Dyneema - Fragen über Fragen

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  • Die widersprüchlichen Aussagen zu dem Thema kenne ich - 5 Experten - 6 Meinungen :D

    Früher hat da teilweise das R&G Userforum ganz gut weiter geholfen, wurde leider wegen DSGVO stillgelegt :(

    Es scheint aber auch sehr auf das jeweilige Harz-Härtersystem anzukommen. Warum muss man eigentlich alles selbst austesten, das sollte die Hersteller doch schon mal gemacht haben und geneigten Kunden zur Verfügung stellen :/. Irgendwie komme ich mir bei immer mehr Produkten als Beta-Tester vor - früher betraf das noch überwiegend Software.


    Glühlampen sollten gehen, Arduino-Steuerung ist natürlich schon Luxus. Willst Du damit die Lampen dimmen oder stückweise an- und ausschalten?

    Ich hab' hier noch einen IR-Strahler mit 3 Stufen. Der, eine Kiste und 2 Lüfter sollten es bis 50° eigentlich auch tun - höher will ich eigentlich nicht gehen.

    Im Sommer würde es auch das Auto tun, aber das dauert ja noch 'n Weilchen.

  • Glühlampen werden sehr heiß. Das kann bei ungenügender Abschirmung das Laminat punktuell beschädigen!


    Ich verwende neuerdings Heizdecken (~40W), mit entsprechender Isolation erreicht man locker mehr als 50 GradC. Eine zuverlässige Steuerung der Temperatur ist daher unabdingbar.

  • Der Plan war wie gesagt Lüfter und eine Temperaturregelung einzusetzen und eine ordentliche Abschirmung sollte auch eingebaut werden. Ob ich mir die Arbeit mache einen Dimmer einzusetzen oder ein schlichtes Relais ausreicht weiß ich noch nicht. Es kommt ein bißchen darauf an wie gut der Ofen isoliert sein wird und die Temperatur hält. Wenn es irgendwann so weit ist werde ich wohl erst einmal die einfach Variante testen. Bis 90°C heizen, dann abschalten und bei 80 °C wieder einschalten. Wenn die Intervalle aber zu klein sein sollten, da die Temperatur zu stark abfällt, werde ich wohl einen Dimmer basteln.

    Das ganze ist aber gerade auch nur eine kleine Idee, die wenn überhaupt Ende nächsten Jahres umgesetzt wird.


    Bei meinem aktuellen Projekt ist der Tipp mit der Heizdecke evtl. Gold wert. Welche Decke nutzt du denn? Gibt es keine Probleme mit einer Abschaltautomatik? Alle Heizkissen, die ich in der Hand hatte, schalten sich nach relativ kurzer Zeit aus.

  • ich nutze auch sehr gerne heizdecken - ich schau da immer nach "angeboten"

    vorteilhaft sind die teile die eine einstellbare temperatur und timer (bis 8 oder 9h) haben


    und dazu noch was zum umwickeln / isolieren - z.b. billigen abdeckfilz mit einseitger folie aus dem baumarkt.

    Manche Menschen haben einen Stock im Arsch, und andere einen ganzen Grenzpfosten! c miss_paran0ia

  • Glühlampen sollten gehen, Arduino-Steuerung ist natürlich schon Luxus.

    Ich verwende jetzt den programmierbaren Inkbird ITC-310T-B Temperaturregler um 48 Euro für meine Finnentemperbox mit einer 40W Glühlampe. Damit kann man auch gut (nicht linear, aber in kleinen Schritten) den Temperaturverlauf für die Aufwärmstunden und dann für die Abkühlstunden programmieren. zB. 35(1h)-40(1h)-45(1h)-50(1h)-55(15h)----40(2h)-35(2h). Funktioniert sehr gut und man kann recht viel daran einstellen, auch das Delta-T (= Ein/Aus-Temp.Unterschied; zB 2°C).

    SG

    Sepp

  • Danke für den Tip!

    Da ich ohnehin eine Temperartursteuerung brauche und bisher keine Ahnung hatte, welche ich nehmen soll, freue ich mich über den Praxistip und hab' das Teil eben bestellt :)

  • Ein erster, nicht systematischer kleiner "Test"


    Ich hab mal ein kleines Stück Dyneema 180 Köper auf ein Stück Rohacell 51 (eher 40 kg/m³) von Hand laminiert, überwiegend um die Durchsichtigkeit des Materials beurteilen zu können.

    Kein Vakuum, Rohacell vorher nicht abgespachtelt, einfach drauflaminiert und mit ca. 100 g/cm² von oben beschwert.



