Anfänger / Aufsteiger Material und Technikfrage

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  • Moin Moin,

    Ich habe mir im September ein 90er Jahre set gekauft. Das Brett ist ein F2 Xenon 118L, 280cm lang und 58cm breit.

    Seit Septemeber war ich 10 bis 15 mal bei winden von 5 bis 30kn damit surfen.

    Segel waren 4 dabei: 4.2, 5.2, 6.0 und 7.0. Alle recht alt. das 7.0 von f2 ist noch das modernste (non camber slalom Segel aus den 90ern). Es hat zwar viele geklebte Risse, ist für meine Anwendung noch ok.

    Mit dem 7.0 war ich bis jetzt am meisten unterwegs und hatte meine grössten Erfolge: Richtiges gleiten bei ca 12 bis 15kn Wind im Trapez. Plötzlich fühlt sich alles sehr stabil an und läuft ganz ohne Kraft.

    Seither habe ich mir noch ein Severene Glide 8.5 und einen 490er 30C Mast geholt - für die Leichtwindtage.


    Ich kann noch kein Manöver. Beachstart klappt schon recht gut, doch bei viel druck im Segel brauche ich schon 2-3 Anläufe.

    Wenden klappen sehr selten, und wenn dann nur bei flachem Wasser (also fast immer mit dem 8.5er).

    Halsen habe ich gar noch nicht probiert!


    Insbesonder an den stürmischen Tagen habe ich echt Mühe mit dem Rauf und Loskommen. Ich kann noch keinen Wasserstart und bin daher auf Schotstart angewiesen, wenn es mich bei fast jedem Manöver ins Wasser schmeisst. Das geht mit dem 118L Brett zwar einigermassen, ich bekomme das Segel hoch, doch dann beim Losfahren scheitert es zumeinst. Bei Dichtholen dreht es mich in den Wind und dann stehe ich ultra hoch im Wind da und finde es sehr schwer aus dieser Position abzufallen. Irgendwie das gewicht nach hinten (vorder Fuss ist zu dem Zeitpunkt ja noch vor dem Mast), wenn ich jedoch zuweit nach hinten stehe, bevor ich losfahre - sauft das Brett hinten voll ab. Wenn ich zu spät bin, dann liege ich schon wieder im Wasser.

    Das ist wirklich der kritische Punkt bei mir.


    Ich glaube ein grösseres Brett wäre vermutlich die Beste hilfe. Nur seht es derzeit mit dem Finanzen nicht so gut. die 100 Euro für das 90er Jahre Set waren im aktuellen Budget nicht vorgesehen und Geld für ein neues Brett eigentlich auch nicht. Ja so zeiten gibt es auch. Beruflich ist es derzeit schwierig... Dafür habe ich jedoch zeit :)


    Muss grad los, schreibe später weiter...

  • Respekt, daß du mit dem zeug klarkommst als Anfänger

    bloß: die neumodschen Teile sind auch gebraucht nicht nur viel teurer, sondern wegen der Kürze durchaus noch luvgieriger, also abfallen nach dem Schotstart ist auch nicht so ohne


    Manöver lernen wäre mit einem kurzen breiten Floß natürlich leichter, keine Frage. aber so ganz ohne Budget gehts halt nicht. Windsurfen ist nunmal mit Kosten verbunden

    ein superbilliges größeres Board der 90er jahre würde beim Manöverlernen auch nur begrenzt hilfreich sein, weil schmal

  • High Flow,


    besorg dir auf jeden Fall ein etwas moderneres Brett. Einen kürzeren und breiteren Freerider um 120-130 Liter

    so ab ca. 2007 gibt es auch für kleines Geld, und das ist dann schon ein Unterschied auf dem Wasser. Macht deutlich

    mehr Spaß in jeder Situation, du gleitest vor allem früher und leichter.


    Als nächstes würde ich den Wasserstart angehen. Dürfte bei deinem Können kein größeres Problem sein. Und

    dann hat sich das Thema mit den wackeligen Schotstarts bei viel Welle erledigt. Dann macht auch das Halsentraining

    mehr Spaß, wenn du schneller und einfacher wieder auf dem Brett bist.


    Die kleinen Segel bräuchten wohl auch ein Update. 5.5 und 7.0 wären ganz gut als Ergänzung, kannst ja mal mit

    einem 5.5 oder so anfangen. Gibt gebraucht und gut erhalten ja auch günstig.


    Grüße von 30 km vom Bodensee

    Django

  • du hast schon gelesen, daß schon die 100,- für die komplette Ausrüstung schwer zu erübrigen waren?


    da werden die 200,- oder was ein wenigstens etwas moderneres Board alleine kostet, wohl sehr schmerzen

  • Bei Dichtholen dreht es mich in den Wind und dann stehe ich ultra hoch im Wind da und finde es sehr schwer aus dieser Position abzufallen. Irgendwie das gewicht nach hinten (vorder Fuss ist zu dem Zeitpunkt ja noch vor dem Mast), wenn ich jedoch zuweit nach hinten stehe, bevor ich losfahre - sauft das Brett hinten voll ab.

