Projekt: Kopie eines bestehenden Boards als Hohlbau - Es hat begonnen

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  • Den Unterschied in der Beschichtung zwischen den ThermHex und den PC2-Waben habe ich ehrlich gesagt noch nicht ganz verstanden. Ich kenne PP-Waben mit an den Enden aufgeschweißtem Vlies oder Folie, aber für den Einsatz als "dickenvariablen" Stringer hilft das nix.


    Die verlinkten Üplycarbonatwaben gibt's in Raumgewichten von 64 - 320 kg/m². Die leichteste Variante käme in 10 mm Stärke auf 640 Gramm/m² (also etwa für meine geplante Stringer-Spantenkonstruktion). Die Frage ist, wie es mit der Druckstabilität aussieht. Deswegen meinte ich ja - zu den buchstäblich hunderten in Frage kommenden Materialien und -Kombinationen fehlen meist einheitlich interpretierbare Messwerte.

  • Die Entscheidung ist gefallen, es bleibt bei der Stringerkonstruktion aus Rohacell und Carbon. Ich war so sehr darauf bedacht (und das war ein starkes Motiv für ein Hohlboard), keine wassersaugenden Materialien einzusetzen, daß die Verwendung von Balsa einfach nicht gepasst hätte, auch wenn die Kombination aus Gewicht, Druckfestigkeit, Kosten und Verarbeitbarkeit sicher ihre Reize hat.


    Die Platte ist nun beidseitig laminiert und aktuell schwitzt die zweite Seite im Vakuum.

    2250x70 cm, beidseitig abgespachtelt und laminiert mit 50 g/m² UD-Carbon 90° und darüber 30 g/m² 0°.


    Was mir langsam nicht mehr gefällt ist das Laminieren von UD-Carbon. Bei Glas sieht man gut, wo noch Harz fehlt, bei UD ist das schon schwieriger.

    Rein rechnerisch sollte ich pro Seite 90 Gramm Harz benötigen. Am Ende war ich aber bei 500 Gramm/Seite, die jeweils fast komplett verarbeitet wurden. Ich sehe einfach kaum, wo schon genug ist und wo noch was fehlt. Da, wo man schon das Harz sieht, ist es viel zu viel, wie das Muster im Saugvlies zeigt. Also im Zweifel erst mal erheblich zu viel, was dann am Ende in Abreißgewebe und Saugvlies hängt. Hoffe ich zumindest - sonst wird die Platte ein ganz schöner Brocken. 8| Theroretisch sollte die 1,7 m²-Platte laminiert 1400 Gramm wiegen (wird nicht alles benötigt). Bin gespannt, wo ich am Ende lande. Ich hatte das komische Gefühl, daß trotz Abspachteln das Rohacell doch einiges weggesoffen hat. Vielleicht hätte ich nach dem Spachteln doch nicht überschleifen sollen? :/


    Ich muss mir auch mal überlegen, wie/wo ich mehr Platz für solche Arbeiten beschaffen kann. Spachteln, Zuschnitt, laminieren und in den Vakuumsack bringfen auf engstem Raum auf dem Boden sorgen definitiv für Knieschmerzen und nicht mehr altersgemäße Verrenkungen.


    Vakuum Stringer.jpg

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    Was mir langsam nicht mehr gefällt ist das Laminieren von UD-Carbon. Bei Glas sieht man gut, wo noch Harz fehlt, bei UD ist das schon schwieriger.

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    färb dein harz weiss ein

    Hitze, Kälte, Dürre, Flut - Hauptsache, es geht der Wirtschaft gut! - Salzburger Graffiti

  • Jetzt, wo Du's sagst...... ^^

    Bin aber nicht sicher, ob das reicht. Ich habe hin und her gespachtelt und selbst an Stellen, die an der Oberfläche noch knochentrocken aussahen, drückt es noch gewaltig Harz in Abreißgewebe und Saugvlies.

  • Da ja abreißgewebe und absaugvließ da ist macht doch ein bissel Zuviel nix aus.

    Mit wieviel Unterdruck vakuumierst Du? Wenn nur Gewebe auf hartschaum könntest Du ja schlank über die -0,3 Bar rüber..

    Das Sandwichzeug kann doch sicher das doppelte ab bevor es die Grätsche macht, oder? Dann drückst du alles überschüssige raus würd ich meinen...

  • Würde ich auch meinen. :thumbup:

    Das Rohacell hat eine Druckfestigkeit von 0,9 MPa, also etwa 9 kg/cm² sollte es aushalten.

    Wenn ich keinen Fehler im Verständnis habe, würde ein Unterdruck/Absolutdruck von 0,5 Bar 0,5 kg/cm² bedeuten.


    Im normalen Vakuum wäre das Roha demnach kaum platt zu kriegen, weshalb ich mutig mit -0,6Bar Unterdruck rangegangen bin.

    Ich habe schon mal eine Lage Abreissgewebe entfernt, gewogen, Differenz berechnet..... (momentan auf Arbeit, daher hab' ich die genauen Zahlen nicht zur Hand).