    - Die Tränkung des Gewebes war mäßig aber OK, allerdings habe ich das etwas zähere RG HarzL + HärterL verwendet. Später ist eher Harz L + Härter GL2 vorwiegend wegen der dünneren Viskosität und der höheren Verarbeitungszeit geplant, auch die Transparenz sollte damit noch etwas besser werden.

    - Das Laminat ist nicht glasklar sondern leicht opak, aber ein darunterliegendes "Design" ist denoch gut und mit relativ scharfen Kanten erkennbar. Für Beschriftungen sollte es reichen.

    - Das Schneiden von Kanten mit dem Cutter geht überraschend gut

    - Das Schleifen ist weniger schön: Das Zeug "fusselt" aus. Weiterschleifen geht dann sinnvoll eher mit einer erneuten Versiegelung per dünnflüssigem Sekundenkleber, eine Endbehandlung nach dem Schliff wird aber wohl unumgänglich sein.

    - Die Haftung zum Rohacell bei der darauf noch gar nicht ausgelegten Probe hat mich positiv überrascht: Auf der gesamten Fläche hat sich die oberste Schicht Rohacell vom Rest getrennt, eine dünne Schicht Rohacell haftet also noch am Laminat. die Haftung das Dyneemas scheint hier nicht das Problem gewesen zu sein. Und das ohne nennenswerten Druck, Vakuum.....

    Ich kann aber dabei auch nicht ausschließen, dass sich der sehr hohe Harzanteil im Laminat hier opsitiv auswirkt. In der Praxis wäre das aus Gewichtsgründen aber eher kontraproduktiv.


    So weit, so gut.

  • Sorry - ich hab's ja schon wieder auseinandergerissen zwacks Prüfung der Haftung. Das ist nicht mehr anschaulich - beim nächsten Mal wird's besser dokumentiert ;)

  • Wie möchtest du das Dyneema eigentlich einsetzen? Laut Bouke gibt es ja, wie kevlar, Schläge 1zu1 weiter. Seine Argumente dyneema nicht als äußerste Schicht einzusetzen sind für mich schlüssig aber was bringt es, wenn es als unterste Lage eingesetzt wird? Zerbröselt mir nicht trotzdem dann bei jedem leichten anecken das äußere Karbon?

  • So hatte ich Bouke nicht verstanden - nur, dass es aus seiner Sicht keinen Sinn macht, Carbon unter das Dyneema zu legen, weil wenn das Carbon bricht und das Dyneema nicht, die Reparatur schwierig ist.

    Ich denke momentan daran, 130 Gramm Dyneema Köper in den Normalbereichen alleine einzusetzen.

    Klingt erst mal reichlich verwegen, aber nach den Materialdaten hat 130er Dyneema ähnliche Eigenschaften wie 400er Glas, was die Zgfestigkeit und eModul angeht - selbst die Bruchdehnung ist ähnlich.

    Dabei hat das Dyneema-Laminat ein Gesamtgewicht von 318 g/m², 400er Glas läge bei 616 g/m². Laminatdicke 0,30 zu 0,34 mm.

    An die bei Dyneema gänzlich anderen Verhältnisse bei Gewicht zu Festigkeit zu Laminatdicke zu Relation Faser/Harzgewicht muss man sich erst mal gewöhnen.


    Standbereich (incl. um den Mastfuß, Finnenbereich und der Bereich um den Mastfuß am Unterwasserschiff) werde ich dennoch Innen- und Außenlage verstärken. Im Standbereich UD-Carbon, da weiss ich auch noch nicht, ob über oder unter dem Dyneema. Unsichtbar ist es eh - unter dem flächigen Pad.

    Im Unterwasserschiff sähe das blöd aus, da denke ich eher daran, um die Finnen und um den Mastfuß 2 Lagen Dyneema zu nehmen.

  • Wie möchtest du das Dyneema eigentlich einsetzen? Laut Bouke gibt es ja, wie kevlar, Schläge 1zu1 weiter. Seine Argumente dyneema nicht als äußerste Schicht einzusetzen sind für mich schlüssig aber was bringt es, wenn es als unterste Lage eingesetzt wird? Zerbröselt mir nicht trotzdem dann bei jedem leichten anecken das äußere Karbon?

