Camber oder NoCamber - Vor und Nachteile

Liebe Mitglieder,

die Surf-Wiki wurde für die Bearbeitung durch die Mitglieder des Surf-Forums freigeschaltet. Es können neue Artikel erstellt und vorhandene bearbeitet werden.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Ihr braucht einfach nur die Surf-Wiki aufrufen und könnt sofort loslegen. Viel Spaß dabei.

Das Team des Surf-Forums
  • Hallo zusammen.


    Ich weiss nicht was ihr zu dem Thema sagt aber ich frage einfach mal...


    Ich bin vor 2 Wochen das erste mal mit einem Camber-Segel gefahren.
    Davor nur NoCamber Freeride Segel.
    Jetzt meine Beobachtung:


    Das NoCamber-Segel hatte immer die eigenschaften das ich die Windböe erst am Gabelbaum gespürt hab und dann kam der Schub fürs Board.
    Mit dem Camber-Segel hatte ich kaum Zug auf dem Gabelbaum aber bereits Schub.
    Die Eigenschaft das das Camber-Segel frühert angleitet hab ich selber gemerkt und bin total begeistert.
    Jetzt mein Frage warum gibt es noch Segel ohne Camber? Was ist der Unterschied zwischen den beiden Arten von Segeln?
    Wo liegen Vor und Nachteile?


    Lieben Gruß


    DomstadTJunG83

  • Hi,
    das Manöverhandling ist mit Segeln ohne Camber viel besser.Du wirst kaum Freestyler oder Waverider sehen die mit kleinen Cambersegel ihre Tricks fahren. Ich fahre aber auch persöhnlich nur Cambersegel mit 3-4 Camber weil ich kein Manöverfahrer bin und nur einfach nur schnell fahren will, Manöver sind für mich nur Richtungswechsel (Halse,Wende) um von A nach B zu kommen. Ich finde das Cambersegel (ein wenig) besser angleiten und man die Segel in einem höheren Windbereich fahren kann. Nachteile sind aber ganz klar das Aufbauen der Riggs und das Manöverhandling.
    Mein Fazit: Cambersegel für die Heizer ( Freeracer,Racer und Slalomboardfahrer)
    no Camsegel für die Trickser,Manöverfreaks und besonders Anfänger ( Waveboards,Freestyle,Freeridefahrer)
    Dieter

  • Moin DomstadTJunG83,


    was für eine philosophische Frage.....:) ... Die Surf-Tester in der Surfzeitschrift "Surf" würden dich sicherlich deutlich tadeln.... Wo die bösen Cambersegel doch sooo unhandlich sind, speziell in Manövern... :heulnich:


    Wie Didiwindy schon sagte: Es ist eine Geschmackssache!


    Cambersegel haben aufgrund ihres permanenten, recht starren Profils Vorteile im Angleiten, tendenziell weniger Druckpunktwanderung und sind somit auch besser in der Beschleunigung und lassen sich zum Teil erheblich "höher rausziehen". Sie können auch besser Höhelaufen.
    Nachteil: Aufbau und Manöverhandling. Klar! Aber wer gerne ein Stück geradeaus fährt und dann wieder umkehrt (ca. 80% aller Surfer!) kann so ein Segel selbstverständlich nehmen. Es muß ja nicht gleich das Super-Dupa-Hammer Rigg von NP sein, welches auch von den Pros letztlich nur noch wegen des Sponsorvertrages gefahren wird. Leistungstechnisch gibt es da ebenbürtige, die einfacher zu fahren sind und damit deutlich mehr Spaß machen.... Und ist es nicht das was wir alle wollen? Spaß haben.......? :) :) :)


    NoCamber Segel sind auch sehr gute Segel, die vollkommen ihre Daseinsberechtigung haben! In der Welle und bei reinen Funsegeln (Sailworks Hucker z.B.) wirst Du nie Camber finden. Von der Leistung reichen die völlig aus für das was man damit machen will. Und das Hucker ist nicht langsam! Bruce Peterson, der Segeldesigner und Eigner von Sailworks hat damit am Columbia River schon offizielle Slalom-Rennen der USA gewonnen....... :)


    Bebenbei werden die hochgezüchteten Cambersegel sinnvollerweise auch mit ebensolchen Masten gefahren. Du wirst speziell in den langen Größen gar nichts anderes finden. Das ist dann auch eine Preisfrage. (Von der Haltbarkeit / Empfindlichkeit mal ganz zu schweigen...) :mad:


    Und so ein HighTech Cambersegel benötigt auch noch neben dem richtigen Masten folgende andere "Dinge", um seine leistungstechnischen Vorteile überhaupt ausspielen zu können:
    - Das Richtige Brett!
    - Die richtige Finne!
    - Den richtigen Trimm!
    - Den nötigen Wind!!!
    - Das nötige Fahrkönnen, um es dann überhaupt umsetzten zu können!!!!!!!!!!! (Anpumpen, Kondition und Erfahrung)


    Grüße
    Chrischan


    PS: Gold glänzt zwar, aber im Wasser geht es unter.....:bonk:

