windsurfen ausgerichtet hat: Surfmaterial ins Auto packen, Anfahrt zum See/Meer, aufriggen, Neo/Weste/Trapez... anziehen, surfen, umriggen, surfen, abriggen, alles waschen, einpacken, heimfahren und wieder verstauen. Das ist doch sehr mühsam und bedingt ein grosses Auto sowie viel Zeit.

    Da ich 1,5h Minuten Anfahrt habe, dann nochmal 30-40 Minuten für aufriggen, umziehen etc. benötige, und das ganze dann wieder retour gehen schon mal 4 Stunden Zeit drauf. Da bleiben noch 3-4h zum surfen. Und der Wind richtet sich natürlich nicht nach dem Wochenende. Anders gesagt, jedes mal surfen kostet mich nen Urlaubstag.


    Aber das Feeling, mit 40-50 km/h übers Wasser zu fliegen, die Arschbacken nur wenige cm überm Wasser und die Sonne auf dem grinsenden Gesicht ist dann einfach unvergleichlich. Diese Momente entschädigen dann für alles.

    Aber der Weg zum ersten mal gleiten ist lang und die meisten geben auf bevor sie so weit kommen.


    Meine Geschichte: ich surfe seit ca. 1985, immer nur sporadisch 1-2x Jahr am dümpeln und wusste gar nicht was gleiten ist. So gegen 1999 dann das erste mal in Hurghada bei richtig starkem wind gesurft (ohne Trapez) und dann, festgekrallt an der Gabel bei gutem Seegang, ins Gleiten gekommen. Die nächsten 100m waren der Höllenritt meines Lebens und ich wusste gar nicht wie mir geschah :D. Trotz nachfolgendem brachialem Katapultsturz ging mir das nie wieder aus dem Kopf, aber es sollte nochmal weitere 15 Jahre (Kinder...) dauern bis ich dann wieder mal im Gleiten war. Und ab dann wars um mich geschehen.


    Vielleicht sollten alle Surfkurse nicht auf vorrangig Dümpelhalse/Wende abzielen, sondern darauf, die Surfschüler einfach mal früh und mit "Gewalt" ins Gleiten zu bringen. Der Rest kommt dann schon, zumindest bleiben sie dann eher dabei, wenn sie das einmal erlebt haben 8o


    lg

    mariachi76

  • ein Problem ist auch das alle unter 18 Jahren keinen Führerschein haben und ihr Equipment nicht ans Wasser bringen.

  • Dem möchte ich widersprechen.....ich denke, dass das (reine) Surfen (Wellenreiten) die Mutter aller Funsportarten ist ;-)


    Die Alternativen sind in den letzten 40 Jahren einfach mehr geworden.....in den 80er gab es (vereinfacht gesagt) Fußball, Tennis.....Skifahren oder ggf. Skateboarden. Dann kam nach uns nach immer mehr dazu: Mountainbike, PC´s, Spielkonsolen, Snowboarden usw.

    Das Angebot an Freizeitgestaltungsmöglichkeiten ist immer weiter gestiegen (und nicht billiger geworden). Windsurfen ist recht aufwändig, kostspielig und vor allem zeitintensiv.......wenn Du den "Kick" nicht kriegst, gibt es reichlich Alternativen....

  • ein Problem ist auch das alle unter 18 Jahren keinen Führerschein haben und ihr Equipment nicht ans Wasser bringen.

    Ja, da braucht es Eltern, die das dann als Caddy mittragen, also die Fahrerei. Meine Eltern sind nichtgesurft, aber überall hingefahren. In meinen Augen sind 95% der Nachwuchssurfer, die ich so sehe und kenne alles Kids von surfenden Eltern. Man muss als Elternteil schon auch aktiv etwas dahinterbleiben. Leider ist es oft so, dass die Kidsszene fehlt, die sich gegenseitig motiviert. Ende der 80er waren es bei uns am See um die 10 Nachwuchssurfer im fast selben Alter. Jetzt max. 2-3 im Alter von meinem Sohn. Allerdings 4-5 Mädels im selben Alter wie meine Tochter. Alleine macht es nicht soviel Spass wie in der Gruppe. Zumindest zu Beginn.

  • Ich hab mit 15 angefangen, ohne Eltern. Ich musste 45 Minuten mit dem Fahrrad, mit Material zum See.

    Das Brett (Mistral Competition), Mast und Gabel hatten wir dort abgesperrt liegen.

    War also gleich ein gutes Training für die Oberschenkel. :)

  • Zu aufwendig, zu physisch, zu teuer, etc.... Aber die Surf-Industrie hat es auch kaputt gemacht. Meine Meinung! Es gab mal echte Wochenend-Freizeit-Surfboards. Aber das war dann icht mehr cool. Und das ist auch Schuld der Industrie. Aber das ist leider alles Schnee von vorvorgestern.

  • Die Industrie sicher nicht. Und mit „cool“ hat es auch nicht so viel zu tun, es ging uns doch damals
    wie heute nur um eines: „Gleiten!“ Jeder wollte Fußsteuerung erleben und Powerhalse. Also wurden
    in Folge fast nur noch „Funboards“ (so hieß das damals) verkauft. Und im Grunde hat sich daran nichts

    geändert.

  • Die Industrie folgt den Wünschen der Surfer.


    Hier im Forum geht es doch auch fast nur darum schnell zu sein, weil das vergleichsweise einfach ist, geht auch ohne Powerhalse und andere komplizierte Bewegungsabläufe.


    Dümpeln ist an jedem Spot uncool und man wird belächelt, wenn man nicht gleitet und Manöver übt. Damit sind die Anforderungen nach oben gegangen, bis zum Gleiten und Powehalse dauert es mehrere Saisons. Das Material wurde entsprechend angepasst.


    Mit dem Windsurfer gibt es doch jetzt nach gefühlt 25 Jahren erstmalig wieder ein Board, bei dem Geschwindigkeit und Gleiten nicht alles sind.


    An der Powerhalse scheitern viele, so eine Hürde gibt es in anderen Sportarten eher weniger.