Plastikmüll im Meer

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  • Zum Thema "der Verkäufer steht in der Verantwortung": falsch!

    Richtig, denn dies habe ich auch gar nicht geschrieben. (Vielleicht noch mal meinen Beitrag lesen)

    Man kann die Verantwortung nicht einfach an den Hersteller abgeben.

    Man kann ihn aber auch nicht aus der Verantwortung rauslassen. Man sieht, was dann passiert. Ich bin kein Anhänger des "grünen" Gedankens: "Macht alles teurer beim Endverbraucher (oder designt ne neue Steuer) und bittet diesen zur Kasse für die vielen ökologischen Probleme, darüber wird dann Druck ausgeübt"

    Es ist in meinen Augen eben auch irgendwie feige, es wäre doch weitaus sinnvoller nicht am Ende der Kette (wenn alles schon produziert, verkauft, in Benutzung, als Müll vorhanden ist), sondern am Anfang anzusetzen und den Müllvermeidungsgedanken dort zu stärken und zu fordern.

    Sich über jene lustig zu machen, die den ungezügelten Konsumgedanken in Frage stellen, finde ich auch etwas "sehr flach". Über eine bedachtere Verwendung unserer nicht endlos vorhandenen Rohstoffe nachzudenken und unbequeme Fragen dazu zu stellen, ist natürlich für "Verkäüfer" ein persönlicher Angriff. Warum eigentlich?


    In der Wirtschaft gibt es eine Regel:Was der Markt will, wird Produziert!

    Ist es so? Wenn durch den "freien Markt" Fehlentwicklungen eintreten, die die Gemeinschaft nicht tolerieren will, werden die Regeln für den "Markt" angepasst. Den wirklich "freien Markt" gab es nie und es wird ihn auch nie geben. Natürlich wäre es eine super Sache, wenn der Mensch nicht so ein unvollkomenes Wesen wäre und ein wirklich freier Markt mehr, als das Eigene, im Blick hätte. Da aber soche Utopien eben Utopien sind, werden Regeln und Rahmenbedingungen geschaffen.


    Natürlich ist es extrem wichtig, dass eine entsprechende Entwicklung stattfindet, allerdings werden diese Entwicklungen nicht durch die Surfindustrie befeuert.

    Warum nicht? Gibt es da gar nichts? Nichts, was wir tun können?

    Oder haben wir es uns in unserer Wohlfühloase so gemütlich gemacht, dass unsere Trägheit es lediglich gestattet mit unserem empörten ökologischen Zeigefinger auf "Andere" zu zeigen / zu verweisen. Ist dies unser Anspruch?

  • Warum nicht? Gibt es da gar nichts? Nichts, was wir tun können?

    Man bräuchte neue Materialien, deren Entwicklung sich die relativ kleine Surfindustrie nicht leisten kann. Es werden ja schon selten mal Bretter mit Holzanteil hergestellt, aber so richtig sinnvoll scheint das nicht zu sein.

    Ein paar Ideen hätte ich, kann aber aufgrund mangelnder Kenntnisse nicht sagen, wie sinnvoll das wäre.

  • ja natürlich ist die "Surfindustrie" auf die größeren Player da irgendwo angewiesen.

    Aber ein klein wenig "Druck" auch auf sie bezüglich Müllvermeidung kann sicher nicht schaden.

    Je mehr sich zu diesem Thema Gedanken machen, um so besser.

    Vielleicht kann aber die Surfgemeinde etwas mehr Druck auf sich selbst ausüben und bewußter mit Müllvermeidung und Müll- nicht-hinterlassen umgehen (habe heute am Spot auch wieder erst mal 10 Min. Müll eingesammelt).

    An sich gibt es unendlich viele Möglichkeiten, wenn man sein eigenes tägliches Leben anschaut.

    Ich werde aber auf jeden Fall unseren heimischen Wertstoffhöfen (bzw Abfallberatung/Öffentlichkeitsarbeit nennen die sich hier) weiter auf den Zeiger gehen. Es ist da alles etwas zu nebulös.

    Meine zu entsorgenden Surfmaterialien künftig zum Wertstoffhof bringen, auch wenn man mir dafür eine Gebühr abverlangt und ich 30 km fahren muss. Natürlich würde ich gern wissen, was danach im Wertstoffhof (und weiter) damit passiert.

    Ich würde mich freuen, wenn so viele wie möglich künftig darauf verzichten die Restmülltonne voll zu stopfen und ihre Trägheit überwinden, um es so richtig (wie es derzeit möglich ist) im Wertstoffhof zu entsorgen.