    Weil das Carbon schon etwas unterstützt wird bricht es nicht so schnell wie wenn es direkt auf dem Sandwichschaum ist aber klar bricht es trotzdem viel schneller als Dyneema. Deshalb nutze ich nur Carbon in den Bereiche wo es erhöhte Druckkräfte gibt, nicht ganzflächig und schon gar nicht an den Stellen wo es häufiger Schläge bekommt

  • Ich nutze Dyneema aussen nur in ganzen Lagen erstmal weil es dicker ist und man Stufen im Laminat bekommt die Sollbruchstellen werden können weil das aussere Laminat denn einen Knick macht und immerhin schwierig zu finischen. Wenn man die äusseren Fasern an oder durchschleift an der Stelle ist die Sollbruchstelle vorprogrammiert. Ausserdem gibt es noch so was wie "Fiber pull length" die bei Dyneema höher sein muss. Fiber pull length steht für die Länge die ein Faser im Matrix sitzen muss damit man den nicht herausgezogen bekommt. Wie du selber schon festgestellt hast ist Dyneema schon ein sehr gutes Material aber man muss sich schon sehr gut mit den Tücken auskennen....Nach 25 Jahre hat es für mich keine Geheimnisse mehr aber ich habe schon mein Lehrgeld bezahlt. Es einfach so ohne Ahnung ein zu setzen als die Wunderfaser ergibt eigentlich eher schlechtere Ergebnisse, sehe meine Kollegen aus so ein Land in Süd Europa. Dyneema ist nicht gleich alles gut obwohl ich es die Reputation gegeben habe. Da habe ich schon welche hier gehabt mit kaputte Bretter die sich wunderten.

  • Auch von mir ein Danke @ Bouke für die Erläuterungen!


    Ich denke, dann liege ich mit meiner Planung gar nicht so weit daneben.

    Es ist nachvollziehbar, dass aufgrund der hohen Dicke der Dyneemaschichten schnell Stufen entstehen. Die sind a) unschön und b) kaum zu beseitigen, da sich Dyneema nicht oder nur sehr schlecht schleifen lässt (Fransenbildung). Auch ist nachvollziehbar, dass das Anschleifen einer Gewebelage in der Fläche keine besonders gute Idee ist.


    In später sichtbaren Bereichen des Außenlaminates (Nose, Finnen UWS und Mastfußbereich UWS) möchte ich dennoch gerne eine zweite Lage Dyneema einbringen. Idee dazu:

    Zunächst werden die zu verstärkenden Bereiche im Rohacell 0,4 mm "eingefräst", die Verstärkung laminiert und an den Rändern beschnitten (nicht beschliffen) So entsteht trotz Verstärkung eine glatte Oberfläche für die Dyneema-Decklage.


    Die Decklagen werden jeweils einteilig laminiert:


    1. Unterwasserschiff, soweit es das Gewebe zulässt über die Rails zum Deck. Auch hier überlege ich, den Schaum in dem Bereich der Rails, bis zu dem das Dyneema vom UWS laufen soll, an den Kanten tiefer zu legen, das Dyneema vom UWS dort zu beschneiden um eine glatte Fläche für das überlappende Deckslaminat zu bekommen.

    2. Deckslaminat ebenfalls einteilig, das UWS-Laminat überlappend bis Unterkante Rails. An der Unterkante der Rails sollte das gut zu beschneiden sein.

    3. Carbonverstärkungen im Bereich Standfläche bis um/vor den Mastfußbereich aus Carbon oben auf das Dyneema. Faserausrichtung des Carbons bei Verwendung von Leinwand-Dyneema 0/90° demnach -45/-45°, ich rechne da mit jeweils 80 g/m². Damit wären in diesem Bereich 130g Dyneema und 160g Carbon.

    In diesem Bereich hatte ich bisher noch nie Probleme mit Schlägen. Zusätzlich ist soll dieser gesamte Bereich mit einem großflächigen Pad abgedeckt werden. Dadurch ist das Carbon unsichtbar, dessen Kanten müssen nur recht grob beigeschliffen werden (keine Gefahr, dabei das Dyneema anzuschleifen) und etwas vor Schlägen geschützt.


    Das Alles betrifft nur das Außenlaminat. Das Sandwich-Innenlaminat soll ja komplett aus UD-Carbon bestehen, da kann ich verstärkungsmäßig legen, wie ich lustig bin.

    Das bisherige Layup sieht hier insgesamt UD-Carbon vor in 50g 0°, 30g -60°, 30g +60°.

    Dazu ebenfalls Verstärkungen im UWS Bereich Mastfuß und Finne und im Bereich Deck Standbereich bis um/vor den Mastfuß sowie die Finnen-Oberseite.


    So etwa aoll das Ganze aussehen: (immer unter dem Hintergedanken eines 6 mm starken Rohacell-Sandwichkerns und einem Stringer/Spanten-RAster im Standbereich 10x15 cm)


    Layup.jpg