    Das ist sehr typisch. Versuche mal bei weniger Wind folgende Vorgehensweise:


    - Füsse beidseitig des Masts

    - Segel hochziehen, mit Masthand an Shot oder Mast greifen.

    - Hintere Hand ist nicht am Gabelbaum

    - vorderer Fuss nach hinten stellen - die hintere Hand ist immer noch nicht am Segel

    - SEGEL AN DIR VORBEIZIEHEN!!! Und zwar so weit, dass du quasi durch das Fenster den Bug siehst - Hintere Hand ist noch nicht auf dem Gabelbaum / Das Segel steht immernoch neutral 90° zum Brett

    - Hintere Hand auf den Gabelbaum legen, nicht anziehen

    - Beide Arme etwas vom Körper wegstrecken

    - DOSIERT dichtholen.


    Das Grossgeschriebene ist wichtig und geht praktisch bei allen Anfängern vergessen. Je besser du das raushast, desto eher kann man auch mit Abkürzungen arbeiten. Am Anfang ist es aber wichtig, dass du weisst, wo das Segel hin muss, bevor du dicht nimmst.


    Bist du auch mal in Berlingen? Dann schau ich es mir mal an, wenn ich da bin


    Du ziehst das Segel nicht an dir vorbei, bevor du mit der Segelhand greifst. Deshalb luvst du an. Alternativ kannst du auch versuchen, direkt nach dem Hochziehen etwas abfallen oder die neutrale Postition (T-Haltung, 90°) etwas zu verändern, dass das Board eher auf Raumwind steht vor dem Losfahren. Zudem immer mit dem voreren Fuss das Board rumdrücken. Man sagt immer, Fusssteuerung passiert erst im Gleiten, das stimmt aber gerade bei kleinen Boards nicht. Da kann man auch ohne Fahrt das Board entsprechend rumdrücken.


    Korrekt ist ein Mix aus beidem, Fuss- und Segelsteuerung.

    "Ich komme von einer Farm in der Wüste, wo es weit und breit keine Wellen gibt. Also, wenn ich Wave-Weltmeister werden kann, dann kannst du es auch, wenn du nur willst - Live your dream!!"

  • Auf jeden Fall ist das Severne Glide mit 8,5 m2 für die Kombi zu groß! Damit wirst du keinen Spaß haben. 7,0 ist die richtige Größe auch für Angleitbedingungen (insbesondere bei deinem Leichtgewicht). Wenn dieses Segel endgültig auseinander fällt mit max. 7,5 m2 ablösen.


    Evtl. könnte man die Fuhre mit einer guten Finne noch etwas optimieren. Die Originalfinne von F2 ist sicherlich nicht der Burner.


    Ansonsten: Üben, üben, üben (und die Inputs von sheshe beherzigen).


    Wir haben das alle zu der Zeit auf solchen Geräten gelernt und auch Spaß gehabt. Und selbst mit dem Material der 80er war Windsurfen bereits ein geiler Sport.

  • Das ist wirklich klasse erklärt aber vielleicht ist es sinnvoll dir das mal von jemandem anschauen zu lassen. Ich würde dir empfehlen einfach mal 1 Stunde windsurfunterricht zu nehmen. Da wirst du Sau viel lernen.

    Respekt das du alles alleine machst und schon so weit gekommen bist.

    Weiter so 👍

  • aber es stimmt: 8,5 ist echt zu groß, weil dafür eine große Finne als "Gegengewicht" reinsollte und die wiederum so viel Kentermoment produziert, das bei gut Druck mit einem schmalen Heck kaum zu beherrschen ist

  • du hast schon gelesen, daß schon die 100,- für die komplette Ausrüstung schwer zu erübrigen waren?


    da werden die 200,- oder was ein wenigstens etwas moderneres Board alleine kostet, wohl sehr schmerzen

    Ja, ich habe aber auch gelesen, dass er inzwischen ein Severne Glide und einen Mast dazu gekauft hat und

    sich ja auch schon Gedanken um die alten Segel macht.


    Wann er nochmal ein paar hundert Euro locker machen kann, wissen wir nicht, wir können nur unsere

    Erfahrungen teilen.


    Ein vergleichbares aber größeres Board würde auch schon einiges erleichtern, und das gibt es immer wieder

    mal auch geschenkt. Tauschen & Zu verschenken


  • Vielen Dank für die vielen Inputs!

    Ich finde viele AnfängerTutorials, und dann auch die sehr vortgeschrittene Sachen, aber keine Tipps für meine Probleme. Das mit dem Segel vorbeiziehen, habe ich noch nirgends gesehen oder gehört.