    Vielleicht geht ja ein "abgetragener" Neo auch als Kleiderspende?:/

  • Also meiner Meinung nach ist der Müllfaktor von Windsurfmaterial im Verhältnis zu anderem Müll, dem Müll bei der Herstellung und Transport oder vor allem dem CO2 Problem durch das fahren zum Spot vernachlässigbar.

    Da erzeugt der gemeine Surfer allein durch seine erhöhte Kalorienaufnahme nach dem Surfen mehr Müll (Snickers, Mcdoof, Müsliriegel, ...) übers Jahr gesehen.


    Also meine ganz persönliche Meinung: hier viel gelaber um wenig Ertrag...


    Grüße

    teenie

  • Wenn 10 kg Sondermüll (nur 1 Surfboard) Gelaber sind, dann sind aber unsere Plastiktüten erst recht „Gelaber“ ... 10 Kilo Plastiktüten

    kriege ich ja im Leben nicht zusammen. Und die kann man sogar noch einigermaßen recyceln.


    Aber es gibt ja jetzt „Stand-Up Paddeling“ und so werden jede Menge alte Bretter wieder „recycelt“. :D

  • Drüber reden ist besser, als es zu ignorieren.

    Auch wenn es nicht sofort und direkt Ergebnisse gibt, kann es Denkanstöße geben und mancher betrachtet sein eigenes Tun vielleicht differenzierter. Wer überschüssige Energien hat, dem Anliegen mehr Gewicht geben und aktiv statt passiv sein möchte, dem kann ich raten mal auf die Webseite der Deutschen Umwelthilfe (http://www.duh.de) zu schauen.

    Man mag die DUH kritisch sehen und sagen, war da nicht erst kürzlich was Negatives über die. Man sollte aber selbst den Kopf eingeschaltet lassen bei dieser Betrachtung. Die DUH ist für manchen "Einflüsterer" echt störend und ich finde, dass dies gut so ist.

  • NZZ am Sonntag: Schweizer Plastik im Indischen Ozean? - 09.06.2019

    Quelle: http://www.nzz.ch bzw. http://Www.nzzas.ch


    PS 1: der im Artikel erwähnte Plastik Atlas 2019 ist hier (wusste nicht, wie hier einbetten):

    https://www.bund.net/fileadmin…mie_plastikatlas_2019.pdf


    PS 2: hatten am Mittwoch hier auf Samos Flaute und gingen Standup Paddeln - bei guter Sicht im Wasser fuhr ich im Schnitt alle 2m an einem halb zersetztes Plastikteil vorbei. Wir haben uns da schon in eine verdammte Scheisse geritten.

  • Hallo Zusammen,


    ich halte mich aus diesen Themen normalerweise raus, weil ich Sie für zu stark polarisiert halte, durfte aber kürzlich an einer Diskussion "teilnehmen" die mein Interesse geweckt hat.


    Ich habe 2 Thesen daraus mitgenommen und ein bisschen recherchiert, die ein anderes Licht auf die Sache werfen, als das "normale" Blätterrauschen.


    1. Der private Plastikverbrauch ist zwar sinnvollerweise zu hinterfragen, ist aber in Relation zu gewerblicher Nutzung verschwindend.

    2. Und das fand ich schon krass. Der Plastikmüll im mehr ist wohl 1 zu 1 eine Folge unserer Mülltrennung/ Rücknahmeverpflichtung. Stichwort "Müllexport".


    Grüße, FZ

  • im Mehr oder im Meer?

    Wer im Handwerkbereich tätig ist wird deine erste These täglich zu Gesicht bekommen , grade wenns im Medizinischen ist. Alles ist seperat verpackt bei uns gingen täglich Kontainer Plastik weg. Kleinste Teile 3 fach verpackt in PLastik. Selbst Artikel die nicht gebraucht wurden werden wegen des verfalls weggeschmissen. Kontainerweise. Dagegen sind die 2 Tüten Hausmüll ein Witz. Aber irgendwo muss man anfangen. Und wie man weiß ist die Industrie immer die letzte die was ändert spätestens dann wenn der Konsument nicht mehr kauft.

  • Das mit dem "irgendwo muss man ja anfangen" stimmt schon, allerdings nur insofern, als das natürlich ein verschwindend kleiner Beitrag ist, der das Problem nie in den Griff bekommen wird. Tatsächlich müssten wir nämlich endlich damit aufhören, dermaßen über unsere Verhältnisse zu leben und das noch dazu auf Kosten anderer, müssten uns massiv einschränken.

    Mülltrennung ist zwar schön und gut, aber nicht gut dabei ist das Gefühl, dass wir damit ja eh was getan haben und daher die ganzen Wegwerfartikel einfach weiterkaufen können.