  • Hallo DomstadTJunG83,
    von reinrassigen Racesegel laß die Finger die werden dich nicht glücklich machen. Wenn Cambersegel dann bitte nur große Freeridesegel (ab 7,5 qm) mit 2 maximal 3 Camber und schmalere Mastasche. Die gleiten gut an und das Manöverhandling ist auch noch ok. Ich schätze mal das du solche Segel auch nur meinst.
    Solche Segel gefahren mit einem modernen Freerideboard so mit 150-130 liter, ist Fun pur.:D
    Ich fahre meine Lorch Breeze Boards 129/142 z.b. mit Northsails S-Type 7,3er und 8,4er am liebsten. Auf meinem Lorch Thunderbird fahre ich bei viel Wind das Northsails Racesegel Warp und Slalomsegel Daytona. Beim aufbauen von dem Racesegel Warp kriege ich allerdings machmal die Krise, das ist nicht so einfach zu trimmen. :mad:
    Dieter

  • [quote='Didiwindy','http://surf-forum.com/forum/thread/?postID=103367#post103367']Hallo DomstadTJunG83,
    von reinrassigen Racesegel laß die Finger die werden dich nicht glücklich machen. Wenn Cambersegel dann bitte nur große Freeridesegel (ab 7,5 qm) mit 2 maximal 3 Camber und schmalere Mastasche.



    Moin DomstadTJunG83,


    das mit den 2-3 Cambern stimmt schon. Das S-Type von North ist wirklich klasse.:) Man kann den dritten Camber am Fuß bei Bedarf weglassen und so eine noch bessere Manövereignung erzielen.:) Wer lieber racen möchte nutzt den dritten Camber. Da sich das 2012er Segel auf einem 460er Masten riggen läßt (alle Größen), kann man später auch etwas Geld sparen, wenn noch weitere Größen zusätzlich erworben werden sollen.:) Die Masttasche ist auch nicht zu breit, so dass der Schotstart / Wasserstart leichter möglich :) ist als bei den Vollblutracesegeln :mad:. Du solltest zwischen dem 7,8 oder 8,4 wählen. Das kommt auf dein Brett an. Du kannst beide Segel so hoch rausfahren, dass es zu deinem 6,9er immer noch mindestens eine halbe Bft. Überlappung gibt. :) Wenn Du beide Segel auf deinem Brett fahren kannst würde ich dir zu dem 8,4er raten, da Du dann das Brettpotenzial besser ausschöpfst und so ggf. mehr Surftage oder mehr -stunden hast. :) Aber wie gesagt, dass kommt auf dein Brett an. Das 8,4er kannst Du bei deinem Gewicht max. bis an die fünf Bft. sinnvoll nutzen.


    Ich fahre mein North IQ 3D 8,2 bis 5,5 Bft. sinnvoll und dann kommt mein Surfmotto "Kombiniere zu große Segel mit zu kleinen Brettern für maximalen Speed" :cool: zum Tragen, was ich mit meinen 98Kg aber auch eher machen kann. :D Wie sinnvoll das ist, sei mal dahingestellt. ;) In der Praxis habe ich nach 18Uhr bei auffrischenden Wind einfach keine Lust mehr umzuriggen und stemme mich lieber noch eine Weile gegen die Vernunft.... :D


    Lies am Besten mal die Surf-Tests von den Freerace-Segeln und Freeride-Segeln. Dann kannst Du dir da ein besseres Bild machen. Das Sailworks NX habe ich dir nur aus Kostengründen vorgeschlagen (alternativ kauft man neue Auslaufsegel) und weil bei dem die Masttasche auch noch nicht so breit ist, wie bei den richtigen Racesegeln, trotz der Tatsache, dass es definitiv so eins ist!!! Das Retro könnte durchaus für dich die bessere Wahl sein. Obwohl es keine Camber hat. Aber bedenke, dass Du mit deinem Körpergewicht dein Segel eh nie in seinen Grenzbereich fahren kannst sondern immer nur in DEINEN!!! :heulnich: Das geht mir mit meinem 98Kg nicht anders. Nur Pros mit deutlich über 100Kg können so ein High End Racesegel voll ausnutzen (vorausgesetzt man hat auch das Fahrkönnen und alles andere was man dazu benötigt: optimales Brett, Finne, Trimm, Kondition, etc.). Den Speedunterschied wirst Du kaum herausfahren, wenn Du ein gutes Freeride-Segel nimmst, das im unterem und mittlerem Windbereich genauso gut wie ein Cambersegel ist. Und das sind sie meistens, trotz des etwas weicheren Fahrverhaltens, der vielleicht sogar gewünscht ist. Klar, ein Cambersegel wirkt raceiger und macht am Strand mehr her, aber kommt es darauf an? Wichtiger ist, dass Du auf dem Wasser mehr Spaß hast und so solltest Du vieleicht erst noch einmal in dich gehen, bevor Du etwas kaufst. Frage am Strand einfach mal ein paar Surfer, ob Du mal kurz deren Segel fahren kannst. Dann hast Du den direkten Vergleich.


    Grüße
    Chrischan