    Demnach würde die Platte wohl am Ende erheblich schwerer als berechnet. Daß noch eine erhebliche Menge überschüssiges Harz im Gewebe ist, sollte nach dem Aufbau (Laminat - Abreissgewebe 100 g - Lochfolie - Saugvlies 150g) und -600 mBar auszuschließen sein.

    Der Harz-Überschuss müsste demnach im (abgespachtelten und geschlifffenen) Rohacell stecken.


    Ich will die 2. Seite noch weiter härten lassen, bevor ich das Abreißgewebe entferne. Dann kann ich exakter wiegen und dann sehen wir klarer. Jedenfalls äußerst mysteriös :/

  • Nochmal eine dumme Zwischenfrage von mir ... wurde sicher auch schon irgendwo beantwortet:

    Machst du noch Löcher in die Spanten, damit sich das Material und das Gewicht um etwa die Hälfte reduziert?

    Etwa so wie hier: Link


    Edit: Achso .. geht ja nicht, du müsstest die Kanten ja abdichten. Sorry ...

  • Die Kanten wären nicht das Problem, aber die Struktur meiner Sandwichplatte. :/

    Die senkrechte Drucklast soll ja von den senkrecht stehenden Fasern übernommen werden. Damit das funktioniert, müssen die durchgehend sein. Löcher würden dieses Prinzip zerstören und dadurch wäre die Druckaufnahme-Fähigkeit im Bereich der Löcher dramatisch gesenkt.Die 90°-30g Querfasern tragen ja selbst nicht (das Rohecell auch nicht) sondern sollen nur die tragenden senkrechten Fasern am seitlichen ausbeulen und somit verfrühtem Bruch hindern.

    Ich könnte mir vorstellen, in den Randbereichen, auf denen niemals ein Mensch stehen wird, Löcher einzubringen. Aber der Fewichtsvorteil wäre marginal, weil hier eh' schn wenig Material ist (Höhe/Breite/Abstand) und Spachtel zum Abdichten des Schaums einen Teil des Gewichtsverlustes wiedser kompensiert.


    Bei einem Material, was weniger inhomogen ist als "mein" Sandwich, würde die Sache anders aussehen, z.B. bei Sperrholz.

  • Achtung- ich übernehme keine Verantwortung dafür, wenn Du Dich totlachst ;)

    Ich bin genaugenommen Dipl.-Kaufmann, noch genauer genommen Unternehmer und ganz genau wasche ich Autos. Was aber entgegen landläufiger Meinungen weniger mit Geldscheffeln zu tun hat als vor Allem mit der Lösung technischer Probleme in kürzester Zeit - sonst Betriebsausfall. Also Elektrik, Mechanik, Hydraulik, Pnaumatik. Wir machen hier alles selbst, externe Dioenstleister brauchen zu lange, sind nicht immer verfügbar und halten den Betrieb zu lange auf ;)


    Mit Carbon und Sandwich habe ich bisher 2 zerfetzte Finnenkästen wiederhergestellt und ein weiches Deck neu aufgebaut. Dazu eine E-Gitarre (ohne Sandwich) als Carbon-Monocoque, Ein paar Lautsprecher-Boxen (ultraleichte Musikerboxen) aus Carbon-3D-Core Sandwich. Und vor langer Zeit 2 Boards gebaut, allerdings damals noch mit Glas und ohne Sandwich.


    Momentan bilde ich mir noch ein, halbwegs Gefühl für die in einem Board auftretenden Kräfte zu haben und damit die ja eher eindimensionalen Eigenschaften von Fasern halbwegs effizient einzusetzen. Diese Einbildung könnte natürlich mit der ersten realen Belastung platzen - wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch. Aber den Versuch ist es wert.

  • Die 1,7 m² sind nun entblättert und beschnitten:


    Grundplatte gespachtelt und geschliffen: 940 Gramm

    Beidseitig mit 50+30 g UD-Carbon laminiert, -0,6 Bar Vakuum: 1682 Gramm

    Errechnetes Gewicht laut R+G Laminatrechner 50% Faservolumen: 1400 Gramm


    282 Gramm zu viel. ;( OK - macht auf den m²/Seite rund 83 Gramm. Erklärungsversuche:


    - Die Fasern nachgewogen, die Hersteller können ja viel auf die Rolle schreiben:

    - 50 g UD: 50,8 g/m²

    - 30 g UD: 33,0 g/m²

    dadurch also schon mal 4 Gramm/m² mehr Fasern, ergo auch ca. 3 g/m² mehr Harzbedarf - Summe 7 g/m². fehlen noch 76 g/m².

    - Neben der reinen Harzsättigung des Geleges wurde auch noch Harz zum verkleben benötigt

    - Das Überschleifen der abgespachtelten Fläche hat wieder einige Schaumzellen geöffnet, die fröhlich Harz gesoffen haben


    Wie auch immer, der Drops ist gelutscht, die angepeilten 4 kg werden erwartungsgemäß von Schritt zu Schritt utopischer. X/


    Jedenfalls werde ich bei den nächsten Flächen den Spachtel nicht mehr anschleifen (Beim Bottom war das Verhältnis Harz-Gewebe noch günstiger ausgefallen) und eventuell auf nass in nass überwechseln. Bei den Bruchproben hatte ich das so gemacht und bevor da was delaminierte, ist der Schaum gebrochen und oder die Faser gerissen.