    Ja was ich noch sagen wollte:

    Ein neues (neueres Brett) wäre wohl ein nächster Schritt. An neupreise ist nicht zu Denken, aber ev. kann ich mir im schon 200-300 verschmerzen. Vor allem wenn es wirklich viel bringt.


    Das 8.5er hat ich jetzt 2-3 mal gefahren als eigentlich selbst dafür zu wenig Wind war. Mir ist aber schon aufgefallen, dass sehr schwer ist abzufallen, bzw leicht in den Wind dreht. Eine grössere gebrauchte Finne (40cm) ist unterwegs, aber lieber fahre ich mit dem 7.0 bei etwas mehr Wind.


    Bei ricardo.ch gibts ein Set mit einem F2 Stoke 135L für eine Startpreis von CHF 275. Dazu ist das in Arbon ganz in der Nähe:

    https://www.ricardo.ch/de/a/su…mplettes-rigg-1096186698/


    Wäre das Brett besser geeignet? Machen die knapp 20L einen unterschied, bzw ist die Breite deutlich besser? Länge 249 Breite 79cm?


    Ich verbringe derzeit unnötig viel Zeit im Wasser und habe mit dem Material zu kämpfen. Wenn ich mit dem Brett deutlich besser dran bin, dann hole ich mir das.


    Nochmals vielen Dank für eure Nachrichten!

  • Das mit dem Segel vorbeiziehen, habe ich noch nirgends gesehen oder gehört.

    Lernt man in jedem Anfängerkurs :-) Oder sollte man zumindest...


    Schau auch mal auf surfbasar.ch oder dailydose.de da hats auch immer Schnäppchen dabei.

    "Ich komme von einer Farm in der Wüste, wo es weit und breit keine Wellen gibt. Also, wenn ich Wave-Weltmeister werden kann, dann kannst du es auch, wenn du nur willst - Live your dream!!"

  • Überlege im Winter für ein langes Wochenende nach Tenerifa zu gehen. Es gibt günstige Direktflüge ab Memmingen. Da wären dann sicher ein paar Stunden Surflehrer drinnen. Ist alles ein Preisfrage, mal sehen wie es in den nächsten Monaten läuft.


    Berlingen am Untersee? Ich bin gaaaanz ganz am andere Ende, aber bei guten (vorausgesagten) Bedingunen komme ich sehr gerne mal vorbei.

  • Steck das Geld besser in einen Kurs - nicht 2 oder 3 Sunden, sondern 2 bis 3 Tage. Aber ob da Teneriffa ideal ist möchte ich Mal bezweifeln. Dann doch eher Fuerte Süd. Oder noch besser Bodensee im Frühsommer.

  • Berlingen am Untersee? Ich bin gaaaanz ganz am andere Ende, aber bei guten (vorausgesagten) Bedingunen komme ich sehr gerne mal vorbei.

    Kannst mich bei entsprechender Vorhersage einfach mal anschreiben. Wenn ich Zeit habe, gebe ich gerne ein bisschen Unterricht...


    Ansonsten kannst du echt auch jeden am Beach fragen, ob er dir ein bisschen hilft oder Fehler erkennt. Die Surfer sind sehr hilfsbereit was das angeht.

    "Ich komme von einer Farm in der Wüste, wo es weit und breit keine Wellen gibt. Also, wenn ich Wave-Weltmeister werden kann, dann kannst du es auch, wenn du nur willst - Live your dream!!"

  • Ich verbringe derzeit unnötig viel Zeit im Wasser und habe mit dem Material zu kämpfen. Wenn ich mit dem Brett deutlich besser dran bin, dann hole ich mir das.

    Deutlich besser. Würde sogar sagen: für die nächste Zeit genau richtig. Und das Segel auch.

    Viell. geht es ja für 300-350 EUR her.

  • ich meine, die Begeisterung der Leute hier für das Stoke beruht auf der Angabe 79 breit

    das ist es aber nicht, denn es ist das 2008er Modell und 72 breit (255 lang statt wie oben geschrieben 248)

    siehe Windsurfmarkt.de


    zweifellos besser geeignet als das jetzige und aus meiner Sicht das perfekte Leichtwindboard in der Zukunft, aber trotzdem nicht so das Manöverlernfloß wie die heutigen noch breiteren der Volumengruppe

    und das 6,6er Segel scheint nicht so fertig wie das aktuelle verwendete geflickte 7er von F2


    ich selbst will mit 72kg nach vielen Jahren 115l bei 65cm Breite auf ein sehr ähnliches Board als Leichtwindboard umsteigen und warte noch, daß es frei wird (wenn der jetzige Besitzer hier im Ort endlich mal einen Tabou Rocket kauft, der besser zu seinen nicht vorhandenen Surfkünsten paßt)