  • Heute geht's an den Zuschnitt der Stringer-Spanten-Konstruktion aus der zuvor hergestellten Sandwich-Platte.

    Erstmal wurde die Dicke des Originals an den wichtigen Punkten nochmal (ich glaube, zum 3. Mal) ganz genau vermessen. Eine überdimensionale Schieblehre mit Anschlag zur Berücksichtigung der unteren Konkave hat geholfen.

    Vermessung.jpg


    Natürlich muss für die Stringer-/Spantenhöhe dann noch mal die Sandwichstärke, die Dicke des Softdecks und der Aufsatz für die Konkaven-Abtastung abgezogen werden. Dazu ist dann Excel wieder ganz hilfreich.

    Dickentabelle.jpg


    Nachdem ich nochmal praktisch alle relevanten Stand-Positionen durchgegangen bin, habe ich mich letzten Endes für das Schema aus 3 (statt 4) Stringern entschieden, um noch etwas Gewicht zu sparen. So sollte ich auf ca. 800 Gramm kommen - ohne Kleber.

    Die Knotenpunkte liegen damit gut an den wichtigsten/häufigsten Stand-Punkten, also denke ich, mir den 4. Stringer ohne große Einbußen sparen zu können.

    Die vorderen Spanten sind nicht wegen der Stabilität vorhanden (können aber auch nicht schaden) und werden benötigt, um Bottom und Deck in Form zu bringen.

    Da sie aber schon recht niedrig sind, wiegen sie auch nicht sehr viel.


    Stringer-Plan final.jpg


    Von der Idee der Vario-Finne habe ich mich für dieses Projekt verabschiedet ;(. Die Gefahr, daß das beim 1. Versuch nicht funktioniert, ist zu groß, um sie in diesem ohnehin aufwändigen Teil erstmals zu testen. Ich behalte es aber trotzdem im Hinterkopf und werde das wohl mal irgendwann in einem ausgedienten Board ausprobieren - wahrscheinlich in meinem alten HiFly Free 272 :/ (mit Nasen-Operation)

    2 Powerboxen sind bei Flikka schon bestellt, die Mastbox von denen machte einen guten Eindruck und für das Geld würde ich es in der Qualität kaum selbst hinbekommen.

  • edit: Nachdem ich mir mal das Profil im Längen-Querschnitt genau angeschaut habe, erlaube ich mir eine klitzekleine Änderung am Entwurf des Meisters (Klaus Jocham) : Da ich bei den "schnellen" Wenden eben nicht so schnell bin, habe ich die Dicke von vor dem Mastfuß bis zur Spitze minimal erhöht (5-7 mm) - so sieht das im Querschnitt für mich auch nochmal etwas harmonischer aus.

  • Ich bin echt gespannt wie es dann wird und drücke feste alle Daumen die ich so zur Verfügung habe, dass es wenigsens genau so gut wird, wie angedacht :-)

  • Dann wünsche ich Dir mal ganz uneigennützig an jeder Hand 5 Daumen ;). Dummerweise lassen Deine Projekte und Dokus hier nicht auf diesen für mich glücklichen Umstand schließen :D


    Jedenfalls schneidet sich das Sandwich wie erwartet recht gut mit dem Cutter. So erwartet, weil sich ja nur 2x 30 Gramm Carbonfasern quer zur Schnittrichtung befinden, die Masse verläuft ja halbwegs mit der Schnittrichtung. Für die Scoop-Rocker-Linie hab' ich ja eine Schablone aus Sperrholz vom Original abgenommen, die Decks-Längskontour alle 10 cm gemessen, recherisch korrigiert, alle 10 cm als Abstand auf die Bodenlinie mit 2 mm Schleif-Reserve übertragen und ebenfalls per Cutter ausgeschnitten.


    Stringer schneiden.jpg


    Hätte ich mal im Leben gescheit shapen gelernt, hätte ich mir diese ganze Fisselei sparen können. Das kommt halt davon ;)

  • Bastel dir doch so eine Schablone...

    Einfach beim Originalbrett im Raster auflegen und auf Holz übertragen. Dann kann man noch Feinheiten verändern und mit einer dünnen leiste einen harmonischen Verlauf nachprüfen bzw. überarbeiten.

    Hab ich mir ursprünglich zur Abnahme von Scoop - Rocker gebaut. Mittlerweile nutze ich es auch für die Outline Schablone.

  • coole Vorrichtung - in klein habe ich so etwas, um Finnenprofile zu überprüfen und werde damit wohl auch die Rails in diesem Projekt kopieren.

    Für die größeren Teile lohnt sich das jetzt leider nicht mehr und ich habe glaub' ich nicht vor, mir das öfter anzutun :whistling: